Aus dem Leben eines Taugegarnichts

22.02.2006 um 10:01 Uhr

Arbeit macht das Leben süß...

Oh, das ist toll. Da hat man es schon mal geschafft, sich morgens aus dem Bett zu quälen, aus dem fluffig weichen, warmen, mit Biberbettwäsche bezogenen Bett mit dem Kuscheltier und dem perfekt zurechtgerückten Kissen, hinaus in die kalte Welt, in die niesende Straßenbahn, in den niesenden Betrieb und ist schon beinahe sowas wie auf dem besten Weg zum ersten Schritt hin zu dem Beginn des Anfangs eines Anflugs von Motivation und dann gibts Netzwerkstörungen und das Programm, mit dem man arbeiten müsste, fährt gar nicht erst hoch. Erfahrungsaustausch mit den Kollegen, denen gehts ebenso.
Man ruft frustriert die Adminabteilung an, die zu solch früher Stunde natürlich noch nicht besetzt ist (Informatiker halt.) und wartet.

Aber immerhin, keine halbe Stunde später werde ich von einer sehr müden Stimme zurückgerufen, weil ja meine Nummer auf dem Display war. Ich schildere der müden Stimme meine Probleme und sie verspricht, sich darum zu kümmern. Das kann ja nichts werden. Selbst wenn das ein Informatiker war, dann wird der doch vor der dritten Tasse Kaffee nicht wach genug sein, um meine Probleme zu beheben.

Ich beschließe, einer Kollegin meinen Frust mitzuteilen, da hängt sich auch noch unser Mailsystem auf.
Da werden Montagsgefühle wach (wenn schon nicht der Informatiker).

Dann kann ich auch weiter bloggen, wenn es sonst eh nichts zu tun gibt. (Jaja, unsere übertechnisierte Gesellschaft, wenn da mal was ausfällt, herrscht gleich überall Stillstand.)
Zum Beispiel von den leuchtenden Tafeln, die hier derzeit an den Straßenbahnhöfen angebracht sind.
"Verehrte Gäste", verkündeten die im November, "hier entsteht bis Dezember 2005 ein neues dynamisches Informationssystem."
Das steht da seit Januar natürlich nicht mehr. Seit Januar haben sie das "Dezember 2005" durch "in Kürze" ersetzt. Find ich amüsant.

Oder ich könnte berichten, dass ich wieder mal Biff spielen war. Und diesmal war ich richtig gut. Ich hab Leute verbunden, ohne sie aus der Leitung zu hauen, ich hab die Gespräche zurückgenommen, wenn am anderen Ende doch keiner war, und niemand ist aus der Leitung gefallen, ich habe Auskünfte gegeben und Professionellsein gespielt und immer gelächelt.
Na schön, etwas hab ich gemacht, was ich eigentlich bei näherer Überlegung... aber letztendlich ging es gut aus.
Das hab ich dann meiner Kollegin Y. berichtet:

"Ob er [ein Kunde] seine Sachen im Spint eingeschlossen lassen dürfe, hat er gefragt. Weil die Tasche sei schwer und er wolle noch wohin, hat er gesagt. Und bis wann er sich das wieder abholen könne, hat er gefragt.
Dass hier ab 17:00 niemand mehr sei, hab ich geantwortet, und dass er danach nicht mehr an seine Sachen rankäme, hab ich ihm erklärt.
Dass er seine Sachen auch eingeschlossen lassen könne, hat er gemeint, er käme morgen eh wieder, hat er gesagt, da könne er sie auch drin lassen, wenn ers nicht bis 17:00 schafft, hat er verkündet.
Okay, hab ich gemeint. Leicht übertölpelt gewesen.

Da ist jetzt ne Tasche in dem Fach, und er nimmt den Schlüssel mit heim, fällt mir ein. Die Tasche wird diese Nacht den Betrieb sprengen und ich bin schuld, wird mir klar.
Ich setz mich nach Südamerika ab, beschließ ich."

Y. zeigt tiefes Verständnis für meine Situation und beweist wieder mal hervorragendes Einfühlungsvermögen.
"Du hast echt ne Meise!!!"

Hatte daraufhin mit einer anderen Kollegin gesprochen, die den Mann schon kannte und mir erzählt hat, dass er Filmemacher sei und er da drin seine schweineteure Kameraausrüstung eingeschlossen habe. Der käme sicher wieder und würde den Betrieb schon nicht sprengen.
Ich wende mich wieder an Y.:
"Wenn der Schlüssel weg ist, hat sie gemeint, wäre das nicht weiter schlimm, und sprengen wird er den Betrieb wahrscheinlich nicht. Sagt sie. Fliegt German Wings eigentlich auch nach Rio?"

Y. ist wieder mal das Verständnis in Person, selbstaufopfernd bis zum Letzten, um ihren Freunden zu helfen.
"Cool, welches Schließfach hat er?
Ne Kamera könnte ich gut gebrauchen und danach komme ich mit nach Rio..."

Immerhin, in unserem großen hellen ruhigen Büro ist sie nun ganz alleine und natürlich vermisst sie mich.
"Bin hier so einsam... und allein... und verlassen... und erwähnte ich schon, dass ich einsam... und allein... und verlassen bin?! Na jetzt weißt du ja, dass ich einsam... und allein... und verlassen... und erwähnte ich schon, dass ich einsam... und allein... und verlassen bin?!"

"Japp.

Aber mal was anderes:
Fühlst du dich da oben nicht völlig einsam, allein und verlassen?!"

Wir sind vom Idiotenclub und laden herzlich ein,
bei uns ist jeder gern gesehen, nur blöde muss er sein...


P.S.: Jetzt funktionieren übrigens wieder alle Programme. Aber ich kann nicht mehr drucken, weder hier noch auf dem Zentraldrucker. Oh, und nachdem ich eine halbe Stunde darauf gewartet habe, dass Halbcheffe aus seiner Kleinbesprechung zurückkommt, weil ich ihn was fragen will, ist er ganz verschwunden.
Ich kann so nicht arbeiten.

16.02.2006 um 14:37 Uhr

Stöckchen

Also schön. Man hat mir ein Stöckchen zugeworfen. Als im chinesischen Zeichen des Hundes Geborene und im Kindergarten mit dem Symbol des Hundes Versehene treibt mich der Instinkt, ihm hinterherzujagen und entgegen jeglicher Vernunft eine derart kindische und unreife Aktion mitzuveranstalten und außerdem *squee*, ein Fragebogen!

Vier...

...Jobs, die ich hatte:
Grundschülerin
Gymnasiastin
Studentin
Sachbearbeiterin

...Filme, die ich mir immer wieder ansehen kann:
Disneys Aladdin. Weil: Hach.
Love Actually. Die DVD ist übrigens weg. Vielleicht find ich sie ja, wenn ich das nächste Mal sauge...
Drei Haselnüsse für Aschenbrödel. Weil: Hach.
Okaayy... vielleicht findet sich ja noch etwas, das weniger rosa ist. Hm...
Nee. Filme, die nicht rosa sind, kann ich gut finden und begeistert davon sein, aber mehrmals möcht ich mir die dann nicht ansehen.
Robin Hood. Den einzige Wahren mit Eroll Flynn.

...Plätze, an denen ich gelebt habe:
Dresden
Marburg
Zwickau
Bonn

...TV - Sendungen, die ich liebe:
Tolle Sachen.
....
Nee. Mehr nicht.

... Orte, an denen ich Ferien gemacht habe:
Österreich, mit meinen Eltern.
Ungarn, mit meinen Eltern.
Tunesien, mit... aber das ist auch zwölf Jahre her...
Abgesehen davon hab ich meine restlichen Urlaube mit Lernen oder in Gardenien verbracht. Dafür hab ich für dieses Jahr Irland in laufender Planung. Yay-ho!

... meiner Lieblingsmahlzeiten:
Brokoliauflauf
Eisbergsalat, Feta, Tomate, Gurke
Schokoladenpudding
Lachs-Nudelauflauf auf Blattspinat

...Seiten, die ich täglich besuche:
www.baldurs-gate.de
www.blogigo.de
www.bildblog.de
forum.herr-der-ringe-film.de

...Plätze, an denen ich jetzt lieber wäre:
Die Grauen Anfurten
Das Theater unter den Fünf Krügen
Eine große Wohnung unter einem Dach mit einem großen Südbalkon und großen, großen Südfenstern in einem Fachwerkhaus auf einem Berg mit Blick in ein grünes und dünn besiedeltes Tal mit dem Wissen, dass morgen ein Arbeitstag auf mich wartet, der sowohl herausfordernd als auch befriedigend ist.
Wahlweise hätte ich einfach gern nen fliegenden Teppich. (Nicht nur weil man den nicht saugen müsste.)

...Blogs, die das hier weiterführen sollen :
Bobbes, der hat sich doch darum gedrückt, nicht?
Nimiel
Nea227. Auch wenn sie ihr Blog seit nem anderthalben Jahr nicht mehr aktualisiert hat.
Weibsbild

15.02.2006 um 20:34 Uhr

Nüscht

Ich hab allmählich den Eindruck, dass die Abstände zwischen meinen Einträgen ein wenig größer werden. Das mal so ohne Wertung in den Raum gestellt.

Tja, was ist in der letzten Zeit passiert? Nicht viel. Mein Handy klingelt morgens gar nicht mehr. Das ging so schrittweise von statten. Es fing damit an, dass es mich zwar sonntags morgens um 5:30 geweckt hat (also nach knapp zwei Stunden Schlaf. Töten.), aber freitags nicht mehr. Hat vermutlich irgendein internes Tag-Datum-Zuordnungs-Problem, das mein  "Weck mich montags bis freitags, aber auf keinen Fall samstags und sonntags!" ein klein wenig progressiv uminterpretiert.
Dann hab ich vier Tage wegen ner fiesen Erkältung im Bett gelegen und das piepende Teil abgestellt. Als ich dann wieder arbeiten ging, hab ich vergessen, es wieder anzustellen, aber das Aus-dem-Bett-Schmeißen hat die aktuelle Chartmusik ja gemeinhin gut drauf. Jetzt weniger, weil ich von dieser geilen Mucke so in Partystimmung versetzt werde, dass ich meinen Tag damit beginnen will, durch die Wohnung zu tanzen, sondern eher weil ich sie innerhalb der ersten fünf Sekunden ausgestellt haben muss, wenn ich nicht den ganzen Tag von Madonnas Abba-Remix verfolgt werden will. Brrr.

Die zweite umwälzende Neuheit in meinem Leben sind zwei Pflanzen, die nun in meinem Büro Einzug gehalten haben. Ein Ficus Benjaminus und Bambusgras. Der Ficus bekommt gelbe Blätter, das kann von zu viel oder zu wenig gießen oder von zu viel oder zu wenig düngen kommen oder davon, dass er zu viel oder zu wenig Sonne abbekommt. Der macht's wohl nimmer lang. Das Bambusgras möchte ständig feucht gehalten werden und damit isses bei mir eigentlich auch an der falschen Adresse. Ich besitze ansonsten nur Pflanzen wie Grünlilien ("Sachsenfahnen") und nen Affenbrotbaum. Solche "Oh, du hast mich vor vier Wochen erst gegossen und gießt mich jetzt schon wieder? Wow, vielen Dank! *gedeih*"-Pflanzen. Das sind Centi-kompatible Pflanzen. Aber das Bambusgras...

Ja, das als Lebenszeichen von mir. Sollte mal wieder etwas Bloggenswertes passieren, oder ein gewisser Server endlich in Betrieb genommen werden, um die Verfügbarkeit gewisser Blogs wieder zu gewährleisten, werd ich mich melden. Und Bitchwitchens Stöckchen wird dann hier vielleicht auch mal irgendwann aufgehoben werden.