Auf der Suche nach... ja, was eigentlich?

28.02.2011 um 22:22 Uhr

Pure Zeitverschwendung!

von: Sadeyes

Also manchmal kann ich über dieses Land nur den Kopf schütteln und bekomm dann manchmal irgendwie so einen spontanen Reflex, wo ich am liebsten meine Sachen packen würde und zurück nach Deutschland kommen würde.

So ging es mir heute mal wieder beim "lieben Onkel" Betriebsarzt. Wozu die wirklich gut sein sollen, entgeht mir bisher auch völlig. Da machen sie schon dumm rum, dass man wegen der Krankheit Arbeitszeit versäumt und dann muss man aber bei denen auch noch alle sechs Wochen antanzen... und klar... während der Arbeitszeit. Da gehen dann locker mal wieder zwei Stunden bei drauf, die man auf der Arbeit ganz anders hätte nutzen können. 

Und das alles nur dafür, dass er mal wieder aufzählt "aha, Frau Sadeyes, sie gehen noch immer einmal die Woche zur Therapie? Und damit sind sie weiterhin zufrieden? Weiterhin haben Sie auch ausreichend Bewegung? Und arbeiten ansonsten zu 80%? Alles prima.... dann sehen wir uns in sechs Wochen wieder!"

Als er mich fragte, wie es mir geht und ich dachte, das ist so eine Arztfrage, hab ich ehrlich gesagt, dass es derzeit nicht so gut ist. Aber das hat den gar nicht interessiert. Der hat einfach lustig weiter seinen Monolog geführt, um mich so schnell möglich wieder rauszuschleusen.

Und als ich mich zum Schluss dann nochmal erdreistete zu sagen, dass ich mir Sorgen mache wegen der vielen Fehler, die ich derzeit auf der Arbeit mache und dass ich deswegen schon Ärger bekommen habe, sagt der doch allen Ernstes, dass wenn das in neun Monaten nicht besser ist, ich mit so einem Arbeitsbeauftragten sprechen würde und der dann zusammen mit mir eine neue Arbeit für mich aussucht. Ich dachte, ich hör nicht richtig.... Ich hab aber den Beruf gelernt und ich WOLLTE diesen Beruf lernen und ich hab eigentlich nicht vor, den für irgendwas aufzugeben, was so stupide ist, dass ich da gar keine Fehler machen kann. Tja, dann meinte er, das wäre hier eben Gesetz... Komsiches Gesetz! Macht ja vielleicht Sinn, wenn ich Rückenschmerzen hätte und in meinem Beruf jeden Tag Kisten schleppen würde. Aber in meinem Fall würden mir wahrscheinlich in so ziemlich allen Berufen irgendwas passieren...

Ich muss gestehen, nach diesem Gespräch hab ich noch weniger Lust, wieder zu diesem Arzt zu latschen. Alles pure Zeitverschwendung! 

27.02.2011 um 17:09 Uhr

Selbstzweifel

von: Sadeyes

Zum Glück geht es nächste Woche endlich mit Block 2 weiter. Auch wenn ich dem erstmal mit gemischten Gefühlen entgegensehe. Irgendwie geht es mir momentan eh nicht besonders... und ich habe ein wenig Angst, dass es mit dem kommenden Block noch schlimmer werden könnte.

Es sind nicht nur die Ängste... auch die ganzen Gefühle und Erlebnisse... es ist mir unangenehm und peinlich und ich fühle mich dadurch schwach, verletzlich und angreifbar. Das macht es noch schwerer für mich über all das zu reden, was so in mir vorgeht. Mit meinen Eltern fällt mir das schwer, weil mein Vater das eigentlich eh nicht hören will und solche Gespräche vermeidet und abbricht. Und mit meiner Ma ist es auch nicht viel einfacher. Irgendwie findet sie immer wieder Erklärungen dafür, dass es anderen auch so geht, auch ohne meine Vergangenheit und Krankheit. Ich verstehe ja, dass sie mich damit vielleicht irgendwie trösten will oder vielleicht auch sich selber beruhigen will. Und irgendwie ist sie vielleicht auch die falsche Ansprechpartnerin, weil ich ja auch nicht will, dass sie sich schuldig fühlt. Dann fühle ich mich auch dafür schuldig und verantwortlich.
Leider aber eben auch unverstanden durch ihre Aussagen...

Und sonst? Wir über etwas reden, etwas erklären, was man selber nicht wirklich versteht? Da sind oft ganz viele große Gefühle in einem einzigen Durcheinander. Wie könnte man so etwas in Worte packen? Und wie soll das jemand verstehen, der nicht selber Ansatzweise so etwas erlebt hat?

Ich verzweifle oft an mir selber... Das, was mir Kraft und Mut gegeben hat, waren meine innere Stärke, meine schnelle Auffassungsgabe und gutes Erinnerungsvermögen, meine Intelligenz... Und nun habe ich das Gefühl, dass mir auch noch all das durch die Finger gleitet. Immer wieder habe ich Phasen, wo ich irgendwie hier und doch weg bin. Das heißt, ich erledige alles wie ein Roboter. Leider mit dem Ergebnis, dass ich zwar Dinge tue, sie aber hinterher nicht mehr erinnern kann und auch teilweise echt große Fehler mache, die ich hinterher auch nicht mehr erinnere und noch nichtmal verstehe, wie das passieren kann. Auf der Arbeit wird es immer schlimmer und mittlerweile fange ich an, deswegen anscheinend auch Probleme zu bekommen. Meistens ertappe ich mich ja irgendwann selber und korrigiere es, so dass es kaum jemand wirklich mitbekommt. Aber selbst wenn ich es nur mitbekomme, ist es schon schlimm genug. Denn es macht mir Angst. Angst, dass es noch schlimmer wird und ich irgendwann gar nicht mehr funktioniere oder irgendwie "verrückt" werde...
Das fängt damit an, dass unsere Ablage, die nach Nummern sortiert öfters völlig durcheinander vorfinde und das wohl nur ich gewesen sein kann. Ich mache Dinge und erinnere sie schon eine Minute später nicht mehr. Oder ich mache Dinge unvollständig, obwohl ich es eigentlich besser weiß. Am schlimmsten sind aber eigentlich fast noch die Momente, wo ich irgendetwas machen will und letztendlich was ganz anderes dabei rauskommt, zB einen Tee holen will und dann mit der Tasse im WC stehe oder mir eine Suppe machen will und statt Wasser Kaffee drauf gieße. Und das läßt sich beliebig erweitern.

Letztens meinte schon E zu mir, dass ich ja nicht gerade so klinge, wie wenn ich mir selber vertraue. Und das tue ich auch nicht. Wie denn auch, wenn ich weiß, wie oft ich etwas vergesse? Woher soll ich wissen, dass es nun tatsächlich nicht stattgefunden hat oder dass ich es nur wieder vergessen habe?

Nein, ich muss mich ständig selber kontrollieren, damit ich auf der Arbeit nicht irgendwann noch einen ganz großen Fehler mache. Es reicht schon so, dass ich wegen so einem Ausfall am Freitag Ärger mit dem Chef hatte. Wobei der auch total überzogen reagiert hat, was mir natürlich noch weniger geholfen hat.

Manchmal möchte ich mich am liebsten verkriechen... Aber das nützt ja auch nichts... Ich will weder nutzlos noch kraftlos sein... Trotzdem wünsche ich mir, es wäre irgendwie leichter...
Es gibt ja die Tage, da sage ich mir, dass ich nunmal eben eine Krankheit habe und dass ich es meinem Körper nachsehen muss, wenn eben nicht alles so funktioniert. Dass ich mit mir selber milde und nachsichtig sein sollte. Aber dann kommen eben doch wieder die Frustration und die Angst nach oben... Und nun ist auch noch meine Therapeutin zwei Wochen in Urlaub. Gar nicht gut *seufz* 

03.02.2011 um 18:38 Uhr

Abschlussbeurteilung Teil 1

von: Sadeyes

Der erste Block geht nun dem Ende zu und gestern hatten wir unsere erste Abschlussbeurteilung. Irgendwie wars mir ja schon ein wenig komisch davor. Man fühlt sich ja irgendwie wie bei so einer Abschlussprüfung: drei vom Zentrum und man selber sitzt dann so davor.

War aber dann gar nicht so schlimm. Eigentlich viel besser als gedacht. Ich habe von der Kunsttherapeutin sowie unserer Gruppenleiterin richtig gute Bewertungen bekommen und kann also in wenigen Wochen direkt mit dem zweiten Block weiter machen.

Allerdings wurde uns schon mitgeteilt,  dass der noch "anstrengender" wird, als der erste... Das kann ich mir auch gut vorstellen. Der erste Block ging jetzt erstmal um die Basis des täglichen Lebens, der nächste um Gedanken und Gefühle.

Jetzt kommt aber Masterchef Australien... da bin ich dann mal wieder weg ;)