Auf der Suche nach... ja, was eigentlich?

31.01.2011 um 14:26 Uhr

Das trifft den Nagel auf den Kopf!

von: Sadeyes

Das ist so wahr und ich bin in der "Endphase":

"Im Allgemeinen kommt es - nachdem die erste Schreck- oder Schockreaktion abgeklungen ist - zu einem Verlust an Lebensfreude, an Interesse, Aktivität, Initiative und Kreativität. Alles scheint wie weggeschmolzen. Dann "beißt" sich regelrecht ein ständiges, fast zwanghaftes Wiedererinnern mit ängstlicher Unruhe, Anspannung und Erregungsbereitschaft fest. Außerdem zermürben Schlafstörungen; und wenn Schlaf sein darf, dann Angstträume.

Manchmal entsteht auch das Gefühl, als ob sich das belastende Ereignis gerade wiederholt, bisweilen nur aufgrund eines belanglosen Auslösers aus der Umgebung oder durch reine Vorstellung. Daraus resultiert dann ein entsprechendes Vermeidungsverhalten mit Rückzug und Isolationsgefahr.

Schließlich droht eine zunehmende Leistungseinschränkung, d.h. man kann seine Aufgaben nur noch mit größter Anstrengung bewältigen.

Das Ende ist von einer eigenartigen Schwermütigkeit geprägt, die allerdings wenig mit einer "klassischen Depression" zu tun hat. Es handelt sich mehr um eine "heimlich anfressende Resignation", eine Art gemütsmäßige Betäubung bis Erstarrung, die der Umgebung eigentlich nur durch schwindende Anteilnahme an der Umwelt auffällt. Dazu drohen Zwangsgedanken, Merk- und Konzentrationsstörungen, ja Vergesslichkeit und zahlreiche psychosomatisch interpretierbare Beschwerden ohne organische Ursache: funktionelle Störungen, Missempfindungen oder gar Schmerzen im Bereich von Kopf, Herz, Kreislauf, Magen-Darm, Wirbelsäule, Gelenken u.a." 

Der ganze Artikel ist lesenswert und hier zu finden:

http://www.psychosoziale-gesundheit.net/seele/posttrauma1.html 

31.01.2011 um 14:02 Uhr

Kurzes Update...

von: Sadeyes

Mich gibt es noch!

Therapie und das Meistern des täglichen Lebens nehmen mich ziemlich in Anspruch. Mal geht es besser und dann wieder schlechter. Und doch habe ich schon viel in der Therapie gelernt... über mich selber und auch über Reaktionen, etc
Und ich weiß, da wird noch so viel zu lernen sein...
Ich bin auf jeden Fall froh und dankbar, dass es diese Therapie gibt!

Eine umfassendere Diagnose habe ich dann im Dezember bekommen. Da wurde noch einmal die Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung bestätigt, sowie eine Nicht weiter benannte Dissoziative Störung, die vielleicht noch einen Namen bekommt, wenn es mal weiter untersucht wird bei mir. Momentan können sie nur sagen, dass diese Symptome über das "normale Mass"bei Leuten mit komplexer PTBS hinausgehen. Außerdem wurde meine vermutete Bindungsproblematik unter anderem auch dort bestätigt. Das bedeutet für mich, dass ich prinzipiell eine Beziehung haben kann, aber mir entweder Partner aussuche, bei denen eine Bindung schwierig ist oder eben mit zunehmendem Zeitraum in einer Beziehung immer mehr "explodiere", bis ich selber ausbreche oder den Partner vergrault habe. Natürlich kann es auch klappen. Aber ich selber habe es ja mehrere Male mitgemacht und sehe es doch als sehr problematisch an, ohne vorher wirklich das Thema angegangen zu sein und das Gefühl zu haben, was auch immer da zu heilen ist, geheilt zu haben.

In dem Rahmen (und auch weil ich ihn wiedergefunden habe) ist mir auch sehr viel über meine erste Ehe und deren Ende klar geworden... Und ich hoffe, dass es mir hilft, nun endlich in dem Punkt meine Ruhe zu haben. 

Alles nicht einfach und trotzdem besser als nichts zu tun!