traurig
heut abend, da saß ich im zug rechts außen,
das mädchen zur linken war wunderschön.
doch wars ihr hier drin so kalt wie draußen
das konnte ich selbst durch den mantel sehn.
das lange und blonde haar hat's nicht verborgen,
ihr blick, er war voller schmerzender sorgen.
obwohl ich sie gar nicht rollen sah,
die tränen waren da, unter ihrem langen haar.
sie hinterließen die tiefsten dallen
in den schnipseln des briefes, auf die sie gefallen.
ich wollte, ich hätte sie trösten können,
doch sie erlaubte sich nicht zu weinen.
so ließ ich sie also dem traurigem scheinen,
stieg aus, und musst mich ans dunkel nicht gewöhnen.
