Aus dem Leben eines Taugegarnichts

13.10.2010 um 10:28 Uhr

September I'll remember

Gar nicht mal so wenig losgewesen in letzter Zeit, aber irgendwie halt wenig Blogfähiges. Im Zweifelsfall war ich tanzen und es war alles ganz anstrengend und toll und so.
Ich versuch's mit nem Kurzüberblick:

Freitag vor nem Monat: Auftritt in einem Bierzelt neben einer Messe für, äh, Modellflugzeuge. Die Dinger sind seit Vaters Zeiten übrigens sehr viel abgespaceter geworden und zischen düsenflugzeugmäßig in affenartiger Geschwindigkeit durch die Gegend.

Das Bierzelt war jedenfalls so verraucht, dass man aus der Luft neue Zigaretten hätte schneiden können. Nach einem Tanz hab ich mich gefühlt, als hätte ich Schneewittchens Stiefmutter einen Gürtel abgekauft.
Weiteres Defizit betraf die Bühne. Die war nämlich etwa 4 mal 2 Meter groß. Ein bisschen wenig für ne zehnköpfige Formation. Also hatten wir davor, auf dem unebenen Betonboden, eine Teichfolie (billig-Tanzboden) ausgelegt, die nicht nur schwer faltig sondern auch nach einiger Benutzung fremderseits sehr dreckig war. Und jeden, jeden, jeden Laut geschluckt hat. Was Hardshoe-Formationen irgendwie... unspektakulär macht.
Zudem saß das Publikum ebenfalls ebenerdig, also haben von unserem stummen Gehüpfe etwa 10 Menschen mehr gesehen als nur unsere wippenden Köpfe. Und eine unserer Formatinen gipfelte zwischendurch durch allgemeine Verwirrung in haltlosem Chaos, in dem ein paar Leute erst mal verwirrt stehen blieben. Der GAU eines Tanzes. Haben sich aber zum Glück flott wieder gefangen.

Auf der Liste der katastrophalsten Auftritte wäre dieser also auf Platz eins gelandet - wenn das Publikum nicht so unglaublich grandios gewesen wäre! Die waren so wahnsinnig gut drauf und dankbar für jeden Tanz, auch wenn sie nur die Musik gehört und hüpfende Köpfe gesehen haben, dass es eine einzige Freude war.

Mein persönlicher Höhepunkt war mein Solo gegen Ende. Das konnte ich nämlich auf der kleinen Bühne tanzen, die leicht erhöht war, so dass mich und meine Füße auch jeder sehen konnte, und sie war außerdem und vor allem *laut*. Ich hab dann auch so gestampt und geshuffelt, dass ich ab und an Angst hatte, die dünnen Bretter bekämen gleich ein Loch. Und alle haben geschaut und gehorcht und als der Tanz vorbei war brandete eine riesige Welle Applaus und Jubel über mich. Waaahnsinn. Hach.

Am nächsten Abend folgte ein Auftritt auf einem Standard-Tanz-Wettbewerb, als Pausenfüller natürlich. Da kamen die Besten der Besten der Besten, Sir, der hiesigen Standard-Tänzer zusammen und das Publikum zeigte eine *Kopf schräg leg* interessante Auswahl an Abendkleidern vor.
Wir waren also angemessen eingeschüchtert, und bei der Generalprobe waren alle planlos und konnten nix mehr und Arme wedel und omg.
Freilich lief alles gut. Unser Auftritt klappte super, das Parkett war okay, und das Publikum war ganz entzückend. Das bestand nämlich hauptsächlich aus älteren Menschen, und die sind generell immer dankbares Publikum. Die pfeifen vielleicht nicht am Ende, sitzen aber dafür die ganze Zeit mit leuchtenden Augen und ineinander gelegten Händen da - und haben sogar Szenenapplaus für einzelne Elemente gegeben! So süß!

Selber Abend, nächster Auftritt auf nem Vereinsfest, das unter der scharfen Konkurrenz mehrer anderer Veranstaltungen am selben Abend litt und für die diversen guten Gruppen, die sie sich an Land gezogen hatten, gnadenlos leere Reihen zu beklagen hatten.
Lief aber alles glatt, Bühne war 1a und das Publikum, das da war, hat seinen geringen Umfang mit gehöriger Begeisterung wieder wettgemacht. Trainerin und ich haben als Zugabe noch ein a-capella-Stück zum Abschluss gegeben, das viel Spaß macht, aber gefühlt 2 Stunden andauerte - und zum Schluss hin immer schneller wurde.


Dann gab's erst mal nen kurzen Heimaturlaub und Arbeitsgedöns, und dann konnte ich endlich mal wieder P&Pen.

System war diesmal der Cthulhu-Mythos und es war entsprechend gruslig - aber auch sehr amüsant. In einer heldenhaften Aktion haben unsere Helden unter Tage einen Raum zum Einsturz gebracht, um damit ein gutes Dutzend Ghule zu töten. Dann sind wir in bester Feierlaune zurück an die Oberfläche gekraxelt - um dort festzustellen, dass wir mit dieser Aktion ein komplettes Haus, das über dem unterirdischen Raum stand, ein paar Stockwerke tiefer gelegt haben. Uuupsi.