Aus dem Leben eines Taugegarnichts

29.07.2004 um 17:28 Uhr

Freaks II.

Eigentlich sollte ich mich ja weder in den Spieler noch in seinen Helden verlieben. In ersteren nicht, weil's zeitlich absolut unpassend ist und eigentlich auch sonst viel dagegen spricht. Und in letzteren nicht, weil der verdammt nochmal verheiratet ist und Frau und Kind daheim sitzen lässt, um mit seltsamen Leuten seltsame Abenteuer zu unternehmen.
Nee nee, Männer sind doch alle gleich, und dafür müssen sie noch nicht mal real existieren!

Übrigens habe ich mir am Wochenende in einer Entgeizungswelle endlich ein mittelalterliches (ok, wahrscheinlich sehr frei interpretiert, also bitte keine "Das ist nicht A!"-Schreie.) Kleid gekauft. Ergebnis hier zu begutachten. Kopf bitte wegdenken, danke.
Die Runneburg war klasse, wir hatten genialstes Wetter, es war ein großes Gelände, das Programm war spitze. Hach, ich will da wieder hin!!

Gestern war ich zum Bewerbungsgespräch in Braunschweig. Hab da einen Marburger Kollegen und eine Kollegin wieder getroffen, das war sehr nett. Ersterer hat mich wieder vorzüglich mit Gerüchten (und Vorurteilen *stööhn*) versorgt, letztere fühlte in fast allen Punkten mit mir. Beide behaupten, wir würden Arbeitslosengeld kriegen, wenn alle Stricke reißen, das war eine der positiven Nachrichten dieser Woche! :-) Aber ich hoffe, das geht in den nächsten Wochen noch eine Spur positiver.

27.07.2004 um 18:31 Uhr

Freaks!

Hab ich eigentlich schon erwähnt, dass ich derzeit Sonntag abends immer zum DSA darf?
Das ist toll, eine geniale Truppe ist das! Ein wirklicher Lichtblick, wo ich doch Sonntage sonst so hasse.
Jedenfalls sind da natürlich Leutz dabei, die sämtliche Regelwerke gegessen haben müssen. Ich pflege diese Leute gewöhnlich mit einem Zeigefingerzeig und einem knappen "Freak!" zu bedenken.

Jedenfalls bin ich da das einzige Mädchen unter (wer das jetzt absichtlich falsch versteht, kriegt eins auf den Detz!) 3-5 Jungs, das ist ziemlich förderlich für's Ego, irgendwie.
Und ich meine mich in einen meiner Mitspieler verschossen zu haben.
Inzwischen bin ich mir aber nicht mehr so ganz sicher, ob das wirklich für ihn gilt, oder nicht viel eher für den Helden, den er spielt. Ich fürchte letzteres.
Klasse. Wer ist nun hier Freak?
Na egal, das Traum ist auch ein Leben, oftmals das bessere. Und immerhin wird mich ein DSA-Held nie enttäuschen, verletzen oder sonstwas. Und wenn ich ihn loshaben will, vergess' ich ihn.
Das ist eigentlich eine gute Art zu leben, ja.

Ach ja, und wenn das jetzt einer meinen freakigen Mitspielern erzählt, ist er des Todes. (Mein Ruf!)

24.07.2004 um 10:33 Uhr

Vanilleeis zum Frühstück

Ich kam ja in den letzten Jahren recht gut mit meinen beiden (Umzüge...) Gefrierfächern aus. Ich hatte hin und wieder Eis gekauft, dass dann zwar nicht steinhart war, aber immer noch leicht löffelbares Eis. Als nun also in diesen Tagen doch noch Sommer wurde und damit der Appetit auf ein kühles cremiges Eis wuchs, machte ich mich sogleich ins Aldi auf, um mir... nun ja... *hüstel* eine 2,5 Liter-Packung Vanilleeis zu besorgen....

Das Zeug ist schließlich verdammt lecker und ein wenig angetaut ist es nur noch leckerer.
Leider hatte ich die Fähigkeiten meines dritten Eisfachs diesmal arg überschätzt und als ich die Schachtel das nächste Mal herausholte, fühlte sie sich bereits bedenklich flexibel an. Der böse Verdacht bestätigte sich dann auch beim Öffnen: Nicht Eis hatte ich vor mir, sondern Vanillecreme... Versteht mich nicht falsch, ich habe nichts gegen Vanillecreme, das schmeckt lecker, so wie Sahnepudding.... aber... eigentlich wollte ich doch... Eis?
*seufz*
Und jetzt kann ich mich in den nächsten Tagen von diesem Zeug ernähren, früh, mittags und abends.... Ernährungstechnisch vermutlich nicht wirklich gesund, wird aber den Nebeneffekt haben, dass ich in diesem Sommer nicht mehr so scharf auf Vanilleeis sein werde...

*sing* Vanilleeis zum Früüühstück, Vanilleeis zum Mittag, Vanilleeis zu Abend, bis der Magen kippt...

21.07.2004 um 23:19 Uhr

Protokollantin Centi

Was ist das sinnloseste an einer Arbeit?
Nein, nicht die Arbeit an sich, Ruhe auf den billigen Plätzen.
Noch wer? Ja, Sie?

Genau, das Protokollieren.
Das war schon in der Schule so dämlich. Das Experiment selbst hat schon nie hingehauen, was sollte man da noch protollieren?!
"Ich habe die farb- und geruchlose Flüssigkeit 1 in die farb- und geruchlose Flüssigkeit 2 gekippt.
Der so entstandene Stoff 3 ist flüssig, hat keene Farbe und riecht nach nüscht. Und nu leck mich!"

Oder Physik.
"Ich habe den Lichtstrahl durch Linse 1 geleitet, über den Hohlspiegel durch Linse 2 und dahinter sollte es auf einen Winkelmesser treffen, aber da war's schon dunkel."

Und dann die Fehlersuche! *stöhn*
"Was weiß ich, die Reagenzgläser werden wieder dreckig gewesen sein wie Hempels Klo, die Chemikalien sind wahrscheinlich so alt wie die Schule selbst und so verdünnt, dass man sie verdicken muss, um Wasser zu haben!
Außerdem hätte ich wahrscheinlich Flüssigkeit 2 in Flüssigkeit 1 kippen müssen und nicht umgekehrt, auch wenn es sich meinem Sinn für Logik für immer verschließen wird, wo da der Unterschied ist."
Oder
"Das Licht war nicht hell genug."

Und dann das herumraten, was hätte passieren sollen. Ja, bin ich denn Nostradamus?!
Wird schon nichts weltbewegendes gewesen sein, sonst hätten Sie es uns ja nicht machen lassen!
Wenn man Glück hatte, saß der Klassenprimus vor einem, der einem dann im allgemeinen Chaos die Lösung verraten konnte.
"Natürlich hätten in einer endergonischen Reaktion Silberionen ausfällen müssen, die sich in einem weißen Niederschlag bemerkbar gemacht hätten, die Gleichung dafür ist .... blablabla."
"Der Winkel hätte nach der Formel alpha=alphaStrich, wobei blablabla"

Ja, so war das damals.
Und heute wieder das gleiche.

"Zur Geschichte des Bestandes kann ich leider keine Auskünfte geben, weil dazu keine Literatur existiert.
Zur Geschichte der Behörde auch nicht.
Und überhaupt.
Aber ich kann Ihnen sagen, wann der Bäckermeister Johann Gottlieb [und sie hießen zur besseren Unterscheidung *alle* Johann Gottlieb] Illing den Schuppen hinter sein Haus in der Neugasse gebaut hat."
Ist doch was.

19.07.2004 um 18:13 Uhr

Das Leben - unendliche Weiten...

...dies sind die Abenteuer eines Centi, das seinen "Schatzi" in die Wüste zum Pfefferkörnersammeln geschickt hat, um wieder glücklich zu sein.
Ja, Kinners, ich bin wieder Single und das ist auch gut so. Gratulationen, Kontaktanzeigen [Scherz!] und Rezepte für fettarme billige Sologerichte bitte per Mail oder Kommentar.

Und war das ein Wochenende!
Ich habe mich der Völlerei hingegeben, dem Tanz, habe gelacht, gesungen, Met und Obstweine getrunken, habe geschmachtet, geshoppt und geschwitzt, es war nur geil.

Mein Wochenende beginnt ja bekanntlich Donnerstag, wo ich dann gleich zu einer guten Freundin gefahren bin. Sind gleich in eine Mittelalterkneipe gegangen, wo wir von einem knuffigen Ritter mit einem glucksenden Lächeln bedient wurden.
Eine Platte mit Enten-, Schweine- und Rindfleisch, Klößen, Bratkartoffeln, Rot- und Sauerkraut für zwei Personen (wir ignorieren die Frage, wo man im Mittelalter Kartoffeln her haben wollte...), also so viel wie ich in der letzten Zeit kaum in vier Tagen gegessen habe.
Der Met war natürlich göttlich. Es folgten Drinks und Kaffee bei gemütlichen Plauschs... Pläuscher.... Plauschen.... Unterhaltungen halt.

Der nächste Tag galt dem Centi-Entgeizen. Zum Glück gibt es nicht nur H&M & Co. sondern auch etwas alternativere Läden und Second-Hand-Shops (früher nannten wir das An- und Verkauf, oder?) und so fanden sich tatsächlich ein paar Oberteile für mich, yay!
Pflastermüde gaben wir uns dann dem Nachmittagsschlummer hin, bevor nach einem exzellenten Abendessen ins Kino setzten. Spiderman2, ziemlich klasse.

Samstag dann der Mittelaltermarkt. Und das Wetter war auf unserer Seite, wie überaus nett!
Auch hier war der Met klasse (und auch hier teuer genug, dass ich es bei einem Becher beließ) und wir hatten für diesen Tag erfolgreich Sonnenschein bestellt (und natürlich die Sonnencreme zu hause gelassen. Mit einer roten Nase sehe ich immer aus wie Alki). Es war toll, ein Turnier (und ich schwöre, eines der Pferde hatte in näherer Verwandtschaft einen Araber *schmacht*. Außerdem hatten die es noch irgendwie geschafft, einen Kaltblüter auf den Platz zu schleifen, der nun gar nicht einsah, warum er sich denn bewegen sollte, geschweige denn auch noch schnell), Waffeln (und Softeis, auch hier ignorieren wir die "A oder nicht A"-Frage), Ridddäärs, einem wunderschönen Gewitter (das man überbrückt, indem man mit kindlichen Frühlings- und Sommerliedern die Mitflüchtlinge foltert), Frettchen, Adlern, und und und.

Sonntag morgen dann ein monströses Brunchbuffet, ich werde mich nicht in Aufzählungen verlieren, es wäre ohnehin zu viel, ich war jedenfalls pappsatt... und hatte bei der Heimkehr nichts besseres zu tun als Wassermelone zu essen...

Jedenfalls hatte mich also heute der Alltag wieder. Thema der Mittagspause war diesmal die allgemeine so wie meine Arbeitslage, am Ende der Pause saß mein Vorgesetzter mit Tränen in den Augen da und fragte sich, in was für eine Welt er seine Tochter gesetzt hatte...
Und da gibt es immer noch Menschen, die behaupten, wer Arbeit suche, würde auch welche finden.
Arme naive Irre.
Und sowas übernimmt die Verantwortung über Millionen von Menschen. Elend.

Ich habe beschlossen, dass ich nur überlebe, wenn mir das alles egal ist und ich dazu einfach nur meilenweiten Abstand halte, sonst drehe ich durch.
Und nein, ich habe noch keine weiteren Nachrichten von meinen Bewerbungen.

Anyway, das Leben ist geil und wir lassen es uns nicht von Pappnasen und Knackfröschen verderben.

Die Sonne scheint und es regnet. Und ich gehe jetzt einkaufen, wie geil ist das alles?

14.07.2004 um 18:44 Uhr

Blubb

In einer Laune voller Launenlosigkeit habe ich beschlossen, mal wieder ein paar genial sinnlose Tests zu machen.
Und ich habe beschlossen euch daran teilhaben zu lassen, und jetzt freut euch.

Auf Platz eins immer und schon seit ewigen Zeiten:
Der Frusttest
Ich sage nur: "iiih noch son Tag. Verpiss dich."
Habe 256 Punkte und bin angeblich nicht frustriert. Elend.

Platz zwei ergatterte sich vorhin:
Sollten Sie auf die Stimmen in Ihrem Kopf hören?
"Ich höre Stimmen. Sie mögen dich nicht." Muahaha.

Platz drei:
Das Erlenquiz
"Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?"
"Ich hab Pickel, das kannst du dir nicht vorstellen..."
*rofl*

Der kriegt keinen Platz, aber er hat sich mit "Klein meiner küner Graktus dreht staußen bam Alkon....." eine Erwähnung verdient.
Alles ok?

Die Stimmen sagen, ich soll jetzt aufhören.
Und ich verspreche, dass der nächste Eintrag wieder einen Sinn hat!

09.07.2004 um 22:44 Uhr

In den Sonnenuntergang

Stimmung: Mecum mea cuncti sunt
Musik: Der Bernsteinwald

Ich habe gerade eine wunderschöne Autofahrt hinter mir. Es mag sicher Nachteile dabei geben, bei Sonnenuntergang gen Westen zu fahren, aber es gibt auch unübersehbare Vorteile:
Wie die tief stehende Sonne die reifen Ähren beleuchtet, wie sie die Konturen von Wiesen und Wäldern betont und so alles viel plastischer und lebendiger, aber auch mystischer wirken lässt.
Und dazu dann bei schöner Musik im besten Auto der Welt zu sitzen. An dieser Stelle ein Dank an meinen treuen Verlobten, Bilbo, der nun schon seit fast drei Jahren mein Begleiter, Beschützer und manchmal auch Tröster ist. Bis das der TÜV uns scheidet, precioussssssssss!

Meine Eltern fahren morgen in den Urlaub (warum fährt man in die Alpen in den Urlaub, wenn man in einer Region wohnt, die allein schon Urlaub genug ist?!).

Wie erwähnt wollen die ja auch bald umziehen, aus dem Haus, in dem ich gut 20 Jahre gewohnt habe... zwecks dessen "müllen" sie auch langsam aus. Mein altes Doppelstockbett musste bereits daran glauben. 20 Jahre lang drin geschlafen. Erst unten und die Schwester oben, dann oben und die Schwester unten und zum Schluss oben, und unten war Fernsehareal.
Vielleicht komm ich ja irgendwann über den Verlust hinweg.

Jedenfalls ist ihr Umzug ebenfalls bezahlbar und das ist auch gut so, immerhin bekommt meine Mutter inzwischen kein Geld mehr. 0€ sozusagen, nichts.
Aber immerhin will die Politik nun Tatsachen schaffen, die auch solchen Langzeitarbeitslosen Anreize geben, wieder Arbeit anzunehmen.
Gott, was sind diese Leute Idioten. Ich würde sagen "Verbrecher", wenn sie nicht einfach viel zu abgehoben wären, um zu wissen, was hier überhaupt los ist. Wenn meine Mutter Arbeit gefunden hätte, hätte sie sie schon angenommen, oder denkt ihr, es macht so viel Spaß, den ganzen Tag daheim zu hocken?
Manche Leute gehören erschossen. *kopfschüttel*

Aber ich habe beschlossen, dass das Leben zu kurz und zu schön ist, um sich über Knackfrösche aufzuregen. Ich habe Blinde lächeln sehen, ich habe kein Recht, nicht glücklich zu sein.

06.07.2004 um 22:28 Uhr

Why spend your leisure bereft of pleasure?

Eigentlich ist allmählich Zu-Bett-geh-Zeit, aber ein kurzer Eintrag darf's noch sein.
Das Finanzamt hat nämlich netterweise erkannt, dass ich ein ganz armes Studentchen bin und gibt mir mitleidig meine paar Kröten Lohnsteuer wieder, Danke!

Da ich von Klein auf bereits relativ geizig war, würde ich normalerweise das Geld auf meinem Konto lassen und mich daran erfreuen, dass mein Kontostand wieder das Level von vor ein paar Monaten erreicht hat.

Aber diesmal habe ich beschlossen, das Geld auszugeben. Beglückwünschen Sie mich jetzt zu meinem Schritt weg vom Geiz!

...
...

Na schön, beglückwünschen Sie mich später.
Eine CD. Liederjan oder Streuner. Zupfgeigenhansel? Schau'n mer mal.
Außerdem bräuchte ich neue Klamotten, aber das gestaltet sich wie erwähnt ja etwas schwierig... Schuhe. Oh je. Naja, vielleicht geh ich auf einen Mittelaltermarkt und leiste mir ein Kleid. Oder kaufe mir irgendwo den Poncho, den ich immer wollte. Wenn ich ihn finde.
Und ich ernähre mich nicht mehr nur von Brot, Käse, Orangen und Pudding, gehe öfter ins Kino, fahre mehr Freunde besuchen und überhaupt.

Logische Überlegung dahinter: Entweder ich habe Ende des Jahres einen Job, dann ist es egal, ob ich das bisschen Geld jetzt ausgebe. (Bis auf das, was ich meinen Eltern noch schulde *hüstel*) Oder ich habe keinen, dann muss ich ohnehin mein Geld aufbrauchen, um Sozialhilfe beantragen zu können. (Mein schöner Bausparvertrag *seufz* Die Küche hatte ich schon beinahe zusammen...)

Und überhaupt: Wer sagt mir, dass ich dann überhaupt noch lebe?

Why spend your leisure bereft of pleasure?
A massing treasures, why scrape and save?
Why look so canny at ev'ry penny?
You'll take no money within the grave.
Landlords and gentry with all their plenty
Must still go empty where're they're bound.
So to my thinking we'd best be drinking
Our glasses clinking and round and round.

Man lebt schließlich nur einmal!

Und ich geh jetzt ins Bett...

05.07.2004 um 16:30 Uhr

Die wirklich wichtigen Dinge...

Ja, es ist nicht meine Art, Texte in mein Blog zu kopieren, man möge mir vergeben, wenn ich es diesmal doch tue.
Der Freund meiner Schwester erzählte mir davon und ich habe mich gleich auf die Suche begeben. Nun hier ist er:

Ist das Glas voll?

Hier kommt die Weisheit des Tages:
Ein Philosophieprofessor stand vor seinen Studenten und hatte ein paar Dinge vor sich liegen. Als der Unterricht begann, nahm er ein großes leeres Glas und füllte es bis zum Rand mit großen Steinen. Anschließend fragte er seine Studenten, ob das Glas voll sei. Sie stimmten ihm zu.

Der Professor nahm eine Schachtel mit Kieselsteinen, schüttete sie in das Glas und schüttelte es leicht. Die Kieselsteine rollten natürlich in die Zwischenräume der größeren Steine. Dann fragte er seine Studenten erneut, ob das Glas jetzt voll sei. Sie stimmten wieder zu und lachten.

Der Professor seinerseits nahm eine Schachtel mit Sand und schüttete ihn in das Glas.
Natürlich füllte der Sand die letzten Zwischenräume im Glas aus.

"Nun", sagte der Professor zu seinen Studenten," Ich möchte, dass Sie erkennen, dass dieses Glas wie Ihr Leben ist! Die Steine sind die wichtigen Dinge im Leben: Ihre Familie, Ihr Partner, Ihre Gesundheit, Ihre Kinder; Dinge, die - wenn alles andere wegfiele und nur sie übrig blieben - Ihr Leben immer noch erfüllen würden.
Die Kieselsteine sind andere, weniger wichtige Dinge wie z.B. Ihre Arbeit, Ihre Wohnung, Ihr Haus oder Ihr Auto.
Der Sand symbolisiert die ganz kleinen Dinge im Leben.
Wenn Sie den Sand zuerst in das Glas füllen, bleibt kein Raum für die Kieselsteine oder die großen Steine.

So ist es auch in Ihrem Leben: Wenn sie all Ihre Energie für die kleinen Dinge in Ihrem Leben aufwenden, haben Sie für die großen keine mehr. Achten Sie auf die wichtigen Dinge, nehmen Sie sich Zeit für Ihre Kinder oder Ihren Partner, achten Sie auf Ihre Gesundheit. Es wird noch genug Zeit für Arbeit, Haushalt, Partys usw.
Achten Sie zuerst auf die großen Steine, sie sind es, die wirklich zählen!
Der Rest ist nur Sand."


....... Nach dem Unterricht nahm einer der Studenten das Glas mit den großen Steinen, den Kieseln und dem Sand - bei dem mittlerweile sogar der Professor zustimmte, dass es voll war - und schüttete ein Glas Bier hinein. Das Bier füllte den noch verbliebenen Raum im Glas aus; dann war es wirklich voll.

Die Moral von der Geschichte:
... egal wie erfüllt ihr Leben ist, es ist immer noch Platz für ein Bier.

02.07.2004 um 14:50 Uhr

Schweinchenrosa und Blattlausgrün

Ich mag Freitage. Freitage heißen Freitage, weil man da frei hat. Ich zumindest.

Gewöhnlich stehe morgens seufzend und kopfschüttelnd vor dem Schrank und weiß nicht, was ich anziehen soll. Meine Klamotten sind entweder uralt, oder man kann bei manchen genau sagen kann, aus welchem Jahr sie sind (schwarz-weiß-Streifen waren 1995 modern, oder?). 75% meiner Klamotten kann ich nicht leiden (hab sie aber aufgehoben, weil eigentlich sind sie ja noch gut und eigentlich....), für einen Großteil des Restes ist meist weder die richtige Gelegenheit noch das richtige Wetter.

Also dachte ich mir, ich nutze die Gelgenheit, geh ein bisschen einkaufen und hab mich in die Einkaufspassage aufgemacht, motiviert, Anprobekabinen zu erkunden und Geld auszugeben.

Aber oh weh!
Im H&M begrüßte mich etwas, das nach den Unterhemden meiner Mutter aussah. Es war lila, es war hässlich und es war ganz eindeutig ein Unterhemd und H&M wollte mir klarmachen, das wäre cool?!
Im oberen Stockwerk sah es kaum besser, da gab es dann die Unterhemden, die ich im Kindergarten anhatte, sah also wirklich nach tiefster DDR-Zeit aus und war einfach nur furchtbar.
Kopfschüttelnd machte ich mich also schleunigst wieder nach draußen.
Nächster Halt: Pimpki. Hier hatte ich damals meine klamotten für die Jugendweihe her. Das war vor 7 Jahren. Die Jacke, die ich damals anhatte, hing noch immer dort, und war noch nicht einmal im Preis erhöht (Trotz Euro).
Auch hier: Außer Klamotten, die nur aus zwei Stoffstreifen bestanden, fand sich nicht viel und auch diesen Laden verließ ich.

Meine großen Hoffnungen waren nun auf das Colloseum gerichtet, wo ich schon öfter ein Schnäpchen (=passt, sieht gut aus, preiswert) ergattert hatte.
Was für ein Schock.
Alles war nur eine augenkrebserregende Masse aus ekligem Gelb, schrecklichem Igitt-Grün, furchteinflößendem Rot und magenausräumendem Rosa.

Na ist mir schlecht! Bin also quasi rückwärts wieder rausgegangen, hab nochmal im C&A reingeschaut, wo sie wenigstens durchschnittlich hässliche Sachen hatten (gegen ein gelb-pinkes T-Shirt ist sogar die Landhausabteilung der Himmel auf Erden).
Dann nochmal quer durch die Schuhe geschaut und als mir dann auffiel, dass mich die Plakate an der Wand sehr viel mehr interessierten als die Schuhe, hab ich beschlossen, dem Elend ein Ende zu bereiten und bin heim.

Bilanz der Shopping-Tour: Haartönung für mich und Textilfarbe und Müsliriegel für meine Mutter. Wer braucht Klamotten, wenn es dm-Drogerien gibt?

Beim Blumengießen fiel mir dann auf, dass mein Borretsch Blattlaus-verseucht war. Die Mistviecher hatten sich auf den Blattunterseiten versteckt und vermehrt und es war einfach nur eine sich bewegende Masse an grünen Ekelviechern. Buaahhh...
Hab sie alle gnadenlos niedergemacht (gewöhnlich tue ich keiner Fliege was zu Leide, aber wer an meine Pflanzen geht, hat sein Leben verwirkt!) und die Blätter abgewaschen (mein Borretsch riecht jetzt nach meinem Duschgel. Nicht jeder Borretsch kann von sich behaupten, nach Adidas zu riechen!).
Mir krabelt es noch immer überall, wenn ich daran denke, igitt. *amKopfkratz*
Hab dann Spaßeshalber mal nachgeschaut, was gegen die Mistgriebel außer Ablesen und Eliminieren hilft, und was meint das WWW dazu:
"Folgende Kräuter schrecken Blattläuse ab: Bohnenkraut, Salbei, Thymian, Ysop, Borretsch."

Das solltet ihr mal den Blattläusen sagen, ich glaube, sie wissen das nicht.

01.07.2004 um 20:14 Uhr

Ein Tag im Leben eines Taugegarnichts

Musik: A Stór Mo Chroí

6:00
Der Radiowecker springt an.
Ich kann es wiedermal nicht fassen, ausgerechtnet jetzt, wo mein Kissen genau die Richtige Position hat, mein Teddy genau richtig im Arm liegt und die Decke die perfekte Temperatur hat.
"Igitt, noch so'n Tag. Verpiss dich!"
Ich weiß ja, dass ich noch etwas liegen bleiben kann, also lausche ich missmutig dem Wetterorakel, das jeden Tag die gleichen Lügen von sich gibt, kuschle noch ein wenig mit Teddy und verfluche den Tag.

6:10
Das Radio beschließt, dass ich lang genug gelegen habe und spielt "time to say good bye".
Verstehe den Wink, verfluche den, der im Radio die Musik aussucht, mach den Wecker aus, gebe Teddy einen Abschiedskuss und mach mich ins Bad.

6:48,5
Ich schaffe es tatsächlich, exakt zu diesem Zeitpunkt aus dem Haus zu gehen. Früh genug, dass ich es noch gerade so schaffe, spät genug, um schnell laufen zu müssen. Ich sollte 6:45 losgehen, aber egal wie spät ich aufstehe, es wird immer 6:48,5.

Trete aus der Tür und stelle fest, dass ich wieder das falsche angezogen habe: es ist definitiv zu kalt.

6:55
Laufe schnell, beginne zu schwitzen. Wie ich es hasse.

7:02
Komme an. Immer exakt zwei Minuten zu spät, glaubt es oder lasst es.

Es folgt: Arbeit. Nett, macht Spaß, ist interessant.
Mir ist noch immer nicht bewusst, dass dies tatsächlich meine Diplomarbeit ist. Ich tue eben den Job, den ich auch später gern machen möchte und tue ihn so gut, wie es die Notwendigkeit verlangt. Um dem Kunden zu dienen, nicht um mein Diplom gut zu machen.
*schulterzuck*

Frühstückspause. Koffeeeiiiiiiinnnn!!!!!!

12:00
Mittagspause. Ein paar Kollegen kommen in mein Büro/den Frühstücks-/Kopier-/-Konferenzraum.
Kollege erzählt wieder von seinem Baumarkttrauma, höchst amüsant.
Der arme Kerl hat vom Heimwerkern so wenig Ahnung, wie man eben hat, wenn man es nie machen musste, hat aber das Pech, als Mann auf die Welt gekommen zu sein. Sein allumfassendes Wissen, was Dübel, Bohrer, Schraubenzieher und diverse Instrumente angeht, deren Name ich nicht kenne, sowie genaue Kenntiss der Beschaffenheit seiner Wände, usw. wird störrisch vorausgesetzt.
"Können sie mir weiterhelfen, ich möchte einen Handlauf an der Wand im Treppenhaus befestigen..."
"Doppelt- oder einfachbeplangt?"
Yo, danke für's Gespräch. Arsch.

Weiterarbeiten.
Hin und wieder schweifen die Gedanken ab, zu Liedern, Vorhaben, die ich drei Stunden später wieder verwerfe, Träumen, Vergangenheit, Gegenwart. Die Zukunft verdränge ich.

Das Telefon klingelt, ich melde mich diesmal - zum ersten Mal - nur mit meinem Nachnamen. Ich werde ohnehin nur intern angerufen, die wissen selbst, in welcher Firma sie sind, das muss ich ihnen nicht sagen.
Unnötig zu sagen, dass es diesmal ein Anruf von extern war, oder?
"Die Telefonnummer von dem und dem? Die hab ich nicht da, aber ich geh gern mal schnell ins Nebenzimmer und frag nach..."
Warum bitte hat er nicht die Zentrale angerufen? Ist ganz leicht, man muss nur die 00 statt meiner Nummer wählen. Na egal.

16:00, je nach Tag 17:30
Schreibtisch sauber und aufgeräumt, auf nach hause. Kollege, der das obere Stockwerk abschließt, wartet schon. Wie immer. Ich komm ja schon!
Ich würde die zwei Minuten von morgens ja rausarbeiten, aber naaiiin...

16:15
Zuhause, endlich. Jetzt kann ich endlich... öh...
Erstmal Essen, das Internet durchsuchen... Mich ins Bett legen und lesen.

Die Sonne scheint auf meine Kornblumen, die nun 16 Blüten haben - eine ist bereits abgeschnitten - und lässt sie blau leuchten. Da ich Erde aus dem Garten meiner Eltern benutzt habe, sind auch "fremde" Samen dabei, und so blüht darüberhinaus Borretsch in hübschem Hellblau.
Selten kommen Schwebfliegen, Bienen habe ich noch nicht gesehen, ganz anders als in Marburg. Vor einem Jahr. So lang ist das schon her, unglaublich.
Das Stadtwappen meiner Heimatstadt, das mir eine Freundin zu meinem ersten Geburtstag fern von daheim als Fensterbild geschenkt hat, leuchtet.
Dahinter die Häuserwand, da muss man nicht hinsehen. Wenn ich aufstehe, gibt es immerhin auch Bäume zu sehen.

Wochenendes fahre ich meist zu meinen Eltern, die demnächst auch umziehen. Ich habe in dieser Wohnung etwa 10 Jahre gewohnt, im Haus 20. Leb wohl, schöne Aussicht.
Ich werde wohl auch bald wieder umziehen. Hoffentlich. Hoffentlich? Ja, leider hoffentlich.

Ich bin da, wo ich hingehöre, ganz egal, wo das sein mag.
Mecum mea cuncti sunt.