Dies und das.... der einzig Wahre!!!!

31.05.2012 um 17:48 Uhr

Wasser marsch!!!

von: Hedera   Kategorie: privater Wahnsinn

Er macht mir schon ein bißchen Angst...dieser Blick, den unser T.J. dem Wasserhahn zuwirft, wenn ich etwas abspüle. Dieser geneigte Kopf der dem Vorgang genau folgt und zu sagen scheint: Demnächst mach ich das selbst. 

Sobald ich in der Küche den Wasserhahn aufdrehe, springt der Gute auf die Fensterbank und von da das kurze Stück auf die Spüle. Er liebt Wasser, fließendes Wasser. Klar, damit ist er kein Einzelfall, nur ich hatte bisher viele Katzen zu Hause aber noch niemals ein Tier, das derartig verrückt nach Wasser ist. Seinen Wassernapf schiebt er gottlob derzeit nicht mehr durch die Gegend, dafür belauert er die Spüle. Als wir heute morgen zur Arbeit gingen, saß er drin. Sicher ist sicher, schien er zu denken,es könnte ja nochmal ein Tröpfchen abgehen....oder neulich, da lag er eingequetscht auf der kleinen Decke auf der Fensterbank - neben der Spüle wohlgemerkt.....So wäre er auf jeden Fall nahe am Geschehen.....
Im Bad : hier ist nicht das Waschbecken interessant, die Badewanne ist es. Haben wir geduscht, springt er danach in die Wanne und leckt den Wasserhahn, den Duschkopf und den Duschvorhang ab. Sein Vorhaben während meines Duschens in die Wanne zu klettern hat er wohl selbst als nicht besonders klug eingeschätzt...er plumpste prompt hinein, ruderte mit den Pfoten und krallte sich kurzfristig in den Vorhang um dann doch panisch den Ort des Geschehens zu verlassen. 
Mittlerweile stromert er auch viel draußen herum. Ich bekomme ihn schwerlich abends ins Haus, da meint er, wir spielen noch eine Runde und er saust im Affenzahn an mir vorbei, sich wahrscheinlich innerlich köstlich amüsierend......Hier noch auf die Kinderrutsche geklettert, da noch auf die obere (!!!) Holzquerstrebe der Kinderschaukel, so ein Sandkasten ist doch was feines....man kann sich drin wälzen, das freut Frauchen besonders...und bis sie am Spielplatz angekommen ist, hat man (Katze) Zeit genug schnell abzuhauen. Gelingt es uns dann endlich ihn im Vorbeiflug einzufangen, schreit er als ob er gerade gekidnappt würde....
Die Welt ist voller Abenteuer....die doofe Amsel, die immer wieder provozierend auf dem Rasen herumläuft und die genau weiß, bis der Kleine kommt, ist sie schon ganz woanders....

 

 

 

22.05.2012 um 20:07 Uhr

Alles normal...

Alles normal: ich lebe, ich atme, ich gehe, ich liebe, ich fluche, ich hasse, ich mag, ich treffe Freunde, telefoniere, genieße das Wetter oder ärger mich drüber. Ich streite, ich bin wütend.

Tausend kleine Dinge tun wir am Tag ohne drüber nachzudenken. Was sich erst ändert, wenn etwas den Ablauf stört. Man wird krank, man stelle sich vor, man wäre gefangen in einem Raum......eine Freundschaft zerbricht....jemand stirbt.
Wie bei vielen anderen Dingen auch, denkt man erst drüber nach, wenn jemand nicht mehr ist.
Heute gab es die Trauerfeier für meinen Schwiegervater, ich habe meine kleine zerbrechliche, unglaublich tapfere Schwiegermutter erst heute gesehen. Vor genau einer Woche ist er gestorben. Meine Schwägerin in Tränen aufgelöst, wie ich sie normal so gar nicht kenne. Meine immer blendend gelaunte, laute, fröhliche Schwägerin. 
Diese unendlich traurige Atmosphäre in der großen, wunderschönen Kirche, die Leute, die unseren Einzug mit mitfühlender Miene begleiteten und der Sarg. Der Sarg, mit Blumen bekränzt, ein blaues Tuch davor liegend, mit Muscheln und Seil geschmückt als Attribut zu seinem Leben, das mit dem Meer verbunden war. Der Pfarrer im Ruhestand, der die Predigt hielt, ein alter Freund der Familie....die beiden schlichten Bänder, die am Sarg herabhingen...auf dem einen ein Gruß seiner Frau, auf dem anderen all unsere Namen, die Kinder, die Schwiegerkinder und die Enkel. Nichts ist unendlich...selbst die Liebe findet durch den Tod ihr Ende. 
Und es geht noch weiter, die Seebestattung findet erst in ein paar Wochen statt.....und natürlich lacht man auf dem kleinen "Leichenschmaus". Die Enkelinnen brauchen das auch scheinbar am nötigsten, das erste Mal so richtig mit dem Tod in der eigenen Familie konfrontiert. Wer ist der Nächste, die Nächste? Wann sieht man all die Leute wieder, wenn nicht ein freudiges Ereignis zusammenruft? Wie lange kann man noch die Schwiegermutter genießen, die schließlich nächste Woche schon 79 wird? Wie schnell kann auf einmal alles vorbei sein.....
Was ich damit sagen möchte: erst nach solchen Momenten möchte man den nächsten schönen Augenblick so wirklich richtig festhalten, einbrennen ins Gedächtnis um ihn nie zu vergessen.
Wünscht sich, nie im Streit mit jemandem auseinanderzugehen. Sich noch tausend Mal seine Gefühle füreinander gesagt zu haben. Genießt den Augenblick mit geliebten Menschen.......
Wir sind leichtsinnig manchmal mit den guten Augenblicken, nehmen sie hin, geben ihnen nur eine Sekunde, nahezu nachlässig ....
Leb wohl Seemann, solange wir leben, lebt die Erinnerung in deiner Familie und bei deinen Freunden fort.

 

 

 

17.05.2012 um 12:20 Uhr

was für ein hübsches tier

17.05.2012 um 10:03 Uhr

........

von: Hedera   Kategorie: privater Wahnsinn

Nichts währt ewig. Weder Glück noch Leid, auch wenn man das in dem Moment nicht wahrhaben möchte. In jeder Minute, nein Sekunde erwacht etwas zum Leben und stirbt etwas. Sehen sich 2 Menschen das erste Mal und wundern sich, warum sie sich nicht eher begegnen sind, trennen sich Menschen, streiten sich, lieben sich und Dienstag hat der Vater meines Männe seinen letzten Atemzug getan. 
Ich kenne meinen Schwiegervater natürlich auch bereits seit über 10 Jahren aber ich gestehe, ich war ihm nicht so nahe. Seine Familie ist voller Erinnerungen für ihn. Ich weiß, dass er Opern liebte, diese Leidenschaft mit seiner Frau teilte und an meinen Männe weitergegeben hatte. Er liebte das Wasser, seinen Beruf, den er sogar bis letztes Jahr noch ausgeübt hat. Nächsten Dienstag ist die Trauerfeier, seine Seebestattung wird später stattfinden, wenn sein Sohn, der ja den Laden übernommen hat, Zeit hat am Wochenende eine Fahrt stattfinden zu lassen. Wir werden bestimmt seine Lieblingsmusik hören.....
Aber er starb ganz alleine, zu Hause. Seine Frau war beim einkaufen, er auf dem Weg in die Küche oder wieder zurück, ist zusammengesunken, hingeschlagen und lag dort noch, als sie ihn fand. Und das berührt mich schon. Ganz allein? Hat er es mitbekommen, oder nicht? Wir wissen es nicht. Und meine Schwiegermutter muß sich, obwohl er wirklich schon lange sehr krank war, mit diesem plötzlichen Ereignis auseinandersetzen. Nach 54 Jahren Ehe ist er gegangen, ganz allein. Die letzte Fahrt hat er alleine angetreten......

Una fortiva lagrima - Pavarotti - der Link, der hier reinsollte, wenn er denn gegangen wäre.... 

 

 

 

04.05.2012 um 10:51 Uhr

Hedi sieht rot...

von: Hedera   Kategorie: privater Wahnsinn

Wie sagt mein Männe immer so schön: ich solle mich doch nicht immer über so einen Pisskram aufregen....

Am 1. Mai scheiterte mein Versuch eine simple Maschine Wäsche zu waschen fast...nach über 12 (!!!) Stunden gelang es mir endlich die Waschmaschine zu erorbern, nachdem 2 Nachbarinnen meine Restlaufzeit für eigene Wäschevorhaben einkassiert hatten (Frechheit). Am Abend folgte dann noch eine kurze Konfrontation mit einer Nachbarsfrau aus dem Nebenhaus, die nicht verstehen wollte, was ich ihr sagte und der Tag war endgültig im Eimer.

Und dann folgte noch ein kurzer schriftlicher Schlagabtausch mit einem Amtsmenschen aufgrund einer Bewerbung, die ich gewagt hatte abzugeben bei der Stadt. Ich nichts ich. 
Habe ich es doch gewagt mich auf eine Stelle zu bewerben, die nur für Verwaltungsfachangestellte gedacht ist. Sie war, weil sie es muss, öffentlich ausgeschrieben. Ergo habe ich mich beworben. Im Grunde genommen ist es eine Bürotätigkeit,wie andere auch. 
Dann hörte ich von meiner Freundin, die ebenfalls bei der Stadt arbeitet, aber eher im Außendienst (;o)))), dass bereits Vorstellungstermine anvisiert sind und die Herren eh schon vorher einen Kandidaten im Auge hatten. Wohlgemerkt männlich. Ein Hoch auf die Pseudoaussage, dass bevorzugt Frauen bei gleicher Eignung und Behinderte einstellt werden.

Ich schreibe an den Bürgermeister eine kurze Mail. Ob meine Bewerbung denn angekommen ist, ich gehört habe, dass Vorstellungstermine im Kommen seien und ich mich schon freue, von ihnen zu hören.

Dann kommt per Mail Antwort, natürlich nicht vom Bürgermeister, der befasst sich ja nicht selbst mit sowas. 

Sehr geehrte Frau Hedera,

Bürgermeister Müllers hat Ihre Mail an ihn zuständigkeitshalber an mich weitergeleitet.  Voraussetzung für eine mögliche Einstellung ist eine abgeschlossene Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten. Aufgrund der fehlenden Ausbildung sind Sie daher nicht in die engere Auswahl gekommen. Auch Bewerbungen von Mitarbeiterinnen aus unserem Hause, die ebenfalls nicht über eine abgeschlossene Ausbildung verfügen, haben wir nicht berücksichtigen können.
Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Heinz Meier
Fachbereichsleiter Allgemeine Verwaltung

Hach, nun ist es auch egal. Da kriege ich keinen Fuß in die Tür aber hartnäckig wie ich manchmal sein kann, wage ich es einfach mal nochmal nachzufragen:

Sehr geehrter Herr Meier,
das ist sehr schade, dass meine Ausbildungen nicht für eine Einstellung bei der Stadt führen können. Handhaben Sie das generell so, dass eine Seiteneinsteigerin keine Chance hat - ich denke da nur an evtl. andere einmal frei werdende Stellen und meinen Gedankengang dass es auf der Insel u.U. nicht gerade von Verwaltungsfachangestellten "wimmeln" dürfte? Ich fände es sehr bedauerlich, wenn da niemals eine Chance bestünde, gleichgestellt mit einem Ausbildungs"inhaber" zu sein. 
Mit freundlichen Grüßen
Hedi

Nun hat der gute Mann wohl anscheinend seinen Geduldsfaden mit mir verloren, ich lästiges Ding ich:
Frau Hedera,
rufen Sie mich doch einfach bitte mal an.
Mit freundlichen Grüßen
Meier


Uiuiui, nix mehr mit Sehr geehrte oder ähnlichem. Ich habe aber keine Zeit ihn anzurufen, ich bin auf der Arbeit, wie sieht das denn aus. Also schreibe ich am nächsten Morgen erneut und letztmalig:
Sehr geehrter Herr Meier,
vielen Dank für Ihr Angebot Sie doch telefonisch zu kontaktieren, leider erreichte mich Ihre Mail während der Arbeitszeit und später kam ich nicht mehr während der Dienstzeit zu einem Anruf - genau wie jetzt auch. Wahrscheinlich finden Sie es ungewöhnlich, dass jemand wie ich nochmal so genau nachhakt. Aber ich finde, es macht für einen Bewerber persönlich keinen Sinn, wenn eine Absage mehr oder weniger eine Standardantwort enthält. Ist man gänzlich ungeeignet für jegliche Art von Stelle, die jemals frei werden könnte? Ist die Ausbildung nicht anerkannt? Wobei - ich gebe zu, ob Ihrer Antwort kam ich mir schon vor, als ob eine Fleischereifachverkäuferin gewagt hätte einen Bürojob haben zu wollen. Lt. Ausbildungsverordnung ist der Beruf der Verwaltungsfachangestellten einem "normalen" Job in der Wirtschaft nicht fremd. Dank meiner Ausbildung zur Finanzbuchhalterin ist der Umgang mit Vorschriften und Gesetzen mir nicht unbekannt aber ich muss Ihnen natürlich das Recht zugestehen sich auszusuchen, wen Sie für diesen, sicherlich sehr speziellen Posten einstellen möchten.
Ich finde es nur bedauerlich, so gar keine Rückmeldung erhalten zu haben - wenn ich nicht nachgefragt hätte. Welche Weiterbildungen könnten Sinn machen um einen Job XY zu erhalten - das sind Fragen, die sich Bewerber doch stellen (sollten) - und die man nur beantworten kann, wenn man ehrliche Antworten erhält. Ich entschuldige mich nachträglich für meinen jetzt doch ellenlangen Text und bedanke mich trotzdem für Ihr Ohr - wer weiß, vielleicht gibt es ja doch nochm einmal irgendwann einen freien Posten auf den sich Frau Hedera doch nochmal bewirbt....
Mit freundlichen Grüßen
Hedera
Nun reisst ihm gleich der Faden...seine letzte Antwort:
Guten Morgen Frau Hedera,
ich denke, dass eine entsprechende Ausbildung auch einen Sinn macht, um eine spezielle Tätigkeit auszuüben. Duchaus vorstellbar wäre natürlich auch aufgrund vorhandener Berufserfahrung eine freie Stelle in der Verwaltung zu besetzen. Aber irgendwo muss man in einer Stellenausschreibung doch auch zum Ausdruck bringen dürfen, welche Voraussetzungen erforderlich sind um diese freie Stelle zu besetzen. Durch eine solche Beschränkung geht man zudem einer Vielzahl von Bewerbungen aus dem Wege, die eben nicht in Frage kommen. Im Übrigen ist die Stauch daran interessiert ihre "fertigen" Auszubildenden , wenn möglich, nach der Ausbildung weiter zu beschäftigen. Ich kann mich gar nicht erinnern, wann die letzte freie Verwaltungsstelle bei der Stadt ausgeschrieben worden ist. Ich persönlich halte den von uns gewählten Ausschreibungstext auch heute noch für absolut in Ordnung.
Mit freundlichen Grüßen
Meier

Irgendwie habe ich schon das Gefühl, wir reden aneinander vorbei. Mit Berufserfahrung kann man dann doch dort anfangen. Wie soll man die aber beibringen können, wenn die Stadt angeblich nur gelerne Kräfte einstellt? Von meiner Freundin weiß ich, dass mindestens eine Kollegin eben keine Verwaltungskraft ist, aber als solche eingestellt wurde. Wie engstirnig muss man in heutigen Seiten bei einer Stadtverwaltung sein, wenn man noch so an alten Zöpfen hängt? Heißt das im Umkehrschluss, eine Verwaltungsfachangestellte ist auf dem freien Markt niemals einsetzbar, bzw. bekommt auch in der Wirtschaft nie eine Stelle? Dann wäre es wohl besser, es wird nur ausgebildet, was man selbst auch wieder einstellen kann. Wo sollten denn sonst die armen Azubis abbleiben? Ich habe Großhandelskauffrau gelernt, nie als solche gearbeitet und bin direkt nach der Ausbildung in die Industrie gewechselt. Danach habe ich bis dato jahrelang im medizinischen Bereich/Verwaltung gearbeitet. Flexibler kann man doch wohl nicht sein? 
Ist ein wählbarer Bürgermeister, der doch auch der Vorgesetze aller Stadtangestellten ist, automatisch auch immer ein Verwaltungsbeamter höherer Laufbahn? Wohl kaum, letzte Wahl stellte sich ein Campingplatzbetreiber, der politisch interessiert ist, bei der Wahl auf. Hat aber nicht gewonnen. Wie wäre das mit der Aussage, dass nur gleiche zu gleichem kommen kann, vereinbar? Immer noch fühle ich mich von Herrn Meier richtiggehened gebrandmarkt, wie eine Frau, ein Mensch, der es wagte die heiligen Hallen der Stadt betreten zu wollen und dazu überhaupt kein Recht hatte. Das empfinde ich schon auch als Diskreminierung, für eine entsprechende Anzeige langt das natürlich nicht.
Aber ich bin angefressen. Und verängstigt. Weil man ja nie weiß, wie lange man den jetzigen Job noch hat. Wir hangeln uns ja hier von Jahr zu Jahr. Wer in drei Gottes Namen wird mich jemals einstellen? Wer?