Auf der Suche nach dem Leben

13.10.2008 um 17:18 Uhr

400?...oder habe ich mich verhört?

Stimmung: sehr nachdenklich

Soeben hörte ich in den Nachrichten, dass unsere Bundesregierung ein Hilfspaket für die armen Banker beschlossen hat. Es umfasst 400 Milliarden Euro...oder habe ich mich verhört?

Nun ja, was dieses Banken-Finanztheater wirklich bedeutet, kann ich nicht abschätzen. Ich bin nur ein einfacher „kleiner" Mensch, der versucht, seine Existenz zu bewerkstelligen und ab und zu einen Zipfel des wirklichen LEBENS erhaschen kann.

Ich kann mir zwar vorstellen, dass dieser Crash negative Auswirkungen auf sehr viele Regionen, Länder und Lebensbereiche hat, aber was es wirklich bedeutet, kann ich nicht erfassen.

Ein gutes Gefühl habe ich jedenfalls nicht, wenn ich mich mit dieser Sache beschäftige. Es scheint der Welt nicht gut zu tun.

Aber es ist nicht so, dass ich in Panik verfalle oder entsetzt bin. Es ist vielmehr so, als wäre die Sache eine Bestätigung all meiner Gedanken über den Menschen:

Er ist eben so: gierig, machtbesessen und egoistisch bis zum bitteren Ende.

Einer der Herren Banker äußerte sich im TV so:

„Wir haben uns alle bedient. Jetzt bekommen wir die Quittung".

Nur ist es so, dass sich im Weltmaßstab gesehen nur die Minderheit der Menschheit auf Kosten der Mehrheit bedient hat. Und dieses Phänomen hat mich ja schon immer gequält. Aber ich weiß jetzt, dass es kein Wunder ist. Der Mensch hat sich seine Welt so eingerichtet, weil er seine negativen Eigenschaften forciert hat und sie auslebt.

Leider haben die Vertreter der Menscheit, die dies besonders gut können, auch das Sagen auf der Erde.

Die anderen kommen irgendwie nicht dagegen an. Leider!

Es wird immer "getreten", von oben nach unten, bis es den letzten am meisten trifft.

Der Mensch hat die Welt sich so eingerichtet.

Die ursprüngliche, wirkliche Welt hat er nie erkannt oder wollte sie nicht so haben. Aber vielleicht ist sie auch nicht für unsere Spezies gedacht. Wir sind eh nur Gäste auf unserem Planeten.

Die momentane Situation ist also typisch für den Menschen. Sie ist leider allzu "menschlich".

Nun habe ich mir ja vorgenommen, immer positives und negatives zu sehen.

So habe ich mir Gedanken über die eben erhaltene Nachricht und die angebotenen 400 Milliarden Euro gemacht.

Also:

Positiv:

Die Bundesregierung kann tatsächlich sehr schnell arbeiten und beschließen, was ich nicht für möglich hielt.

Die Bundesregierung hat also viel Geld, was man ja immer bestritten hat, damit man dem Volk vieles nehmen konnte.

Negativ:

Warum hat man die 400 Milliarden nicht längst für das eigene Volk eingesetzt?

Dann gäbe es nämlich keine Agenda, kein HartzIV und kein „Rentengenerationsproblem" bzw. könnte "es" in Ruhe und ohne Zeitnot lösen.

Warum benötigt man ewig dauernde Diskussionen bei Problemen der eigenen Bevölkerung, wie z.B. die Mindestlohnsache?

Warum hat man eine Gesundheitsreform begonnen, die z.B. die Menschen kränker und ärmer macht oder Ärzte und medizinisches Personal überlastet?

Warum hat man die Arbeitslosigkeit nicht bekämpft, indem man solche Gelder benutzt hat, um den Menschen zu helfen? (Ich meine, das Geld den Arbeitslosen geben bzw. ihnen als Lohn zu zahlen oder Betriebe zu gründen und nicht über Umwege wieder den Unternehmern in die Tasche zu stecken!)

Warum hat man die große, für Krankenhäuser benötigte Summe, nicht erst vorige Woche von diesem Geld genommen, sondern zwingt 45 Millionen Bürgern einen höheren Krankenkassenbeitrag auf?

Warum senkt man nicht Energie-,Benzin- und Strompreise?

Warum frage ich eigentlich noch?

Weil wir,  das Volk eines ganzen Landes, die Regierung gewählt haben und offiziell in einer Demokratie leben.

Weil diese Regierung verantwortungsbewusst mit den vom Volk geschaffenen Werten und Geldern umgehen sollte!

Weil zu den Bürgern, deren Anlagen Frau Merkel absichern möchte, auch Bürger gehören, die keine Anlagen mehr haben, da sie die ihren, vor Jahren schon für essen und trinken ausgeben mussten, da die Regierung ihnen all ihre erarbeiteten Ansprüche und somit ihre Gelder stahl und gleichzeitig durch die Politik ihrer eigenen Regierungsarbeit notwendig gewordene Unterstützungen strich.

Weil sie uns erzählte, das Land habe kein Geld mehr.

Weil ich mir aber auch nicht mehr sicher bin, ob wir alle noch "Bürger" sind, oder ob "Bürger" in Frau Merkels Augen, Ohren und ihrem Herzen nur noch wohlhabende mächtige Menschen mit gefüllten Bankkonten sind und die anderen Bewohner des Landes zu Sklaven degenerieren. Denn dieser Eindruck verstärkt sich mir von Tag zu Tag mehr innerhalb unserer realen Arbeitswelt.

Als ich heute früh meinen Spruch des Tages las, hatte ich sofort Deutschland vor Augen, auch wenn ich etwas später erkannte, dass ursprünglich von den USA in der Vergangenheit die Rede war.

Fatal ist, dass dieser Spruch noch sehr aktuell ist: für die USA, für Deutschland und noch viele andere Länder. Ich hoffe aber sehr, dass dieser Spruch nicht schon die ganze Welt einschließt:

"Ich zittere um mein Land, wenn ich daran denke, daß Gott gerecht urteilen wird."
Thomas Jefferson
(1743 - 1826), US-amerikanischer Jurist, Gutsbesitzer und 3. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika

06.10.2008 um 00:06 Uhr

Was ist "Gut", was ist "Böse" im Menschen

von: Haibara   Stichwörter: Gut, Böse, Mensch, Sinn, Leben, Existenz

Stimmung: gut , nachdenklich

Was ist „Gut" und was ist „Böse"?

Was ist ein „Mensch" überhaupt für ein Wesen?

Wozu ist er da und warum ist er überhaupt entstanden?

Warum bestehen wir aus Fleisch und Blut?

Was macht uns zu dem, was wir sind?

Welchen Sinn hat unsere Existenz?

Fragen, die ich mir immer wieder stelle und ich mich irgendwo im Kreise drehe und ich manchmal müde bin und alles um mich herumschwirrt.

Und eigentlich wollte ich nicht mehr grübeln, denken und etwas zu diesen Gedanken sagen.

Aber manchmal muss einfach etwas raus aus mir und ich muss es aufschreiben.

So, wie neulich, zum 3. Oktober. Dann erlebe ich live Beispiele des echten Lebens, die meine Gedanken untermauern.

Ich bin mir jetzt ganz sicher, dass es viele Menschen gab und gibt, die davon träumen, dass es eine Welt gibt, wo es allen Menschen gut geht.

Aber die Menschheit als "Spezies" an sich, ist in ihrer jetzigen Lebensform noch nicht soweit, dass sie das schafft. Sie hat es noch nie geschafft und ob sie sich weiterentwickelt, eine enorme Evolution hinlegt, um das zu ermöglichen, bezweifle ich sehr stark.

Langsam akzeptiere ich auch die Möglichkeit, dass wir so sind, wie wir sind, warum auch immer. Vielleicht ist unsere Existenz genauso geplant. Die Träumer sind die Außenseiter oder die „Fehler" in der Erschaffung.

Die Benachteiligung vieler Menschen ist das Rechte, das Normale in uns, das, was wir hinnehmen. Das Beispiel der 45 Millionen Menschen, die nun eine sehr hohe Krankenversicherung in Deutschland bezahlen müssen, passt wie die Faust aufs Auge. Sicher wird gemurrt, aber es wird anstandslos gezahlt. 45 Millionen lassen sich von der mächtigen Minderheit unterdrücken. Das ist eben menschlich!

Vielleicht ist es aber auch so, wie in den Religionen angezeigt, dass es uns allen erst in einer anderen Existenz gut gehen kann, eben dann, wenn wir unseren Körper abgelegt haben: wenn wir nur noch Energiewesen sind. Denn dann brauchen wir weder etwas zum Essen, noch etwas zum Trinken, noch eine Bekleidung oder eine Wohnung. Vielleicht ist es dass, was wir nach dem „Tod" können und „erleben" werden.

Sicher hat sich in dieser Welt auch schon viel geändert, weil sich so mancher einsetzt und engagiert arbeitet und wirkt. Aber sobald man eine bestimmte Stufe erreicht hat, beugt man sich der Macht und vergisst, dass es weiter unten Menschen gibt, denen die Existenz kaum noch möglich ist.

Ich wurde nach Vorschlägen gefragt. Darüber habe ich schon oft geschrieben, gesprochen und diskutiert. Ich bin z.B. für eine Grundsicherung, die nicht meine Idee ist und sogar in größerem Rahmen publik gemacht wird. Aber ich trete für sie ein. Vielleicht gibt es andere Möglichkeiten, die ich jetzt nicht sehe.

Jammere ich? Kommt das so rüber? Dann tut es mir leid. Ich rang eigentlich im übertragenen Maße nur meine Hände, weil ich es nicht verstehen konnte: Warum die viele Not? Aber langsam gehen mir die Augen auf: Es geht nicht gut mit uns Menschen, weil wir Menschen eben Menschen sind!

Trotzdem halte ich es mit M. Mittermeier, der einmal gesagt hat: "Wenn jeder eine Kleinigkeit tut, dann wird es besser auf der Welt. "

Ich versuche schon, im Kleinen, z.B. den Menschen in meiner Umgebung zu helfen, so gut ich eben kann.

Aber was ist das schon? Und ob das richtig ist? Wer weiß?

Es gibt ja auch das Sprichwort: "Tu niemandem etwas Gutes, dann widerfährt dir nichts Böses!"

Also: was ist nun „Gut", was ist nun „Böse", was den Menschen und sein Handeln anbelangt, was er durch seinen freien Willen mit seinen genetisch bedingten Erbanlagen kombiniert und uns dann live „serviert"?

Und die anderen müssen es dann halt ausbaden...oder dürfen es erleben, je nach dem...

Also dann wünsche ich euch eine "gute" Nacht und eine schöne neue Woche,

eure Haibara Fröhlich

03.10.2008 um 10:36 Uhr

Ist der Feiertag ein Tag zum Feiern?

Stimmung: gut , nachdenklich

Hallo,
einen schönen 3. Oktober wünsche ich euch.
Bei uns scheint im Moment die Sonne und zeigt mit ihren Strahlenfingern wieder ganz bewusst auf die wunderschönnen bunten Herbstbäume. Die Kälte verkriecht sich ehrfurchtsvoll und macht der Schönheit des Herbstes Platz.

Ja, heut ist also der 3. Oktober - ein gesetzlicher Feiertag- ein Tag zum feiern?

Für mich nich:

Seit diesem Tag damals, der durchaus eine historische Bedeutng besitzt, hat es nicht so viel Gutes gegeben, in unserem Land, dass ich heute ein Feiergefühl hätte.Ich empfinde eher Beklemmung.

Wichtig ist für mich eigentlich nur eine Erkenntnis, die ich für mich in mein Leben mitgenommen habe:

Man kann weder eine Person noch ein Volk einsperren. Irgendwann wird sogar ein ganzes Volk versuchen, sich zu befreien. Es wird ein Motiv finden, auch wenn dieses eigentlich unwichtig ist. Aber ein Mensch möchte nicht gegängelt werden, und selbst um den Preis alles Erreichte im Leben zu verlieren, wird er ausbrechen, auch auf die Gefahr hin, dass später alles noch schlimmer wird. Aber er sieht im Moment nur Grenzen, die ihn einengen und die Sachen, in seiner unmittelbaren Umgebung, die ihn stören. Das es noch Schlimmeres gibt, erkennt er nicht.

Der Mensch definiert auch Freiheit sehr unterschiedlich. In unserer Zeit wird Freiheit oft mit tollen Autos und fahren durch die ganze Welt definiert. Was ich sehr für bedenklich halte. Ich persönlich empfinde schon Freiheit, wenn ich z.B. während der Arbeit ohne Angst aufstehen kann, das Zimmer verlassen oder auf Toilette gehen darf.
Ich empfinde auch Freiheit, wenn ich meinen Arbeitsort nach der Arbeitszeit verlasse, diese schrecklichen Türen sich von allein hinter mir geschlossen haben und ich auf der Erde stehe und die Weltluft atmen darf.
Aber das ist wohl auch Ansichtssache.

Die Wende....irgendwie steht da immer der Ausspruch in meinem Hinterkopf: "Wenn es dem Esel zu gut geht, geht er aufs Eis tanzen."
Vieles war früher auch nicht richtig.Ich möchte auch nicht mehr politisch gegängelt, ausgefragt, ausgehorcht und bevormundet werden. Aber Existenzangst hatte ich damals nicht. Ich war nie reich. Aber ich arbeitete für einen leistungsgerechten Lohn in meiner Branche und brauchte im Winter nicht zu frieren.
Was ist also besser?
Die Freiheit zu haben, zu erfrieren oder gegängelt zu werden?
Die meisten sind jetzt wohl sehr glücklich.Denn Alle nehmen das Leben ja so wie es jetzt ist, gut an.
Egal wie teuer es auch kommt und was der Staat dem Einzelnen stiehlt. Vielleicht bekommen alle ja auch genügend Lohn, Sozialleistungen, Renten usw. und nur ich bekomme es nicht auf die Reihe, eine Arbeit mit einem Lohn zu finden, von dem ich meine Existenz abdecken kann. Denn eine Zuwendung vom Staat steht mir ja ohnehin nicht zu, da ich als Ehefrau kein Mensch bin, der ja laut Grundgesetz eine Würde besitzt, die unantastbar ist.

Na gut, nicht aufregen, heute ist Feiertag und alle tanzen, singen und freuen sich riesig über das wunderbare Deutschland!

In unserer Stadt ist heute demzufolge auch ein großes Bürgerfest angesagt. Die Innenstadt wird wieder überfüllt sein.

Das Volk konnte schon immer mit feiern, viel Bier und Bratwürsten betäubt werden. Das klappt! Und die Händler reiben sich die Hände!

Aber während ich dieses hier schreibe, geht mir auch durch den Kopf, dass die Stasi zwar weg ist, in meiner Gegend, aber ich in einem Staat aufgegangen bin, der uns viel mehr beobachtet, uns total überwacht und in seinen Händen hält, als es früher jeh war. Nur, man spürt es nicht so direkt.

Und es ist nicht allen bewusst, weil man sehr geschickt und klug vorgeht, nicht so plump und offiziell, mit Versammlungen, Vorladungen oder sogar Verhören, wie in der untergegangenen DDR. So hinterlistig wie man heute handelt, kann man sich besser an der Macht halten. Sicher hat man auch viel von der Stasi und ihren "Fehlern" gelernt und geht nun besser vor, um das Volk zu kontrollieren.

Also dann:

Einen schönen Feiertag für alle, die tatsächlich feiern möchten und glücklich in diesem Land leben können und den anderen einen Tag in Ruhe und Frieden!

02.10.2008 um 00:00 Uhr

Von Geld, Krankenhäusern, eventuellen Sith-Lords und Frauen

Stimmung: gut, traurig,

Für einen Moment hatte ich mich in der letzten Woche gefreut: die Krankenhäuser sollten mehr Geld bekommen!

So, im makabren Scherzmodus, murmelte ich aber gleich darauf vor mich hin: „Na, hoffentlich ist das nicht wieder nur ein Vorwand, um die Krankenkassenbeiträge zu erhöhen"

Und schwupps drehte mein Mann die Nachrichten im Radio lauter und grinste mich schief an.

Uns beiden verging das Lachen. Wir sahen uns nur noch mit offenen Mündern an.

Hatte ich diese Sache herauf beschworen oder habe ich einfach unsere scheinheilige Regierung schon lange durchschaut?

Warum muss das Volk alles doppelt und dreifach bezahlen?

Und wo sollen wir das Geld bloß her nehmen, wenn man es nicht verdienen darf?

Das werde ich nie verstehen....

Ich weiß, ich weiß,..... so ist der Kapitalist: es geht ihm nur um seinen Gewinn und „...ist er im letzten Stadium angekommen, geht er über Leichen"....wie passend dieser Spruch doch für unsere Zeit und unser Gesundheitswesen ist!

Neulich sah ich wieder mal „Star Wars" und am Ende dachte ich darüber nach, ob vielleicht Frau Merkel und Mister Busch  Sith-Lords sind.

Nein, mal im Ernst, mir ist etwas anderes aufgefallen, was mich sehr betroffen gemacht hat:

3 Menschen, die in unserer Regierung sehr wichtig sind, sind Frauen: Merkel, von der Leien und Schmidt. Man sagt, Frauen handeln oft gefühlvoller als Männer. Unsere drei Damen sind kälter als Stein. Haben sie überhaupt Gefühle? So, wie sie entscheiden, kann man das kaum annehmen.

(Aber es gab in der Geschichte ja schon oft Frauen, die falsch, kalt und hinterlistig waren, wie z.B. Maria von Medici.War sie nicht sogar eine Mörderin?) 

Vielleicht sind aber unsere oben genannten drei Damen nur Marionetten im Demokratietheater unseres Landes, die uns vom Großkapital und seinem Geld vorgeführt werden.

Vielleicht sind sie eine Art  Schauspielerinnen, die aber keinen Oscar bekommen werden, denn sie bringen keine guten Leistungen in einem Film, da sie in der Wirklichkeit agieren und dazu noch ihr eigenes Volk verarmen lassen.

Tja, was soll das bloß noch werden...

Das Jahr 2009 ist nicht mehr fern.

Was hat Heinrich Heine gesagt:

"Denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht!" 

Wie aktuell und wie wahr, leider!

Trotzdem,

euch Allen,

meinen lieben Lesern,

einen schönen Donnerstag,

wünscht euch Haibara 

 

01.10.2008 um 22:43 Uhr

Bill - Jüngster im Wachsfigurenkabinett - toll...oder?

von: Haibara   Stichwörter: Bill, Musik, Talent, Leistung, Vorbild, Mütter, Regeln

Stimmung: gut, nachdenklich, schmunzelnd

So, so, Bill Kaulitz ist jetzt also als Wachsfigur im gleichnamigen Kabinett zu besichtigen.

Das stand heute so in meiner Zeitung.

Da drehten sich doch so gleich all meine Gedankenrädchen und verursachten einen Wirbel in meinem Gehirn, welcher sich nur langsam beruhigt.

Ein junger Mensch, der mit seinen Freunden singt, hat es sehr schnell zu großem Ruhm gebracht. Unzählige Fans zieht er magisch an.

Nun bin ich leider kein Musikexperte, so dass ich nicht sagen kann, ob die Musik, die der junge Mann mit seiner Gruppe betreibt, wirklich so gut ist, dass er diese Faszination auslöst und so viele Menschen in seinen Bann zieht.

Aber er hat ja vor nicht allzu langer Zeit wohl auch eine sehr begehrte Musikauszeichnung bekommen, worüber ich mir auch schon so meine Gedanken machte.

Inzwischen weiß ich, dass es hier wohl nur um die verkaufte Liederanzahl ging, und seine Band wohl die meisten verkauft hat. Das bedeutet aber ja auch nicht, dass die Gruppe die beste Musik macht.

Schließlich ist in dem Land der Dichter und Denker auch schon mal ein Dieter Bohlen auf der Bestsellerliste erschienen. Ich glaube ja auch nicht, dass dessen Buch eine schriftstellerische Glanzleistung war.

Die Menschen kaufen oft aus anderen Gründen viel Sachen ein: z.B. aus Neugier, Mode, durch Werbeaktionen eingefangen oder wie bei „Tokio Hotel" aus Sehnsucht nach Vorbildern oder falsch verstandener bzw. übertriebener  Schwärmerei.

Sicher kann man sagen, dass unsere, also meine Generation, in ihrer Jugend auch gejubelt hat, wenn z.B. die Beatles aufgetreten sind und sicher gab es auch Fans, die vor Freude einen „halben Herzinfarkt" bekommen haben, aber ich glaube, zurzeit ufert diese Hysterie gerade bei ganz jungen Menschen extrem aus. Sie haben oft keinen Halt und keine Zukunft in ihrem eigenen Leben vor Augen.

Und was ich überhaupt nicht verstehen kann, wenn dann Mütter auf einmal wie Bill Kaulitz aussehen und ihren Kindern noch den Rücken freihalten, damit diese in die Konzerte gehen können, sogar um den Preis des Schuleschwänzens oder tagelanges Zelten vor dem Konzertsaal, um möglichst der Erste zu sein.

Das ist meiner Meinug nach total falsch verstandene Vorbildwirkung bzw. Anbiederung und Kumpelei den Kindern gegenüber. Ich glaube auch, dass das nicht ehrlich ist.

Sie sind ihren Kindern keine Hilfe. Kinder, besonders Heranwachsende, brauchen auch Regeln und müssen sich in die Welt eingliedern. Natürlich sollen ihre Persönlichkeiten geachtet werden. Aber alles im entsprechenden Rahmen!

Nicht, dass ich was dagegen habe, dass ein Jugendlicher ein Konzert besuchen soll, aber alles hat eben seine Zeit und Ordnung.

Auch eine Schwärmerei ist gut. Aber die wirklichen Vorbilder sollten wir im Leben finden, z.B. bei Vati, Mutti oder einem Bekannten oder Verwandten. Vielleicht sprechen einen auch nur bestimmte Eigenschaften oder das Verhalten an.

Oder wir bewundern eben ein bestimmtes Talent.

Nun ja, ....Bill Kaulitz steht also im Wachsfigurenkabinett! Was für ein Anblick!

Wenn ich das Bild in der Zeitung betrachte, fließen Gedankenfetzen, andere Bilder und Artikel durch meinen Kopf  und ich denke wieder an den ersten Eindruck, den ich von ihm hatte. Ich dachte, es wäre ein Mädchen. Lange Zeit dachte ich das. Irgendwer erklärte mir dann, dass das ein Sänger, also ein Junge, sei.

(Irgendwie hatte ich auch immer gedacht, dass Kinderarbeit in Deutschland verboten sei. Damals, als sie anfingen, waren sie ja noch Kinder. Ich hab das nie verstanden. Aber eben auch nicht ernsthaft verfolgt, weil es mir irgendwie zu hoch bzw. verrückt war) 

Merkwürdig. Es fällt mir heute noch schwer, kein Mädchen in Bill zu sehen.

Das ist nicht abwertend gemeint. Ich bin ja auch selbst weiblich. Frauen und Männer sind bei mir gleichberechtigt.

Aber ich kann eben nichts typisch Männliches in ihm sehen.

Aber was ist schon "typisch männlich"? Auch diese Aussage ist wohl relativ zu sehen.

Wie mag er wohl ohne seinen Riesenhaarschopf aussehen? Oder ist das eine Perücke?

Nun ja, man soll ja nie nach dem Äußeren gehen...

Der Mensch Kaulitz ist vielleicht ein guter Musiker, wer weiß...

.... und vielleicht ist er auch ein guter Mensch, was noch viel wichtiger ist.

Ich hoffe es und wünsche es ihm.

Möge er etwas Gutes aus seinem Leben machen!

Er ist noch blutjung und kann noch sein wirkliches Leben finden...

...genau wie seine Anhänger, die ihres nicht aus den Augen verlieren sollten!