Auf der Suche nach dem Leben

29.02.2008 um 10:34 Uhr

Die einzig wahren Diamanten

von: Haibara   Stichwörter: Kinder, Mütter, Väter, Gefühle

Stimmung: gut
Musik: Ewiger Kreis (König der Löwen)


Herr Böhmer hat sich entschuldigt. Das finde ich gut.

Vielleicht hat er ja irgendwann mal eine Frau getroffen, die so eine Äußerung tat. Aber ich nehme an, dass eine Unterbrechung ganz andere Ursachen hat, die man vielleicht auch nicht nach außen tragen will. Auch glaube ich nicht, dass es sich eine Frau leicht gemacht hat oder freudig auf eine Unterbrechung zu schritt. Ich kenne keine. Ich hab auch in Erinnerung, dass es kurz vor der Wende sogar erste Studien/Berichte gab, in denen Frauen über ihre jahrelange seelische Pein nach solch einer Entscheidung berichteten.

Man sollte immer vorsichtig sein mit Urteilen über Menschen. Man ist selbst Mensch und weiß nie, welche Entscheidungen man im Leben noch fällt.

Jedenfalls bin ich selbst Mutter. Ich habe meine Kinder sehr lieb. Das wird auch immer so bleiben, auch wenn sie inzwischen groß sind und ihr eigenes Leben führen. (Und ich auch Fehler gemacht habe und sie sicher immer noch mache). Als sie klein waren, gab es auch Zeiten, wo wir um ihr Leben bzw. ihre Gesundheit bangten. Jetzt sind wir froh, dass es unseren zwei größten „Schätzen" gut geht.

Ich bin der Meinung, dass Väter ganz besondere Gefühle zu ihren Kindern entwickeln. Das ist auch etwas ganz Tolles!
Aber zwischen Mutter und Kind gibt es ein geheimnisvolles Band. Es ist einfach da. Ich spüre es. Leider scheint es durch unsere Zivilisation heute manchmal zugedeckt zu sein.

Ich meine jetzt nicht, dass die Natur oder ein Schöpfer den Frauen vorher bestimmt hat, Windeln zu waschen und ähnliches. Ich meine einfach ein Gefühl.
Noch heute spüre ich z.B., wenn es meinen Kindern nicht gut geht, selbst wenn sie ganz weit weg sind. Aber es ist noch soviel mehr!

Kinder sind für mich etwas ganz Besonderes und unsere wahren Schätze.
Es ist nur wichtig, dass wir Erwachsene es erkennen und richtig mit ihnen umgehen.
Fehler machen wir alle. Aber im Prinzip reflektieren die Kinder auch, ob wir von Grund auf mit unserer Kindererziehung, Vorbildwirkung und der Gestaltung unserer Gesellschaften, der Menschheit eine würdige Zukunft geben.
Denn die Kleinen von heute, müssen unser Werk später weiterführen.
Dazu ist es unter anderem auch wichtig, dass wir sie nicht verlernen lassen, sich wundern und staunen zu können, sowie kreativ zu sein.

Was sie mir bedeuten, habe ich versucht, in einem Gedicht nieder zu schreiben:


Als ich vorbeiging

(für Jessica)

Während meine Füße federnd
durch des Parkes Boden
sich erholten,
und
langsam sich mein Herz beruhigte,
nach des Tages
Hast in dieser Welt,
plötzlich
mich erreichten
glockenhelle Töne,
auf kleinen
windgetrieb'nen Lüftchen,
sanft zu mir emporgetragen.

Kinderlachen wars,
was mich erreichte,
zog meinen Blick nach unten,
und ganz verzaubert
sah ich
in zwei große
Zauberfunkelaugen,
klar,
neugierig und rund.

Lächelnd
hob ein kleines Mädchen
sein rotes Kuchenförmchen,
hoch zu mir,
so hoch,
wie es nur ging.
Festgedrückt,
garniert mit Gänseblümchenköpfen,
hatte sie
ihr Sandkunstwerk
liebevoll gestaltet.

Dankesworte für den Kuchen
sprach ich nun ganz schnell heraus.
Kopfschüttelnd strafte mich das Kind,
um mir dann zu sagen,
dass es eine Mozzarellapizza sei.

Staunen, Ehrfurcht
und Verstehn,
durchdrangen mich auf einmal tief:
uns'rer Kinder Wunderfantasie
ist dem wahren Leben ganz sehr nah,
doch wenn die Kindheit ist vorbei,
hat des Menschen Welt sie zugedeckt.
Reales nur noch existiert,
Wunder, Träume
haben wir verbannt.

Doch manchmal lupft man einen Zipfel,
erhascht ein Stückchen Kinderglück,
möcht man halten diesen Schatz,
diese ganz besondren Wesen,
die als „Kinder" wir benannten.
und spüren plötzlich
tief im Innern,
dass sie
unsr'er Erde
einzig wahre Diamanten
sind.

ein schönes WE euch allen, Haibara!Fröhlich

 

 

(sorry, bekomme das Gedicht nicht in eine einheitliche Schriftgröße) 

 

 

 

28.02.2008 um 17:44 Uhr

Frühlingsgedanken

von: Haibara   Stichwörter: Sonne, Frühling, Wärme, Menschen, Leben

Stimmung: träumerisch
Musik: How the Angels Fly (Mina)

 

Während gestern der kalte Winterwind mit der Sonne ständig um die Wette kämpfte, war heute die Sonne den ganzen Vormittag da. Erst jetzt wurde es trüber.

Wenn ich so da steh' und meine Stadt und die Leute beobachte, denke ich, dass das Wetter einen sehr großen Einfluss auf die Menschen hat.

Kaum kommt die Sonne raus, scheinen die Menschen leichter und beschwingter zu laufen. Es kommt mir vor, als hauche die Sonne neues Leben in Menschen,Tiere und Pflanzen.

Auf einmal wirken die Menschen freundlicher und aufgeschlossener.

Das Leben scheint auf einmal viel schöner zu sein.

Man vergisst die schlimmen Sachen ringsum, die Sorgen und Nöte. Man genießt die Welt und freut sich, da zu sein.

Die Seelen der Menschen scheinen aus dem Winterschlaf zu erwachen und sich der Sonne entgegen zu strecken, um sich zu wärmen und zu stärken für die weitere Zeit des Jahres.

Es tut unendlich gut, einen so schönen Frühlingstag zu genießen.

Ich wünsche euch allen einen wunderschönen Frühling!FröhlichFröhlich

 

27.02.2008 um 10:40 Uhr

Der Preis der Freiheit

Stimmung: nachdenklich, grüblerisch
Musik: immer noch Apple

Meine Frühlingsgefühle müssen warten.

Gedanken quälen mich seit einer Weile, seit dem ich etwas erlebt habe:

Ich habe viel in letzter Zeit gegrübelt und verglichen:

Um mich herum passieren oft schlimme Dinge. Der Mensch vergisst den Menschen. Es zählt nur noch der Gewinn.

Frauen bringen ihre Kinder um, weil sie aus Verzweiflung nicht mehr wissen, wie sie die Zukunft ihrer Kinder absichern können.

(Mal zu Herrn Böhmer schielen tu:"Wachen Sie auf, sehen Sie sich um, sehen Sie endlich die wahren Gründe für die schrecklichen Tatsachen ! Gebt den Frauen Existenzgrundlagen, freie Entscheidung für ihr Leben und eine Sicherheit für die Zukunft ihrer Kinder!)

In unserem reichen kleinen Land wird das Geld so falsch verteilt, dass die einen so viel haben, dass sie gar nicht mehr wissen, warum sie noch immer mehr brauchen, die anderen aber bald nicht mehr wissen, wovon sie noch leben sollen....

Es ist ein Elend mit dem Menschen, wie er mit seiner eigenen Art, in dieser, unserer jetzigen Gesellschaft umgeht....

Aber, wie ich mir auch schon sagte, wir haben Meinungsfreiheit....wir haben die "Freiheit" einiges zu tun, z.B. zu sagen, was wir denken.

Und jetzt frage ich mich oft: Was ist der Preis der Freiheit?

Ist es Unsicherheit? Ist es Existenzangst? Ist so richtig, dass man nachts wach liegt, und grübelt, wie man am nächsten Tag Lebensnotwendiges bezahlt?

Ist es richtig, dass Menschen Menschen töten oder Menschen sich selbst töten?

Oder ist es richtig, dass viele Menschen sich kaputt schuften, um existieren zu können?

 

Ich weiß es nicht....

 

früher lebte ich in der DDR und konnte existieren, auch nicht leben, aber existieren. Ich hatte keine Existenzangst, konnte mein Kinder erziehen,...(wieder zu Herrn Böhmer schiel)

Manchmal wünsche ich mir die Zeit zurück. Da war ich sicher und ruhig.

Aber manchmal durchfährt mich ein kalter Hauch (wie neulich in einer Diskussion) und ich denke:

Nein, dann doch nicht.

Es gab etwas anderes, was auch schlimm war, etwas was die Seele gequält hat, was die Freiheit genommen und die Menschenwürde auf eine andere Art mit Füßen getreten hat:

Es war die politische Gängelei, das Kommandotum, das Aushorchen, zur Schau stellen, die Stellungnahmen und Rechtfertigungen zu persönlichen Meinungen, der politische Missbrauch von Kindern und Jugendlichen.

Es gab auch empfindliche Gefängnisstrafen für Andersdenkende und bis zu einem gewissen Zeitpunkt sogar die Todesstrafe. 

Vieles wusste man gar nicht. 

Solange man an keine Grenzen stieß, ging es, aber wenn, dann...

Manchmal, vergess' ich es, aber manchmal wird man erinnert, wenn man auf die ewig gestrigen trifft, wenn sie selbst heute noch in harmlosen Foren oder in der Wirklichkeit Meinungen anderer nicht gelten lassen, einen öffentlich demütigen und zu Stellungnahmen auffordern, wenn man an Fahnenappelle in der Schule erinnert wird, an Rechtfertigungen in Schuldirektorenzimmern, bloß weil man mal eine eigene Meinung zu irgendeinem klitzekleinen Problem hatte. All das bricht dann wieder auf (und schlimmere Befragungen von den Experten dieser Art, die ja nicht verschwunden sind mit der Wende, auch weiter leben, mit dem Strom dieser Zeit schwimmen,aber manchmal ihre Maske fallen lassen) und ich denke dann, nein, das ist auch kein Leben gewesen, das möchte ich auch nicht wieder. Auch das ist entwürdigend...sehr entwürdigend,...

Aber wie soll der Mensch leben, welche Gesellschaft ist am besten geeignet?

Werden wir es schaffen, dass es irgendwann allen Menschen gut geht?

Ich kenne viele gute Menschen. Aber je höher ich blicke, desto unmenschlicher handeln oft die Menschen. "Macht" verdirbt z.B. sehr. oder  "Eigentum": siehe viele Unternehmer

Ich weiß nicht, ich denke, der Preis der Freiheit ist in der jetzigen Gesellschaft wirklich die Existenzangst, ein Leben ohne Sicherheit, die einen auch sehr krank machen kann.

Die Menschenwürde wird einem auf diese Art auch genommen.

Der Mensch gesteht ein Leben in Sicherheit seiner eigenen Spezies nicht zu. Er gewährt sie nur einzelnen, da er ein Egoist und sehr gierig ist.

Aber eine Gesellschaft, in der die Menschen ausgehorcht und bloßgestellt werden, ist auch nicht richtig.

Aber wie sollen die Menschen miteinander leben. Gibt es eine Lösung?

Um mit einem Fernsehkommissar abzuschließen:"Es ist eine schlimme Gesellschaft. Aber ich kenne keine bessere."

26.02.2008 um 19:08 Uhr

Ja, ich suche immer noch

von: Haibara   Stichwörter: Familie, Januar, Februar, Frühling, Seele, Gefühle

Stimmung: gut, aufblickend
Musik: Apple - Werbung

 

Jaaaa, ich suche immer noch!

Manchmal erhasche ich einen Zipfel des wirklichen Lebens und das ist wunderschön:

z.B.: wenn mich meine Tochter anruft

oder Sohn und Mann mit mir Kaffeetrinken

oder wenn mitten im Januar ein Hauch von Herbst auftritt und man schnell mal ein Gedicht schreiben muss:

 

Herbstgefühle im Januar - Momentaufnahmen eines Wunders

Januargrauer Stadtlärm,
bleibt hinter mir zurück,
tropfenweis' versickernd
flüstert er noch immer
und hält krampfhaft sich
in meinen Körper fest.

Doch
Schritt für Schritt,
den Berg hinan,
von kalter Winterluft umhüllt,
mich entfernend von dem Ort,
bekämpfe ich die laute Welt.
Hoch und höher wandernd,
wird es leiser,
stiller,
ruhig.

Vollgefüllt mit tiefer Stille
tauch' ich auf dem Berg ganz oben
in ein sattes Farbenspiel:
Braunes Feld zieht meinen Blick
bis zum fernen Horizont,
wo ein tiefes blau mich trifft.
Eine kräftig gelbe Sonne
wirft starke Mittagsstrahlen
streichelnd über unsre Welt.

Von den Zauberfarben ganz gebannt,
riech' ich plötzlich
frische Erde,
Kartoffeln nach der Ernte,
locker liegend auf des Herbstes Acker,
sowie eine Spur von Herbstlaubduft,
öffnen nun mein Winterherz,
macht es warm und weit,
sprüht Herbstgoldfunken
quer durch alle Adern,
die ich hab.

So geschaffen,
einen Schutz nach außen,
zieht der kalte Winterwind
mich zurück in seine Zeit,
aber meine Seele lächelt
und so wand're ich beruhigt,
diesen langen Berg hinunter
zurück in meine laute Welt,
plötzlich sicher wissend,
dass mein Jahr zu meistern ist.


oder wenn mir im Februar bereits der Frühling zuwinkt:

dass man die Gefühle gleich mal in ein Geschichtchen hineinschreiben muss...morgen, vielleicht trage ich es hier ein....Fröhlich

 

PS: Danke auch für die lieben Worte zu meinem letzten Eintrag,

bis bald,

eure Haibara