Auf der Suche nach... ja, was eigentlich?

25.02.2010 um 13:05 Uhr

Ein Unglück kommt selten allein... oder warum meint das Schicksal es so schlecht?

von: Sadeyes

In der Hoffnung, dass Schreiben beim Verarbeiten hilft...

Nicht genug mit all den Sorgen um den Hausverkauf, den Ärger über unfähige Banken und dreiste Ex ... und eigentlich auch meine ganze finanzielle Existenz...

Nein, wenn es mal übel kommt, dann bitte richtig!
So muss es sich das Schicksal momentan bei mir gedacht haben...

Rückblende: vor ca vier Jahren hab ich Emma und Joey zu mir geholt. Die zwei Kaninchen haben mir Leid getan, dass sie so rumgeschoben wurden und bevor sie dann auch noch ins Tierheim mußten, habe ich sie eben genommen. Es war nicht immer leicht mit ihnen... Anfangs superängstlich und scheu... und das ging auch nur sehr langsam weg. Wobei eine gewisse Vorsicht und Scheu immer geblieben ist.
Aber seit dem Umzug im Sommer wurde vor allem Joey immer zutraulicher. Er fing an, nach mir zu schauen, hat mich und meine Gegenwart voll akzeptiert und kam ohne Scheu auf mich zu. Zuletzt hat man von Woche zu Woche die Fortschritte gesehen und es hat mich richtig glücklich gemacht.

Dann beim Krallenschneiden die übliche Zahnkontrolle und seine Schneidezähne sahen zu schief aus. Also zum Tierarzt. Wer in Holland schonmal das Vergnügen hatte, weiß, wie furchtbar teuer das hier auch noch ist. Zudem ist der Transport echt nicht einfach. Aber was tut man nicht alles...
Also wurden die Schneidezähne geschnitten und für die hinteren Zähne ein Termin gemacht. Die sollten auch geschliffen werden, aber das geht nur unter Vollnarkose. Joy ist zwar nicht mehr der Jüngste, aber auch nicht so alt und auf jeden Fall fit. Also alles kein Problem... dachte ich.

Die OP kam und es ging auch alles superschnell. Nur... irgendwie hat er doch recht lange gebraucht, um aus der Narkose wieder zu sich zu kommen. Stundenlang blieben seine Hinterläufe regelrecht lahm und er hat viel geschlafen.
Zudem hatten sie bei der OP einen kleinen Klumpen in seinem Unterkiefer ertastet. Laut dem Tierarzt ein Tumor, der nicht entfernt werden kann.

Irgendwann kam Joey dann wieder zu sich und fing an, auch wieder zu trinken.. nur nicht zu fressen. Also Zwangsfütterung... 2 Tage lang, alle 2 Stunden... auch nachts... Und das ausgerechnet auch noch an dem Abend, wo wir in E's Geburtstag reinfeiern wollten...

Am 3. Tag bei der Fütterung um fünf war er auf einmal ganz schwach... nur drei Stunden später war er tot!

Viel zu früh, viel zu jung, ganz unerwartet und vielleicht auch noch ohne jeden Grund. Habe später, als ich nach einem Kaninchen für Emma gesucht habe, einen Artikel über solche Sachen bei Kaninchen gefunden. Da wurde beschrieben, dass sie oft Abszesse bekommen, wenn sie Zahnprobleme haben. Die Wahrscheinlichkeit, dass es nur ein Abszess war und der hätte aufgeschnitten werden können, war also da.

Aber ich weiß nicht, woran er gestorben ist und das werde ich auch nicht rausfinden. Es läßt sich eh nicht mehr ändern...

E hat ihm eine Ruhestätte im Garten seiner Eltern gegeben... und hier.. wird er vermißt!

Und wie wenn das nicht genug wäre, scheint nun auch Snuggie abzubauen... Habe bei ihm einen Knubbel entdeckt. Aber bei ihm ist eine OP eh nicht mehr möglich. Die würde er nicht überleben... 

 

24.02.2010 um 11:54 Uhr

Wenn die Worte fehlen!

von: Sadeyes

Ich versuche mich mal daran, ein bissel was zu schreiben. Eigentlich sollte es ja so leicht sein, etwas zu schreiben. Haben wir es doch schon als Kinder gelernt.
Aber dann, wenn wir älter werden, merken wir doch immer wieder, dass es Situationen gibt, wo einem die richtigen Worte fehlen oder es einem ganz die Sprache verschlägt.

Bei mir ist es derzeit eher so etwas wie eine Lähmung. Eigentlich fühlt sich alles wie gelähmt an. Mein Körper ist schwerfällig geworden. Teils sind es Verspannungen und teils eine unglaubliche Müdigkeit, die von ganz tief innen kommt.
Mein Kopf ist auch gelähmt. Es fällt mir schwer, zu denken, zu reden oder mich zu erinnern. Manchmal bin ich so auf Autopilot, dass ich eine Minute, nachdem ich etwas getan habe, mich nicht mehr erinnern kann, ob ich es gemacht hab und es nachkontrollieren muss. Mir fehlt dann komplett jegliche Erinnerung an diesen Moment, wie wenn er nie existiert hätte. Das ist dann zusätzlich frustrierend.

Oft fühle ich mich nicht nach reden, weil ich es so müde bin, darüber zu reden, aber alles andere vergleichsweise unwichtig erscheint. Ich ziehe mich immer mehr zurück. Mittlerweile ist es sogar schon soweit, dass ich manchmal noch nichtmal mehr ans Telefon gehe, wenn es klingelt. Einfach, weil ich nicht reden mag.
Genauso geht es mir auch, wenn es darum geht, Freunde zu treffen. Ich hab das Gefühl eh nur noch so rumzusitzen und keine großartige Bereicherung zu sein, dass ich auch das manchmal lieber sein lasse. Wobei ich da noch immer die meisten Dinge mache... aber eben manchmal mit einem schlechten Gefühl, weil ich so wenig beitragen kann.

Sogar E spürt, dass es mir schlecht geht, denke ich. Wir haben uns in letzter Zeit öfters gesehen, wenn er merkt, ich sollte oder will nicht allein sein.
Bei ihm ist das auch irgendwie etwas anderes. Ich weiß, dass er von mir nicht erwartet, dass ich rede. Ich kann auch einfach bei ihm sein und auf der Couch sitzen und TV schaun, ohne etwas zu sagen. Und ich weiß nicht, was ich derzeit ohne ihn tun würde. Er gibt mir einen gewissen Halt, etwas zuhause und Geborgenheit. Trotzdem habe ich das Gefühl, als würde ich nichts lieber tun, als mich mal irgendwo anzulehnen und für einen Moment alle Verantwortung und Sorgen gehen lassen zu können.

Irgendwann wird es wieder besser werden. Aber bis dahin werde ich noch darum ringen müssen, mit dem bissel Kraft, die mir noch verblieben ist, mein tägliches Leben und diese anstrengende Situation zu meistern. Hoffen, dass nicht noch irgendwas passiert, weil es mich jedes Mal so aus der Bahn wirft, dass ich Tage brauche, um mich davon zu erholen. Jedes kleine bisschen, was ich sonst ohne weiteres wohl weggesteckt hätte.

Manche meiner Freunde haben schon gesagt, dass sie es bewundern, dass ich noch so gut drauf bin, dass ich nicht den ganzen Tag im Bett liege und mir die Decke über den Kopf ziehe. Manchmal frage ich mich das auch. Doch desto länger sich nun alles hinzieht, umso mehr verlassen mich nun meine Kräfte... und ich bete, dass der Spuk bald vorüber ist und dass es doch noch ein halbwegs gutes Ende nimmt!