Aus dem Leben eines Taugegarnichts

27.10.2003 um 22:17 Uhr

Life sucks.

Manche Tage müssen einfach gebloggt werden.... geblockt werden...

6:28
Ich wache auf. Himmelar*c*undZwiebelgesichtnochmal! Ich muss erst um 8 aufstehen! Aber nein, irgendeiner meiner Nachbarn ist der Meinung, dass er das Lied, das seit zwei Tagen in der Endlosschleife läuft (ich höre ja leider nur die Bässe raus...), auch mitten in der Nacht nicht entbehren kann. ARGH! Wenn ich den in die Finger krieg, werd ich ihn zwingen, 70 Stunden am Stück Tom Astor zu hören! Elende Mistkröte, verfluchter Bastard einer reudigen Hündin und einer flohverseuchten Ratte, dämlicher **********

7:45
Stehe auf und setz mich an den PC. Der zeigt mir erst einen blauen "schwerer-Ausnahmefehler"-Bildschirm und schaltet sich kurz ab, um mir beim darauffolgenden Hochfahren Moralpredigten zu halten, dass ich ihn runterfahren soll, wenn ich ihn ausschalte. Trottel.

9:30-12:45
Fürchterlich sinnfreier und öder Unterricht. Optimiere ihn, indem ich vorher 13 Seiten witziger Sachen ausdrucke und in der Klasse rumgebe und mich daran ergötze, wie meine Mitstudenten vergeblich versuchen, ihr Lachen zu unterdrücken.
Sehr amüsant.

13:45
Nach kurzem Mittagessen will ich mein Auto endlich mal zum TÜV bringen.
Damit der arme KFZ-Werkstattbesitzer nicht arbeitslos wird, hat sich am Wochenende jemand erbarmt und ist meinem wehrlosen und arglos auf dem ihm zugewiesenen Parkplatz verharrenden Peugeot 106 (erstmal treffen!) hintendrauf gefahren. Und wieder weggefahren, versteht sich.
Rückstrahler kaputt, Kofferraum verbeult. Centi sauer.
Hundesohn, vermaledeiter! Möge die Sonne auf dich herabfallen und dich zermalmen, möge sich die See auftun und dich ertränken, möge sich die Erde unter dir auftun und dich verschlingen! Mögest du Prüfungen in Sachenrecht schreiben müssen und dein Haar schütter werden!

Polizei besieht sich den Schaden, nimmt Proben und wünscht mir einen guten Tag.
Think positive, nicht?

Frage im Haus herum, ob jemand was weiß, erfahre interessante Ding über die Geburtstagsfeier, die am Samstag Abend hier lief. Zwei Nackte Männer, die Judo spielen, und derlei Dinge. Und ich hab geschlafen...
Ach ja, was das Auto angeht, hat natürlich keiner was gesehen und die Geburtstagsfeiergäste waren natürlich alle zu Fuß da. *grumml*

15:00
Mache mich auf den Weg zum TÜV. Neue Werkstatt, will erst gefunden werden.
Warum neue Werkstatt? Die alte hat das Luftventil meiner Bremsschläche offengelassen, ich mag es aber, wenn da Bremsflüssigkeit drin ist. So ne Eigenart von mir. Ja, wir haben alle so unsere Macken. Die einen essen Leberwurst mit Marmelade, die anderen stehen auf funktionierende Bremsen und intakte Autos.

15:15
Nach Verwirrung durch Einbahnstraße (nein, in Marburg? Tatsächlich...) finde ich die Werkstatt... glaub ich... könnte auch eine stillgelegte Tankstelle sein. Werde empfangen von Mann und Jungem mit stark osteuropäischem Akzent, Chef kommt, lege ihm meinen Fall dar, verschwinde wieder.

Nach 10 Minuten Fußmarsch fällt mir auf, dass mein Portomonaie nicht da ist, wo es sein sollte, kehre um und gehe 7 Minuten zurück, bis mir auffällt, dass ich es in ein völlig absurdes Fach meiner Handtasche gesteckt habe.
Der Buss bringt mich endlich heim.

20:45
Zurück vom abendlichen Bogenschießen, geduscht und nach Chat hungernd, stelle ich fest, dass mein IRC-Server mich hasst, starte ICQ.... und werde auch von diesem Programm verlassen.
LIFE SUCKS!
27.10.03 22:17





19.10.2003 um 16:56 Uhr

Oktobercampen am Biggesee 2003

Montag, 13.10.
07:15
Aus dem Haus getreten und nervös die vereisten Autoscheiben gemustert. Oh-oh.


08:00
Mitstudenten vom Grund meiner Besorgnis erzählt. Mitleidige und ungläubige Blicke geerntet.
Imke bietet mir ihre Isomatte an. "Du wirst sie brauchen."
Habe Angst.

16:00
Zu Mel gefahren, versucht, sie zur Umkehr zu bewegen. Hat sie nicht eingesehen. *grumml*

"'Lasst uns zelten', hat sie gesagt, 'Das wird toll', hat sie gesagt."

Sie hat mir zwei dicke Decken mitgegeben, die nicht mehr in ihr Auto gepasst hätten. "Wir können sie ja immer noch im Auto lassen."
Think possitive.

Donnerstag, 16.10.
18:00
Beginne einzupacken. Die graue Thermohose für die Nacht - verdammt, liegt noch daheim. Dann die schwarze Trainigshose - verflucht, die ist auch nicht da.

"Natha daged dhaer - wir werden alle sterben."

Packe Schaffell, Wintermantel, warme Pullover, Socken und anderes ein.
Mel, Christina und Anisha sollten jetzt angekommen sein. Und frieren, ganz sicher.
Ziehe mir noch den Poncho über T-Shirt und Pullover, weil mir trotz 24°C kühl wird.
Werde ganz sicher sterben.

22:00
Verabschiede mich von Forum und Chat, mein letzter Wille: "Mel ist schuld" auf meinem Grabstein.

Freitag, 17.10.
08:00
Von den Mitstudenten stumm mit schadenfrohen Blicken begrüßt worden. Imkes Isomatte steht auf meinem Platz, sie ist toll. Imke. Die Isomatte auch.

11:20
Von Antje nach hause gefahren worden. Habe ihr meine Kuscheltiere vermacht, wenn ich nicht zurückkehre.

13:30
Letzte Sachen gepackt, ins Auto geschafft und etwas gegessen. Abreise vergeblich versucht hinauszuzögern. Doch losgefahren.

"Centaurea goes to die by the lake of Bigge now..."
["Roddy McCorley goes to die on the bridge of Toome today"]

15:30
Nach Staus auf dem richtigen Zeltplatz angekommen, yay me. Kurz nach der Einfahrt Handyanruf bekommen.
"Wo bist du?"
"Auf dem Zeltplatz."
"Auf welchem?"
"Dem richtigen."
"Wo denn?"
"Kurz hinter der Einfahrt."
Gespräche, die die Welt nicht braucht. Standen 20m vor mir und wollten mich abholen.
Sinnlose Aktion, die einzigen beiden Zelte dieses verf***ten Zeltplatzes hätte ich auch noch gefunden.

Mit den Decken ausgestiegen und stürmisch begrüßt worden - die Decken, nicht ich.
Betrachte meine Gefährten kurz abschätzend: Verkühlt, verschnupft, ausgehungert und verlottert. Der Dalmatiner hat kalte Ohren und sucht Nahrung.
Auch sie werden sterben.

Zelt eingeräumt: Decke, Isomatte, Luftmatratze, Decke, Schaffell, Schlafsack.
Chris bringt die Autoscheibenabdeckplane an. "Du wirst sie brauchen." Lege sie irgendwo in den Haufen.

16:00
Fahren einkaufen - Nahrung, Grillanzünder, mehr Nahrung, Cappuccino-Cremelikör, Rotwein und Grillanzünder.

17:00
Versuchen, den Grill zum Laufen zu bringen.

19:00
Geben auf und ziehen in die Küche um. Beheizt, aber ohne Stühle. Ernten verstörte Blicke von der wohnmobilbesitzenden Oberschicht des Zeltplatzes, haben es aber warm.

21:45
Beschließen, ins Bett zu gehen.
Umgezogen: Strumpfhose, Trainingshose, Unterhemd, Body, Rollkragenpullover, T-Shirt, dicker Pullover, Herrenhemd, Halstuch, Schal, Söckchen, Kniestrümpfe, Wollsocken, Kniestrümpfe.

Entdecke mit Anisha zusammen den Rum. Hätte nie gedacht, dass man den nicht nur benutzen kann, um Butterkekse für den Kalten Hund einzutunken. Teilen den Rum unter uns auf. Rum ist toll.

"Ich kann auch ohne Spaß Alkohol haben."

22:00
Gehen ins Bett. Rum ist toll. Mit ist gar nicht kalt. Könnte auch an der blauen Decke liegen, die in meinem Schlafsack liegt. Oder der Winterjacke, die obendrauf liegt.


Samstag, 18.10.
04:00
Mel überprüft, ob der Hund eine Lungenentzündung hat. Philosophiert über den russischen Winter im 2.WK.
Desertieren und erschossen werden, Erfrieren, oder Kämpfen und erschossen werden? Hm...

06:30
Der Hund steht knurrend vor meinem Schlafsack. Mel schläft. Kämpfe meinen linken Arm umständlich aus dem Deckengewirr, um den Hund ordnungsgemäß zuzudecken. Bei Berührung der Zeltinnenwand rieselt mir Eis entgegen.

09:30
Zeit aufzustehen, das Leben ist grausam.
Zeltplatzbewohner erzählen etwas von -4°C am Morgen.
5kg Kleidung ausgezogen und frühstücken gegangen.
Vereiste Zelte und Autos fotografiert (nachdem der Fotopparat aufgetaut ist), der See dampft majestätisch vor sich hin.
Mir ist kalt.

13:00
Spazieren gegangen. Sonne. Wärme. Toll. Gemeinsam den Honigeierlikör-Flachmann geleert.
Werde den Cappuccinolikör reinfüllen. Praktisch.

"Gebt's zu, ihr habt Spaß!"

14:30
Fahren los. Schranke unten, Pförtnerhaus nicht besetzt, öffnet erst 15:00 wieder.
Wir können nicht hinaus.

15:15
Kreuzfahrt auf dem Biggesee. Wirkt Mangels Wassers eher wie ein Tagebau, die Traumschiff-Melodie dazu wirkt lächerlich.

17:30
Neuen Grillanzünder gekauft und Glut entfacht. Titel "Herrin der Flammen" zurückerhalten. Yay me.

18:00
Tortelini, Bohnen und Bauchscheiben gleichzeitig fertig, kühlen innerhalb weniger als fünf Minuten auf Außentempertur ab.
Life sucks.

"Will noch jemand Fladenbrot? *Flammenauspust*"

18:30
Entfachen Lagerfeuer auf dem Grill, beginnen, den Gewürzwein, Met, Cappuccinolikör und den restlichen Rum zu trinken.

"Why is the rum gone?!"

Machen Party, singen und tanzen um das Grilllagerfeuer. Stellen uns einfach vor, es wäre Sommer und Mitternacht. Der Hund verkriecht sich im Zelt.

00:30
Gehen ins Bett...

Sonntag, 19.10.
09:00
Zeit zum Aufstehen. Himmel wolkenverhangen, Zelt und Autos vereist, Hundnapf gefroren.
Zeltplatzbewohner behautet, die kälteste Nacht wären -6°C gewesen.
Wir glauben, dass er lügt.

11:45
Nach dem Frühstück Sachen untereinander aufgeteilt, Zelte abgebrochen, spazieren gegangen, Autos abgekratzt und abgefahren.

Bilanz
: - mit 15jährigen Mädchen moralische Gespräche geführt
- 15jährige Mädchen dem Alkohol verführt
- Rum ist nicht nur zum Backen gut
- Ein Kleidungsstück passt immer noch drüber
- Eine Decke geht immer noch rein
- Wir wären 1944 desertiert
- Es ist toll, ins Bett zu gehen, indem man einfach nur die Decke überwirft.
- Es ist toll, in Socken vom Schlafzimmer ins Bad gehen zu können.
- Es ist toll, sich essen zu machen, dass immer noch warm ist, wenn ich es essen will.
...
- Schee war's doch!
19.10.03 16:56


07.10.2003 um 15:49 Uhr

kurzer Rückblick

So, nach kurzer Internetabwesenheit bin ich auch schon wieder da.
Ein Geburtstagsgeschenk fand sich dann doch noch, sogar ein praktisches: eine Wertkarte für das Kurbad Schlema. Naja. Was Praktisches halt.

Letzten Sonntag auf der Ronneburg gewesen. Wird immer voller da und....
kinderfreundlicher :-P Aber schön ist es doch immer wieder.

Hypermegaevent der letzen Woche: der deutsche Archivtag in Chemnitz. Muss man sich vorstellen wie eine Con, nur dass da niemand verkleidet ist. Es war jedenfalls weniger langweilig als ich befürchtet hatte. Jetzt bin ich auch eingedeckt mit Prospekten über Rollregalanlagen, Archivierungsprogramme und Kartons.

Was folgte, war ein kino-, theater- und kuschelgespicktes (*seufzzz*) Wochenende, dass für ein verlängertes welches viel zu kurz war. Im Gegensatz zur Heimfahrt. Für knapp 330km 8 Stunden zu brauchen, kann ziemlich langweilig sein. Und eine anderthalbte Stunde (etwa 150m) einen Fuck-Aufkleber vor sch zu haben, macht irgendwie nachdenklich...

Nun hat mich also der Alltag wieder, ein fürchterlich schlechtes Gewissen plagt mich nach einer Woche Lernabstinenz, was andere Mitstudenten nicht verstehen können. Brauchen halt nicht alle so lange zum Lernen wie ich *grumml*
Lange hat mich das Buch aber auch nicht, heute abend heißt es, bei Pizza und Disney einen Geburtstag zu feiern.

Vielleicht geh ich morgen früh mal zum Arzt, wurde mir geraten, weil ich seit 16 Tagen erhöhte Temperatur habe. Strange.
07.10.03 15:49