Schreck in der Abendstunde
Rückblende in den Januar, genauer den 4.1. Ein Schreck in der Abendstunde sucht mich heim: Mögliche Termine für einen neuen Aufenthalt auf dem Krankenhausschiff in Westafrika sind hin- und hergewälzt worden, mit den Terminen auf der Arbeit abgestimmt, optimal angesetzt, so gut wie fertig. Da kommt Frederiks Firmtermin dazwischen.
Schiet, ganz vergessen. Mein Ältester bereitet sich jetzt auf die Firmung vor, und wenn er sich dazu entschließt, ist der Termin im Juni schon fest. Glücklicherweise lässt es sich noch mit wenig Einschränkungen auflösen: Ich wollte ursprünglich beide Wochenenden vor meinem ersten Einsatz im OP und nach der letzten Narkose nutzen, um etwas von Afrika und Afrikaner an Land mitzubekommen. Gerade nach zwei Einsätzen in Liberia habe ich auch große Vorfreude auf dieses Kennenlernen. Liberia befindet sich immer noch im Aufbau nach einem langen Bürgerkrieg, das Land leidet noch unter der Verrohung der Sitten und es benötigt eine UN-Schutztruppe. Da ist die Bewegungsfreiheit für uns leider etwas eingeschränkt gewesen.
In Benin hoffe ich auf größere Möglichkeiten, mich auch an Land umsehen zu dürfen. Wegen des möglichen Firmtermins kürze ich aber am Ende ab und werde doch schon am Freitag zurückfliegen. Mit Eintreffen am frühen Samstagmorgen in Paris sollte ich zur Feier am gleichen Abend pünktlich daheim sein.

