Auf der Suche nach dem Leben

30.11.2009 um 19:14 Uhr

Bäumchen, Bäumchen wechselt euch

Stimmung: verblüfft, nachdenklich
Musik: This is the Live (Amy MacDonald)

Wenn ein Arzt operiert, dann ist das gut und korrekt, wenn er denn ein Arzt ist, sowie die entsprechenden Ausbildungen und Abschlüsse hat.
Wenn ein Dachdecker ein Dach deckt, ist das auch okay.
Wenn jetzt aber der Arzt aus irgendeinem Grund plötzlich seinen Beruf nicht mehr ausführen darf, geht er dann zum Dachdecker und fragt ihn, ob er mit ihm tauscht?
Nein, das geht geht nicht: der eine kann keine Dächer decken, denn dann würden im besten Falle die Leute nasse Köpfe kriegen und der andere könnte keine Menschen operieren, denn dann würde wohl an der Stelle eines zu entfernenden Blinddarmes vielleicht am Ende die Leber fehlen (wenn es denn soweit käme).
Nur ein Beispiel von mir: aber wie soll ich mir das Machtkarussell im Ringelrein sonst erklären?

Da ich eine Weile die Politik nicht so recht verfolgen konnte, weil ich selbst im Meer des Alltages gegen hohe Wogen ankämpfen musste und jetzt, wenn ich jetzt den Kopf hebe und sehe, was wieder so los ist, im Machtgefüge unseres Landes, überkommt mich ein Staunen. Nein, verwundert bin ich nicht mehr...eher überrasche ich mich selbst des öfteren bei einem irren Lachen: es ist hier irgendwie alles verrückt...oder machen die das alles nur wegen Geld und Macht? Da wären wir wieder beim Thema....

Oder ist das alles korrekt so und ich bin verrückt, in meiner naiven Annahme, dass der Mensch sich doch endlich auf sich selbst besinnen sollte und für die Menschheit da sein sollte?

Oh, ich habe mich selbst aus meinen eigenen Gedanken gedacht :
Eigentlich stellt sich mir nur die Frage:

Müssen nicht Minister auch ein Fachwissen haben, um ein bestimmtes Ressort zu leiten?

Aber wenn ich mir die Praxis so betrachte, scheint man als Minister ja nicht all zuviel auf einem Fachgebiet können zu müssen. Man kann ja wechseln, wie bei dem Kinderspiel. „Bäumchen, Bäumchen, wechselt euch": alle lachen und sind froh.... es ist alles nur ein Tauschgeschäft um Geld und Macht...Demokratie, das Volk, der Mensch....das ist doch so was von egal....

und weiter geht der Reigen....

Aber vielleicht haben wir ja Glück und einer hat jetzt zufällig den Job ergattert, den er auch kann!

Aber wenn man bedenkt, wie dieser Reigen ausgelöst wurde, könnte man echt wütend werden, bzw. wird es einem schlecht: erst für den Krieg stimmen, Leute bewusst in den möglichen Tod schicken, aber dann scheinheilig „Oh weh, was habt ihr da gemacht!""schreien und entsprechend handeln.
Oh Mann!!!!!!!!!!
Kein Deutscher sollte irgendwo im Krieg sein, nein , eigentlich sollte es gar keinen Krieg auf der Welt geben und Deutschland sollte zu denen gehören, die jetzt nein sagen und das wäre gut und ein Anfang, aber ohne Krieg verdient man ja eben auch weniger Geld...aber na ja...das ist ein anderes gewaltiges und sehr trauriges Thema...

Ob es je eine Generation der Menschen geben wird, die das Wort: „Krieg", nicht mehr kennt?
Das wäre schön!

29.11.2009 um 18:01 Uhr

Wenn Tiere uns spüren . . .

von: Haibara   Stichwörter: Tiere, Menschen, Gefühle, Verstehen, Empathie

Stimmung: Advents-Ehrfurcht
Musik: Mussorgsky "Bilder einer Ausstellung"

Voriges Jahr lernte ich eine Freundin kennen, über die ich allerdings später erfuhr, dass sie ein Freund ist:

Meine Nachbarsfamilie ist sehr tierlieb. Sie nimmt geschundene, gequälte und gepeinigte Tiere auf und hegt und pflegt sie. Sie gibt ihnen ein neues Zu hause.
Eines dieser armen Wesen ist eine große grau getigerte Katze, der böse Menschen (oder soll ich sagen: Unmenschen?) u.a. die Zähne herausgeschlagen hatten, der man nur noch ein halbes Ohr ließ und deren Pfoten das arme Tier nach den erlittenen Folterqualen nur noch hinkend durch die Welt streifen lassen.
Diese Katze nun fing an, mich zu besuchen. Sie setzte sich unter meine Wäschespinne im Garten, sah mir beim Wäsche aufhängen zu und hörte sich meine Gedanken an. Ich erzählte ihr viel. Es war, als würde sie mich verstehen. Sie sah mich mit ihren großen traurigen Augen sehr klug und weise an. Auch wenn sie mir nichts sagen konnte, wusste ich doch, dass sie am Ende mir geantwortet hatte.
Wenn ich mit meiner Arbeit fertig war, erhob sie sich und ging. Erst dann nahm ich meinen leeren Wäschekorb und ging auch hinein. Später kam sie oft und ich gab ihr zu fressen: kleinste Sachen, denn die arme kann gar nicht beißen. Wir „redeten" viel miteinander. Ihre Blicke, ihr streichen um meine Beine, sagten mir zu oder ab. Sie bestätigte meine Meinung oder auch nicht.
Als ich am Anfang des Jahres für längere Zeiten nicht daheim war, kam sie nicht mehr, sagte mein Mann. Aber kaum war ich wieder da, war sie auch wieder bei uns. Reiste ich ab, ging sie auch wieder.Selbst als ich meinen Rhythmus ändern musste, kam und ging sie mit mir.
Vor kurzem erfuhr ich, dass „sie" ein „er" ist. Ein stattlicher Kater also: und er heißt Willy.
Heute vor Mittag sah ich ihn nicht.
Aber ich brauchte mich nur nach Mittag in den Hof zu stellen und vor mich hin zu murmeln: „Willy, wo bist du nur?", und schwupp: kurze Zeit später war er da.

Nun beschäftige ich mich ja viel mit den Gefühlen der Menschen. Ein besonderes Gebiet ist die Empathie, die es zweifellos für mich gibt. Wir Menschen können mehr empfinden und fühlen, als wir gemeinhin annehmen oder vermittelt bekommen.
Aber ich glaube auch, dass wir auch die Tiere fühlen können und die Tiere uns: es gibt ganz sicher zwischen unsren Spezies sehr starke Gefühle und Bande.

Man sagt, dass am 24.12. die Tiere des Nachts sprechen können.Das klingt gut. Ich habe es aber noch nicht erlebt.
Ich brauche es auch nicht. Für mich muss kein Tier wie ein Mensch sprechen können.
Ich verstehe sie auch so. Und sie verstehen mich.

Wenn ich mir „meinen" Willy so betrachte, frage ich mich unwillkürlich noch etwas ganz anderes: was ist, wenn wir wirklich schon einmal gelebt haben und das eventuell sogar als eine „Tierexistenz"?

Darüber geh ich jetzt einmal nachdenken...

... denn heute haben mich zwei Kateraugen wieder so . . . voller uraltem Wissen angeschaut, dass es schon ...unheimlich(?) ...ist.

 

28.11.2009 um 17:36 Uhr

Sieben Monate . . .

von: Haibara   Stichwörter: Zeit, Existenz, Leben

Stimmung: etwas erschöpft, nachdenklich
Musik: Krieger des Lichts

Sieben Monate war ich nun nicht hier.

Und doch bin ich gelesen worden. Das ist schön!

Es ist mir, als sei ich auf Wanderschaft gegangen und bin nun  zurückgekehrt, in ein Haus...in mein Haus.Es steht sill und stumm da, wie ich es verließ.Aber alles ist noch so: da. Ihr habt vorbeigeschaut. Das tut mir gut. Ich verspüre eure Wärme, eure Lebhaftigkeit und Gedanken.Eure Leben greifen nach mir. Sie zupfen an mir herum und wollen mir wohl zu rufen: "Hey, wir sind doch noch da!"

Da stehe ich am Eingeng, verschränke die Arme und lausche.Ich höre euch, und zwinge mich, still zu stehen.Denn die Unrast hat mich gepackt. Unser Staat hat mich zum Wandern gezwungen. Ich muss immer wieder auf und davon: weiter und weiter. Ich bin selten zu hause.Ich versuche zu existieren. Sonst bleibt einem am Ende nur das Schicksal des Endes. 

Krampfhaft versuche ich die Existenz in das Leben einzubinden; aus beiden eins zu machen. Aber das ist schwer. Meine "Brötchen" verdien ich überall und nirgendwo, aber mein Heimat ist eben "zu Hause" und da bin ich selten. Aber wenn ich hier verweile, bin ich froh, ruhig und glücklich und möchte nichts mehr tun, nur dasitzen, fühlen und genießen, wie schön "daheim" ist. Aber das geht auch nicht ganz: etwas muss auch sein. So will ich endlich wieder mit euch sprechen: "Hallo, guten Tag, meine lieben Leser! Das Jahr ist bald rum! Der November war noch einmal wunderschön! Braune, in Sonne getauchte Blätter umwirbelten uns. Wir konnten das Universum spüren. Es hat uns soviel zu sagen. Ich habe es gehört!" Ich habe euch oft leise gerufen, wenn ich ganz still am frühen Morgen, in der Finsternis stand und die Sterne funkeln sah, von den verschiedensten Orten aus und habe mir dann ganz doll gewünscht, dass es euch gut gehe und ihr ein gutes zu hause haben solltet!

 

Sieben Monate war ich "Blog-los", weil blockiert. Aber es hat gefehlt. Ich denke, nun geht es wieder...gut!

 

Einen schönen 1. Advent euch allen,

eure Haibara