Allem Anfang wohnt ein Zauber inne

09.02.2006 um 07:10 Uhr

Brrrrrrrrrrrr

Huch, was sehe ich denn hier? Das ist ja der Wahnsinn! Nach 9 Monaten schaue ich mal wieder in meinem vernachlässigten Blog vorbei und sehe einen mir nicht mehr bekannten Menschen. Was war ich denn am Rumjammern und Philosophieren. Frische Luft hätte mir da wohl gut getan :-)

Es hat sich viel verändert seit dem. Ich habe aber keine Lust dazu, alles aufzuzählen und nochmal in der Vergangenheit zu stöbern. An den äußeren Umständen hat sich nicht viel getan, ich bin immer noch eine Singlemama (Sohnemann wird am 14. Februar 1 Jahr alt), beruflich immer noch selbständig. Alles beim Alten, auch wenn es mal kurze Zeit anders war. Aber darüber will ich nicht reden! Wichtiger ist, dass ich mich innerlich verändert habe. Ich habe meine alte Stärke wieder, ich bin nicht mehr hilflos oder enttäuscht, wütend und hasserfüllt. Ich stehe wieder voll im Leben und darüber bin ich echt froh.

03.05.2005 um 16:41 Uhr

Abschied

Stimmung: noch nicht soweit

Ich habe gerade in einem anderen Blog eine sehr schöne Idee gefunden (danke). Die Trennung von meinem Ex ist jetzt etwas über 2 Monate her. In den Wochen davor, als sich das unabwendbare Ende schon abgezeichnet hat, redeten wir schon mit Wut miteinander. Es blieb vieles ungesagt und rückblickend, aus einer angemessenen Distanz betrachtet, hätte ich mich gerne von ihm verabschiedet. Also Mike, das ist für dich:

Ich danke dir für deine Unterstützung, obgleich du mir immer das Gefühl gegeben hast, ich wäre dir zu lästig. Danke auch für die Zeit, die wir miteinader verbracht haben, auch wenn wir uns zum Schluss nur noch angeödet haben. Cut!

Oh, Mann! Es ist verdammt schwer etwas Positives zu schreiben mit noch soviel Wut im Bauch. Offensichtlich bin ich noch nicht soweit. Vielleicht ein anderes mal?

03.05.2005 um 15:58 Uhr

Das Leben geht weiter und ich gehe mit

Stimmung: gemma gemma gemma! (heißt übersetzt: gehen wir, gehen wir, gehen wir!)
Musik: nüx

Eigentlich wollte ich ja diesmal konsequenter sein. Ich habe mir vorgenommen mindestens jeden zweiten Tag etwas in mein Blog zu schreiben. Schande über mich! Das habe ich in den letzten Wochen gründlich versäumt. Was war los? Tja, mein sprunghaftes Naturell hat wieder die Oberhand gewonnen. Ich lasse mich gerne für neue Projekte begeistern. Das liegt nun mal in meinem wassermännischen Wesen. In meiner babybedingt knapp bemessenen Freizeit habe ich mich lieber mit meiner neuesten Errungenschaft, einer Shopsoftware, beschäftigt. Das mag vielleicht nicht sehr aufregend klingen, aber mich hat sie über Stunden unterhalten. Das positive an der Sache ist, dass ich ohne HTML-Programmierkenntnisse trotzdem behaupten kann meinen Online-Shop selbst erstellt zu haben *grins* was mir 1. beruflich sehr viel bringt und 2. ein Stück Unabhängigkeit bedeutet. Das muß ich etwas genauer erklären...

Ich weiß nicht, ob ich schon erwähnt habe, dass mein Ex ziemlich stark involviert war in mein Lokal. Er hat die Licht- und Tontechnik installiert und war auch der einzige der sich damit ausgekannt hat. Das Computernetzwerk und unsere Homepage war auch seine Schöpfung. Zugegebenermaßen hatte ich nach der Trennung große Bedenken, ob ich auch ohne ihn schaffen würde diese ganze Technik zu bedienen. Ich bin nicht auf den Kopf gefallen was Technik anbelangt, obwohl ich mich eher als User einstufen würde und nicht als Developer. Keine Software dieser Welt kann mir etwas vormachen, innerhalb 15 Minuten hab ich den Dreh heraus und kann schon loslegen. Ich habe sogar meine Playstation selbst anschließen können, den Großteil meiner Möbel zusammengebaut und ich kann eine Stiftsockellampe von einer Glühbirne unterscheiden ;-) ABER das ist nicht zu vergleichen mit dem Erstellen einer Playliste im BPM-Studio oder das Wechseln einer Lampe in einem Farbwechsler, der fest in die Wand eingebaut ist. Programme erstellen für den Moving Head, Netzwerkadministration, das Einfügen von Pop-up's in unsere Homepage... das alles war bis jetzt ein spanisches Dorf für mich. Aber was wäre ich für ein hilfloses Weibchen, wenn ich aus der Not nicht eine Tugend machen könnte? Na was solls, neben meinen Berufen als Sekretärin, Marketingfachfrau, Controller, F & B-Manager, Eventorganisator, Einkäufer und Wirtin werde ich es wohl locker schaffen noch als Ton- und Lichttechniker, Netzwerkadministrator, Webmaster und Elektriker zu fungieren. Kinderspiel! HIIIIIILFEEEE! Nebenbei ziehe ich noch ein Kind groß, bändige meine Tiere (Hund und Katz), schmeisse den Haushalt und bald könnt ihr mich in der Psychiatrie besuchen. Na dann will ich mal hoffen, dass in den nächsten 20 Jahren nichts kaputt geht in meinem Lokal *hihi* Und ich muss endlich aufhören alles selber machen zu wollen.

Wie dem auch sei, ich habe mir zumindest die Wartung unserer Homepage angeeignet. Dazu gehört auch die Integration eines Online-Shops, was ich mir vor geraumer Zeit mal vorgenommen habe, damals noch in dem Glauben, dass mein Ex diese Aufgabe übernehmen wird. Schön zu wissen, dass ich ihn dazu nicht mehr benötige. Mein Selbstbewußtsein hängt seit der Trennung irgendwo in der Tiefgarage herum, also unter dem Bodenniveau. Solche kleine Erfolge richten mich enorm auf. Das Leben geht weiter und ich gehe mit.

18.04.2005 um 06:52 Uhr

Herzhaft

Stimmung: müde

Gestern war ein guter Tag, weil jeder Tag mit mindestens einem Lächeln oder Lachen ein guter ist. Gestern hab ich gelacht, zum ersten mal so richtig herzhaft seit ... hm, seit 3 Monaten. Und das tat gut.

Ich war so am rumzappen durch die Kanäle (mit irgendetwas muss man ja die Zeit in den Werbepausen vertreiben), als ich auf die Sendung "Stars am Limit" mit Kai Pflaume gestoßen bin. Bürger Lars Dietrich, Oli P. und Charlotte soundso übten sich gerade im Extreme Wachbleibing (wie Bulli sich ausdrücken würde), als der Drillsergeant der deutschen Comedy reinplatzte und das vollkommen übermüdete Trio aufgemischt hat. Den Typen kann ich eigentlich gar nicht ausstehen, ich weiß ja nicht einmal seinen Namen, ich bin ein eingefleischter Mittermeier-Fan. Aber als er losbrüllte: "Beweeeegung ihr Luscheeen!" konnte ich mich nicht mehr halten, ich musste einfach lachen. Und das tat gut.

15.04.2005 um 23:24 Uhr

Über die Unlust

Stimmung: unlustig
Musik: mensch, wieso höre ich denn nie musik während ich schreibe?

Gestern vor 2 Monaten hab ich entbunden. Punkt. Für mich beschreibt dieser Satz meine momentane Gefühlswelt, ein ganzes Arsenal von Zuständen und Umständen. Für dich, lieber Leser, wird er nichts sagen, deshalb eine kleine Einführung in das Leben einer frischgebackenen Mutter.

Mir geht es gut. Alle Wunden, die ich mir bei der Geburt eingehandelt habe, sind gut verheilt. Naja, Risse sind nicht zu vermeiden, wenn ein kleines Riesen-Baby es so eilig hat auf die Welt zu kommen (4.510 g, 54 cm in 3 Stunden). Ich stille nicht mehr, also bin ich auch körperlich wieder fit und nehme schon langsam wieder zu. Ich habe bei der Geburt und innerhalb der ersten 2 Wochen danach 18 kg verloren (Fruchtwasser, Plazenta, Baby, Wassereinlagerungen, und ein paar Kilos in der Stillzeit wegen erhöhtem Kalorienverbrauch), bei einer Zunahme in der Schwangerschaft von 13 Kg bedeutet das ein Defizit von 5 kg. Das war mitunter auch ein Grund für die kurze Stillzeit. Und die war mitunter ein Grund für durchheulte Nächte. Frau fühlt sich als Versagerin, wenn sie ihr Kind nicht ernähren kann so wie es die Natur vorgesehen hat. Psychischer Stress, Gewichtsverlust und schlechte Ernährung - der Tod für eine harmonische Stillzeit. Vor 2 Wochen habe ich wieder meine Tage gekriegt - schön, jetzt sind alle Hormone dort wo sie hingehören.

Soweit so gut - doch wie schaut es in meiner Psyche aus? Die Trennung von meinem Freund habe ich halbwegs verkraftet, nur ab und zu bekomme ich noch eine riesen Wut auf ihn - glücklicherweise nicht mehr auf alle Männer. Der Wunsch nach einem neuen Partner regt sich auch schon langsam in mir, also es dürfte nicht allzu viel kaputt gegangen sein. Was mich nicht umbringt macht mich nur noch stärker, nicht wahr?

Mein kleiner Prinz ist bis auf ein paar anstrengende Tage ziemlich brav und lässt mir genug Zeit für mich. Ich kümmere mich um den Haushalt, kann "nebenbei" noch halbtags von zuhause aus arbeiten und ein Schönheitstag pro Woche geht sich auch aus. Bei unseren Spaziergängen kann ich die Seele baumeln lassen und den aufkeimenden Frühling geniessen. Was ich damit sagen will ist, dass es auch schlimmer sein könnte. Ich habe glücklicherweise genug Zeit um meinen Seelenfrieden wiederherzustellen.

Tja, was stimmt denn dann nicht mit mir? Gehe ich in der Rolle der Mutter schon dermaßen auf, dass ich vergessen habe was es heißt Frau zu sein? Oder habe ich ein Trauma durch die Gewalttätigkeit der Geburt erlitten? Dass kein Mann in greifbarer Nähe ist, wäre an und für sich kein Hindernis für die Wieder-Entdeckung meiner Weiblichkeit. Mich plagt jedoch die Unlust und das ist ganz und gar nicht lustig. Also schaute ich gestern auf der Homepage von einer bekannten deutschen Erotikzeitschrift vorbei *psssscht* um mir im Chat eine kleine "Anregung" zu holen. Ich genoss manchmal sehr diese Ausflüge in die Welt der verbalen Orgasmen. Armseelig? Beschränkt? Nicht für mich, denn ich finde es allemal besser als mich in der Disco abschleppen zu lassen (das betrifft Zeiten, in denen ich keine gefühlsmäßige Bindung eingehen möchte, klar?) Na, wie dem auch sei, gestern habe ich mich im Chat nur gelangweilt. Ich denke, jeder kann sich die riesigen, blinkenden Fragezeichen über meinem Kopf vorstellen. Und so kam es zu diesem Beitrag, wegen der Frust über die Unlust. Und das ist nicht lustig. Punkt.