Aus dem Leben eines Taugegarnichts

23.11.2004 um 16:03 Uhr

Bewerbung

Bewerbung als...
Ihre Stellenanzeige vom...

Sehr geehrte Damen und Herren,

da ich meine Ausbildung abgeschlossen habe und nun dringend einen Job brauche...
da ich jung bin und Geld brauche...
Nein, so geht das nicht...
da ich mir schon immer gewünscht habe, in Ihrem Unternehmen... *Namenreinkopier*... ähm...
Sofort fühlte ich mich von Ihrer Anzeige angesprochen, denn Sie suchen eine...
*Leitplan irgendeines jungen Unternehmens such*
junge, engagierte, innovative, flexible, zuverlässige, dynamische, selbstständige und teamfähige Mitarbeiterin...
Nein, ich sollte irgendwie nur das drin lassen, was auch auf mich zutrifft...
denn Sie suchen eine Mitarbeiterin.

Ich habe hier ein bisschen gelernt, da ein bisschen praktiziert und dort die Besonderheiten von Unternehmen wie dem Ihren schätzen gelernt. Eigentlich wünsche ich mir mein ganzes Leben nichts anderes, als gerade in Ihrem Unternehmen tätig zu werden. Denn nur Ihr Unternehmen... Ihr Unternehmen ist das einzige, das... ähm... nur Ihr Untern...
*Internetauftritt des Unternehmens such*
Denn nur Ihr Unternehmen...hat seinen Sitz in der Nähe von... ähm... denn...
Denn nur Ihr Unternehmen hat derzeit eine Stelle ausgeschrieben.

Besonders hervorheben möchte ich, dass ich wirklich verzweifelt bin... Nein...
Ich bin ziemlich toll, kann dies und jenes, vor allem bin ich... ich bin... ähm... zu allem bereit und zu nichts zu gebrauchen... nein, flexibel! Genau... und lernfähig. Und so.
Ich schätze den Umgang mit Menschen, aber auch mit meinen Vorgesetzten kam ich immer gut aus... also ich meine...

Jedenfalls hätte ich gern diesen Job.
Mit fr...
Oh, und wenn Sie mögen, komme ich auch vorher nochmal zu einem Gespräch vorbei! Nein, warte, wo ist der Sitz des Unternehmens? Da fahre ich ja... gah...*seufz*
Also nur, wenn Sie's auch ernst meinen.

Mit freundlichen, verbindlichen und sonstwas für Grüßen
Das Centi


Anlagen
Nachweise über Schulbesuche
polizeiliche Gutachten (alles gelogen!)
Nachweise über meine Abschlüsse, Praktika und Gesundheitszeugnis, Blutbild, Quittungen der GEZ, Geburtsurkunde
Lebenslauf

22.11.2004 um 22:20 Uhr

Ähm...

Da ich mich nunmehr seit einer Woche nicht mehr gemeldet habe, werde ich dies nun nachholen. Deswegen und weil ich gerade dazu genötigt werde. Und weil ich über nacht zwei neue Stammleser bekommen habe, ich bin beeindruckt, überrascht und ... Mann, ihr habt auch alle kein Leben.

Also der Eintrag. Weil ich mich nun also seit einer Woche nicht mehr gemeldet habe... nicht, dass in dieser Woche viel passiert wäre. Eigentlich war diese Woche im Prinzip wie die letzte. Nur eben eine später. Eine Woche näher an Weihnachten. Habt ihr schon Geschenke? Ideen? Ich nicht.
Aber darüber wollte ich auch gar nicht schreiben.
Weil ich mich also nun seit einer Woche... und weil ich dazu genötigt... und ähm... oh, eine Woche, die Hölle der Woche habe ich auch nicht aktualisiert. Letzte Woche schon nicht. Asche auf meine Tomaten.

Also die Hölle der letzten Woche:
Leute, die Emails, SMS und PMs nicht zeitnah beantworten, kommen in die Hölle. Und Leute, die ihre Blogs vernachlässigen.

Ich hoffe mal, da ist es warm. Allmählich ist da unten so richtig Betrieb, wenn alle daran gedacht haben, Met und gute Musik mitzubringen, kann das eine richtig geniale Party werden!
Die Hölle von dieser Woche mache ich morgen.

Ja, der Eintrag.
Der Grund, warum ich seit einer Woche nichts geschrieben habe, ist schlicht akuter Ideenmangel. Immer, wenn ich einen Satz begonnen habe, habe ich ihn wieder gelöscht und beschlossen, dass ich den Eintrag auch "morgen" schreiben kann.
Und das war jetzt eigentlich genau so.
Aber irgend etwas muss ich doch schreiben!
Immerhin bin ich seit Wochen dem unterste Platz der 50 meistgelesenen Blogs immer um eine Woche hinterher.
Ich bin so armselig. Nicht weil dem so ist, sondern weil ich deswegen jetzt hier schreibe.
Wahrscheinlich verliere ich jetzt fünf Prozent meiner Stammleser. Oder fünfzig.

Um nun also endlich einmal nach einer Woche auf den Punkt... was wollte ich eigentlich?
Huch, ist das schon wieder spät, na da machen wir doch besser erst "morgen" hier weiter...

15.11.2004 um 16:34 Uhr

Aus der Chronik

Wir schreiben das Jahr 1572, den 9. November.
Über der Stadt erscheint ein unbekannter heller Stern, heller als die Venus.

Woran erinnert uns das? Genau. "Melchi, ein Stern!" An die Zeit, als vor einigen hundert Jahren drei Monarchen in komischer Kleidung durch die Pampa gestapft sind, um ein brabbelndes Baby mit Weihrauch zu benebeln. Die ersten Drogendealer der Welt, wie man später sagen wird. (Was natürlich Blödsinn ist. Davor gab es ja auch schon längst welche.)
Jedenfalls wechselte nun ein uns bekannter Handwerkersohn die Religion, woraufhin sein Dad sich gezwungen sah, ein neues Testament zu verfassen. Naja, gab ja eh nichts zu erben.

Das war damals. Was passierte nun 1572?
Nichts.
Man vermerkte das Erscheinen des Sterns und ging zur Tagesordnung über.
14 Monate später gab ein frustrierter Stern auf und verschwand. Keine Hirten, keine Könige, kein Weihrauch. Macht doch eiern Dregg alleene!
Und so blieb ein weiterer Heiland unentdeckt, blieb Zimmermann, Hirte oder Bäcker, verbesserte die Welt nicht; Es gab kein neues Testament, die Menschen blieben sündig, die Umweltverschmutzung wurde fortgesetzt und Dinge wie Arbeitslosigkeit, Wirtschaftskrisen, Weltkriege und Demokratie entstanden. Elend.
Und das alles nur, weil sich 1572 niemand auf den Weg gemacht hat, um einem Neugeborenen (vielleicht wäre es ja diesmal sogar ein Mädchen gewesen und Frauen hätten nun viel eher Hosen tragen dürfen) etwas vorzutrommeln.

10.11.2004 um 22:00 Uhr

Vieleicht auch träumen...

Ach herje, ist das schon wieder so lange her? Du meine Güte.
Na schön, was ist seit letzter Woche so passiert?

Nun, ich habe die Minen von Nashell von Kobolden und dem Zauberer Mulahey befreit.
Daraufhin habe ich noch die Gegend ringsum ein wenig gesäubert und dann beschlossen, die Gnollfestung im Westen einzunehmen.
Der Weg gen Westen war steinig und beschwerlich. Die Oger-Berserker waren ein Alptraum und die Xvarthorden wurden immer größer. Als ich mich endlich zur Gnollfestung durchgeschlagen und auch schon diverse Schlachten siegreich hinter mich gebacht hatte, wurde die Übermacht der Gnolls nun doch zu groß und ich einigte mich mit meinen Freunden auf einen taktischen Rückzug.
Den weißen Wolf, den ich jagen wollte, habe ich natürlich ebensowenig gefunden wie Alberts Rufie, was auch immer das war. Na, später vielleicht.

Außerdem hat es widerlich geschneit und ich musste im Schneegestöber zu Plus laufen, weil ich das Fix für Brokoliauflauf brauchte.
Ich Held habe mir nämlich am Wochenende einen Blumenkohl besorgt, weil der so schön billig war. Montag war ich im Aldi, da gab es billigen Brokoli. Mein Speisezettel diese Woche ist sehr abwechslungsreich: Montag Blumenkohlauflauf, Dienstag Brokoliauflauf, Mittwoch Blumenkohlauflauf.
Ratet mal, was es morgen gibt! Falsch!
Brokoliauflauf.
Ich hab' da irgendwie ein Talent für, wie damals mit dem Vanilleeis, im Sommer. Hach, Sommer...

Als ich dann jedenfalls wieder in Nashkell war, hat man mir was von einem wildgewordenen Hauptmann erzählt. Brage.
Und weil ich Männer in Uniform mag, habe ich mich gleich auf in den Westen gemacht und ihn gefunden. Der arme Kerl hatte sich das falsche Schwert ausgesucht und war dem Wahnsinn verfallen. Ich hatte Mitleid, und so brachte ich ihn in den Tempel Helms. Möge er dort geheilt werden.
Inzwischen eilt mir mein Ruf weit voraus, wir sind weit im Land als heldenhaft bekannt. Tolle Sache, das.
Und um dem nun komplett gerecht zu werden, habe ich mich nun mit den Räuberbanden befassst, die im Norden ihr Unwesen treiben. Den Anführer habe ich gekillt, aber fragt mich nicht, wie ich jetzt aus dem Lager wieder herausfinden soll.

Na, zumindest ist der Schnee inzwischen wieder dabei zu schmelzen, auch wenn es Winter bleibt. Oder Weltuntergang.
Egal, morgen komme ich wieder eine Stunde eher von der Arbeit, dann schlag ich mich aus dem Banditenlager zum Mantelwald durch! Offenbar ist das Banditengeschäft rentabler als das, was ich studiert habe. Ich habe den falschen Beruf.
Aber ich bin ja auch schon am Umorientieren: Kurrier, Trucker, Hufschmied und Kupferschmied stehen ganz oben auf meiner Liste. Dicht gefolgt von Einbrecher, Magierin, Bankräuber und Politiker.

Die Aussichten: Demnächst muss ich mal wieder zum Zahnarzt, außerdem gibt es da einige Sachen, die ich im Freundlichen Arm verkaufen und identifizieren lassen muss.

Kann es sein, dass ich ein Problem habe, Wirklichkeit und Realität auseinanderzuhalten?
Nein, DSA spielen wir ja erst Sonntag wieder. Bis dahin sollte ich allerdings schon im Mantelwald angekommen sein.

04.11.2004 um 15:51 Uhr

Das Urvertrauen

Während ich hier so über meinen Akten sitze und mir Gedanken mache, ob ein Dampfkocher das Gleiche ist wie ein Dampfkessel (Wie muss man sich eigentlich einen Dampfkocher vorstellen? Und wie sieht gekochter Dampf aus?) fällt mir noch etwas ein, was ich berichten wollte.

Da klingelte es am Dienstag an meiner Haustür. Davor stand eine junge Frau, die wohl kürzlich hier eingezogen war (ist ja nicht so, als würde ich meine Hausbewohner kennen...) und erzählte mir, dass sie einen Hund hätten, aber die Hausbesitzer dagegen wären. (Warum eigentlich? Wir haben im Haus schonmal mindestens zwei Hunde und eine Katze...)
Daher würde sie nun Unterschriften von den Hausbewohnern sammeln um zu belegen, dass keiner der Mieter etwas dagegen hätte.
Empört über die Ungleichbehandlung und das ungewisse Schicksal des armen kleinen Retriever-Schäferhundmischlings setzte sich meine Unterschrift natürlich in die Spalte "einverstanden", wünschte noch viel Glück und verabschiedete mich.
Schön und gut. Aber was zum Geier habe ich da eigentlich unterschrieben?! Hinterher fiel mir nämlich ein, dass ich keinen Blick auf den handgeschriebenen Text über den beiden Unterschriften geworfen hatte.
Mann, Centi, irgendwann setzt du dich nochmal so richtig in die Nesseln.

Wie damals, als man mir drei kostenlose Exemplare einer Fernsehzeitschrift anbot und versprach, dass ich damit keine weiteren Verpflichtungen eingehen würde, nach diesen drei Exemplaren wäre alles vorbei.
Zuhause erst habe ich dann bemerkt, dass ich in Wahrheit ein kostenpflichtes 2-Jahres-Abo unterschrieben hatte. Ein Hoch auf das 14-tägige Widerrufsrecht.

Oder im Jan./Feb. 2003, als der schräge Parkplatz vereist war und ich nicht herunterkam. Ein junger, türkisch aussehender Mann kam vorbei und versuchte es zunächst mit Schieben. Als das nichts brachte, fragte er mich, ob er es mal versuchen sollte. Ich ließ ihn nach kurzem Zögern ans Steuer, ohne mich dazuzusetzen oder wenigstens meine Handtasche aus dem Auto zu nehmen, in der natürlich alle Papiere waren.
Ich hätte ihn küssen können, als er das Auto vom Parkplatz runter hatte und es dann auf der Straße stehen ließ und sich freundlich von mir verabschiedete.

Ja, das Centi. Ein Musterbeispiel an das ungetrübte Vertrauen in die Menschheit.
Ihr wollte eine Unterschrift? Klar doch!
Eine Einzugsermächtigung? Hier!
Mag wer mein Auto leihen? Meine Wohnungsschlüssel? Meine Handtasche halten? Sie sind Handwerker und wollen unangemeldet in die Wohnung? Immer herein!

Kann mich mal wer vor mir selbst beschützen?

Oh, und ein herzliches Willkommen nachträglich an den 11111. Besucher dieses Blogs!

03.11.2004 um 17:22 Uhr

Neulich beim Rollenspiel II.

Kennt ihr das Gefühl, einen Film zu sehen und genau zu wissen, dass die Hauptperson gerade etwas völlig Falsches tut? Und man will ihr noch zurufen "Tu es nicht!", aber natürlich hört sie einen nicht und man sitzt verzweifelt da und beobachtet hilflos das sich abzeichnende unumgängliche Unglück.
"Um dem abzuhelfen, gibt es Rollenspiele", hat man mir gesagt.
"Da kann man nämlich das tun, was man für richtig hält", hat man mir gesagt.
Alles gelogen. Aber lest selbst:

Der Al'Anfaner und meine Kundschafterin, der Tragödie zweiter Teil
Höfliches aber weltfremdes Mädchen, das wir sind, gehen wir dem Al'Anfaner zwar aus dem Weg, geben ihm aber keinen bösartigen Korb. Al'Anfaner schleicht sich vor uns in unser Zimmer und fragt bei unserer Ankunft, ob wir denn so gar nicht interessiert wären, bricht angesichts der Antwort in bestens geschauspielerte Tränen aus und droht, sich das Leben zu nehmen.

Natürlich wusste Centi die ganze Zeit, dass er das nie tun würde, dass alles gespielt war und worauf er abzielte.
Die Kundschafterin nicht. Die hält ihn natürlich vom Selbstmord ab und schickt ihn mit tröstenden Worten und unter Aufbietung aller Überredungskünste in sein Zimmer.
Wo er die Tür zuschließt und lautstarkt droht, sich das Leben zu nehmen, während die Kundschafterin hilflos vor der Tür steht und ihn vom Selbstord abhalten will. Doch wer nun denkt, das alles würd in eine billige Soap ausarten, hat nur teilweise Recht.
Durch den nun auf dem Gang entstehenden Lärm werden die anderen Gruppenmitglieder geweckt, die sich nun teilweise über den "Ehekrach" (Aaargh!) beschweren, aber teilweise auch hilfreich die Tür eintreten.
Kommentar des Al'Anfaners: "So liegt Euch also doch etwas an mir!"
Kommentar der Kundschafterin: "Nein... *stammel* Aber Ihr könnt Euch doch nicht so einfach das Leben... *stammel*"
Kommentar Centis: "Ich bring' dich um!"
Es folgt wieder eine lange Erklärungstirade, an deren Ende sich der Al'Anfaner mit unserer Freundschaft zufrieden gibt und auf selbige er mit Wein anstoßen will.
Was jeder der Spieler, aber keiner der Helden wusste: In der Zeit, in der er eingeschlossen war, hatte er einen Liebestrank in den Wein gekippt.
Al'Anfaner: "Würdet Ihr mit mir auf unsere Freundschaft anstoßen?"
Kundschafterin: "Na schön..."
Centi: "Ich werde dich töten..."

Dank des Beistandes durch den Meister (*preis* *huld*) hat er geringere Wirkung und man legt sich wieder in das eigene Bett. Ist sich am nächsten Morgen allerdings etwas sympathischer. (Hier stieß ich dann definitiv an meine schauspielerischen Grenzen...)

Glücklicherweise hat das Ekelpacket aus Al'Anfa sich so ziemlich jedes Gruppenmitglied zum Feind gemacht und diverse Herausforderungen unseres Anführers (Hauptmann) kassiert, aber nicht angenommen.
An diesem Tag treibt er's nun endgültig zu bunt und der Hauptmann verlegt sich endlich auf die schlagkräftigen Argumente seiner rechten Faust.
Mein Held! Erneut stieß ich an meine schauspielerischen Grenzen, aber in dem allgemeinen Wirrwar fiel das zum Glück nicht auf ("Eigentlich müsste ich ihm jetzt helfen... ach, ich tu' so, als wäre ich vor Schreck gelähmt, lalala...").
Das Ende vom Lied: Der Al'Anfaner wird von einem strahlenden Hauptmann unter den strahlenden Gesichtern aller Spieler auf Null Lebenspunkte gestutzt und letztendlich in dem Dorf, in dem wir rasteten, zurückgelassen. Die Wirkung des Trankes war von keiner langen Dauer und mein Dank wird dem Hauptmann (*huld* *schmacht*) ewig nachschleichen.