Auf der Suche nach dem Leben

06.06.2012 um 17:36 Uhr

Ein ganz besonderes Gefühl

von: Haibara   Stichwörter: Regen, Pflanzen, Erde, Wärme, Natur

Stimmung: gut
Musik: "Spirit" Leona Lewis

Als ich heute meine Kräuterpflanzen pflanzte, begann es zu regnen.

Ich kniete auf der Erde, wühlte mit den Händen in der Erde, sprach mit meinen Pflanzen und fühlte mich wohl.

Ein großer hellbrauner Vogel mit blauem Hals saß am Rand meiner Regentonne und sah uns zu.

Die Regentropfen, die meinen Garten und mich in Nässe tauchten, schienen Wasser-Streicheleinheiten zu sein: sie fühlten sich warm, weich und gut an. Weich ... genau, wie der Erdboden, der meine Hände und Pflanzen gut aufnahm.

Am Ende hatte ich gewühlt, war nass und schmutzig. Beim Aufstehen flog der Vogel weg und  mein Rücken schmerzte doch sehr.

Als ich dann, mich reckend und mein Gesicht ganz dem Regen überlassend, beide Füße fest in die Erde stampfte, fühlte ich Stärke, Wärme und Geborgenheit. Ich wurde ruhig, sicher und griff plötzlich nach einem kleinen Stückchen heiterer Gelassenheit, wie schon lang nicht mehr!

Wir Menschen sind ein Teil der Natur! Wir gehören hineingewoben!

Wir müssen uns nur erinnern und das Fühlen wieder erlernen.


 

04.06.2012 um 21:07 Uhr

Ein kleines Licht

von: Haibara   Stichwörter: Gedanken, Gehirn, Welt, Konfuzius, Regen

Stimmung: gut
Musik: keine, nur Stille

 

Schade, dass man in seinem Gehirn so manches nicht einfach abschalten kann. Dann würde ich meine "Grübel-Zellen" und den "Ach, ich nehm alles zu ernst-Bereich" einfach mal stilllegen. Dann würde es bestimmt besser sein. Aber wer kann schon aus seiner Haut? Und wer seine Gehirnzellen an-und ausknipsen, wie er sie benötigt?

Ich bewundere Menschen, die frohgemut und leicht sein können.

Wie würde ich wohl die Welt sehen, wenn ich einfach lockerer wäre?

Die Welt an sich sehe ich gern, denn sie ist wunderschön. Aber der Mensch gestaltet sie eben nicht nur zu ihrem Besten sondern oft sehr zu deren Nachteil.

Aber nein, ich möchte doch auch mal  positiv sehen.

Vielleicht sollte ich mir folgenden Spruch etwas zu Herzen nehmen:

 

"Es ist besser, ein einziges kleines Licht anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen."


Konfuzius

 

Ein kleines Licht kann soviel sein: zum Beispiel das grüne Blatt einer Pflanze am Straßenrand, welches ich heute auf dem Heimweg sah: Noch etwas verstaubt vom aufgewirbelten Straßenverkehr und trocken durch die letzten Wetterkapriolen, streckte es sich genüßlich den ersten Regentropfen entgegen und schien glücklich durchzuatmen.

 

03.06.2012 um 13:59 Uhr

Wenn Gedanken streichelnde Worte werden

von: Haibara   Stichwörter: Leben, Kraft, Versprechungen, Mut, Hoffnung

Stimmung: ruhig, nachdenklich
Musik: X-Files(TV Classic)

Lange Zeit habe ich nur ab und zu hier gelesen. Selbst da blieb ich oft in Starre verharrend vor dem Monitor sitzen. Ich staunte über eure Gedanken. Oft seufzte ich, träumte vor mich hin oder klickte mich raus und ging zurück in mein wirkliches Leben.

Irgendwie suche ich nicht nur nach dem Leben, sondern auch nach meiner Kraft, es zu finden...zu gestalten.Sie strebt zur Zeit gegen Null. Eigentlich habe ich immer gekämpft und wollte doch nur ein einfaches Leben: Ruhe, Frieden, einen Tisch und einen Stuhl, Natur, ....

... als Basis eine Tätigkeit, von der man existieren kann, die einen im Selbstbewusstsein stärkt und bei deren Ausführung  man fair behandelt wird.

Aber alles ist eine Wechselwirkung: Passt das Fundament nicht, geht das andere kaum.

Es ist so schwierig, das Einfache zu erreichen.

Ich habe immer gekämpft und gehofft, eines Tages würde es besser. Die Menschen würden wieder mehr aufeinander zugehen. Aber da habe ich mich geirrt. Falsche Versprechungen werden mit loser Zunge gegeben: sie lähmen mich.

Es wird schlimmer: Egoismus und Geldgier nehmen zu: im Großen, wie im Kleinen:

Haben sich unsere Regierungsformen überlebt? Parteien? Sie sind nur noch mit sich selbst beschäftigt.

Werden die Bürger noch regiert? Die "Bürger" vielleicht. Aber ich habe festgestellt, dass es unter der Bürgerschicht noch eine andere Schicht gibt:  sie erinnert mich an die Sklaven. So, wie ich es erst neulich in einem Buch über das alte Rom las. Vieles kam mir sehr aktuell vor. Gut, noch wird man heute nicht geschlagen und ausgepeitscht. Aber manchmal wird man behandelt, da schluckt man ganz schön. Aber man nimmt es hin. Man benötigt ja das dumme Geld, um seine Rechnungen bezahlen zu können.

Ich schweife ab:

Lange Rede, kurzer Sinn: ich denke, ich habe resigniert. Ich versuche Tag für Tag meine Existenz abzusichern, in dem ich fleißig meiner Arbeit nachgehe. Anschließend setze ich mich irgendwohin, hole Luft und warte bis ich etwas zu Kräften komme, erledige meinen Kram, gehe ins Bett und hoffe, dass meine Gesundheit noch lange anhält.

Manchmal hab ich die Hoffnung, dass dieses Leben ein Traum ist und mein Traum vom besseren Leben in der Nacht, das echte Leben ist. Wenn ich aufwache und wieder im Hier angekommen bin, schlucke ich viel Bitterkeit hinunter, stehe auf und funktioniere wieder.

Nun: als ich gestern wieder mal den Mut fasste und hier rein schaute, las ich eure Meinungen, Gedanken, Ideen. Das fand ich toll. Es war, als würden sie mich wie ein zarter Windhauch berühren.Dann lockten sie mich: schreib auch was! Ich holte tief Luft und fing an. Ja,es ging noch!

Vielleicht ist es ja die Hoffnung, die immer wieder im Menschen durchbricht und uns weitermachen lässt...

02.06.2012 um 22:51 Uhr

Auftauchen

von: Haibara   Stichwörter: Leben, Existenz, Gedanken

Stimmung: traurig, erschöpft

Lange war ich abgetaucht, tief unten: Wasserwirbeln gleich schien mich das "Leben" herumzuschleudern... oder blieb es stehen? Tauchte ich tagsüber nur in eine harte "Anderswelt", um zu existieren: Hast, Eile, Hektik...?

Und jetzt: Hat sich etwas geändert? Nein! Nein?

Es bleibt mir das "daheim". Da draußen wird es immer unmöglicher...kälter...unehrlicher...

Wenn man nur wüsste, ob es stimmt, dass am 21.12. Schluss ist, dann würde man alles hinschmeißen und nur dass machen, was man will....

Aber wenn es weitergeht ... bleiben wir wohl in unseren Zwängen stecken...

Der Mensch ist so, wie er ist und er hat die Welt nun mal so eingerichtet, wie sie ist.

Schönen Sonntag, wer denn einen hat...