Aus dem Leben eines Taugegarnichts

31.08.2006 um 18:09 Uhr

Grandioser Eintrag

Und wieder ein Blogeintrag, der in der Straßenbahn entstanden ist (und beim Warten darauf). Ich bräuchte mal... also ich hätte gern so ein kleines Gerät, mit dem man unterwegs ins Internet gehen kann. Dann hätte ich wohl bald ein 7. RPG am Hals und würde gar kein Buch mehr lesen. Aber es wäre cool.
Die Idee zu diesem grandiosen Eintrag ist mit übrigens gestern Abend gekommen, als ich so gegen 23:00 im Bett lag und nicht einschlafen konnte, weil in der Wohnung unter mir wohl jemand geduscht hat. Was an sich ja nicht verwerflich ist, aber wenn man in diesem Haus in einem Bad das Licht einschaltet, dann springt automatisch die Lüftung an, die zum einen dafür sorgt, dass man im vierten Stock im Wohn- und Schlafzimmer riecht, dass im Erdgeschoss jemand raucht, und zum anderen, dass man halt mal nachts aus dem Bett fällt, weil die Lüftung schweinelaut ist.
Ich war wirklich SO kurz davor, einfach wieder aufzustehen und eine Reihe von  -Smileys ins Forum zu setzen oder zu bloggen.
Das hätte ich tun sollen. Denn in der Zwischenzeit hab ich die Idee zu diesem grandiosen Eintrag vergessen.

Er fing glaub ich irgendwie damit an, dass ich derzeit auf meinem Schreibtisch vier verschiedene Aufgaben liegen habe, was bei mir halt schon sehr ungewöhnlich ist. Und dann hat der Eintrag eine unglaublich geniale, intellektülle und humorvolle Wendung genommen, ich hab mich im Bett fast weggeschmissen.
Ja, doof, dass ich das alles vergessen hab, ne?

Vielleicht war es ja eh nur witzig, wenn man so gegen 23:00 im Bett liegt und nicht einschlafen kann, weil unter einem jemand duscht und die Lüftung schweinelaut ist.

Naja, irgendwie muss ich jetzt noch ein paar Zeilen vollkriegen, also erwähne ich noch mal eben, dass da am Fenster gegenüber jemand ein Rollo angebracht und runtergelassen hat, das eine Südseelandschaft zeigt, mit weißem Strand, blauem Meer, ebenso blauem Himmel und (weniger blauen. Haha.) Palmen. Traumhaft. Danke, lieber Fensterbesitzer!
Und dass es sich in der vollen und fahrenden Straßenbahn mit Kuli auf einem zusammengefalteten A7-Zettel echt mies schreibt. Und dass ich immer noch keine Armstulpen habe. (Und ich kann mir auch keine stricken, verdammt.)

Übrigens naht das Ende der Welt. Mal wieder. Gähn. Und mein Vater ist schuld daran, jawohl. Der redet mir nämlich seit ner Weile ein, ich bräuchte ein neues Auto.
"Pah!", sage ich, "Pah!!" Ich hab das tollste Auto der Welt, es hat mich nie ernsthaft im Stich gelassen und ist ... das tollste Auto der Welt.
Aber man fängt natürlich an, zu gucken. Gekauft wird dann in fünf Jahren, wie immer. Ich suche seit zwei Jahren Schuhe für den Übergang, wenn ich das mal auf ein Auto hochrechne, hab ich wirklich noch Zeit.
Jedenfalls gibt es BMWs, die mir gefallen. Schrecklich. Ich meine BMWs! Ausgerechnet!
Aber es ist ja nur das Äußere, das mir gefällt. Die inneren Werte - knapp 200 PS, ABS und... nein, warte, das auch.

Aber die Seele des Autos, die ist ja wichtig.
Rhabarber. Ich glaub ja nicht mal an eine Seele im Menschen...
Jedenfalls sind BMWs doof. Weil halt. Und deswegen geht jetzt die Welt unter. Aber das ist okay, weil meine Straßenbahn eh gerade angekommen ist.


Nachtrag: Ich war seit ner Woche nicht mehr im Supermarkt. Sie haben Lebkuchen hingetan. Im August! Ich meine: August!!! Lebkuchen und Stollen. Oi wei.

25.08.2006 um 09:44 Uhr

Komm ich heut' nicht, komm ich morgen.

Musik: Kate Rusby

Meine Kollegin und ich bilden ja ein großartiges Team. Sie ist vormittags motiviert und ich nachmittags. Das führt dann dazu, dass ich sie vormittags von der Arbeit ablenke und sie mich nachmittags. Also im Moment nicht, weil gerade ist sie (Ich weiß, dass man Hauptsätze nicht mit "weil" einleiten darf. Ich tus trotzdem. :rebell: ) den Gang runter eine rauchen, während ich durch wildes Einhämmern auf Strg. + R das Forum zum Laufen zu kriegen versuche. Das ist hier zur Zeit etwas eigenwillig, keine Ahnung, woran es liegt. Aber das ist okay, denn dann kann ich mich viel besser auf die Arbeit konzentrieren. Also wenn ich nicht gerade mit Kate Rusby im Ohr und Tee-Gschwender-Früchtetee in der Hand auf den Irland-Sehnsuchtskalender vor mir starre und von der Farm of Love (Stina hat vor 2-3 Tagen schon versprochen darüber zu bloggen.) träume. Oder irgendwas blogge. Oder Blogs lese.
Ahaber ich bin mit meiner Arbeit in der Zeit, das ist ja das Wichtigste dabei.

Am Mittwoch zu Freunden in die große Nachbarstadt gefahren. Ich hatte die Wegbeschreibung verschlampt, bin da aber schon mal gewesen und habe daher nur die Adresse noch einmal verlangt. Die Adresse in viamichelin.de eingegeben, Skizzen ausgedruckt und losgefahren.
'A1?! Bin ich letztes Mal auch über die A1 gekommen? Ah, egal. Hier runter, da rechts und huch, so grün war das letztes Mal auch nicht. Na schön, na fein, vielleicht komme ich ja einfach aus einer anderen Richtung...'
Ich hab die Straße nicht gefunden und einen Mann, ein Kind und seine Mutter gefragt, bis ich endlich die richtige Straße hatte.
Eine tolle Gegend. Nicht die, in der ich das letzte Mal gewesen war, aber auch toll. So schön grün. Und lauter Einfamilienhäuser. Alle leer. Aber schön grün. In der Straße hat kein einziger Mensch gewohnt, aber es war schön grün. Inzwischen war ich eine halbe Stunde überfällig.
"Kho-hos? Ich bin im falschen Stadtteil gelandet, kannst du mir noch mal eben die Adresse und so ne grobe Beschreibung geben?"
"Wo bist du?"
"Junkersdorf."
"Oh Gott, das ist ja auf der anderen Seite!"
...

Rauf auf die Autobahn, runter von der Autobahn, rum um dutzende Kurven auf, runter von und über Autobahnkreuze, durch die Stadt und zehn Minuten später war ich da, yay Bilbo!

Auf dem Rückweg die Beschilderung nach Bonn ignoriert, weil ich ja viel besser weiß, wo es lang geht, und bin dann wieder irgendwo mitten in Köln gelandet.
Ich sollte mir die Idee mit dem Navigationsgerät noch mal überlegen, glaub ich.
Ah, meine Kollegin ist zurück, ihr entschuldigt mich.

19.08.2006 um 17:41 Uhr

Internet und Irischer Abend

Was weiter geschah:

Ich war also den ganzen Donnerstag am Boden zerstört. Nicht nur weil ich weder auf Arbeit noch zuhause ins Forum kam, sondern auch, weil ich es wirklich, wirklich deprimierend fand (und noch finde), dass ich meinen PC gerade mal gut genug kenne, um was kaputt zu machen, aber nicht gut genug, um es auch wieder geradezubiegen.

Damit bin ich dann auch einem Großteil meiner Kollegen auf die Nerven gefallen. "Wie gehts dir?" "Schrecklich. Ich hab meinen Internetanschluss kaputt gemacht." Immerhin bot mir auf diese Weise ein Kollege an, sich meinen Laptop (yay Laptop!) mal anzusehen, eine Kollegin wollte mir zwei Adressen von Profis geben, die selbiges dann entgeltlich machen könnten.
Immerhin.

Ich bin dann nach hause gefahren, natürlich nicht, ohne in einem Internetcafé vorbeizuschauen (Bei einem Euro die Stunde kann man ja nicht nein sagen.). Eine Stunde lang das Wichtigste der letzten 24 Stunden nachgelesen und dann nach hause gegangen und erst mal was gegessen.
Dann doch noch mal an den PC gesetzt. Bevor ich das Teil meinem Kollegen zur Ansicht gebe, möchte ich ja doch so ein paar Basics ein letztes Mal überprüft haben.
1. Internetverbindung: Geht immer noch nicht. Fein.
2. Gerätemanager: Äh. Nanu?
Plötzlich stand da unter "Netzwerkadapter" ein gewisser USB-Adapter (Wir erinnern uns: Ich empfange mein Internet über USB.), der da am Mittwoch noch nicht gestanden hatte. Und siehe da: Er war deaktivert. Es erübrigt sich zu erwähnen, dass der USB-Adapter, der da am Mittwoch noch nicht gestanden hatte, am Mittwoch auch noch nicht als deaktiviert angegeben war.
WTBö?!
Einer spontanen Eingebung gefolgt und das Teil einfach wieder aktiviert. Neu starten, einwählen und siehe da - ich war wieder an die normale Welt angeschlossen. Und es war großes Jubeln und Frohlocken im Haus des Centi.
Das WTBö-Schild auf meiner Stirn prangt immer noch. Der Kommentar meines Kollegen, als ich ihm die gute Nachricht verkündigt habe, war auch ein "Computer halt".

Jedenfalls (Achtung, es folgt eine Meisterleistung an Überleitung!) liegt noch meine ganze Wohnung voller Kabel, (potentieller Treiber-)CDs und Providerunterlagen, die ich am Mittwoch aus irgendwelchen Schränken gezerrt hatte. Donnerstag war ich ja mit Frohlocken beschäftigt gewesen und gestern (Hier isse, die Überleitung, nur, damit sie auch ja keiner verpasst:) war ich nämlich auf Satzvey, zum "Irischen Abend", wie sich die Veranstaltung nannte.

Ich war da mit Sakura und traf dort auf Cirdan und Avaru und Cirdan hat es sehr schön formuliert: Abend war, insofern stimmte die Ankündigung. Der Eintritt kostete 25 Euro (so in etwa meine Telefonrechnung für diese Hotline, die mir nicht weitergeholfen hatte...) und es fand auf Burg Satzvey statt, die wirklich hübsch ist.
Es begann mit den Highland Valley Pipes & Drums. Einer - wie der Name ja schon sagt - Band mit schottischen Dudelsäcken und Trommeln. Aus den Niederlanden. Aber das war egal, sie waren gut und man hätte den allermeisten die Schottigkeit durchaus abgekauft. Ich jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie ein Stück aus "Aus der neuen Welt" von Antonín Dvořák gespielt haben. Niederländische Schotten, die an einem Irischen Abend ein Stück eines Tschechen über Amerika spielen. Vermutlich waren die Kilts aus Taiwan, aber egal. Wie erwähnt, sie waren gut.
Es folgten die Celtic Feet, eine Tanzgruppe aus Duisburg mit Klamotten von H&M. Aber auch die waren gut. Das Grauen begann erst danach.
Da spielte nämlich eine Gruppe, deren Name ich mir gar nicht erst versucht habe zu merken. Die beiden haben Violine und Gitarre zwar gut beherrscht, aber die Stimme des Sängers (der mit dem Cowboyhut...) wäre besser gewesen, wenn er nicht versucht hätte, sie irgendwie verwaschen klingen zu lassen, und auch der Versuchung widerstanden hätte, eine Art irischen Akzent einzubauen, der einem Deutschen nun einmal nicht angeboren ist. Richtig gruslig aber erst die etwa viertelstündige Balade über den Tod eines Wales, untermalt vom Violinengekratze, das zugegebenermaßen nach Wal klang, aber ist es das, was man hören will, wenn man auf einen Irischen Abend geht?


Allzu lange dauerte das aber nicht, denn danach verschlechterte sich das Programm rapide und bleibend, denn die letzte anderthalbe Stunde war einer Band beschieden, deren Name ich gar nicht wissen will. Schlagzeug, Akkordeon, Banjo und zwei E-Gitarren. Ähm ja. Eine der E-Gitarren gold glitzernd und von einem Mann in Leopardenweste gespielt, die andere von einem mit Kopftuch und Stars-and-Stripes-Shirt. Heidewitzka. Die Musik war mit viel Wohlwollen als rockig zu bezeichnen. Zum Glück waren sie nicht allzu laut, so dass wir uns in Ruhe unterhalten konnten, wodurch der Abend wirklich amüsant wurde, auch wenn wir das natürlich auch für weniger als 25 Euro hätten haben können.
Cirdan erzählte uns dann hinterher auch noch was von "lieblos belegten Schwamm-Baguettes für 6,50 und die Tasse Stew für 7,50", wovon ich gar nichts mitgekriegt hatte.


Mit den Klängen von Kate Rusby (Engländerin, aber immerhin gute Musik.) nach hause gefahren und noch ein wenig die Weiten des Internets genossen, das Fazit überlasse ich dem Leser.

17.08.2006 um 10:02 Uhr

Er ist tot, Jim.

Stimmung: Weltuntergang
Musik: Kate Rusby

Jawoll, das letzte Wochenende war genial. Und um das kosmische Gleichgewicht aufrecht zu erhalten, war ein herber Rückschlag nötig.
Und weil ich ja immer so für Harmonie bin, hab ich das direkt selbst in die Hand genommen, mein Internet abgeschossen und damit in meinen vier kleinen Wänden für die größte anzunehmende Centistrophe gesorgt.

Ich hatte es schon mal. Diese klicken-wir-doch-mal-hier-Momente. Und dabei wollte ich doch gar nichts Böses.

Ausführliche Geschichte (wen's nicht interessiert: runterscrollen.):

Ich sollte vorher noch warnen: Es spricht hier eine Blinde von Farben. Mein Halbwissen ist wirklich ein impossantes Flickwerk, das dafür sorgt, dass ich wichtige Dinge gekonnt kaputtmachen, aber nicht wieder reparieren kann. Das schlägt sich auch in meinem Vokabular nieder, be ye warned!

Vorgeschichte 1:
Ich habe DSL, natürlich. Das Modem kann man entweder an den USB-Anschluss anstöpseln oder an die Netzwerkdingsschnittstelle.
Vorvorgeschichte: In meiner letzten Wohnung hab ich Internet über Netzwerk empfangen, das wollte diesmal nicht so recht, es gab irgendein Problem mit dem Treiber und da ich schnellstens ins Internet wollte, bin ich den Weg des geringsten Widerstandes gegangen und habs ins USB-Steckdichein eingeklickt.
Es lief, über ein Jahr lang ohne Probleme, in letzter Zeit begann es dann, rumzuzicken. Ich wurde öfters aus dem Netz geworfen, bekam beim Wiedereinwählen sinnlose Fehlermeldungen und letztendlich funktionierte es dann nur wieder, wenn ich das Modem ausschaltete, die Kabel abstöpselte, bis fünf zählte und alles wieder anschloss. Dann hielt die Verbindung einen Zeitraum lang, der gewöhnlich zwischen zwanzig Sekunden und zehn Stunden lag.
Es begann übrigens am Tag nach meinem Irlandurlaub, das nur am Rande.

Vorgeschichte 2:
Auf Arbeit komme ich in jedwede Internetseite (es sei denn sie ist zentral gesperrt). In den letzten Tagen mit einer (weiteren) Ausnahme: Das Forum. Pulsierendes Leben, Kontakt zu allen Leuten, Schnittstelle von sechs Online-RPGs, Treffpunkt, Frustablegestelle, Wochenendplanung. Von der Arbeit aus unerreichbar.
Aber damit könnte ich ja leben.

Gestern Abend kam ich dann auf eine saublöde Idee. Wenn ich Probleme mit dem Internet habe, das Modem aber anscheinend in Ordnung ist, kann es eigentlich nur mit dem USB-Gedöns zusammenhängen, dachte ich mir, und beschloss, es einfach noch mal mit der Netzwerkkarte zu versuchen.
Modem ans Netzwerklöchlein angeschlossen, und dann erst mal überlegt (na immerhin!).
Weit haben mich die Überlegungen nicht gebracht, außer, dass das so einfach natürlich nicht sein könnte, da muss man bestimmt was installieren. Nehmen wir also noch mal die Providersoftware. Gesagt, getan, es tat sich nichts.
Jajaja, der Treiber. Da war was. Na schön.
Treiber-CD? Wo? Habe das halbe Zimmer auf den Kopf gestellt und ein paar CDs ausprobiert. Eine hatte dann offenbar den passenden Treiber und es hat mich fast gar nicht stutzig gemacht, dass das der Provider von vor meinem letzten Umzug war. (Und Fehlermeldungen, die angeben, dass eine gewisse uninstall.exe nicht kopiert werden konnte, kann man ja getrost ignorieren.)
Das Ausrufezeichen war weg, der Treiber war drauf, das Modem ward nicht gefunden.
Leicht resigniert beschloss ich, es dann doch weiter übers USB-Kabel zu versuchen.
Man ahnt es. Es ging nichts.

Damit hab ich ja Erfahrung. Also Abstöpseln, Anstöpseln, neu starten, Modem an und aus, Zugangsdaten überprüfen und das alles mehrmals in unterschiedlicher Reihenfolge.
Nichts. Er behauptete weiter, es läge ein Hardwarefehler im Modem oder wo auch immer (so etwa hat ers ausgedrückt) vor. Was ich bezweifelte und noch tue.

Man gerät in Panik und ruft die Hotline an. Für 1,19 die Minute. Für über zwanzig Minuten. Was tut man nicht alles. Noch hab ichs ja. (Ich werf mal das Wort "Beschaffungskriminalität" ein, ohne damit irgendwas bezwecken zu wollen.)
Blablubb Treiber deinstallieren blablubb runterfahren (Sanduhr: *riesel*) blablubb im gesicherten Modus hochfahren (*Fingertrommel*) blablubb Treiber blablubb neustarten blablubb anmelden

...

"Ja, dann kann ich Ihnen auch nicht weiterhelfen, das Problem liegt irgendwo bei Ihrem Rechner. Treiber, Windows, irgendwas."
Danke.

Irgendwann frustriert ins Bett gegangen. Ist es nicht ein wunderbarer Zufall, dass ich mir just das kommende Wochenende frei gehalten habe, um mal Zeit für mich, Bücher, Spiele und - verdammt! - Internet zu haben? Wer auch immer: Ich teile deinen Humor nicht. Wütend

Werde noch ein wenig rumprobieren, Treiber löschen, installieren, hoffen, fluchen, bangen und vermutlich wieder frustriert ins Bett gehen.
Ich habe wirklich, wirklich keine Ahnung, was ich dann tue. Außer mir einen Platz im Internetcafé zu reservieren zu fragen, ob sie Monatskarten verkaufen. (Bei meinem Grad der Abhänigkeit kauf ich mir in drei Wochen doch einen neuen Laptop. Ziehe um. Zettele einen Weltkrieg an. Wechsle zu T-Offline.)

(Wen's nicht interessiert hat:
Kurze Geschichte:
Ich hab mir irgendwelche Treiber zerschossen und habe keine Ahnung, ob ich mit diesem Laptop je wieder online gehen kann.)

Das ist kein guter Zehntag. Traurig

 

15.08.2006 um 19:38 Uhr

Wochenend' und RPG

Musik: Kate Rusby

Ich sollte mir echt überlegen, Blogs zukünftig generell auf Papier vorzuschreiben. Dies hier ist entstanden in der Straßenbahn und bei Fielmann, zusammen mit heute Morgen die einzige Stunde heute, in der ich nicht an einem PC saß und die Stunde der Entstehung eines Blogeintrages. Fürs Internet. Das muss man glaub ich nicht verstehen, ich tus ja auch nicht. Wie auch immer. Der Bericht:

Wochenendes in der JH Eisenach gewesen. Das Essen war Mist, die Zimmer winzig und kalt und sie hatten nicht genug Parkplätze.
Aber die Gegend ist sehr hübsch und die Zivis waren niedlich - hinfahren!

Das Wochenende stand im Zeichen des Essens. Ankunft in Eisenach - Es lebe der Burger King! Ankunft in der JH - es lebe... ah, vergesst es. Wir haben zu Abend gegessen, schon. In der JH halt. Fragt nicht.
Anschließend sind wir ins nächstbeste Eiscafé eingefallen, um dann den Abend bei Muffins, weiterem Süßkram, Met und Berentzen zu RPG-Gesprächen (Zweck des Wochenendes war ursprünglich ein Treffen von rollenspielenden Forumsleuten gewesen) ausklingen zu lassen. So bis zwei.
8:30 gabs Frühstück. Wenn man das so nennen konnte. Als morgens-nicht-süß-Esser hatte man die Wahl zwischen Leberkäse und Schmelzkäse. Ürgs. Immerhin aber hatten sie leckere Ost-Semmeln.

Zur Wartburg gefahren, Mauern angestarrt und erst mal was Anständiges gegessen. (Bratwurst und Eis, aber hey...)
Wanderung durch Drachenschlucht und Elfengrotte (man musste ja der fantasy-ischen Wurzeln gedenken) und dazu Kekse.
Rückkehr zur JH und damit die Wahl zwischen Fisch und Kartoffelbrei in der JH, oder. Wir haben uns für das Oder entschieden und suchten uns ein chinesisches Restaurant, um anschließend wieder ins Eiscafé zu gehen und den Abend bei Muffins, weiterem Süßkram, Met, Berentzen und Erdbeerbowle ausklingen zu lassen. So bis drei.

In der JH waren wir natürlich nicht allein. Anders als zu anderen Zeiten, als da noch Sechstklässler waren, bildete diesmal irgendeine BWL-ig aussehende Gruppe in Business-Outfit die Mehrheit. Dieses Jahr sind übrigens rosa Hemden und hellblaue Pullover voll im Trend.
Bitte übergeben Sie Sich jetzt. Beschäftigt


Jedenfalls hatten sie einen Laptop (zehn Online-RPGler: "*LECHZ!!*") und einer dieser armen Kerle war auf Grund irgendeiner Widrigkeit dazu verdammt, bis 1:30 noch zu arbeiten. Buäh. Aber Glori zeigte Mitleid und ich half ihr, ein kleines Buffett für den armen Nerd zusammenzustellen, das wir ihm zusammen mit einem Glas Erdbeerbowle neben den Laptop (*lechz*) stellten.
Wer gern wissen will, was ein WTF-Blick ist, stelle diese Szene nach. Oder diese: Man setze zehn RPGler zusammen und lasse sie den Fortgang der Rollenspiele diskutieren, während andere Leute durch den Raum gehen.
"Ja, aber wir konnten ihn damals halt noch nicht umbringen, weil wir ihn noch gebraucht haben. Irgendwann ist es uns aber doch zu blöd geworden und Lari hat Robar geholfen, Tess zu vergiften. Den anderen haben sie dann erzählt..."
Bei der Gelegenheit hat man mich zu einem sechsten Rollenspiel in einer sechsten Welt überredet. Ich sollte meinen Chef mal fragen, ob ich Teilzeit arbeiten kann...

Glori und ich haben den Zivi der JH angehimmelt. Er war niedlich, hatte zerstrubbeltes Haar und einen süßen Dialekt. Leider haben wir es nicht geschafft, ihn "Ölf" sagen zu lassen, aber wie die Kinder bei dem Gedanken daran ("Wie viele Spieler hat eine Fußballmannschaft?") gekichert.
Weiber.Traurig

Das sogenannte Frühstück haben zumindest Sakura und ich am nächsten Tag ausfallen lassen, sind dann eine Stunde später aufgestanden, haben Sachen gepackt und sind mit den anderen zu McCafé gefahren.
Shiny.
Sie haben Schokoladentorten, die garantiert fünf Tafeln Schoklade pro Stück enthalten, Latte Macchiato mit Karamelsirup und Apfelschorle mit echtem Apfelsaft.
Den Rest der Karte musste ich leider vertagen, denn irgendwann mussten wir ja auch wieder wegfahren.
Kurz nachdem ich noch eine Einladung nach Berlin eingeholt habe. Berlin. Hallo?! Hast du ne Ahnung, wie weit das ist?! Hast du'n Knall?!

Heute jedenfalls bei Fielmann gewesen. Unangenehmer Ort to be. Alle Verkäufer und Verkäuferinnen sind gecastet und durchgestylt, die Räume sind klimatisiert und keimfrei und da platzt man dann nach acht Stunden Arbeit in halbaufgelösten Haaren und Knitterklamotten rein, kriegt einen Schwitzanfall und rotzt sich die Nase aus dem Leib. Elend.

Und einkaufen suckt noch immer. Nach einer Stunde in der Shoppingmeile from hell tut mir die Schulter weh (die Tasche. Was muss ich aber auch den Atlas durch die Gegend schleppen?) und ich habe weder den Kalender (Amazon ist dein Freund) noch die Handschuhe gekriegt, die ich wollte. (Gar keine Handschuhe. Dabei ist doch ganz eindeutig schon Herbst.)
Analoges Shoppen hat keine Zukunft.

02.08.2006 um 15:19 Uhr

Centi und die Flora


Was viele, mich eingeschlossen, bisher nicht über mich wussten: Ich bin Pflanzenmagierin. Ich verwandle lebende Pflanzen in tote Pflanzen.

Wobei das nicht immer so war. Nehmen wir als Status Quo mal Anfang April dieses Jahres. Mein Pflanzenbestand war (Ahaha, da schreibt sie sogar schon im Präteritum!) folgender:
Im Büro befinden (Ich geh mal wieder zu Präsens über, das macht das ganze spannender) sich zu diesem Zeitpunkt eine Birkenfeige auf Hydro und ein wunderschöner saftig-grüner Busch Bambusgras.
Ostern kam, damit war das Centi ein paar Tage nicht im Büro. Plan war, den Bambus noch mal ordentlich zu gießen und anschließend in den Schatten zu stellen, gemacht wurde nichts von beidem, dafür schien die Sonne zu Ostern besonders schön.
Als das Centi also aus dem Urlaub wiederkam, war sie stolze Besitzerin eines Blumentopfes voll Stroh.

Aber das kann mich ja nicht betrüben. In meiner Wohnung floriert es ja weiterhin. Da wären die beiden Grünlilien, eine davon mit weißen Streifen (sog. Sachsenfahne), es gibt da einen Affenbrotbaum, ein Usambaraveilchen, einen Efeu und eine Indikatorpflanze, deren richtigen Namen ich immer vergesse. Aber Indikatorpflanze - den Namen hab ich von Cari - trifft es, weil sie immer, wenn man sie nicht genug gießt, die Blätter hängen lässt. Gießt man sie dann wieder, erholt sie sich innerhalb von zwei Stunden. Diese Pflanze rettet wohl regelmäßig der restlichen Botanik meiner Wohnung das Leben, weil ich die anderen Pflanzen dann natürlich gleich mitgieße.
Alles unkaputtbare Pflanzen, nicht? Richtige Centi-Pflanzen, kann man gar nichts mit falsch machen.

Zu meiner großen Freude gibt es dann übrigens noch Nachwuchs, denn da sind ja noch acht kleine Kornblumenpflänzlein.

Nur die Heide und der Zitronenthymian, die waren mir schon über Winter eingegangen. Woran auch immer.
Aber das passiert ja mal, das kann mich ja nicht betrüben.

Als gute Pflanzen-Mutti hab ich über den Irland-Urlaub die empfindliche Indikatorpflanze ins Büro geschleift und meiner Kollegin die Verantwortung dafür aufgebürdet. Der Rest meiner Pflanzen konnte das ja ab. *protz* Die haben schon viel schlimmeres erlebt. Die gieß ich ja manchmal Wochen nicht.
Die Kornblumen kamen ganz schlau auf den Balkon, denn geregnet hatte es ja schon im April genug, da würden sie schon nicht eingehen.

Erinnert ihr euch noch an Mai '06? Die erste große Hitzeperiode des Jahres. Mei, was hattet ihr hier schönes Wetter (während es in Irland regnete). Aber was solls, drei von acht Kornblumen haben überlebt. Schwer verletzt zwar, aber egal. Das kann mich ja nicht betrüben, das passiert ja mal.
Von den restlichen dreien ist eine bei einer Höhe von 20cm (Lieber Leser: Diese Maßeinheit wird fern der Centi'schen Welt "Zentimeter" ausgeschrieben. Auch wenn es mich jedesmal kindisch freut, "Centimeter" zu lesen.) abgekratzt, der restlichen beiden haben immerhin noch geblüht, bevor sie von der sengenden Juli-Sonne trotz aller Gießbemühungen meinerseits weit vor ihrer Zeit strohisiert wurden.

Das konnte mich nun schon eher etwas betrüben, ließ mich aber noch nicht an meinem Händchen für Pflanzen zweifeln.
Das kam Ende dieses Wochenendes.
Weil: Mir ist der Affenbrotbaum eingegangen. Der Affenbrotbaum, ja? Ich meine, wir reden hier von einem alten, großen, stämmigen Affenbrotbaum.
Grashoppers Kommentar: "Affenbrotbäume wachsen doch sogar im Weltraum." Danke fürs Aufbauen.
Wie konnte das passieren?
Zuviel gegossen? Ich? Kaum.
Zu wenig gegossen? Einen Affenbrotbaum? Kaum.
Licht?
Licht. Dank anhaltender Hitze hatte ich wochenlang die Vorhänge zugelassen. Kein Licht. Ich wollte ja wenigstens eine Temperatur von 34°C halten. Ich fand ihn also umgekippt, mit nur noch der Hälfte seiner Blätter.

Als Notfallmaßnahme hab ich ihn gegossen (  ) und auf den Balkon gebracht, damit er wieder Sonne abkriegt. Natürlich war das der erste Tag seit Wochen, an dem keine Sonne schien. Was auch sonst. Hab ein bisschen in der Erde gewühlt und fand, dass es doch ein wenig pilzig roch. Doch zu viel gegossen? Na, dann sollte ich jetzt wenigstens nicht mehr gießen.
Ah, Regen, wie schön.
Na, wird schon nicht so viel sein, der Baum (oder was davon übrig ist), bleibt auf dem Balkon.

Dann wollte das Centi noch ganz schlau sein und hat sich gedacht "Was für Menschen gut ist, kann für Pflanzen doch nicht schlecht sein." und hat etwas Anti-Hautpilz-Salbe in Wasser aufgelöst und dem armen Baum zu trinken gegeben. Jetzt aber wirklich kein Wasser mehr.

Um den Kreis zu schließen: Vorhin hat es wie aus Eimern gegossen und es geht ein recht unfeierlicher Wind draußen um.
War schön, dich gekannt zu haben, Affenbrotbaum.