Entweder habe wir nun grade ein nicht zu verachtendes Generationenproblem, oder meinen Eltern habe sich ein Wesen heran gezogen, dass sie so nicht haben wollten...
Was ist denn, wenn ich nach einer Zeit keine Lust mehr darauf habe? Wenn ich das Schlagzeugspielen anfange und es dann nicht weiter machen will?? Einfach aufhöre, keinen Bock mehr habe und mich anderen Dingen widme??
Natürlich habe ich mir dazu auch meine Gedanken gemacht, doch kann ich das Problem einfach nicht sehen. Sollte es denn so sein, dass ich nach ein paar Monaten merke, dass Schlagzeugspielen doch nicht so mein Ding ist, dann ist das eben so. Wenn ich nach einer Zeit meine, dass Schlagzeugspielen zwar schön ist, ich dann aber viel lieber meine Zeit damit verbringen möchte, Norweger Pullover für Hunde zu stricken, dann ist das eben so... Ich sehe das Problem einfach nicht. Sie sagen dann immer so: Dann fängst du einfach was an und hörst es dann wieder auf. Und ich muss einfach sagen: UND!?
Woher soll ich denn wissen, was mein Ding ist, wenn ich nichts ausprobiere?? Muss ich denn mein ganzes Leben lang ein und die selbe Sache machen?? Kann ich nicht Schlagzeugspielen, Fotografieren und trotzdem noch Norweger Pullover für Hunde stricken?? Muss es denn immer für immer sein?? Es ist eben nicht immer die ganz große Liebe und hin und wieder muss man eben auch mal eine falsche Entscheidung treffen...
Mir kommt es ja fast so vor, als hätten sie Angst. Angst davor, eingestehen zu müssen, dass sie (oder in dem Fall ich) einen Fehler gemacht haben. Aber ist doch völlig unnötig. Ich meine: Ich gehe ja auch nicht hin und bleibe bis ans Ende meines Lebens mit dem erstbesten Kerl zusammen den ich finde, obwohl ich merke, dass es nicht so recht passt, nur um mir und vor allem der Welt nicht eingestehen zu müssen, dass ich eine falsche Entscheidung getroffen habe.
Wenns denn dann so sein sollte, dass ich irgendwann merke, dass Schlagzeugspielen doch nicht so der burner ist, dann mache ich eben ein imaginäre Kreuz auf meiner imaginären Liste und weiß dann: Schlagzeugspielen ist es also nicht. Ich stehe mehr so auf dem Standpunkt: Einfach machen und sehen was sich draus entwickelt.
Natürlich, werde ich mich über mich selber ärgern. Schlagzeugunterricht ist nicht billig und ein Drumset auch nicht, doch auch, wenn die Aktion mein Portmonaie schmälern wird, werde ich danach doch um eine Erfahrung reicher sein...
Aber meine Oma ist der Kracher :D Hat mir eben meine ersten Drumssticks geschenkt. So aus Trotz, da meine Eltern ja zunächst sagten, ich dürfte nicht Schlagzeug spielen. Sie wollte sogar schon los rennen und mir ein Drumset kaufen, doch davon konnte ich sie so grade noch abbringen...