Auf der Suche nach dem Leben

31.03.2008 um 09:56 Uhr

Gut und Böse

von: Haibara   Stichwörter: Film, Bedeutung, Gut, Böse, Mensch, Gott, Charakter, Grenzen

Stimmung: gut, besinnlich

Seitdem ich über Ostern wieder mal den Film „Event Horizon" gesehen habe, bekomme ich folgenden Gedanken nicht aus dem Kopf:
„Wenn wir die Guten sind, möchte ich die Bösen nicht sehen."
Ich weiß nicht, wer den Film kennt, es geht hierbei um folgendes: Ein Raumschiff erreicht die Grenze des Universums und schafft einen Übergang in eine andere Dimension. Als es von dort wiederkommt, bringt es das Böse mit.
Gut, ein anderer sieht in diesem Film vielleicht nur den Horrorfilm, der er wohl auch ist.
Aber für mich sieht es anders aus. Ich habe nachgedacht, was wohl der Autor der Geschichte sich dabei gedacht hat.
Ein Punkt ist wohl der Gedanke, ob wir Menschen doch die Guten sind und ob es das Böse von uns als Gegenstück gibt. Und zu was wir dann fähig sind, ob dieses Grauen überhaupt vorstellbar ist.
Der andere Punkt ist das, was ich jetzt auch in vielen Beiträgen hier gelesen habe: Sollen wir an Grenzen gehen, die wir mit unserem Geist und der Wissenschaft möglich machen können oder sollen wir uns lieber akzeptieren und uns im hier und heute einen Sinn suchen?
Auch wenn es schwer fällt, müssen wir es schaffen, hier zu leben. Auch wenn die Menschen sich gegenseitig oft ihre eigene Existenz (fast) unmöglich machen und viele vor Alltagssorgen keinen Sinn mehr erkennen können. Aber wahrscheinlich ist es eben so.
Vielleicht haben wir deshalb das Egoismus- und Gierigkeitsgen, um uns durchzusetzen.
(Und ist vielleicht auch bei manchen Menschen durch die entsprechenden Bedingungen so stark dominiert, wie es nie vorgesehen war. Vielleicht war es auch für Gott unvorstellbar, dass „seine" Menschen sich gegenseitig das Leben „zur Hölle"machen würden, er hat an so etwas nie gedacht, weil es ihm selbst nicht eigen war, denn er schuf uns ja nach seinem Ebenbild)
Es gefällt mir zwar gar nicht, aber es ist wohl wirklich so, dass der Stärkere überlebt und Menschen aussortiert werden.
Aber es gibt Hoffnung: es gibt doch sehr viele Menschen, in denen sich die „guten" Eigenschaften durchsetzen. Davon habe ich hier viele getroffen, und das tut gut.
Jedenfalls sollen wir wohl sein, wie wir sind und nicht all zu sehr nachdenken.
Wir würden wahrscheinlich etwas Schreckliches los treten oder Sachen erleben, die wir gar nicht erfassen und begreifen können, da sie uns nicht zustehen und nicht für uns gemacht sind.
Ob es einen Gott gibt oder nicht, wer weiß das schon. Jedenfalls ist es gut für den Menschen, ganz fest an einen glauben zu können, dann wird vieles leichter und besser ertragbar.
Auch wenn dadurch noch keine Probleme gelöst werden können, aber man lernt vielleicht, gelassener mit seinen Sorgen umzugehen.

30.03.2008 um 14:35 Uhr

Des Menschen Glaube

Stimmung: gut, nachdenklich
Musik: Für dich (Catterfeld)

Neulich habe ich geweint, denn ich sah eine Dokumentation über Menschen, die nach 70 Jahren atheistischer Sowjetmacht zaghaft versuchten, ihren alten Gauben wiederzufinden.
Behutsam und zögerlich strichen sie mit ihren Händen über die Wand eines Grabmahles eines für ihr Volk wichtigen Heiligen.
Ich kann sie verstehen.
Ich bin ja auch so „gelebt worden". Vieles was ich gelernt habe, erscheint mir auch heute noch logisch und richtig. Aber der Satz: "Es ist alles wissenschaftlich erklärbar", ist nur bedingt war.
Wenn Menschen glauben, sollte man ihnen ihre Sicht nicht nehmen.
Und wenn man nicht glaubt, sollte man seine Kinder so erziehen, dass man ihnen Wege offenhält, so dass sie später selbst entscheiden können, wie sie leben möchten und welche Weltanschauung für sie gut ist. Damit sie sich selbst erkennen können und einen Platz im Leben finden. Damit sie glücklich sein können.
Jeder Mensch hat das Recht, so zu leben, wie er denn mag.

30.03.2008 um 13:35 Uhr

Mein Großer Wagen

von: Haibara   Stichwörter: Nachthimmel, Sterne, Traum, Panik, Angst, Ruhe

Stimmung: gut, etwas erschöpft
Musik: Abendstern (Catterfeld)

Gestern Abend hatte ich es eilig, ins Bett zu kommen. Ich wollte unbedingt die fehlende Stunde „rausschlafen".
Es hat nicht funktioniert. Eine lange Zeit lag ich wach. Ich schaute in den Nachthimmel, denn den sehe ich genau über mir, da ich mein Bett so gestellt habe, dass ich ein schräges Dachfenster über mir habe. Ich schau so gern in die Sterne!
Allerdings war in letzter Zeit der Blick durch Wolken und Schnee doch arg getrübt.
Aber gestern waren die Sterne wieder zu sehen!
Er war wieder da! Genau in meinem Blickfeld: der Große Wagen! Seine „Sternenachsenpunkte" blinkerten mir zu. Je länger ich hinschaute, desto doller glitzerten sie. Es war, als wollten sie sich aus ihrem „Verbund" und vom Himmel lösen und zu mir herunterkommen. Ich lächelte und wurde ruhiger und ruhiger. Dann schlief ich ein.
Plötzlich wurde ich munter. Ich hatte Angst, mein Atem ging schnell. Ich hatte einen schlimmen Traum gehabt. Entsetzt schaute ich nach oben. Der Nachthimmel war schwarz: leer. Panik ergriff mich. Ich sprang auf, öffnete das Fenster und schaute mich um: da ... ein Stück weiter links von meinem Hausdach sah ich ihn :den Großen Wagen. Er war nur „weitergefahren". Wieder blinkte er mir zu, von weitem.
Beruhigt legte ich mich nun wieder in mein Bett und schlief tief und fest bis in diesen ersten Sommerzeitmorgen des Jahres 2008 hinein.

29.03.2008 um 10:28 Uhr

Eins, zwei, drei . . . ins faule Ei !!!!!!

Stimmung: gut gelaunt
Musik: Auf der Donau woll'n wir fahren (Kinderlied)

Wie man doch über sich selbst staunen kann!

Auf Grund meines Lebens als Kind, habe ich eine gewisse Scheu bzw. Abneigung gegen verordnete gemeinsame Spielstunden entwickelt. Sicher wird sich das auch nie wieder legen, aber ich habe gelernt, dass, wenn man auf der einen Seite sich überwinden kann, mal seine eigenen Vorurteile einfach ganz weit von sich schiebt, auf andere zugeht und sich auch mal auf was einlässt, man mitunter unglaubliche Erkenntnisse gewinnen kann, die wiederum für andere bestimmt selbstverständlich sind.

Ich habe in letzter Zeit mehrfach gespielt, in Gesellschaft, mit anderen Menschen!
Es war kein Zwang. Ich habe mich selbst entschieden. Ich hätte jederzeit aufhören und gehen können. Keiner hat geschimpft oder mich ausgelacht, weil ich nun mal nicht die schnellste und hellste bin.
Jeder in der Runde hat gespielt, wie er konnte und mag.
Der Sieg war nicht das Wichtigste. Es gab keinen Preis für den Ersten und keine Häme für den Letzten.
Nebenbei haben wir geredet.
Es hat gut getan.
Es hat Spaß gemacht.
Und ich habe mein Gehirn angestrengt und einiges dazu gelernt.

Früher habe ich solche „Spieleabende" mit meinen eigenen Kindern auch gemacht, wenn und solange sie Lust hatten. Auch das war schön. Ich glaube, ich hatte es fast vergessen. Es tut den Menschen gut, ohne Zweifel. Aber es sollte kein Zwang sein und sich daraus nicht ein ungesunder Wettbewerb entwickeln.

Sicher soll der Erste in einem Gesllschaftsspiel sich freuen. Auch solch ein Erfolgserlebnis tut der Seele gut, aber alles sollte im Rahmen bleiben (denn wenn z.B. das Geschwisterkind immer gewinnt, was in der Schule schon immer das Beste ist und den anderen wieder als Vorbild hingestellt wird und selbst ist man wieder mal der Depp und es wird quasi mit dem Finger auf einen gezeigt und alle rufen:zischaus, zischaus,...ich weiß nicht, ob das selbstbewußtseinsfördernd ist)

Aber „Spielen" ist ja noch so viel mehr:
Besonders Kinder brauchen das Spiel, um sich zu entwickeln.
Ich frage mich nun, wie und was „spielen" eigentlich Kinder heute?
Denn spielen ist so unheimlich wichtig. Kinder haben wohl von Anfang an gespielt, ihre Welt dadurch mit erkannt und begriffen. Sie haben sich so selbst in ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten geübt und diese verbessert.
Träumerisch denke ich an meine Kindheit:
Himmel und Hölle; Gummitwist; Räuber und Gendarm; Vater,Mutter,Kind (mit Buden und Höhlen bauen); Der Plumpsack geht um; Auf der Donau woll'n wir fahren, an Bächen kleine Dämme gebaut (auch mal rein geflogen) usw. usf.

Wird eigentlich so etwas noch gespielt?
Im Zeitalter von Werbung, PC und gestiegenen Gewaltverbrechen an Kindern ist sicher manches schwer zu bewerkstelligen.
Wenn ich allein daran denke, wie wir früher in der Natur spielten, einfach herrlich: ohne, dass die Eltern Angst haben mussten, dass uns jemand „etwas" tut; zwar ohne ergonomisch perfekt gestylten Spielplatz mit Mama am Rand, aber einfach dreckig und speckig in Wald und Wiese allein mit unserer Fantasie....und glücklich.

Wie dürfen das Spielen nie verlernen, egal, wie es auch immer in der jeweiligen Generation aussieht. Gewissen Traditionen und Bekanntes sollten wir weitergeben. Spielen ist dem Menschen ureigen und hilft ihm, sich zu erkennen und weiter zu entwickeln, ja, und auch glücklich zu sein.

28.03.2008 um 16:48 Uhr

Jede Pflanze hat ihre Eigenständigkeit

Stimmung: gut, aufgeräumt
Musik: My Man Is a Mean Man (St.Heinzmann)

Als ich heute meine Blumen gegossen habe, ist mir aufgefallen, dass jede Blume eigentlich eine kleine „Blumenpersönlichkeit" für sich ist. Gut, man kann sagen: hier stehen vier Alpenveilchen, da drüben 3 Osterkakteen, das sind doch bloß alles Pflanzen und noch von jeder Sorte gleich mehrere, also kann man sie einfach „durchgießen".
Aber ich habe gemerkt, dass jede Pflanze auch anders behandelt werden muss: die eine braucht etwas mehr Wasser, die andere muss mehr ins Licht gerückt werden, eine muss mal gedreht werden, sie möchte die Sonne sehen und so weiter.
Natürlich recken und strecken sie ihre Blätter, die auch mal abgewischt oder besprüht werden müssen. Dann wachsen die Wurzeln, sie brauchen größere Töpfe.
Und jede Pflanze ist anders .Jede braucht eben ganz individuelle Bedingungen.
Hier in meinem Haus kümmere ich mich und gebe auch jedem seinen Platz.
In der Natur kann es schon mal passieren, dass eine Pflanze die andere verdrängt oder überwuchert. Aber irgendwie schaffen sie es, alle zu wachsen, wo es ihnen recht ist und wo sie gedeihen können.
Sie lassen auch die anderen leben.
Die Pflanzen sind also auch irgendwie wie wir, die Menschen.
Auch jeder Mensch ist eine ganz eigenständige einmalige Person. Und als solche sollte man ihn auch achten und mit ihm leben. Menschen sollten nicht in Schubladen gesteckt oder abgewertet werden. Man sollte den Menschen zuhören, auch wenn einer mal andere Gedanken hat als ein anderer.

Das gefällt mir hier bei blogigo sehr gut. Man schreibt seine Freuden, Sorgen, Überlegungen von der Seele weg. Man ist erst mal erleichtert und auf einmal spürt man dann, dass es Menschen gibt, die einem zuhören. Und.... man liest über andere Schicksale, nimmt an ihnen teil, hört wiederum anderen zu und erlebt das "Menschsein". Das ist wunderbar und gibt einem Kraft, im hier und heute zu bleiben.

Ihr blogigo -Leser seid für mich auch wie Blumen, die mir zunicken und mich ermuntern. So kann ich mich recken und strecken und durchhalten. Danke!

Im Grunde genommen sind wir genau solche Lebewesen, wie Pflanzen und Tiere auch.

Könnte ich eine Pflanze sein, würde ich gern ein Grashalm auf einer Waldwiese sein. Ich würde mit meinen anderen Grashalmbrüdern und Schwestern sanft vom Sommerwind hin-und hergewiegt. Wieviele Tage ich leben würde, weiß ich nicht. Aber jeder wäre wohl schön, um mich herum würde es summen und brummen: Bienen, Käfer mich umfliegen und Blumen und Kräuter könnte ich sehen. Vögel würden oben in der Luft kreisen.

Würde ich nach einigen langen Hitzetagen ausgetrocknet sein, dann käme ein erfrischender Gewitter- oder Regenguss. Ich würde mich satttrinken und mich dann wieder glücklich hin-und herwiegen.

Würde ich den Herbst nicht erleben, sondern von einer großen Tierpfote zertreten oder einem Maul verschluckt, wäre es auch richtig, denn es wäre ein echtes Gräserschicksal der Natur.

Von einem Menschenfuß würde ich allerdings nicht gern zertreten werden. Einzig und allein einem Kind würde ich es gestatten, mich zu brechen, um mich für einen Kranz zu verwenden oder mich zwischen seine Daumen zu klemmen, um mit meiner Hilfe einen Pfiff ertönen zu lassen.

27.03.2008 um 08:33 Uhr

Vom Ursprung, Bleiben und Hinverschwinden der Menschen

Stimmung: nachdenklich, grüblerisch
Musik: Blue Shoes (Melua)

Ich hab heute Nacht lange über deinen Kommentar, liebe Nyir, nachgedacht.

Ja, vielleicht sollte ich in meinem Gehirn einen Schalter finden, um solche seltsamen Gedankengänge abzuschalten bzw. mich so um strukturieren, dass, wenn ich Berichte sehe oder lese, nur hinsehe und im nachhinein nicht anfange, zu denken und zu hinterfragen.

Ich wünsche mir, zu erfahren, was der Ursprung des Lebens, das Leben an sich und was nach dem Leben ist. Aber muss ich das denn überhaupt wissen?

Eigentlich nicht. Ich beneide jeden, der „vor sich hinkrebst" und glücklich (oder auch nicht) ist.

Vielleicht sollte ich mich darauf konzentrieren, zu grübeln, was ich zum Mittagessen koche oder wie ich meine Gardinen reinweiß bekomme. Und wenn ich letzteres geschafft habe, bin ich für den Rest der Woche glücklich und empfinde das als ein wunderbares Lebensereignis.
Ich wäre froh, wenn es so wäre, denn da wäre ich mit mir im Reinen.

Aber leider fällt mir das schwer.

Schon wieder purzelt alles, was ich in letzter Zeit sah und hörte, in mir durcheinander. Von Tag zu Tag erlebe ich auch, dass sich vieles, was ich lernte, als falsch erwies.

Wer weiß, was in der Menscheitsentwicklung und Geschichte wirklich passierte.

Soviel ich erfahren habe, fehlen ja auch 300 Jahre eines Zeitalters der Menschheit. Vielleicht hat Gott dort eingegriffen, weil der Mensch einfach zu schrecklich hantierte?

Es gibt jetzt auch nachweislich frühere Zivilisationen, in denen man die Erde schon als „Kugel" sah. Warum ging später das Wissen verloren bzw. wurde diese Tatsache vehement (u.a. von der Kirche!) abgestritten und die Erde zur Scheibe erklärt? Und wer weiß, was wirklich wahr ist?

Was wäre, wenn wir Menschen eigentlich auf einem anderen Planeten „erschaffen wurden" und wir uns dort genauso entwickelten, wie jetzt und hier auf der Erde, und diesen Planeten am Ende zerstörten und ihn für ein halbe Ewigkeit unbewohnbar machten. Und nur ein paar der damals Mächtigen und Reichen hatten sich inzwischen eine neue Heimat „hergerichtet": die Erde. Sie setzten sich rechtzeitig ab und so konnte das Drama von neuem beginnen (und vielleicht haben wir uns schon hier mehrmals zurück in die Steinzeit gebombt? Und haben immer wieder neu anfangen dürfen.) Jetzt stehen wir aber wieder an der Stelle der endgültigen Zerstörung und haben uns den Mars als Fluchtpunkt "ausgeguckt". Aber genau dieser könnte unsere ursprüngliche Heimat sein. Ich habe das Gefühl, wir sollten die Finger von ihm lassen. Wir sollten die Erde und uns in Ordnung bringen. Da haben wir genug zu tun. Auch könnten wir auf dem Mars auf Erkenntnisse stoßen, die wir besser nicht wissen wollen. Er ist nicht gut für uns!
Sollte uns das Marsgesicht nicht Warnung sein? Auch wenn man im Nachhinein meint, es wäre eine Laune der Natur, aber es muss auch nicht so sein. Und warum ist es plötzlich verschwunden? Hat es jemand zerstört? (Vielleicht haben ja auch nur die Marswinde die Huckel- und Buckel verweht.)
Was ist, wenn "man" schon etwas über die Menschheit weiß, dass man als „Kleiner" besser nicht weiß?
Aber wenn es die Mächtigen auf den Mars zieht, gibt es für sie vielleicht einen ganz besonderen Grund, den sie als lohnend empfinden?
Wer weiß, jedenfalls sollte ich wohl weniger Nachrichten lesen und mit dem Grübeln aufhören, ich bin nur ein Stäubchen im Weltall und werde bald vergehen. Wo wir herkommen, was unser Sinn ist und was danach kommt, werde ich nicht erfahren und das ist wohl auch besser so, denn wer weiß, ob ich die Wahrheit verkraften könnte.

26.03.2008 um 18:54 Uhr

Wo war Gott als es andere Götter gab?

von: Haibara   Stichwörter: Gott, Götter, Germanen, Natur, Bäume, Wodan, Thor, Engel

Stimmung: gut, grüblerisch, nachdenklich

Ich habe ja versucht, meine Religionsgrübeleien über Ostern ruhen zu lassen. Das ging ganz gut bis ich am Ostermontagabend den Fernseher einschaltete. Ich platzte in eine Sendung, in welcher gerade erläutert wurde, wie die Germanen christianisiert wurden, wie man sie ihre alten Götter abschwören ließ und besonders schlimm fand ich, dass ich gerade sah, dass man „heilige" Bäume fällte.
Mein erstes Gefühl war, dass es mir weh tat, dass es immer wieder in der Entwicklung der Menschheit passiert, dass Menschen, die einer bestimmten Religion angehören, nur ihren eigenen Glauben gelten lassen und den der Anderen einfach vernichten.

Was wäre gewesen, wenn jeder Glauben gleichberechtigt sich auf der Erde hätte entwickeln können?
Was wäre z.B. aus den Germanen geworden, wenn sie und ihre Nachfahren bis heute an Wodan und Thor glauben würden?

Wer gibt einem eigentlich das Recht, fest zu legen, wenn schon Götter oder ein Schöpfer, wer der Richtige ist?

Oder gab es bloß einen und in den verschiedenen Völkern und Epochen sah man ihn mit anderen Augen?

Gab es verschiedene Götter, die uns bzw. ihre eigenen Völker kreierten, eben doch eine „Spielwiese", ähnlich diesen Online-Rollenspielen heutzutage?

Wenn ich jetzt mal ganz von einer Gestalt als Gott weggehe und mich auf die Natur beziehe, dann erscheint mir das Verehren, Anbeten und Glauben logisch. Einen Baum achten, der die Kraft, das Wachstum und die Schönheit der Natur darstellt, erscheint mir gut und würdig. Ein wunderschönes Beispiel gibt es einem Roman von Barbara Wood, die eine Indianerin mit der Natur eins sein lässt, indem sie z.B. sich bei einem Baum bedankt, wenn sie eine Frucht von ihm nimmt oder ihn um Verzeihung bittet, wenn sie ein Blatt oder Ast nimmt. Das finde ich gut.

An „Mutter Natur" glaube ich auch.

Aber wenn all das um mich herum, einschließlich mir, wirklich nur der eine Gott, der Vater von Jesus geschaffen hat, dann stellen sich für mich plötzlich ganz neue Fragen: z.B.: was waren dann all die anderen Götter, z.B. die der Pharaonen oder die der Germanen? Was ist mit den uralten Glaubensrichtungen der Menschen? Warum wurden die auf einmal beseitigt?

Und wo kommt Gott her? Es heißt, die Engel wären noch vor Gott da gewesen. Und was war vorher?

Warum glauben Menschen an Götter...an etwas "Überirdisches"? War es früher nur Unwissen, spüren wir noch heute, dass es mehr gibt, zwischen Himmel und Erde als die Wissenschaft uns sagt oder gibt es in uns ein ganz tief verschüttetes Urwissen von der Exsitenz eines Schöpfers? Glauben wir an ihn, haben aber vergessen, wer er war und wie er ist? Oder spüren wir das alles, weil wir ein Teil vom Ganzen sind?

(An dieser Stelle passe ich. Über den freien Willen und die Kirche denke ich noch nach, meine liebe Nyir und danke für das tolle Gedicht, auch das regt mich sehr zum Nachdenken an. Und auch dir Shadowfax, vielen Dank für deine Kommentare, ich sehe vieles wie du)

26.03.2008 um 13:05 Uhr

Des Lebens kleine Glücksmomente

von: Haibara   Stichwörter: Winter, Kälte, Wohnung, Wärme, zu, Hause, Geborgenheit

Stimmung: gut, erholt, aufgewärmt
Musik: New Soul (Naim)

Soeben bin ich heimgekommen.

Draußen herrscht immer noch der Winter. Obwohl meine Hände in Handschuhen steckten, waren sie fast steif gefroren. In der Nase hatte sich der Frost verbissen und in den Beinen krabbelten kleine Kälteteufel in mir hoch. Ich fror und war erschöpft.

Vor meiner Haustür hielt ich an und wühlte wie immer nach meinem Schlüssel, der garantiert ganz unten in der Tasche lag.Natürlich war es so! Als ich ihn dann endlich hatte, sperrte ich die Tür auf, kam zunächst in meinen Flur und dann endlich in meine Wohnung:

Wärme, Gemütlichkeit und ein fröhliches "Hallo" empfingen mich: mein zu Hause!

Sofort fühlte ich mich geborgen!

Die kalte Winterlast verschwand im Nu.

Alles war gut und richtig.

"Es ist eben wirklich nirgends so schön wie zu Hause", flüsterte ich den Spruch, den ich in einem Märchen gelesen hatte.

Jeder Mensch möge ein zu Hause haben, denn er braucht es!

 

 

25.03.2008 um 07:46 Uhr

Liebe ist ein großes Wort

von: Haibara   Stichwörter: Liebe, Menschheit, Partner, Geschwister, Kinder, Ehe

Stimmung: gut, aufgeräumt

Liebe ist ein großes Wort.

Was wäre die Menschheit ohne Liebe?
Wieviel besser wäre die Menschheit bis heute geworden, wenn sie sich mehr nach der Liebe gerichtet hätte!

Es gibt verschiedene "Arten" der Liebe, z.B. die zwischen Mutter und Kind oder die zwischen Geschwistern und natürlich den zwischen Partnern. Man kann Liebe auch zu Freunden empfinden. (Aber was ist dann wieder Freundschaft und wo beginnt Liebe, kann es sich überschneiden?)

Was wäre, wenn in vergangenen Zeitaltern, die großen Herrscherhäuser nicht aus Expansionsgründen oder Standesdünkel untereinander geheiratet hätten, sondern aus Liebe?
Was wäre, wenn Frauen nicht aus Not hätten heiraten müssen, sondern aus Liebe?
Was wäre, wenn man Ehe gleich Liebe setzen könnte?
Was wäre, wenn die Menschheit die Ehe absetzen und eine Form des Zusammenlebens finden würde, die nur durch die Liebe der Partner geprägt würde?
Was wäre, wenn Menschen ihre Liebe vor die Karriere setzen würden?

Wäre es nicht schön, wenn wir in einer Welt leben würden, in der jeder frei entscheiden kann, zu lieben und zu leben, wie er es wünscht, wenn man sein Leben, mit denen, die man liebt in Einklang bringen kann und in der Gesellschaft die Liebe einen entscheidenden Stellenwert besitzen würde?

Was wäre, wenn nicht all die gesellschaftlichen Zwänge die Liebe sehr oft zudecken würden, sondern man seine Liebe zeigen oder auch „sagen" kann. Es gibt die drei großen magischen Worte. Wann sagen wir sie wirklich denen, die wir lieben? (Mal zu Nyir schiel, danke für die vielen Gedankenanregungen)
Spüren wir im Innern, dass dieses Gefühl „Liebe" so unglaublich ist, dass wir uns oft nicht trauen, es auszusprechen oder reichen einfach unsere Worte für eine wahre Liebe nicht aus?

Natürlich gibt es auch viele Menschen, die in Liebe zueinander stehen. Das hat uns auch geprägt und ist auch richtig und wahr. Liebe ist etwas Wunderbares und wer sie erfahren darf, hat wirklich einen „Glücksbonus" im Leben erwischt.

Egal, was auch immer es ist, denn ja, es gibt gute und auch böse Zeiten, aber ich liebe meine Familie und sie liebt mich, das spüre und weiß ich und das gibt mir Halt in dieser Welt.

24.03.2008 um 17:31 Uhr

Wenn Angst die Sonnenwäme vertreibt

von: Haibara   Stichwörter: Sonne, Ruhe, Frieden, Morgen, Angst, Unruhe, Dunkel

Stimmung: melancholisch, düster, unruhig
Musik: Stille

Gestern war ein sehr schöner Tag, ganz in Familie und ganz in Ruhe.
Ich glaube, wir haben alle aufgetankt.

Heute früh machte ich einen Morgenspaziergang, ganz allein. Die Sonne schien, der Schnee glitzerte. Es war wunderschön. Ich atmete tief durch und empfand einen tiefen Moment der Einheit mit der Natur.

Nach der Hektik, der schnellen Zeit der letzten Wochen, war es eine wunderbare Pause im Leben.

Dann nahm ich meine täglichen Aufgaben wieder in Angriff. Alles ging seinen Gang.

Aber je höher die Sonne stieg und desto mehr ich in den Ostermontag hineinlebte, desto unruhiger wurde ich.
Irgendeine Angst beschleicht mich.
Ich weiß nicht warum.
Dunkles scheint auf mich oder uns, die Welt, die Menschen, zu zu kommen.
Ich fühle böse Zeiten.
Vielleicht bilde ich mir einiges ein, weil man Schlimmes gelesen und gehört hat, was man uns wieder aufbürden will.
Aber ich denke, es ist mehr.
Ich habe wieder Angst.
Aber wovor?
...vielleicht ist es auch nur, dass meine Kraft nicht mehr reicht....ich weiß nicht...es ist alles so merkwürdig...aber, man muss sich ja zusammenreißen, es muss weitergehen, denn Kinder und Mann kann man doch nicht einfach im Stich lassen, irgendwie muss man halt durch.

Ich hoffe, dass ich mich irre und dass alles für alle gut wird...

 

23.03.2008 um 11:53 Uhr

Ich wünsche euch frohe Ostern

von: Haibara   Stichwörter: Ostern, Ruhe, Frieden

Stimmung: gut, besinnlich
Musik: Here I Am (Brian Adams)

Ich wünsche euch allen ein schönes Osterfest.

Auch wenn im Moment unser kleiner Ort im Schnee zu versinken scheint, habe ich tatsächlich kein Winter-oder Weihnachtsgefühl. Es ist eher "locker" in mir. Ich fühle, dass es bald schöner wird. Der Frühling kommt bald, ganz bestimmt.

Ich würde mich freuen, wenn nach all dem vorangegangenem Stress, insbesondere dem Einkaufswahnsinn, dem vielen Kochen, Backen und Saubermachen, jeder ein paar Stunden in Ruhe und Frieden mit Familie und Freunden verbringen kann, ein Tässchen Kaffee genießt und so mal zwischen durch Schokaledeneier und "Echte - bunt Gefärbte" naschen kann.

Auch ein Gläschen "Osterwasser" ist nicht zu verachten. Aber wie war das? Da gab es doch einen Osterbrauch zu echtem Osterwasser. Ich weiß aber nur noch, dass die Mädchen ganz früh morgens schweigend Quellwasser holen mussten. Aber warum? Das ist mir leider entfallen.

Ostern ist für viele ja auch ein heiliges Fest. All diesen Menschen wünsche ich von Herzen, dass sie es so begehen können, wie sie es sich von ihrer Seele und ihrem Glauben her wünschen.

Meine persönlichen Religionsgrübelein lasse ich aus Respekt Jesus gegenüber während der Ostertage ruhen.   

Für mich persönlich allerdings hat Ostern eine ganz starke Assoziation in Bezug auf Kinder.Für diese finde ich dieses Fest einfach wunderbar, fröhlich, lustig und perfekt.

Und das macht Ostern für mich zu etwas sehr Schönem. 

 

 

 

22.03.2008 um 22:16 Uhr

Danke für mehr als 3000mal!!!!!!

Stimmung: sehr dankbar

Oh, ich habe gerade gesehen, dass ihr schon mehr als 3000 mal mein Weblog besucht habt!
Vielen Dank an euch meine Leser, für euer Interesse an meinen Gedanken und Vorstellungen.
Danke auch für eure hilfreichen und herzlichen Kommentare.
Als ich im August letzten Jahres mein Weblog eröffnete, war ich eigentlich sehr zögerlich, hatte aber den Wunsch, alles was mich so sehr beschäftigt, hier aufzuschreiben und der Öffentlichkeit mit zuteilen, weil ich hoffte, hier vielleicht auf Menschen zu treffen, mit denen ich diskutieren kann bzw. die mich verstehen oder meinen Gedankengängen folgen können.
Nach den ersten Beiträgen schon war mir klar, das ich richtig gehandelt hatte. Ich habe durch „Blogigo" euch „getroffen". Ihr seid einfach wunderbar, denn ihr akzeptiert mich so, wie ich bin, „hört" mir zu, gebt mir Tipps und Ratschläge.
Ihr alle habt mir viel Mut und Kraft gegeben. Das Leben, was ich suche, erkenne ich, dank euch, jetzt schon öfter. Danke!
Ich glaube jetzt auch, dass es doch viele Menschen gibt, die die Welt erhalten wollen und dass es noch Hoffnung für uns alle gibt.
Nochmals vielen Dank und ich werde weiter bloggen. Es macht mir großen Spaß.
Großen Spaß bereitet mir auch das Lesen in anderen Blogs. Es tut mir gut, eure Gedanken kennen zu lernen. Des Menschen Vorstellungen können so verschieden sein. Aber es gibt auch gleiche Ansichten. Der Mensch ist schon etwas ganz Besonderes!
Ich habe Vertrauen zu euch und bin stolz, dass ihr mich in eure „Blogigo-Runde" so vorbehaltlos aufgenommen habt,
eure dankbare Haibara

22.03.2008 um 18:24 Uhr

Ein kleiner klarer Bach

von: Haibara   Stichwörter: Umwelt, Natur, Heilung, Mensch

Stimmung: gut

Als ich heute mittag heim ging, ging ich wie immer meine Abkürzung an einem kleinen Bach entlang.
Die Sonne schien und ließ das Wasser glitzern. Lustig hüpfte das Wasser über die Steine in seinem Bachbett. Das Wasser war klar und rein. Ich sah jedes kleinste Kieselsteinchen auf dem Grund. Ich sah kleine und größere Pflänzchen. Ich sah den Grund des Baches!
Ich blieb stehen, stellte meine Tasche ab und musste unwillkürlich zurückdenken:
Vor 20 Jahren war dieser Bach sehr krank. Jeden Tag der Woche sah er anders aus: rot, blau, grün oder auch sehr schmutzig grau. An seinem Weg standen Fabriken, zum Beispiel eine Färberei. Abwässer wurden pur eingeleitet. An den Bachrändern war es kahl: keine Gräser, Büsche und Bäume. Viele Menschen, insbesondere Kinder waren krank, z.B.: hautkrank oder sie litten extrem an Atembeschwerden.
Dann änderte sich die Gesellschaft. Die Färberei wurde geschlossen. Andere Betriebe auch, bzw. es wurden Auflagen erteilt, viele Betriebe wurden modernisiert. Der Mensch begann umweltbewusster zu handeln.
20 Jahre hat die Natur gebraucht, um diesen kleinen Bachlauf zu heilen.
Hier hat die Erde sich erholt. Sie erobert das zurück, was der Mensch ihr genommen oder angetan hat.
Eigentlich braucht sie uns nicht.
Sie schafft es schon, wir müssen sie nur in Ruhe lassen, sie respektieren und mit ihr leben und nicht von ihr.

22.03.2008 um 00:16 Uhr

Was meine Füße mögen

von: Haibara   Stichwörter: Wanderung, Wald, Wohltat, Wärme, Asphalt, Kälte

Stimmung: k.o.,müde, zufrieden
Musik: keine

Ich bin heute gewandert.

Ich habe gefühlt, wie meine Füße den Waldboden genossen: Der Boden war weich, mit Laub und gefallenen Tannenandeln bedeckt. Meine Füße streckten sich wohlig, sie genossen wärmenden Boden. Sie federten und trugen mich leicht und schnell vorwärts.

Dann betraten sie Asphalt. Das gefiel ihnen nicht. Sie wurden kalt. Sie spürten Härte. Ich fror.

Plötzlich erschraken sie: ich war in ein Schlammloch getreten. Es war kalt und feucht. Aber es war die Natur: Erde und also auch wieder gut für sie. Ich spürte es genau.

Meine Füße erinnern sich jetzt noch an den Waldboden, der war am schönsten.

Aber jetzt sind sie müde und tippeln mit mir ins Bett.

Ob ich vom Wald träume?

21.03.2008 um 09:08 Uhr

Gedanken über Jesus, Maria und Gott

von: Haibara   Stichwörter: Religion, Kirche, Jesus, Maria, Gott, Menschen

Stimmung: gut, müde
Musik: Lothlorien (Enya)

Ich bin nicht gläubig.

Ich bezweifle auch langsam stark, dass ich mich noch in diese Richtung wenden kann. Vieles ist mir einfach zu suspekt, z.B. mag ich die Kirche als Institution nicht. Diese missbraucht meiner Meinung nach die Sehnsucht der Menschen nach einem Halt, den viele in ihrer Religion finden.

Ich bewundere Menschen, die wirklich und ehrlich an einen Gott glauben können.

Sie haben meinen Respekt.

Aber ob Gott oder irgendein Schöpfer existiert, wer weiß dass schon. 

Ich bezweifle das schon aus dem Grund, weil ich einfach nicht fassen kann, dass ein Gott, der so gut sein soll, die Menschen oft in großem Elend leben lässt, bzw. so viel Böses zulässt.

Gott in der Natur könnte ich mir vorstellen und akzeptieren. Aber in uns Menschen? Dann wäre Gott unvollkommen und oft sehr böse!

Dass es allerdings Jesus gab, leugne ich nicht. Er muss ein wunderbarer Mensch gewesen sein. Ich hätte mich gern einmal mit ihm unterhalten.

Und ob sein Vater Gott war, wer weiß das schon?

Das weiß wohl nur Maria und die können wir nicht mehr fragen.

Vaterschaftstests waren wohl damals auch nicht gerade in Mode. 

Ob sie die Wahrheit gesagt oder eine Ausrede gebraucht hat, wer weiß das schon.Ich will ihr nicht zu nahe treten. Aber manchmal zwingt das Leben einem zu merkwürdigen Aussagen und Handlungen. 

Aber egal, wie auch immer. Ich mag Jesus' Mutter sehr, denn ich habe das Gefühl, dass sie eine wirkliche Mutter war. Sie hat ihr Kind geliebt und gespürt. Ihr fühle ich mich sehr verbunden und sehr nah.

Aber:

Am Karfreitag ist Jesus gestorben.

Er ist für uns alle gestorben, heißt es.

Am Ostersonntag wäre er wieder auferstanden, heißt es.

Aber wo ist er hin? Was ist aus ihm geworden?

Kann er uns sehen, was wir hier so treiben?

Und wenn, ob er manchmal denkt:"Für diese Leute bin ich nun gestorben", und sein Opfer dann bereut?  

19.03.2008 um 09:05 Uhr

Ostereier als Therapie

von: Haibara   Stichwörter: Ostereier, Therapie, Frieden, Leben, Glück

Stimmung: etwas traurig
Musik: Tempus Vernum (Enya)

Gestern habe ich mit ein paar netten Damen Ostereier angemalt. Ich habe nur ein einziges Ei "bepinselt". Das war schön! Ich hab ganz langsam  und lange grundiert, dann Strichlein für Strichlein gesetzt, Pünktlein getupft. Nebenbei haben wir nett geplaudert. Ich war ganz weit weg aus dieser Welt. Es war so friedlich und ruhig um mich herum.

Es war wie eine Therapie, dachte ich auf dem Heimweg, wie man so modern heute immer und überall Therapien für irgendwas anbietet. Dabei sucht der Mensch nur ein bisschen Glück in seinem Leben.Für mich war es das Anmalen eines Ostereis. Für einen anderen mag es etwas anderes sein.

Ich, jedenfalls, hatte ein Zipfelchen vomLeben gespürt. Meine derzeitige Erschöpfung und Müdigkeit, mein Unwohlsein und Unbehagen waren plötzlich vergessen.

Und als ich so vor mich hinging und mich innerlich still freute, passierte tatsächlich noch ein Miniwunder:  trotz der Kälte und des Schnees summte eine Biene an mir vorbei! Der Frühling und die Wärme kommen, da kann der alte Winter machen, was er will!

Es war ein sehr schöner Nachmittag, gestern.

(Nachtrag: Als ich gut gelaunt an meiner Haustür ankam, nahm ich einen großen DINA4 Umschlag aus dem Briefkasten.Eine Bewerbungsmappe war zurückgekommen.Eine Absage! Wieder mal! Da war sie wieder: die menschenverachtende von Menschen gemachte Welt.)


 

 

 

 

 

17.03.2008 um 09:30 Uhr

Ich pack das nicht!!!!!!!!!!

Stimmung: erschöpft
Musik: Caldonia (Diestelmann)


Ich pack' das nicht!

Die Zeit ist mein Feind: ich komme nicht mit ihr klar! Immer bin ich zu langsam, immer läuft sie mir davon. Schrecklich!

Nein, Termine halte ich schon ein. Ich kann auch meinen Tag organisieren.

Aber alle sind schneller als ich:

Sei es beim Einkaufen an sich oder die Sachen auf das Laufband an der Kasse zu legen oder wieder weg nehmen. Ich bin zu langsam!

Geld aus der Geldbörse vorzählen...

Schreibarbeiten erledigen...

Irgendwelche Treppen trauf- und runtergehen. Alle hasten an mir vorbei!

Taschen ein-und auspacken. Ich halte die Leute auf. Ich bin zu langsam.

Geb' ich mir ganz viel Mühe, geht es schnell, aber dann geht alles schief: Mir fällt alles runter, ich falle Treppen hoch und runter, schneide mich, werde nervös, streite mich mit meinem Mann über Lappalien, möchte nur noch heulen, mich an Ort und Stelle unten hinlegen und nur noch Ruhe haben wollen und keinen Stress....alleinsein, nichts machen, einfach daliegen oder sitzen....Stille, Ruhe....

Was ist das nur ? Warum bin ich so „außenseitermäßg"?

Alle anderen sind doch immer schnell und hastig. Sie „jagen" durchs Leben und machen sich gegenseitig noch „an".Einer treibt den anderen. Es scheint ihnen zu gefallen.

Sie sagen:"Schnell. Schnell. Wir müssen das noch tun, dies noch erledigen, schnell. Schnell..."

Man möchte sich noch beim Schlafen beeilen.

Ich aber kann das alles nicht. Mir nimmt es die Luft.

Ich gehöre wohl echt nicht hierher.

Die Welt tut mir weh, die Zeit quält mich.

Ich kann da nicht mithalten, nicht verstehen und fühlen, leider...

16.03.2008 um 18:25 Uhr

Von Spinnen und mir

von: Haibara   Stichwörter: Spinnen, Mensch, Tiere, Verständnis, Ordnung, Angst, Ekel

Stimmung: nachdenklich
Musik: 6-Spider's Web (Melua)

Da stand ich heute morgen nun und schimpfte vor mich hin.
Hinter meinem Schränkchen waren doch ganz viele Spinnweben, frisch gesponnen! Mein menschlicher Ordnungssinn und meine Abneigung gegen Spinnen siegten wieder einmal!
Aber jetzt überlegte ich: Wer bin ich eigentlich? Ein Mensch! Ich mag halt keine Spinnweben.
Aber was „denkt" die Spinne. Sie arbeitet fleißig, macht richtige Kunstwerke, schafft sich ein Heim und fängt damit auch noch ihre Nahrung.
Was maße ich mir eigentlich an? Ich finde meine Welt für mich ohne ihre Werke besser. Aber habe ich das Recht, dieses Tier zu verachten und aus zuschimpfen? Zumal sie dem Menschen Gutes tut: sie fängt Fliegen!
Können Menschen und Tiere sich eigentlich verstehen und zusammen leben?
Ich glaube, das geht nur bedingt, leider.

Vorgeschichte - gestern Abend:
Ich sitze in meinem Sessel und auf einmal krabbelt eine ziemlich große Spinne quer durch unsere Stube. Erschrocken will ich in erster Regung aufstehen und sie verjagen. Ich mag Spinnen ganz und gar nicht. Aber ich beherrsche mich. Auch sie hat das Recht zu leben. Außerdem tut sie mir ja nichts. Sie bleibt mitten auf dem Teppich ganz ruhig hocken. Ob sie mich beobachtet? Vielleicht hat sie ja genauso Angst vor mir, wie ich vor ihr? Mühsam drehe ich mich weg, will normal sein, obwohl sich mir die Härchen auf den Armen aufrichten und ich schon das Tier an mir hochwuseln spür. Vorsichtig drehe ich mich wieder zu ihr um. Da ist sie schon weg. Verschwunden...irgendwo in meines Hauses Ritzen hineingekrabbelt oder hinter Paneelen, für mich nicht sichtbar, verborgen.

Während ich dann erleichtert zu Bett ging, hat sie wohl die ganze Nacht gearbeitet.

Heute Abend:
Ich habe nachgedacht und verstehe sie. Aber trotzdem würde ich ihr gern sagen, dass sie ihr Haus außerhalb meiner Wohnung bauen soll. Dann zerstöre ich es auch nicht. Ganz bestimmt!
Aber wir können uns nicht verstehen, leider.

Auch bleibt aus unerklärlichen Gründen eine unbestimmte Angst und Ekel vor ihr und ihren Verwandten und Freunden zurück.

Ich gebe mir immer Mühe, wenn eine von ihnen auftaucht, sie nicht zu töten. Ich habe aber immer ein großes Glas mit Deckel bereitstehen, um sie aus meinem Haus hinaus zuschaffen.

Warum eigentlich?

Wäre es andersrum, ob sie mich auch verjagen würden?

15.03.2008 um 10:04 Uhr

Soeben gelesen...wie wahr!

von: Haibara   Stichwörter: Hölderlin, Mensch, Wunder, Reinheit, Klarheit, Baby, Ende

Stimmung: grüblerisch
Musik: Mystic Dreams (Various Artists)

Soeben habe ich diesen wunderschönen Spruch gelesen:

"Es kann nichts wachsen und so
tief vergehen, wie der Mensch."


Johann Christian Friedrich Hölderlin (1770 - 1843)

 

Ich empfinde diese Aussage als wahre Erkenntnis.

Ich würde noch hinzufügen:

Wenn der Mensch geboren wird, ist er fast noch rein und klar,

(nicht mehr ganz, denn schon im Mutterleib nimmt er Kontakt auf).

Sofort beginnen die anderen Menschen ihn zu beeinflussen. Ja, er muss versorgt werden, denn er soll überleben.

Ein paar Jahre lang kann der kleine Mensch, das Wunder "Kind" seine Unbefangenheit und sein grenzenloses Vertrauen in Umwelt, Mitmenschen und -tiere erhalten.Das Kind kann staunen, sehen und fühlen: es kann die Welt erahnen und erkennen. Es ist nicht vorbelastet und voreingenommen.

Dann aber wird es zivilisiert, in Schubladen gesteckt, lernt, was richtig und falsch ist nach von Menschen gemachten Regeln.

Es häuft Wissen an, gliedert sich ein.

Fantasie, Kreativität und Staunen werden in Grenzen gepackt.

Das Kind wird geformt und so verlieren viele Menschen sich selbst.

Wenn die Menschen am Ende sich selbst so weit von ihrem Ursprung entfernt haben, werden sie vergehen.

 

14.03.2008 um 09:52 Uhr

Eine kleine Verbeugung vor der Erde

von: Haibara   Stichwörter: Erde, Natur, Schönheit, Mensch

Stimmung: gut , träumerisch
Musik: The Mountains of Dark Over (Various Artists)

Liebe Erde,

ich muss mich vor dir verbeugen.

Du als "Weltkugel" an sich bist wunderschön. Eigentlich bist du nicht nur das zuhause aller Lebewesen sondern auch unsere Mutter, die "Mutter Erde".

Du birgst so viele Wunder.

Du schillerst mit Farben, glitzernden Wassern und unendlicher Lebensvielfalt.

Staunend und mit viel Respekt sollte man dich betrachten, behandeln und betreten.

Gemeinsam mit dir sollten wir deine Gaben nutzen, die du doch so großzügig mit uns teilst.

Nein, du bist nicht die Hölle. Aber ich glaube, der Mensch ist dazu in der Lage, dich in in eine solche zu verwandeln, wenn er es denn nicht schon fast geschafft hast.

Er will dich nicht sehen. Er benutzt dich.

Aber viele Menschen haben ihre Erdenblindheit endlich überwunden. Sie möchten dich erhalten. Gemeisam wollen wir dich heilen.

Aber schon wird wieder im Namen deiner Erhaltung Schindluder getrieben. Es werden Gesetze erlassen, die am Ende nicht dir helfen sondern den Geldbeuteln der Gesetzgeber.

Du arme Erde wirst oft missbraucht! Sie quälen dich!

Du wehrst dich mit deinen Möglichkeiten. Zeigst uns dramatisch, wie krank du schon bist.

Ich hoffe, dass wir es packen, dich zu heilen und dass du uns erhalten bleibst.

Stirbst du, sterben wir auch.

Dir und allen deinen Lebewesen und Landschaften

ein schönes Wochenende,

wünscht dir Haibara