Auf der Suche nach dem Leben

16.01.2009 um 18:49 Uhr

Da war ich kurz mal weg...

von: Haibara   Stichwörter: Deutschland, Ausland, Regierung, Merkel

Stimmung: gut, aber mit dem Kopf schüttelnd

...und habe mal 3 Wochen nichts von Deutschlands toller Politik mitbekommen.

Ich hörte andere Probleme, Bräuche und Sitten.

Ich lernte Menschen kennen.

Menschen!!!

Im wahrsten Sinne des Wortes:

warmherzig, freundlich, sozial, uneigennützig...locker, mit offenen Ohren und Augen für die Probleme anderer!

Menschen, die ihre Umwelt bewusst wahrnemen und in ihr und mit ihr leben.

Wohlgelaunt fuhr ich gestern zurück.

Als ich dann deutschen Boden betrat, hörte ich von einem großen Konjunkturpaket der Regierung.

Angesteckt vom Optimismus der Menschlichkeit meiner neuen Bekannten, dachte ich: "Oh, es wird endlich gut! Irgendwo ist viel Geld aufgetaucht und man tut etwas für die Menschen!

Für die armen Menschen, ganz bestimmt!

Vielleicht wird sogar "HartzIV" abgeschafft...oder, oder: der Niedriglohnbereich...oder ... da:

Ein paar Brocken der Nachrichten drangen in diesem Moment in mein Hirn und mir wurde schlagartig bewusst: "Ich war wieder in Deutschland! Das Paket ist für die "armen Reichen"!

Menschen, die Geld zum Leben brauchen, denen wird es genommen und denen, die genug haben, wird es gegeben.

Wie konnte ich dieses Regierungsprinzip in läppischen 3 Wochen vergessen!

Frau Merkel und ihr "Steuerzahler-Goldesel" für ihre reichen Freunde... tsss,tsss,tsss....

Ich sehe immer noch ihr Bild im Blauhemd an der Wandttafel meiner Schule, damals...: als sie mir von dort jeden Morgen entgegenblickte, als Mitglied des Zentralrates der FDJ, wenn ich die Schule betrat. Damals vertrat sie den Standpunkt, dass der Mensch im Mittelpunkt stehe.

Vertritt sie ihn auch heute noch, dann sind viele Menschen des Landes keine Menschen.

Außerdem ist sie ja auch religiös und vertritt demnach die Prinzipien der Bibel.

Das merkt man sehr deutlich!

Und wieder dachte ich beim Betrachten unserer so schönen deutschen Landschaft auf meiner Heimfahrt an den guten alten Heine:

"Denk ich an Deutschland der Nacht, bin ich um dem Schlaf gebracht" oder so ähnlich....

Die Nachrichten gingen weiter....ach die armen Unternehmer in Deutschland, wir müssen sie unterstützen... wie tun sie mir leid....und dass sie durch ihr Verhalten den normalen Menschen mit ins Elend ziehen, was solls, das ist eben so...

Ja, ich war wieder daheim und:

Gibt es nicht ein Buch "Verlorene Illusionen?"

Dieser Titel passt wohl auf den Wunsch ein menschliches Deutschland erleben zu wollen.

Mein Kopfschütteln wollte nicht aufhören...

(Kommt hier irgendwo der Sarkasmus durch, dann ist dieser durchaus beabsichtigt!)

 

 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenShadoweyes schreibt am 16.01.2009 um 20:04 Uhr:Gerade gestern habe ich ein langes Telefonat mit einem Freund darüber gehabt. Du siesht es so, woie ich zuvor. Allerdings betrachtest du es nciht von allen Seiten. Wir "leiden" gerade unter einer Depression*lach* . Aber wir haben sie,weil wir denken, das es uns schlecht geht, seit dem wir immer weniger haben??!! (Ist es so?). Aber seine Argumente sind gewesen, das "wir"(das Volk) den Gürtel jetzt einfach enger schnallen müssen!!!!!Ist doch klar.Ein Beispiel: Die Zusammenführung Deutschlands war teuer. So teuer, das wir Deutschland beliehen haben. Und DIES Jahr haben wir die Schulden abgetragen(das Volk gemeinsam) !!!!!! Und nun kam "unerwartet" die Bankenkrise. damit konnte Frau Merkel NICHT rechnen. Sie hat sich warscheinlich letztes Jahr gefreut, das die ZUsammenführung abbezahlt war und sie nun einige IHRER Ziele wieder vorne an stellen kann......Pustekuchen. Und nun kommen die alle ins Ackern...Ersagte auch, das es gut wäre, wenn die Manager Gehälter ein wenig abgespeckt werden könnten. Für Leistungen, die Otto Nortmal Verbraucher auch zahlen muss(somit auch Steurn draufzahlt-Einnahmen für den Staat) sollte die Manager auch nicht begünstogt werden. Sie sollte genauso in die Steuerkasse abführen für normale Leistungen. Er sprach von den "Luxus".
    Wir MÜSSEN wirklich die deutschen Firmen unterstützen,denn sonst verlieren wir Arbeitsplätze(weil nix zu tun ist) und Steuern somit. Denn nicht nur die Firma sondern auch jeder Gehaltsempfänger führt steuern ab. damit wir aus den miesen kommen, müssen wir wirtschaften. Die entsteht nur, wen genug bewegliches Geld da ist.Wir brauchen selbsständige Unternehmer.Sie geben Arbeitsplätze. Wir brauchen keine Fremdinvestoren ,sondern wirtschaftliche Möglichkeiten. Frau Merkel bleibt im Augenblick nichts anderes übrig. Die Bankenkrise hat unsere Firmen Millionen gekostet. Geld welches sie warscheinlich nie weider sehen. Und sie müssen Leute entlassen, Firmen schlöießen,weil in Amerika(den Verursacher,da dort alles auf Kreditkarte und Pump läuft?!)investiert wurde. Die Mutterfirmen in Amerika sitzen,werden verkauft bestenfalls und hier in Deutschland die Werke geschlossen......u.s.w....Das Ausmaß zwingt uns dazu...wir haben wenig Handlungsfreiheit im Augenblick. Und ich glaube, was sie früher gemacht hat,ist nicht mehr wichtig. das Nachtagen ,darunter hat Deuschland ja nun Weltweit drunter zu leiden...noch heute nach 50 Jahren..!! Findest du es wichtig, das sie einfach das gemacht hat, wovon sie damals in dem Land überzeugt war. Da hat es funktioniert...! Nicht als Wertung zu sehen. Es geht mir darum, das meine Meinung ist, das wir ihre Qualitäten nicht unter den stellen sollten, was mal war. HEUTE ist sie in vielen Punkten ein Mensch, der überzeugt durch überzeugung seines Tuns. Und das sie beweglich ist im Geist. Offen ist soweit es in ihrer mancht liegt. Sie macht Fehler und sie geht ungewöhnliche Wege. Das denke ich, ist wichtig. Und diie Gradlinigkeit ist gebliebe^^ Ich denke, das Prinzip in der DDR funktionierte nur durch Herdenverhalten. Als der Aufstand kam, kam es zur öffnung.....so schwach war die DDR...??Wäre das früher kalr gewesen, hätte man dann nicht schon früher dagegen was getan? Wie viele fühlten sich dennoch "sicher aufgehoben" in diesem Gefüge und haben das gemacht, was auch Frau Merkel gemacht haben...? Ich stelle die Frage nur, weil ich da nicht gelebt habe. Und mir die Vorstellungskraft fehlt,wie es wirklich war.
    Naja, genug geredet...Ich denke, du solltest noch etwas tiefer gehen in deinen Betrachtungen. ich habe auch mal so gedacht..grins..Mir aber andere Menschen angehört..Einige Sachen sind stehen geblieben von meiner Meinung,andere habe ich neu definiert...Ach ja...geld "taucht" nie irgentwo einfach auf...
    LG shadoweyes
  2. zitierenHaibara schreibt am 17.01.2009 um 11:38 Uhr:Danke, lieber shadoweyes,
    für deine Ausführungen. Ich habe darüber nachgedacht.
    Sicher hast du in vielem Recht und ich will auch nicht in der Vergangenheit anderer herumwühlen. Jeder hat schließlich das Recht, so zu leben, wie er mag. Meinungen und Ansichten ändern sich im Laufe des Lebens auch. Aber ich kann immer nicht begreifen, dass sich gewisse Grundeinstellungen ändern. Oder ist die Politik doch nur ein Job und ich vertrete immer dessen Meinung, dessen Linie gerade angesagt ist? Früher gab es aber auch Politiker, die für ihre Ideale kämpften und einstanden. Aber die sind wohl schon lange ausgestorben.
    Das Geld für die Wiedervereinigung, dieses Thema bereitet mir Bauchschmerzen: Warum wird das jetzt so gesehen und so aufgewertet und "wir" ("die Ossis") sind wieder an allem schuld? Wir haben doch immer geblutet, in der alten DDR! Zum Beispiel haben wir die Reparationsleistungen für Gesamtdeutschland in die damalige UdSSR bezahlt, unsere Betriebe wurden aus geschlachtet. Wir haben bis zum bitteren Ende gezahlt und gezahlt, während in den alten Bundesländern das Wirtschaftswunder blühte. Ich will dir das jetzt nicht aufs Butterbrot schmieren, aber davon spricht heute keiner mehr. Und als die Wende kam, haben wir sofort extreme Kosten draufgeknallt bekommmen, sprich Strom,Wasser Gas usw., aber uns wurde (bis heute!!!!) viel weniger Lohn als den Kollegen in alten Bundesländern gezahlt bzw. gar keinen. Unsere Betriebe wurden kaputt gemacht, um eure zu erhalten.
    Wir waren ein willkommener billiger Absatzmarkt, wie weiland Kolumbus Amerika entdeckte und Glasperlen mitbrachte und die Länder billig leer kaufte.
    Gut "uns" und "eure" sollten wir nicht mehr denken, aber es war so.Ich habe es live erlebt.
    Und gut, wir hätten uns nicht nach §23 anschließen brauchen. Und ich grübele ja immer noch, was besser war.
    Aber ich las neulich ein Buch über das alte Ägypten von vor 3000 Jahren, da sprach die Pharaonin traurig am Ende ihrer Regierungszeit: "Das Volk wählt immer das, was nicht gut ist für es selbst. Das werde ich nie bgegreifen." Ich auch nicht. Es ging damals darum, dass sie Zeit ihres Lebens sich um Fieden bemühte, als aber ihr zukünftiger Nachfolger zu einem Feldzug nach Gaza(!!!!!!) aufrief ,um diese Stadt zu erobern, da folgte ihm das das Volk unter Jubelgeschrei.

    Ja, was ist der Mensch eigentlich? Und was will er?
    Aber das führt hier zu weit.

    Ach ja und wie ich auch immer überlege: ich denke, wir haben kein Geld.Immer wird uns mehr weggenommen, weil Deutschland kein Geld hat. Aber auf einmal tauchen Unsummen auf.
    Wo kommt das plötzlich her?

    Und das mit den Arbeitsplätzen stimmt. Aber auch das hat die Regierung zu verantworten. Sie ist in der Pflicht, das zu berichtigen!

    Ich wünsche dir ein schönes WE,
    LG von einer kämpferischen aufgebrachten Haibara
  3. zitierensternenschein schreibt am 02.02.2009 um 05:50 Uhr:Es ist schön, dass du drei Wochen Menschlichkeit von Menschen erfahren konntest.

    Die Schulden der Wiedervereinigung sind absolut und überhaupt nicht abgezahlt, wie sie gestern gerade wieder sagten.
    Da hat Frau Merkel wohl ein wenig geschwindelt.
    Zudem sollte die Wiedervereinigung ja auch nach Kohl nichts kosten, sondern nur blühende Landschaften bringen.
    Unsere Regierung sagt heute noch, die DDR ist zusammengebrochen, weil sie bankrott war. Ich frage mich, was wir im Moment sind?
    Der Markt wird es richten, das gilt scheinbar nicht für die Banken.
    Das Bankenrettungsprogramm ist fast ein Fass ohne Boden. Das Konjunkturprogramm ist auch nicht gerade sehr sinnvoll.
    Die Abwrackprämie hat mit Ökologie absolut nichts zu tun, eher ist sie ökologisch schädlich.
    Sie hilft auch nur denen, die sowieso kosumieren könnten, aber denen die es nicht können, eben nicht.
    Es gibt schon Alternativen für das Konjuktur und Bankenrettungsprogramm, wie sie fünf unabhängige Professoren vorgestellt haben.
    Nur es scheint nicht gewollt zu sein, wirklich den Menschen zu helfen, sondern es scheint eher gewollt zu sein, die Reichen reicher werden zu lassen, und die Armen eben ärmer.
    Solange diese Politik fortgesetzt wird, werden sich derartige Ereignisse wie diese Finanz und Immobilienblase, Aktienblase etc. auch wiederholen.
    Wenn ich dieses schon vor Jahren habe kommen sehen, wieso soll denn Frau Merkel, mit den ganzen ihr zu Verfügung stehenden Informationen dieses nicht schon lange vorher
    erkannt haben?
    Die Mechanismen des überhitzten Immobilienmarktes in den USA, England und Spanien sind doch schon seit Jahren bekannt, ebenso wie die Blase am neuen Markt damals auch bekannt war, genau wie das Aufkaufen von grossen Unternehmen, mit geliehenem Geld, um dann die Schulden auf die Firmen zu übertragen, das Unternehmen zu zerschlagen, die einzelnen Teile davon zu verkaufen und die Menschen, die dort gearbeitet haben zu entlassen..
    Und wer hätte es nicht gedacht, dass das ganze Global Player, wie bei Mercedes- Chrysler, Telekom etc. auf Dauer schiefgeht, wie man ja sehen kann.
    Vielleicht wäre es günstiger, hätte der Staat die Banken pleite gehen lassen, denn sie haben es ja selbst verschuldet, aufgrund ihrer fast schon kriminellen Geschäftspolitik, und anstatt ein Bankenrettungsprogramm aufzulegen, selbst eine Staatsbank gegründet, die dann der Wirtschaft die benötigten Kredite geben könnte.
    Denn die Banken geben immer noch nichts, da sie sich gegenseitig nicht trauen, und denken die andere Bank ist in Wirklichkeit pleite, was ja auch in aller Regel stimmen würde, wenn der Staat nicht einspringt.
    Siehe Kommerzbank.
    Die Frage ist auch, ob der Staat, die Überproduktion der Autohersteller, von Fahrzeugen die keiner haben will, wirklich fördern sollte?
    Unser grösstes Problem ist wahrscheinlich, dass die Löhne, Renten und Sozialeinkommen schon seit langer Zeit real eher sinken, so dass die Binnennachfrage schon sehr lange auf einem niedrigen Stand stagniert.
    Der Wirtschaft, ausser dem Einzelhandel, mag es teilweise egal gewesen zu sein, da wir immer noch sehr viel exportieren konnten, unter anderem auch in die USA, da dort die Verbraucher sich Produkte auf Pump kaufen konnten. Wenn jetzt Teile dieses Exportmarktes wegbrechen, wird es sich rächen, dass wir für die Binnennachfrage nichts getan haben, da die Massenkaufkraft nicht durch höhere Einkommen gefördert wurden, sondern nur die Einkommen der sehr gut verdienenden bei uns exorbiant gestiegen sind.
    Nur die haben eben alles, und brauchen das zusätzliche Geld nicht verkonsumieren, sondern sparen es, beziehungsweise legen es an.
    Es gibt immer Alternativen, nur unsere Regierung will sie nicht, da sie den neoliberalen Weg der entfesselten Märkte in Wirklichkeit weiter gehen will.
    Gewinne sollen weiter privatisiert werden, Verluste der Allgemeinheit aufgedrùckt.
    Liebe Grüsse
    sternenschein

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