Aus dem Leben eines Taugegarnichts

14.03.2005 um 17:56 Uhr

Krank.

Nessi ist noch nicht wieder aufgetaucht. Aber das ist ok. Sie tut mir nichts und ich tu ihr nichts. Und auch wenn sie achtbeinig, eklig, vieläugig und gliederfüßig ist, so glaube ich eigentlich nicht, dass sie mir was tun könnte. Obwohl... wenn ich an Spiderman denke... eigentlich hat dieses Vieh eine gewisse Ähnlichkeit... mit diesen genmanipulierten... ähm... ich hätte diesen Film nicht sehen sollen...

Ich für meinen Teil bin heute morgen doch mal zum Arzt gegangen, nachdem ich dieses Wochenende zum dritten Mal in meiner Bonner Daseinsform  (die jetzt exakt 46 Tage andauert, abzüglich kurzzeitiger Abwesenheiten) wegen eines Fiebers im Bett lag (verdammt, ich hatte seit Jahren kein echtes Fieber mehr!), und bin jetzt für diese Woche krankgeschrieben.
Das hatte ich nicht beabsichtigt. Aber ich hatte ja auch nicht beabsichtigt, mir eine Bronchitis zuzulegen.
Aber egal, so schlimm ist das ja auch nicht, ich meine man liegt im Bett, trinkt Tee, kocht Tee, schafft Tee auf die Toilette, legt sich zum Laptop auf den Boden, legt sich ins Bett, trinkt Tee, kocht Tee...
Hat alles in allem was von Ferien.

Ich wäre trotzdem lieber gesund geblieben. Immerhin kann aus einer Bronchitis eine Lungenentzündung werden und wenn ich hier allein in meiner Miniwohnung an Lungenentzündung sterben würde, liefe das ziemlich gegen meine sonstigen Sterbepläne.
Ok, nichts Konkretes, aber irgend etwas in Richtung "sich vor einen fahrenden LKW/Zug/Boing/Kugel werfen, um seinen König zu retten" sollte es schon sein, oder? Ok, König. Es mangelt etwas am König. Bundeskanzler? Ja, wenn ich den rette, würde ich mir hinterher wahrscheinlich auch wünschen, dabei drauf gegangen zu sein.
Aber egal. Wo war ich?

Ah ja, ich reibe mich also mit Transpulmin ein und stoße mit einem Glas ratiopharm Brausetablette und einem Khalid... ähm... ich meine *genaules* Klacid (beim ersten Lesen sind mir ja fast die Augen rausgefallen [Baldur's Gate-Insider]) Antibioticum auf meine möglichst schnelle Genesung an.

Am popo Baldur's Gate: Immerhin bin ich bis letzten Mittwoch wieder in Baldur's Gate City angelangt und habe mir bereits eine Einladung zu so einem komischen Ball besorgt und irgendwie habe ich das Gefühl, dass es da ein böses Gemetzel geben wird (ok, wann gabs das nicht). Seltsamerdings sind die Soldaten der Stadt nicht so gut auf mich zu sprechen, aber ich schwöre, diese komischen Händler haben zuerst angegriffen!
Oh, Helm, der Endkampf ist nahe, ich hab Angst!

10.03.2005 um 18:10 Uhr

Reicht mir mein Schwert!

Natürlich ist aus dem kratzenden Hals und dem Watte-Schädel eine Erkältung geworden. Wie sollte es auch anders sein.
Aber das ist gerade eine meiner geringsten Sorgen...

Ich habe mich nun also zum verdienten Feierabend mit dem Laptop auf mein Schaffell gelegt und sah nun nichtsahnend in Richtung Balkontür.
Sitzt doch da eins von diesen fürchterlichen achtbeinigen Ekelviechern in der Ecke!
Das Centi springt also mit einem "Iih, ist die groß!" auf, behält das sich nicht bewegende, dennoch bedrohlich wirkende Exemplar eines phobieauslösenden Igitt-Wesens kurz im Blick und holt sich aus dem zwei Meter entfernten Schrank ein Glas und vom Tisch auf dem Rückweg einen Prospekt.
Vermutlich hat der sich in seinem Revier gestört fühlende Gliederfüßer in der Zwischenzeit das gleiche getan, denn als das Centi nun etwa zehn Sekunden später wiederkommt, ist das alptraumhafte Vielauge weg. Einfach weg. Ich meine, da ist im Umkreis von einem Meter nichts, wo sich das Mistvieh hätte verstecken können. Die Ritzen zwischen Teppich Wand sind für das Monstrum viel zu klein und sonst ist da einfach nichts.

Habe nun das ständige Bedürfnis, die Decke auf Sp... Sp... auf Sp... auf spontane Anwesenheit des widerlichen Drecksteils zu kontrollieren und hoffe, dass ich einfach nur verrückt geworden bin und eine Haluzination hatte.




09.03.2005 um 16:58 Uhr

Alles-doof-Tage

Heute und gestern waren wieder zwei typische alles-doof-Tage.
Woran erkennen wir einen alles-doof-Tag?

An einem alles-doof-Tag wird man gewöhnlich vom Weckerklingeln aus einem netten Traum gerissen, ist wie gerädert und weiß, dass man gleich aufstehen und warmes, kuschliges Bett, genau richtig liegendes Kopfkissen, kuschligen Teddy und Biberbettwäsche hinter sich lassen muss, um sich durch eine kalte feuchte Morgenluft zur überfüllten Bahn durchzuschlagen.
Die günstigste Bahn verpasst man, weil man nicht aus dem Bett kommt, die nächste, weil man nichts zum Anziehen findet und die übernächste, weil man wieder intensiven Gebrauch von Abdeckstift und Co. machen muss und nebenbei noch den Tee verschüttet.

Wahlweise findet man keinen Sitzplatz und muss die ganze Zeit stehen, oder man steht kurz vor dem Abbremsen auf und wirft sich irgendeinem Fremden an den Hals, bei dem man sich dann betont fröhlich grinsend für seinen Fehltritt entschuldigt.
Auf dem Weg von der Bahn zur Arbeit nieselt es an alles-doof-Tagen gewöhnlich.

Man kommt dann in seinem Büro an und stellt fest, dass der seit einer Woche dazu angehaltene und angeflehte Hausmeister die Heizung, die nun seit zwei Tagen auf voller Kraft läuft, aber null Nutzen bringt, noch immer nicht repariert hat, und dass es demnach saukalt ist. Was man erst merkt, wenn man von der Kälte, die draußen herrschte, aklimatisiert ist.

Der Himmel bleibt an einem alles-doof-Tag ganztätig verhangen, es bleibt dunkel, kalt und feucht.

Ein leichtes Kratzen im Hals und ein in Watte gepackter Kopf lassen einen in den paranoiden Wahn geraten, von einer zweiten Erkältungswelle erfasst worden zu sein. Außerdem findet man ein Speckröllchen, dass garantiert vor kurzem noch nicht da war und einen im Entstehen begriffenen Pickel.

Beim Mittagessen verkracht man sich mit einer Kollegin über einer Kleinigkeit, die einem wieder einmal zeigt, wie kleinlich/ nachlässig/ faul/ pingelig/ unfreundlich/ naiv/ hinterfotzig/ langweilig/ verbohrt/ lethargisch/ egoistisch/ arrogant/ gehemmt/ ignorant [Zutreffendes anzukreuzen] doch alle außer natürlich einem selbst sind und wie viel besser man eigentlich ohne alle diese Deppen dran ist.

In Gesprächen mit Mitarbeitern verhaspelt man sich ständig, vergisst Sachen, die man gestern noch wusste, und verwechselt immer alles. Der Kopf ist immer noch in Watte gepackt, es ist immer noch dunkel und noch kälter als je zuvor.
Mit der Arbeit kommt man eher schlecht als recht voran und man beschließt, nur bis zum Ende der Kernarbeitszeit zu bleiben. Natürlich fängt es genau dann an, in Strömen zu regnen und man hat nun die Wahl, im Büro oder auf dem Weg nach hause zu erfrieren.
Irgendwann macht man sich  dann doch auf den Weg und geht betont langsam, weil die nächste erreichbare Bahn erst in ein paar Minuten kommt. Bis man dann merkt, dass man die Bahn davor auch noch kriegen kann. Also rennt man an Horden von Autofahrern vorbei, die einen garantiert alle anstarren und wenn man dann noch Pech hat, fährt in diesem Moment die Bahn, die man noch knapp kriegen wollte, an einem vorbei und auf die nächste muss man wegen seiner Rennerei ewig warten.