Dies und das.... der einzig Wahre!!!!

14.02.2012 um 08:36 Uhr

Dr wisse Ohm

von: Hedera   Kategorie: Die Welt da draußen

= ist eine Fabelfigur in meiner Heimat und gehört zu den Dilldappen. Die wiederum gibt es in ähnlicher Form auch anderswo, bei uns , lt. Wikipedia "Dilldappen bewohnen der Sage nach den Hauberg im Siegerland. Sie werden als äußerst scheu beschrieben und ernähren sich von Kartoffeln (Duffeln). Seit 1982 veröffentlicht der Siegerländer Autor Matthias Kringe jedes Jahr einen Dilldappen-Kalender mit Comics in Siegerländer Platt. Die Comicfigur Dilldappe sieht aus wie ein aufrecht gehender Nashornhamster mit Irokesenhaarschnitt und braunem Fell."

Dr wisse Ohm ist der weise Ohm, ein ganz besonders schlaues Kerlchen. Ich würde mich nun nicht wirklich als ein Pendant dazu erklären aber wie ich die letzten Tage mit Freunden und mit meinem Töchterchen so über die Lage der Nation bzw. unsere sprach, kamen wir nicht umhin zu bemerken, dass manche Unternehmen ihr eigenes Grab schaufeln und das ganz bewußt:

  • meine Freundin z.B. arbeitet bei der Stadt und verteilt u.a. Knollen. Sie hat bereits vor 7 Jahren einen Verbesserungsvorschlag gemacht, wie man mit der Bearbeitung der Knöllchen Geld sparen könnte. Der Vorschlag wurde abgelehnt. Sie hat neulich ihre Ausarbeitung wiedergefunden und überschlagen, dass man damit bis heute ca. 60.000 Euro gespart hätte. Aber egal. Die Stadt hat es ja.
  • mein Kind erzählt mir, dass ihr cholerischer Chef (sie arbeitet bei einerWerkstatt mit Tankstelle)- der Dank seines Herzinfarktes wohl immer seltsamer wird - Kunden, die einmal fremd gegangen sind - bzw. eine andere Werkstatt wagten aufzusuchen, als Kunden nicht mehr will. Dann ist er bockig. Sollen sie doch ganz wegbleiben. Was die Kunden dann auch fleissig tun. Ausländische Kunden, und der gibt es grenznah nicht gerade wenige, werden von den Meistern bedient,die glauben, wenn sie schreien, verstehen auch Ausländer deutsch. Was aber nicht der Fall ist. Mein Kind würde gerne englisch sprechen aber dann redet lieber niemand mit den Kunden und auch diese gehen. Oder aber die MA werden vom Chef so richtig schön vor den Augen/Ohren der Kunden angeschrien, so dass sogar die Kunden vor Schreck zusammenzucken und den Kopf schütteln..... Früher sagt mein Kind, gab es dort wohl auch mal Weihnachtsgeld und eine Weihnachtsfeier, jetzt natürlich nicht. Die Geschäfte laufen schlecht. Warum sie das tun, scheint dem lieben Chef allerdings völlig entgangen zu sein...wie kann man nur so blind sein?
  • ich nun wieder, bin ja auch in einem Irrenhaus beschäftigt. In dem Kollegen das Wort "Anweisung" nur widerwillig verstehen. In der Chefs sich bei ihren eigenen Untergebenen teilweise überhaupt nicht durchsetzen können und auch Abmahnungen ignoriert werden, so gut es geht. In der Kollegen, die Vorschläge machen, die dem Betrieb 10.000 Euro sparen (jährlich), ignoriert werden, weil man dafür etwas ändern müßte. Und man will es sich mit Servicekräften nicht verderben, die werden sonst sauer.  Nur wenn ich sauer werde, interessiert das keinen. Ich versteh die Welt nicht mehr...

13.02.2012 um 15:56 Uhr

PS: WTF....

von: Hedera   Kategorie: Die Welt da draußen

ist J. Allers? Was soll das? Überall geistern selbst verfasste Einträge übelster Art herum, jetzt auch noch hier? Wer soll das überhaupt sein?

Sachen gibbet...

13.02.2012 um 11:04 Uhr

Ausgebremst

von: Hedera   Kategorie: Irrenanstalt

Guter Dinge war ich zum Jahresanfang. Diesmal wird es was. Dieses Jahr ist meins. Und dann kam zumindest eine Wohnung. Ein Anfang. Arbeit wird schon noch.

Ja es ändert sich zumindest was an meiner bisherigen Stelle, noch 2 -3 Wochen Galgenfrist, dann werde ich meinen neuen Arbeitsplatz so langsam beziehen müssen. Letzte Woche gab es ein von mir initiiertes Treffen mit allen Abteilungen, die evtl. von ihren Arbeiten was an mich abgeben sollen beim Chef.

Und obwohl ich es ja schon wusste, wurde mir bei diesem Treffen erst richtig bewusst, wie völlig Banane meine Tätigkeit sein wird. Nichts gegen eine Dame am Empfang. Genauso wichtig wie ein perfekter Zimmerservice, Sauberkeit halt oder gutes Essen.  Aber eine Arbeit ohne besonderen Anspruch. Ohne kaufmännische Ausbildungsnotwendigkeit. Die habe ich aber nunmal. Und ich arbeite gerne im Büro. Und demnächst beschränkt sich mein Leben auf Töpfchen und Sitzverkleinerungen entleihen. Postvorsortierung (ist in der Eingangspost Patientenpost - dann behalten, alles andere bekommen die in der Verwaltung zum Bearbeiten), Koffertransfer, 2. Schlüsselausgabe. Evtl. irgendwann mal etwas auf der Internetseite ändern. Kein Büro mehr alleine. Ich fühlte mich damals so wichtig, als ich mein eigenes Büro hatte. Demnächst sitze ich dann also in einem winzigen Vorraum, der mittels Scheibe Sicht auf ankommende Besucher und Gäste gibt. Und verleihe dort Dinge, gebe Auskünfte. Mir im Rücken sitzen im dahinter angrenzenden Büro die beiden Damen der Terminplanung. Die Scheibe lässt sich öffnen (verschieben), so dass wir alle in der kälteren Jahreszeit in den Genuß von Zugluft kommen werden, da unweit dieses "Lochs" in der Wand die beiden Automatiktüren sind, die den Eingang/Ausgang nach draußen bilden.

Eigentlich sollte der "Empfang" dazu dasein, für die Patienten mehr oder weniger alleiniger Anlaufpunkt zu sein. Geht dann aber doch nicht, da die Anmeldung der Telefone auf den Zimmern gezwungenermaßen doch nur durch die Verwaltung im 1. Stock bewerkstelltigt werden kann. Die Eigenanteile werden auch dort kassiert, weil ich nicht mit Geld und dem EC Lesegerät arbeiten soll - das machen die KollegInnen dann doch lieber selbst. Ich habe eine Pfandkasse. Und eine für den Verkauf von Internetzugangskarten. Die Post darf ich in Empfang nehmen aber nicht bearbeiten. Essenmarken müssen die Kollegen in der Chefetage abholen. Wäre bei mir auch einfacher gewesen, da die Kolleginnen oben auch oft nicht da sind. Und neueste Order ist: kein "Anschreiben" mehr in der Küche - keine Marke, kein Essen. In der Summe sind alle diese Arbeiten etwas, das prima jemand ungelerntes machen könnte. Nicht jemand der 20 Jahre kaufmännisch gearbeitet hat und nebenbei noch einen mehrjährigen Lehrgang zur Finanzbuchhaltung gemacht hat. Egal. Berichte darf ich noch schreiben. Das mag keiner machen. Zwischendurch evtl. mal die Internetseite bearbeiten. So viel ist das nicht - bis vor einem Jahr gab es noch eine Vollzeitstelle Marketing. Aber wir vermarkten uns ja nicht wirklich.

Ich habe letztes Jahr angeregt den Bezug von Zeitungen in den einzelnen Abteilungen zu überprüfen. Wir konnten 1500 Euro sparen. Es war nicht meine Aufgabe, ich habe mich dem aber gerne angenommen. Mit welchem Resultat? Mit keinem. Warum habe ich geholfen Geld zu sparen? Damit meine Kolleginnen in der Buchhaltung seit September statt 40 45 Stunden die Woche arbeiten und bezahlt bekommen? Auch noch im 1. Quartal 2012? Und gleichzeitig verlangen diese Kolleginnen, dass wir doch bitte Stunden kürzen, weil so wenig zu tun ist, mangels vieler Patienten. Man hätte auch arbeiten abgeben können. Aber das tut man natürlich nicht. Dann stünde ja evtl. der eigene Arbeitsplatz unter Beschuss....da machen wir das doch lieber mit dem von Frau Hedera. Wir geben ihr all das, was keiner machen will und was irgendwie auch nur den Hauch von Wichtigkeit hat, das behalten wir fein. Und meckern? Darf ich nicht. Entweder will ich den heiligen Damen der Buchhaltung was böses oder ich bin undankbar, weil mir doch die Leitung der Hausdamen angeboten wurde und ich wollte sie nicht. Wäre ja auch genau mein Ding gewesen - sicher. Dann hätte der Chef einen schönen Grund gehabt mich abzuservieren, weil ich schon vorher gewußt hätte, das ich das nicht kann. Ich habe das nicht gelernt. Die "gelernte" Dame kriegt es auch nicht hin, verdient allerdings auch ein paar Hunderter mehr als ich. Und wenn ich den Posten übernommen hätte, hätte ich es für weniger machen müssen. so oder so.

Jetzt aber darf ich froh sein, dass ich mein Geld behalte. Auch wenn ich einen niederen Job ohne Verantwortung mache.

Vielen Dank meine lieben Exchefs. Dank des Umstandes, dass sich 2 von euch feuern ließen, leide ich jetzt mit. Und werde von der Chefarztsekretärin zur Empfangsdame degradiert und muss auch noch dankbar sein.

Das fällt mir mehr als schwer. Leider finden sich immer wieder nur Halbtagsjobs. Davon kann ich nicht leben, nicht mal ansatzweise. Ich hoffe sehr, es tut sich diesbezüglich noch was auf dem freien Markt. Das kann doch nicht meine Endstation sein? Mit einer solchen Stellenbeschreibung bekomme ich nie wieder einen Bürojob, der mich fordert.

Ich fühle mich total ausgebrannt. Von jetzt auf gleich. Ich könnte gerade nach Hause gehen und mich zu Hause hinsetzen und in die Luft starren. Und niemand hier würde mein Unbehagen verstehen, weil jede froh ist, damit nichts zu tun zu haben. Was habe ich mich für andere Leute eingesetzt, wenn sie auf Posten eingesetzt wurden, die mit ihrer Ausbildung nichts zu tun hatten. Tolle Wurst. Wenn es mich trifft, interessiert es keine Sau.

03.02.2012 um 11:08 Uhr

1.500

von: Hedera   Kategorie: Irrenanstalt

1500 km - so weit sind unsere jetzigen kleinen Gäste wahrscheinlich mit dem Bus aus dem Umland von Minsk zu uns gefahren. Mit 5 Pannen, weil im Bus der Diesel eingefroren war. 6 Kinder im Alter zwischen 7 und 11 Jahren. Einige waren schon 1 oder 2 mal bei uns. Leider immer im Winter (wäre doch im Frühling/Herbst viel schöner hier...) - aber dort sind es - 26°C - da ist unser Wetter doch ein Klacks. Die Kinder kommen seit einigen Jahren durch eine Organisation, die sich den "Kindern von Tchernobyl" verpflichtet fühlt und die Reisen durch Spenden organisiert. Wir spendieren den 3-wöchigen Aufenthalt inklusive ärztlicher Behandlungen.

Ich muß zugeben, wir hatten auch schon oft Kinder hier, die gut genährt und nicht krank aussahen, schick gekleidet etc. Dieses Jahr sind die 4 Jungs und 2 Mädchen aber viel jünger und sehen teilweise auch noch jünger aus als sie sind.

Zur offiziellen Begrüßung hat jedes Kind sich kurz vorstellen müssen (war nicht unsere Idee, die armen Knirpse), entweder auf deutsch (das konnten 2) oder französisch (das hat nur eine Ärztin verstanden) oder englisch. Der Kleinste hat russisch gesprochen, das verstehen immerhin 2 Kolleginnen. Sie haben allerdings auch eine sehr nette Betreuerin dabei, Lehrerin von Beruf, die alles für die Kinder übersetzt und immer dabei sein muß.

Jedenfalls als der Kleinste sich vorstelle, ergänzte die Lehrerin seinen kleinen, nervösen Vortrag (wie er heißt, das er eine Schwester hat, wie seine Mama heißt...) und wir haben uns einen Moment lang nur stumm angesehen. Er trägt das Haar kahlgeschoren - sieht auch für unsere Augen "richtig russisch" aus. Er lebt mit seiner Mutter und seiner kleinen Schwester in einem kleinen Dorf, die Lehrerin, die für eine Organisation schonmal Spenden durch die Lande fährt, lernte ihn vor 3 oder 4 Jahren kennen. Sein Vater ist vor Jahren mit irgendwelchem Geld durchgebrannt und die neue Beziehung der Mutter hat auch nicht gehalten. Sie lebt jetzt wieder mit ihm und der kleinen Schwester alleine. In einem Haus, dass die Lehrerin als unvorstellbar schmutzig und kalt bezeichnete. Und das es für den Kleinen das Beste wäre, dass er sich hier 3 Wochen lang sattessen kann. Obwohl man sagen muß, dass unser Essen für die russischen Kinder nicht wirklich das Größte ist. Sie essen mehr Suppen und das Frühstück ist wohl dort auch ganz anders.

Jedenfalls hat es uns allen der Kleinste sehr angetan. Alle Kinder waren ordentlich angezogen aber er hat wohl nur wenig Wäsche, keine T-Shirts, trug gestern eine Sweatjacke, hat aber nichts für darunter. Mein Chef hat 2 Mädchen, seine Frau erwartet das 3. Kind - er hat auch schon alles durchforstet. Wir haben vor Weihnachten erst Säcke voller Kleidung weggegeben und meine Fundstücke sind viel zu groß für den Jüngsten. Am liebsten würde ich ihn nehmen und mit ihm Wäsche kaufen gehen, wenn ich selbst genug zum abzwacken hätte.

Dieses Jahr bin ich wirklich erschüttert. Das waren wir alle. Wie gut haben wir es doch. Wir vergessen das nur immer wieder.

27.01.2012 um 11:05 Uhr

Mini Kalauer am Rande...

von: Hedera   Kategorie: Irrenanstalt

Heute ist der Cheffe mit seiner Tochter zur Arbeit (ca. 4 Jahre alt), anscheinend ist das Kindermädchen krank oder so. Heißt aber auch, dass der Cheffe heute mittag geht. Cheffe müßte man sein. Egalski.

Jedenfalls gingen die beiden durchs Haus , er anscheinend auf der Suche nach Spielzeug fürs Kind (sollte bei uns ja eigentlich nicht sooo schwer sein). Im ehemaligen Chefarztbüro nebenan wurde er anscheinend fündig. Er taucht in meinem Büro mit einer Kette voller bunter Holzkugeln auf und fragt mich, was das ist.

Als ich es ihm erklärt habe, wollte er sie dann doch nicht mehr haben fürs Kind...

Kennt ihr das auch?: