Beste Freundin

16.05.2011 um 23:00 Uhr

Lernen von dir

von: Hidee   Kategorie: Mystik   Stichwörter: Jesus, Bibel, Illusionen, Abhängigkeit, wirklichkeit, Liebe

Du liebst. Ich lerne von Dir.

Ich schaue danach, was du uns sagen willst. Weil es mich interessiert. Und ich kann dich manchmal nur ein bischen verstehen. Noch nicht mitkommen. Du bist dann zu weit für mich.

Etwa wie hier, wo Du uns mit der Geschichte in Lukas 14,26.33 gesagt hast:

" Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern gering achtet ..... wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet, kann er nicht mein Jünger sein".

Ich weiß noch nicht, was ich damit anfangen soll.

Anthony de Mello hat gesagt, dass es schrecklich sein muss, gefragt zu werden: "Ist das wirklich Liebe, wenn Du dich an mich klammerst und mich nicht gehenlassen willst? Mich nicht sein lassen willst, was ich bin? Kann man sagen, dass Sie einen Menschen lieben, wenn Sie ihn psychologisch oder gefühlsmäßig zu Ihrem Glück brauchen? Das steht in offenem Widerspruch zu den universalen Lehren aller Schriften, aller Religionen und Mystiker.

Stößt man auf diese radikalen Stellen in der Bibel, fragt man sich bald: Ist dieser Mann denn verrückt? Aber es dauert nicht lange, bis man findet, dass alle anderen verrückt sein müssen."

 Ich finde es spannend, was De Mello übersetzt. Das man alles loslassen muss. Und dass das wohlgemerkt keinen physischen Verzicht bedeutet, das wäre ja einfach. "Wenn Ihre Illusionen schwinden, kommen Sie schließlich zu Wirklichkeit; und Sie können mir glauben, Sie werden nie mehr einsam sein, nie mehr. Einsamkeit lässt sich nicht durch menschlicheGesellschaft beseitigen. Einsamkeit wird durch Nähe zur Wirklichkeit aufgehoben. Dazu ließe sich noch viel sagen"

 Ich lese das Buch von De Mello zweimal oder dreimal. Das tue ich bei Büchern, die mir sehr wertvoll sind und die ich mehr als nur lesen will. Ich will das verstehen lernen. Im Herzen kann ich es schon spüren. Oder muss ich es auch im Kopf verstehen? Ich glaube, wir verstehen gar nichts. Wir meinen nur, wir müssten es. Schon haben wir Bilder, und sind mit ihnen begrenzt. Und können dann nicht verstehen, dass wir nicht verstehen können.