Thief: Deadly Shadows
Guten Tag!
Natürlich lebe ich noch! Ansonsten hätte ich euch gewiss über mein Ableben in Kenntnis gesetzt ;-)
Eigentlich wollte ich in den letzten Wochen immer wieder Blogeinträge mit richtigen Themen schreiben, aber irgendwie wurden die nur in meinem Kopf geschrieben und haben es einfach nicht bis zur Tastatur geschafft.
Diese Einträge werde ich nun nachholen, nach und nach.
Heute geht es um mein nunmehr 2. X-Box-Spiel, welches mich eine gesamte Woche in Anspruch genommen hat, wobei dann das 2. Mal durchspielen innerhalb von 3 Tagen ging...
Das Spiel heißt "Thief: Deadly Shadows", dritter Teil der Reihe "Dark Project", welche eigentlich als PC-Spiel gedacht war, aber der 3. Teil kam auch für die X-Box. Würde zwar gerne auch die ersten beiden Teile spielen, aber die sind noch für Win98 und bei meinen anderen alten Spielen für Win98 zickt mein PC immer rum, trotz diverser Kniffe. Dafür wird anscheinend derzeit an einem 4. Teil gearbeitet.
Es ist übrigens aus dem Jahre 2004. Hier ein Trailer , und hier noch einer.
Grundhandlung: Als Meisterdieb Garret macht man die Stadt unsicher bis man in die Erfüllung einer Prophezeiung verstrickt wird, für die man bestimmte Gegenstände beschaffen muss, wobei man natürlich als guter Dieb nebenbei alles Wertvolle mit einsackt ;-)
Die Stadt selbst ist eher mittelalterlich bis Fantasy, hat dann aber hier und da einige Dinge, die so gar nicht in diese Zeit passen. Stört aber nicht weiter.
Prinzip des Spiels ist, sich unauffällig über kreative Wege durch die verschiedenen Missionen zu schleichen. Man muss niemanden töten, kann man aber. Bewusstlosschlagen ist jedoch ohnehin effektiver, wenn es denn sein muss.
Man kann Schlösser knacken und später Wände hochklettern (großer Spaß).Und man kann zwischen "normaler" und Ich-Perspektive wählen.
In der Stadt gibt es drei "Religionen".
Zunächst die Hüter/Keepers, welche der prototypische Gelehrtengeheimbund sind. Sie beschäftigen sich mit Glyphen und Prophezeiungen und haben magische Fähigkeiten. Außerdem beherrschen sie das Verschmelzen mit den Schatten, sodass sie sich nahezu unsichtbar machen können. Garret war einst angehender Hüter, hat sich dann aber dafür entschieden, mit diesen speziellen Fähigkeiten als Dieb Karriere zu machen. Sie reden etwas arrogant.
Dann die Hammeriten/Hammerites, die den Erbauer/Builder anbeten und von Technik und Industrie besessen sind. Ihr Symbol ist der Hammer und sie tragen auch immer einen großen Hammer mit sich, der sich hervorragend dazu eignet, Sünder von ihren Sünden zu befreien, nämlich durch einen möglichst schmerzhaften Tod. Laut Wikipedia ist die Art, wie die sprechen, an Shakespeare-Englisch angelehnt, jedoch mit recht vielen Fehlern und falschen Klischees.
Schließlich die Heiden/Pagans, Feinde der Hammeriten, denn sie beten die Natur und das Chaos an. Die Heiden leben mit merkwürdigen Kreaturen zusammen und haben so ihren Spaß, der Erde Menschenblut zu opfern. Und die Heiden reden besonders witzig. "Woodsie-King" ist da einer meiner Favoriten. Oder "Goodsie", "Them hammerheads", "If them Paw is tookered" "The foolsy Pugleaf bes deaded this way, in his forgetting."
Mit diesen Gruppen verbündet man sich im Laufe des Spiels, was sehr praktisch ist, denn dann kann man sich bei denen verstecken und die töten dann eventuelle Verfolger ;-) Außerdem grüßen die immer so nett.
Sonstige Gegner sind dann noch zweierlei Zombies (dazu später mehr), Stein-Statuen ("Find and kill and crush and kill..." "Gone and missing and gone and stolen and gone" "Die and die and die and die and die") Stadtwachen ( "Come here, taffer!"), merkwürdige Monster, Kurshok (unterirdisch lebende Fisch-Menschen-Dinger...., die bösen Vollstrecker und natürlich die Hexe.
Leider war das Spiel, zumindest bei mir, voller Bugs. Buggering bugs... Und jedes Mal, wenn ich in einer Wand hängen blieb oder zwischen zwei Fässern oder auf der Flucht an einer Hausecke waren meine letzten Worte "Don't bugger with me, buggering Bugs!" Zudem musste ich ein mal gut 4 Stunden noch mal spielen, weil das Spiel nicht erkannt hatte, dass ich eine Aufgabe erledigt hatte.
Auch sind die angeblich hilfreichen Karten alles andere als hilfreich. Man erkennt darauf nichts!
Kommen wir zu den witzigsten oder merkwürdigsten Momenten des Spiels:
- Das gebrummelte "Respect" Einige Passanten im Spiel sind unglaublich schlecht drauf und brummeln die ganze Zeit nur mürrisch vor sich hin. Einmal aber erhaschte ich beim Vorbeigehen einige Worte und bin dem Kerl gefolgt und stellte erheitert fest, dass er die Lyrics von "Respect" brummelte: "R.E.S.P.E.C.T, find out what it means to me..."
- Tod durch Wand Einmal war ich beim Klettern in einer Wand stecken geblieben und als ich versuchte, die Bugs davon zu überzeugen, dass das nicht geht bemerkte Garret plötzlich auch, dass das nicht geht und starb unter Schmerzen.
- Cartoon-Tod Wie man aus den guten alten Cartoons weiß, fällt man, falls man keinen Boden mehr unter den Füßen hat, erst, wenn man runter schaut. Dementsprechend konnte ich bei einer Klettertour einmal eine Straße etwa 20 Meter über dem Boden entlang gehen und erst als ich versuchte, einen Weg nach unten zu finden fiel ich in den Tod.
- Ausflug ins Weltall Ebenfalls beim Klettern kann es passieren, dass man plötzlich im lila Weltall landet
- Ich bin gar nicht da Als Garret verfügt man zwar über verblüffende Versteck-Fähigkeiten, aber einmal wurde es doch unglaubwürdig. Kleiner, heller Raum, man wurde bereits gesehen, 2 Zivilisten und 1 Stadtwache suchen einen. Da hab ich mich an die Wand gedrückt und nicht bewegt und dabei standen diese drei direkt vor meiner Nase und haben mich gut 5 Minuten lang nicht gefunden! Alter!
- Fest steckende Statue In einem Raum war mir schon bange, wie ich an dieser riesigen Steinstatue vorbei kommen soll, jedoch erübrigte sich das Problem, da die Statue in ein Loch rannte und da nicht mehr heraus konnte. Das verzweifelte "And Crush and kill and crush and kill and CRUSH AND KILL AND CRUSH AND KILL! Die and die and die and die AND DIE!" hat ihm da auch nicht viel geholfen ;-)
- Kein Alkohol im Dienst Einer betrunkenen Stadtwache nahm ich mal die Weinflaschen weg und hab sie an ihm vorbei weggeworfen, woraufhin er mit gezücktem Schwert wütend Leute auf der Straße anschrie
Ansonsten laufen die Leute im Spiel gern gegen Wände, springen in den Tod oder fallen einfach irgendwo runter.
Und nun die unheimlichsten, gruseligsten oder verstörendsten Momente:
- ZOMBIE! In der zweiten Mission begegnete mir der erste Zombie und zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass es in dem Spiel Zombies gibt. Ohne etwas Böses zu ahnen knackte ich also die Tür zu einer Zelle und wunderte mich nicht über das merkwürdig rasselnde Schnachgeräusch und auch nicht über das dunkle Bündel Lumpen auf dem Boden bis dieses Bündel plötzlich aufsprang und mich zerfetzte. Wah.
- ZOMBIESCHIFF! Da wusste ich dann immerhin schon, dass ich es mit Zombies zu tun hatte und dass ich sie mit Feuerpfeilen recht bequem ausschalten kann, dennoch schleicht man nur langsam durch dieses verdammte Schiff und beobachtet wirklich alle Dinge, die auf dem Boden herum liegen, für den Fall, dass da doch ein Zombie rum liegt... Das Geräusch, das die machen ist furchtbar...
- Witwe Moira! Na gut, die Witwe Moira ist nicht wirklich gruselig, aber sie ist verrückt und singt und summt vor sich hin in einem Turm, redet mit ihrem toten Mann und mit sich selbst und sitzt einfach nur da in ihrem Witwenoutfit mit dem Schleier vor den Augen. Sie tut einem dann aber doch so leid, dass man ihr die Flasche Wein vorbei bringt, die sie so gerne hätte ;-)
- Kinderreime! Durch das ganze Spiel ziehen sich die Geschichten über die Hexe/Hag, eine alte Frau, die Kinder frisst und Leute häutet. Dazu gehören einige Kinderreime, die Passanten gerne singen oder flüstern und die Melodie davon auch gerne pfeifen oder summen. Nicht nett.
- Psychopathen! Bei einigen dieser "unschuldigen Passanten" musste man sich doch fragen, warum die Stadtwachen eigentlich hinter mir her sind und nicht hinter denen! Die gehen durch die Stadt und reden vor sich hin, dass sie alle umbringen werden und wie sie es tun werden. Da wollte man fast schon zur nächsten Stadtwache und die anzeigen...
- Vollstrecker! Dieser Bund der Hüter stellt sich eigentlich als die Guten und die Vernünftigen hin und später stellen sie Garret vor Gericht, weil er angeblich einen von ihnen umgebracht hat und als er dann entkommt (natürlich), schicken sie die Vollstrecker, um ihn zu erledigen. Diese Vollstrecker bringen aber absolut JEDEN um! Man muss vor denen durch die ganze Stadt fliehen und die sieht da vielleicht aus... alles voller Leichen und Blut! Die Guten lassen also einfach alle umbringen. Ähhh... besonders unheimlich an den Vollstreckern allerdings ist, dass die sich telepathisch verständigen und das dann so einen ganz schauerlichen Sound hat.
- SHALEBRIDGE CRADLE!
Das verdient mehrere Absätze. Alter-Schwedischer-Falter, die Shalebridge Cradle kostet Nerven.
Wie ich leider erst nach dem Spiel heraus fand ist die Shalebridge Cradle berühmt-berüchtigt für den Horror-Faktor.Dabei muss man erwähnen, dass ich in dem Zusammenhang sehr zart besaitet bin und eigentlich gar kein Gruselzeugs verkrafte, aber offenbar bin ich nicht allein mit meinem Herzrasen in diesem Level ;-)
Ich ahnte schon nichts Gutes als die Mission anfing. Altes, verlassenes Haus im Nebel. War mal Waisenhaus und Irrenanstalt. Muss ich da wirklich rein? Warum? Auch noch durch die Kellertür...
Im ersten Teil des Levels geschieht aber praktisch NICHTS. Dennoch schlich ich nur gaaaanz langsam vorwärts, hab mich ständig panisch umgesehen und war mir soooo sicher, dass hinter der nächsten Ecke irgendwas lauern würde. Der Soundtrack leistet da einen nicht unerheblichen Beitrag.
Natürlich muss man dann doch irgendwann zum Dachboden hoch, aber während man die Wendeltreppe hoch geht rattelt natürlich die Tür und ein lautes Klopfen ertönt. Wenn man sich dann doch rein traut spricht der Geist eines kleinen Mädchens mit einem. Und die ganze Zeit hatte ich das Gefühl, das Mädchen wäre böse und will mich nur reinlegen, aber nun gut... sie fängt auf jeden Fall ständig unerwartet an zu sprechen, was nicht nett ist.
Dann kommt man in den zweiten Teil des Levels und wird langsam unvorsichtig, weil noch nichts sonst passiert ist und dann sieht man in der Ferne, im Dunkeln, ganz plötzlich etwas von links nach rechts gehen. Daraufhin musste ich eine Pause machen.
Als ich wieder anfing ging ich zunächst mal eine Leiter hoch und weil da nichts war wieder runter. Nun kann man, wenn man Leitern herunterklettert, nicht sonderlich gut um sich schauen, sodass ich völlig unerwartet plötzlich diesem DING gegenüber stand. Panisch hab ich einfach mal alles an Waffen, die ich hatte, drauf los geballert, aber es hat alles nicht funktioniert!
Diese... Dinger sind so eine Art Vogelscheuchenpuppen mit einem Metallkäfig um den Kopf, die sich ruckartig, anscheinend von Strom angetrieben, bewegen und zwar völlig lautlos. Das einzige, was einen vorwarnt ist, dass das Licht in ihrer Nähe flackert, was die Atmosphäre nicht unbedingt entspannt...
Irgendwann stellte ich dann fest, dass ich die mit 2 Feuerpfeilen zu Fall bringen konnte. Die Erleichterung hielt leider nicht lange an, da das Ding, als ich dann dran vorbei gehen wollte, plötzlich wieder aufsprang. Selbst jetzt, da ich weiß, wie man die Dinger langfristig ausschalten kann geh ich nicht mehr in die Nähe von denen und muss mich ständig umdrehen, ob sie sich auch ja nicht bewegen. Furchtbar.
Das Level ist großartig, aber Scary.As.Hell!
Insgesamt hat mir das Spiel trotz der Bugs und einigen Kleinigkeiten sehr gut gefallen. Sehr atmosphärisch, abwechslungsreich und spaßig. Vom Schwierigkeitsgrad jedoch vermutlich für Gamer keine Herausforderung, denn für mich war es gerade noch herausfordernd genug, aber nach etwas Eingewöhnung sehr leicht zu meistern. Dennoch hoher Nochmal-Spiel-Wert, da es so viele Kleinigkeiten gibt, die man anders machen kann, sodass sich der Spielverlauf ein wenig verändert.
Leider ging auch die tolle Vibrations-Funktion bei mir nicht. Beim Schlösserknacken soll eigentlich der Controller vibrieren, aber meiner hat entweder gar nicht oder ununterbrochen vibriert, weswegen ich die Funktion leider ausschalten musste. Schade.
Fazit: Ich hatte Riesenspaß und werde das Spiel noch viele Male durchspielen und die Entwicklung von Teil 4 beobachten.
Und was erwartet euch sonst noch in nächster Zeit hier bei den Nachholbeiträgen?
"Inception", "Opa Dracula", "Vincent!", "True Blood Finale"
Az.

Interessant, dass du so etwas gespielt hast. Ich würde zu gerne wissen wie die Statuen reden.
Und in Sachen "Ach du meine Güte ist das auf einmal gruselig AHHHH OH GOTT IST DAS AAAAAAAAAAAARGH" kann ich nur wärmstens das Oceanside Hotel aus Vampires: The Masquerade - Bloodlines empfehlen. Du meine Güte.
Jetzt schreibe ich schon wieder davon, dabei habe ich es ewig nicht gespielt!
Schön, dass du doch noch lebst!