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<title>Betäuben in Benin</title>
<link>http://www.blogigo.de/Betaeuben_in_Benin</link>
<description>Tagebuch über eine weitere Reise nach Westafrika, im Mai/Juni 2009 nach Cotonou/Benin. Als Anaesthesist auf dem Krankenhausschiff einer christlichen Hilfsorganisation. Alle Inhalte des Blogs geben meine persoenliche Meinung wieder, sie werden vor dem Posting nicht durch andere Personen freigegeben. Meinungen, Schlussfolgerungen, Informationen entsprechen nicht zwingend denen der Hilfsorganisation.</description>
<language>de</language>
<dc:creator>promisisti</dc:creator>
<dc:publisher>promisisti</dc:publisher>
<pubDate>Sun, 07 Jun 2009 18:55:00 +0200</pubDate>
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<title>Last day hat</title>
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 Freitag letzter Tag im OP, wenig Programm, unspektakuläre
Fälle. Auf dem Schiff geht es diesbezüglich zu wie in anderen Kliniken auch
geplant wird (oder werden sollte): Man lässt es zum Wochenende hin etwas
ruhiger angehen, die ganz schweren Fälle muss man nicht gerade am Samstag und
Sonntag auf der Station liegen haben, und mögliche Komplikationen lassen sich
auch während der Woche mit vollem Team besser behandeln. Die Augenärzte haben
an diesem Tag sogar ihren OP ganz stillgelegt - die schaffen sonst ein stolzes
Programm von über 30 Katarakten (grauer Star) am Tag, mit zwei Operateuren in
zwei Sälen, mutet fast wie Fließband an, wenn die loslegen. 
 
 
 Die Anästhesie verleiht mir den  „Last day hat“ , grüner Filz
als Untergrund, rotes Blümchen obenauf - ich hätte ihn am letzten
Tag zu tragen, wird mir dieses Schmuckstück als feste Tradition verkauft. Ich
(er)trage es mit Würde   :-)  .
Nein, macht Spaß, selbst beim Essen...</description>
<pubDate>Sun, 07 Jun 2009 18:55:00 +0200</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/Betaeuben_in_Benin/Last-day-hat/23/</link>
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<title>Chocolate tax</title>
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 Heute morgen versinkt Cotonous Hafen im Dunst, auf den
Scheiben am Dining-Room, etwas schräggestellt Richtung Bug, ist schön der
massive Tropenregen zu erkennen. Die Regenzeit ist im Kommen. Glücklicherweise
verspätet und noch immer nicht so mächtig wie eigentlich üblich um diese
Jahreszeit. Einige Patienten werden es aber in den kommenden Wochen schwer
haben, zum Schiff zu kommen. Wer aus einem kleinen Dorf weit draußen kommt,
muss möglicherweise über viele Kilometer unbefestigte Straße zum Hafen
anreisen. Auch die Dayworkers, die einheimischen Hilfskräfte, reisen oft zur
Arbeit auf dem Schiff mit dem Moped an, Benins Hauptverkehrsmittel. Das wird
bald nur noch wenig Spaß machen.  
 
 
 
 
 
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 Zemidjean - Mopedtaxi in Cotonou (erkennbar am gelben T-Shirt)
 
 
 
 Gestern hatten die Plastischen Chirurgen einen besonders
heiklen Fall auf...</description>
<pubDate>Thu, 04 Jun 2009 22:03:00 +0200</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/Betaeuben_in_Benin/Chocolate-tax/22/</link>
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<title>Starbucks</title>
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 Dienstagabend. Ich sitze im Starbucks Café, ein offener
Bereich mitten im Schiff. Hier gibt es zu den Öffnungszeiten eine große Auswahl aromatisierter Kaffees, sozusagen die Nachtbar der Antialkoholiker. Hier kann man sich verabreden oder auch per Zufall
auf Gesprächspartner treffen. Im Hintergrund übt gerade jemand am Klavier (glücklicherweise auf hohem Niveau), und manchmal wird hier auch ein Konzert
gegeben.Sogar eine WLAN-Verbindung für meinen Laptop gibt es. 
 
 
 
 Gestern war ein normaler Arbeitstag. Der Pfingstmontag, auch
nach Aussage eines mir bekannten Pastors der überflüssigste deutsche Feiertag,
wird an Bord nicht gefeiert. Selbst Pfingsten ist erstaunlich glanzlos an der
Africa Mercy vorübergegangen, ist es doch als Gründungsfest der Kirche
eigentlich ein wichtiges Datum. Drei „Anesthesia providers“ sind am Wochenende
neu eingetroffen, alles Fachärzte. Die eine ist altgedient an Bord und braucht
keinerlei Einarbeitung....</description>
<pubDate>Tue, 02 Jun 2009 21:01:00 +0200</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/Betaeuben_in_Benin/Starbucks/21/</link>
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<title>Fraternité - Justice - Travail</title>
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 Benins Staatsmotto findet sich im Wappen, auf Dokumenten, an
Regierungsgebäuden:  Fraternité - Justice - Travail .  Brüderlichkeit -
Gerechtigkeit - Arbeit . Das haben wir doch ähnlich schon mal gehört, allerdings
etwas knackiger: im Frankreich der Revolution, 1789, schwärmte man von  Freiheit
- Gleichheit - Brüderlichkeit , noch dazu auf französisch, wo die Worte so schön
säuseln:    liberté
- égalité - fraternité   . Vermutlich schlägt sich hier Benins
kommunistische Vergangenheit nieder, Helden der Arbeit und ähnliche
Glorifizierung kennen wir ja aus der DDR und ihren sozialistischen Bruderländern. 
 
 
 Am Freitagabend, nach der Arbeit, bin ich in dieser Woche
das erste Mal ohne „Scrubs“ herumgelaufen. Praktischerweise kann man an Bord -
in deutschen Kliniken undenkbar! - seine blaue oder bunte Bereichskleidung
überall mit hinnehmen. Man geht mittags zum Essen, in Scrubs. Kommt wieder,
schleust sich ein, in denselben...</description>
<pubDate>Sun, 31 May 2009 22:19:00 +0200</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/Betaeuben_in_Benin/Fraternit-Justice-Travail/20/</link>
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<title>Shake &amp; bake</title>
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 Der Freitag, letzter Arbeitstag
dieser arbeitsreichen Woche. Startet mit einem Quality-Meeting um 7.00 h
morgens in der „Queens Lounge“. Das war früher der VIP-Raum, als die Africa
Mercy in ihrem ersten Leben als dänische Eisenbahnfähre über die Nordsee schipperte.
Unter anderem hat wohl auch die kettenrauchende Margarete von Dänemark die
„Queens Lounge“ bewohnt, aber man riecht gar nichts mehr. 
 
 
 Beim Quality-Meeting des Hospitals wird die
Arbeit beleuchtet, werden besonders glücklich oder unglücklich verlaufene Fälle
besprochen, werden Strategien diskutiert, Probleme aufgenommen. Mich erstaunt vor allem, wie stark
die Arbeit immer noch eingebunden sein muss in das Umfeld. Welche große Rolle
es spielt, dass die Patienten von ihrer Familie unterstützt werden. Dass es ein
heimisches Umfeld gibt, das die weitere, manchmal die langfristige Versorgung
sicherstellt. Die operative Therapie an Bord kann zwar ein entscheidender...</description>
<pubDate>Fri, 29 May 2009 20:26:00 +0200</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/Betaeuben_in_Benin/Shake-bake/19/</link>
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<title>Synchronizität der Ereignisse</title>
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 Naja, ob das bei C.G. Jung als Synchronizität durchgegangen
wäre, weiß ich nicht. Zwei Tage lang war - wie ich höre - offenbar blogigo
nicht richtig erreichbar. Und genau diese zwei Tage lang war ich gar nicht in
der Lage, überhaupt etwas zu schreiben. Wir sind nämlich im Chaos versunken.
Eine Kollegin hat sich krankmelden müssen. In Deutschland hätte man den Saal
stilllegen müssen, denn Parallelnarkosen sind nicht gestattet.  
 
 
 Grundsatz bei Mercyships ist, dass an Bord jeder das an
Aufgaben und Verantwortung übernehmen darf und kann, was er in seiner Heimat
auch darf. Und damit ließ sich unser Saal retten. Unsere beiden
Anästhesieschwestern stammen nämlich aus Frankreich und Schweden und sind damit
vertraut, eine angefangene Regionalanästhesie oder Narkose zu übernehmen und
weiterzuführen. Leider fiel mir die Aufgabe zu, mit den Schwestern gemeinsam
die zwei Säle zu schmeißen. Und weil ja schief gehen muss, was schief gehen...</description>
<pubDate>Thu, 28 May 2009 22:44:00 +0200</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/Betaeuben_in_Benin/Synchronizitaet-der-Ereignisse/18/</link>
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<title>Im Bayrischen (Ur-)Wald</title>
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 Und schwupps... habe ich gleich ein Beispiel für das, was
ich gestern geschrieben habe. Heute früh anästhesiere ich im Saal der
Allgemeinchirurgen. Die machen Operationen wie Schilddrüsen und Leistenhernien,
das Format ist allerdings etwas anders als in deutschen OPs. Wenn der deutsche
Patient mit dem Knötchen in der Schilddrüse oder diffuser Vergrößerung zur OP
kommt, dann haben die eine Größe, über die man hier nur lachen kann.
Westafrikaner neigen offenbar zu Schilddrüsenvergrößerungen. Das liegt an
genetischen Faktoren, auch an der Ernährung, an Umwelteinflüssen. Auch in
Deutschland gibt es Schilddrüsengebiete, so führt im Bayrischen Wald der
Jodmangel zur Häufung von „Kröpfen“. Ähnliches bietet offenbar auch der westafrikanische
Urwald. 
 
 
 Nun ja, heute morgen lässt sich Irene von einer vergrößerten
Schilddrüse befreien. Die Beule am Hals ist mindestens faustgroß, geht aber
nach Aussage der erfahrenen...</description>
<pubDate>Mon, 25 May 2009 22:43:00 +0200</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/Betaeuben_in_Benin/Im-Bayrischen-Ur-Wald/17/</link>
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<title>Über dem Laden</title>
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 Sonntag „on call“, im Bereitschaftsdienst. Das schränkt die
Freiheit nur mäßig ein, ich darf nur das Schiff nicht verlassen. Und an Bord
sind ja Arbeiten und Wohnen, Beruf und Privates, eng miteinander verwoben. Wenn
ich aus meiner Kabine hinausstolpere, geht’s links die Treppe hoch zum
Speisesaal (Dining Room), rechts hinter der nächsten Feuertür beginnt schon das
Hospital. An Steuerbord, gegenüber den Stationen, liegen hintereinander die
sechs OP-Räume und der Steri. Und weiter nach Achtern folgen noch Röntgen, CT,
Labor und was man noch so braucht. Zwei Decks über uns sind Aufenthaltsräume
wie die Midship-Lounge, dort ist ein Café und ein Shop. Und noch einmal zwei
bis drei Decks höher geht es nach draußen. Da kann man sich an die frische (oft
auch nur drückend heiße) Luft setzen, den Crew-Kindern beim Spielen zusehen
oder sich im Mini-„Pool“ abkühlen.  
 
 
 Diese Verbindung von Arbeit und Freizeit ist - zumindest für...</description>
<pubDate>Sun, 24 May 2009 22:28:00 +0200</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/Betaeuben_in_Benin/Ueber-dem-Laden/16/</link>
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<title>Der professionelle Blick</title>
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 Samstag ist dann richtig Touri-Tag. So wie offenbar jedes
Land seine Konrad-Adenauer-Straße hat, gibt es meist auch irgendein Venedig,
sobald eine Siedlung am oder im Wasser liegt. Als „Venedig Benins“ gilt Ganvié,
ein Pfahlbaudorf im Nakoué-See, 18 km nördlich von Cotonou. Dort sind fast alle
Gebäude nicht nur von Wasser umgeben wie im romantischen Original-Venedig, sie
stehen auf Pfählen einen Meter über dem Wasser, nur hier und da gibt es ein
paar trockene Flecken Erde. Das Dorf soll vor über 300 Jahren von einem
Volksstamm gegründet worden sein, der auf der Flucht vor der domierenden - und
wasserscheuen - Bevölkerungsgruppe war.  
 
 
 Vom Wasser aus, auf der Lagune in Richtung Nakoué-See
kilometerlang an der Großstadt Cotonou vorbei, sieht man vielleicht noch
plastischer das Elend, in dem viele Menschen leben. Am Wasser sammelt sich
Unrat, da wird Müll verbrannt, da stapfen Ziegen und Schweine durch den Dreck.
In...</description>
<pubDate>Sat, 23 May 2009 22:36:00 +0200</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/Betaeuben_in_Benin/Der-professionelle-Blick/15/</link>
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<title>Konrad wasn’t here</title>
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  Himmelfahrt war normaler Arbeitstag im OP, aber das
Wochenende hält jetzt schon länger an. Gestern war „Ship Holiday“, also
Feiertag auf dem Schiff. Von Freitag bis Sonntag gönnt sich die Langzeitcrew
eine gewisse Auszeit, ein langes Wochenende alle sechs Wochen.   
 
 
  Als Facharzt im Hintergrunddienst bin ich zwar am Freitag
nicht völlig frei beweglich. Aber mit einem Diensthandy ausgestattet darf ich
mich mit dem Fahrrad in der Stadt bewegen. Die Räder des AFM-Fahrradclubs
stehen aus Platzgründen leider nicht unten auf dem Dock sondern ganz oben auf
Deck 8. Da muss man sie über teilweise enge Treppen hinunterbefördern, aber der
Spaß am Fahren ist die Mühe allemal wert.   
 
 
      
 
 
  
 
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Cotonou
ist eine grässliche Großstadt, hat ca. 1 Mio Einwohner. Und wenn man so durch
die Straßen fährt, meint man sie alle zu treffen. Auf und...</description>
<pubDate>Sat, 23 May 2009 08:35:00 +0200</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/Betaeuben_in_Benin/Konrad-wasn-t-here/14/</link>
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</item><item>
<title>Die Wege des Herrn...</title>
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 ... sind bekanntermaßen unergründlich. Auf dem Weg nach
Benin habe ich vergessen, einen Adapter für englische Steckdosen mitzunehmen.
Die Africa Mercy ist seinerzeit in England umgebaut worden, und es finden sich
überall nur die typisc   h englischen, dreipoligen Steckdosen, in die - was sollte
man bei Engländern anderes erwarten - kein Euro-Stecker reinpasst. Laptop,
Handy, Kamera, alles stromlos, solange dieses Problem nicht gelöst ist. Natürlich,
die AFM hat einen Ship Shop mit allem, was man sich an Verbrauchsmaterial so
zulegt. Klopapier, T-Shirts mit Logo, Schokolade, LAN-Kabel. Eigentlich auch
Adapter auf englische Steckdose, aber die waren gerade aus.  
 
 
 Habe ich mich also - schon am Sonntag, beim Spaziergang
durch Cotonou - an einen Elektrofachhändler gewandt. Die laufen einem hier alle
Nase lang über den Weg, haben eine Schubkarre aus Holz, und daraufgetürmt
Elektrobedarf aller Art, Stecker, Verlängerungskabel, Verteiler,...</description>
<pubDate>Thu, 21 May 2009 18:53:00 +0200</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/Betaeuben_in_Benin/Die-Wege-des-Herrn/13/</link>
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</item><item>
<title>Samuel wartet</title>
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  Mein Handy dient gleichzeitig als Wecker und mp3-Player.
Und ist mit dieser Dreifachfunktion offensichtlich überfordert, hat sich nämlich
letzte Nacht entladen... im Aufwachen kommt mir nur merkwürdig vor, dass
ich nicht das typischen Weckgeräusch im Ohr habe. In der dunklen, fensterlosen
Kabine bleibt sonst wenig Anhalt für weitere Orientierung. Ein Blick auf den
Reisewecker meines Roomies - der bricht schon immer früh zu seinen Zahnruinen auf - zeigt, dass ich hoffnungslos verschlafen habe. 9.00
Uhr. Während ich in meine Scrubs schlüpfe, klopft auch schon Alison an die Tür,
sie ist die OP-Managerin und damit meine Chefin. Und mit grenzenlosem
Verständnis ausgestattet. Also nichts wie in den OP, der erste Patient ist noch
nicht bestellt worden, so ohne Anästhesist. Die OP-Schwester besorgt mir
wenigstens noch einen Kaffee, aufs übrige Frühstück verzichte ich in aller Demut.  
 
 
  Der erste Patient, der nun etwas...</description>
<pubDate>Tue, 19 May 2009 23:44:00 +0200</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/Betaeuben_in_Benin/Samuel-wartet/12/</link>
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<title>Gemäßigt afrikanisch</title>
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  Benin ist bekannt als Ursprung und Hochburg des Voodoo. Da drängen sich die Bilder auf von nadelgespickten Püppchen, die ich als Abbild meines Feindes verletze, um ihn zu treffen. Oder die Bilder von farbenprächtigen Tänzen, lauter, archaischer Musik, Menschen im Trance-Zustand. Der Voodoo ist hier entstanden, wurde mit den Sklavenschiffen der Neuzeit auch nach Amerika exportiert und ist hier heute noch als Religion anerkannt. Es ist wohl eine Art Naturreligion, das Wort selbst bedeutet einfach nur soviel wie „Gottheit“ „Religion“ und „Kult“. Daneben sind aber auch Islam und Christentum in Benin vertreten, und bei den Christen weitüberwiegend der Katholizismus, was bei einem frankophonen Land nicht unbedingt wundert.   
 
 
  Aus Benin stammte sogar ein Mitarbeiter aus dem inneren Führungszirkel des letzten Papstes, Kardinal Bernardin Gantin, der vor einigen Jahren starb und Namenspatron für den Flughafen von Cotonou geworden ist. In seiner früheren Bischofskirche, nur wenige...</description>
<pubDate>Mon, 18 May 2009 20:16:00 +0200</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/Betaeuben_in_Benin/Gemaessigt-afrikanisch/11/</link>
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</item><item>
<title>Afrikanisches Flair</title>
<description> 
  Meine Kabine ist in der Nähe des OP und der Stationen, auf dem Weg zum Treppenhaus gehe ich öfter direkt an den Stationen vorbei und habe gestern dort meinen ersten „Patientenkontakt“. Ein kleiner Junge mit gewickelten Beinen und Krücken humpelt über den Flur und interessiert sich für mich. Erst kommt es mir vor, als ob er kein Französisch versteht, aber dann plaudern wir doch ein bisschen. Offenbar hat er eine orthopädische Operation gehabt, Klumpfüße oder etwas ähnliches.   
 
 
  Benin ist eines der ärmsten Länder der Welt. Aber im Vergleich mit Liberia sieht es hier schon gut aus. Die Straßen sind geteert, die Menschen fahren zum Teil sogar recht hochwertige Autos, viele auch Motorrad. Es stehen nicht kriegszerstörte Häuser mit dicken Einschusslöchern am Straßenrand, die Sicherheitslage ist viel entspannter. Natürlich muss man mit „normaler Kriminalität“ rechnen, aber es ist nicht wirklich gefährlich, als Spaziergänger in die Stadt zu gehen. Mit Mark, meinem...</description>
<pubDate>Sun, 17 May 2009 10:47:00 +0200</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/Betaeuben_in_Benin/Afrikanisches-Flair/9/</link>
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<title>Abend über Cotonou</title>
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 In diesem Jahr habe ich meinen Laptop mitgenommen. Das gibt mir die Möglichkeit, wie jetzt gerade draußen an Deck zu sitzen und mein Blog weiterzuführen - bzw. die Texte anzulegen und anschließend an einem festen Rechner nur noch kurz ins Internet zu pusten. Ich blicke also hinaus aufs Wasser, im Hintergrund liegen etliche Frachter am Dock, darüber sind die Hafenanlagen, die Ladekräne beleuchtet. Ein Schlepper und das Lotsenboot ziehen ein paar merkwürdige Kreise, als ob sie heute Abend noch ein Schiff hinausbringen wollen aufs Meer. Dann und wann ziehen sie das Nebelhorn, im Hintergrund brummt unser Schiffsdiesel....</description>
<pubDate>Sat, 16 May 2009 21:37:00 +0200</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/Betaeuben_in_Benin/Abend-ueber-Cotonou/10/</link>
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</item><item>
<title>Airborn</title>
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  Unterwegs. Nach Afrika. Kaum jemand, den ich i    n den letzten Wochen     getroffen habe, hat es geschafft, an diesem Thema vorbeizukommen. Hab mich einfach gefreut, erneut auf die Africa Mercy zu kommen. Dort wieder die gute Stimmung an Bord zu erleben. Die so unglaublich dankbaren Patienten. Die gute internationale Zusammenarbeit. Das afrikanische Flair.   
 
 
  Nach zwei Einsätzen in Liberia - ein Land in den ersten Jahren nach einem grässlichen Bürgerkrieg, noch in der ersten Aufbauphase, noch schwer geschunden - freue ich mich auch auf ein ruhiges Land, eine &amp;quot;stabile und friedliche Demokratie&amp;quot; (so heißt es auf http://liportal.inwent.org/benin.htm). Ich hoffe, dass man sich dort in seinen freien Stunden viel ungezwungener in der Stadt bewegen kann, dass es etwas mehr Kontaktmöglichkeiten außerhalb der Arbeit gibt.   
 
 
  Wenn Air France pünktlich ist und ich keine Schwierigkeiten bei der Anreise bekommen habe, bin ich jetzt gerade (Fr, 10.55 h), in der Luft. Just...</description>
<pubDate>Fri, 15 May 2009 12:55:00 +0200</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/Betaeuben_in_Benin/Airborn/7/</link>
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</item><item>
<title>Scrubs</title>
<description> 
   Letzte Vorbereitungen: Gestern noch eine ordentliche Reisehose gekauft, zum Abzippen der Beinteile und in dunkler Farbe, damit man sich wenigstens etwas länger vorstellen kann, es könnte noch sauber sein.  
  
 
 
  Dabei werde ich an Bord wenig eigene Wäsche benötigen. Im OP gibt es ja die typische Bereichskleidung - Kasak und einfache Stoffhose - wie in allen OPs weltweit. Lustig ist auf der Africa Mercy nur die Zusammenstellung. Dort sind vermutlich Spenden aus aller Herren Länder und dann wiederum aus hunderten von Krankenhäusern zusammengekommen. Mit anderen Worten: kaum ein Teil passt zum anderen. Man läuft ganz schön bunt durch die Gegend. Und die Kleidung wird auch überall an Bord getragen - man kann also auch für drei Wochen mit recht reduziertem Gepäck anreisen.  
 
 
  Ach ja: in Englisch heißt die OP-Kluft &amp;quot;Scrubs&amp;quot; - bekannt als Titel der Comedyserie aus dem Sacred Heart Hospital.  
 </description>
<pubDate>Thu, 14 May 2009 15:22:00 +0200</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/Betaeuben_in_Benin/Scrubs/8/</link>
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</item><item>
<title>Zweitjob: Postbote</title>
<description> 
 
 
 
 Es scheinen zur Zeit nicht allzu häufig Mitstreiter aus Deutschland auf der Africa Mercy einzutreffen. Schon mehrere Deutschsprachige aus der Dauercrew haben mich angemailt, ob ich dies und das aus der Heimat mitbringen kann. Seit Ende letzter Woche trifft täglich ein Brief oder ein Päckchen ein, in ganz bunter Mischung: Spielfilm-DVDs, Bücher, wichtige Dokumente für die Hochzeit in Togo. Morgen erwarte ich noch ein Päckchen aus dem Süden, mit Maultaschen für eine hungrige Schwäbin.  
 
 
 Klar macht man das gerne, sich als Postbote zur Verfügung zu stellen. Ich würde mich vermutlich nach Monaten in Afrika über ein ganz normales heimatliches Joghurt oder ein Schwarzbrot freuen. Ansonsten ist für die Münsterländer Heimeligkeit weitgehend gesorgt, denn es gibt ja sogar einen privat organisierten Fahrradclub an Bord, bei dem man Fahrräder ausleihen kann für einen Landausflug.  
 
 
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 </description>
<pubDate>Wed, 13 May 2009 21:02:00 +0200</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/Betaeuben_in_Benin/Zweitjob-Postbote/6/</link>
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<title>Immer auf dem Laufenden</title>
<description>  
 
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 Vor drei Jahren habe ich mein erstes Blog geschrieben, beim
ersten Ausflug auf ein Krankenhausschiff nach Westafrika. Auf Anregung meiner
Brüder habe ich - erst widerstrebend - meine Eindrücke und Erlebnisse
festgehalten. Und habe unerwartet festgestellt, dass es richtig Spaß macht, die
Zuhausgebliebenen mit aktuellen Informationen zu versorgen. Weil die - ganz
nach Lust und Laune - schauen können, weil ich für mich selbst eine Art
Tagebuch schreibe, und auch weil es ein bisschen intellektuelles Vergnügen ist,
Beobachtungen gut formuliert aufzuschreiben. Übrigens habe ich immer noch nicht herausgefunden, warum dieses blöde Blogigo immer alle Wörter im Titel groß schreibt - diese Marotte stammt nicht von mir!  
 
 
 Die Blogs der „Kollegen“ verfolge ich schon seit 2006
regelmäßig. Seit meinem ersten Aufenthalt auf einem Mercy Ship, der Anastasis,
kannte ich einige Mitstreiter, die dauerhaft an Bord blieben und dann und wann ihre
Blogs...</description>
<pubDate>Tue, 12 May 2009 16:58:00 +0200</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/Betaeuben_in_Benin/Immer-auf-dem-Laufenden/5/</link>
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<title>Parlez-vous pommes frites?</title>
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Große Erleichterung in der Firma. Gestern haben wir die Rezertifizierung unseres Hauses in trockene Tücher gebracht, für die ich in den letzten Wochen und Monaten geschuftet habe. War trotz aller Anspannung und Aufregung eine witzige Woche, mit vielen netten Erlebnissen und interessanten Einblicken. Aber jetzt kann ich es wieder ruhiger angehen lassen und mich etwas auf Benin vorbereiten.  
 
 
 
 
Heute Abend lädt die deutsch-französische Gesellschaft zu einem Theaterstück ein, auf französisch selbstverständlich, mit einem Ensemble aus der Nähe von Paris. Daher ist das eine gute Gelegenheit, sich in die Sprache reinzuhören. Benin ist ein französisch-sprachiges Land, viele Einheimische werden neben ihrer Stammessprache auch Französisch kennen, wenigstens etwas. Mich freut das sehr. Als deutscher Muttersprachler kämpft man an Bord der Africa Mercy nämlich mit dem Englisch und seinen verschiedenen Dialekten (Australisch! Texanisch!! Schottisch!?!). Gerade bei den kurzen...</description>
<pubDate>Sat, 09 May 2009 17:22:00 +0200</pubDate>
<link>http://www.blogigo.de/Betaeuben_in_Benin/Parlez-vous-pommes-frites/4/</link>
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