Aus dem Leben eines Taugegarnichts

17.07.2012 um 22:58 Uhr

Magische Begegnung


Habe heute für einen kurzen Moment an meinem Verstand gezweifelt.
Dieser Moment war der, als ich mit frisch gewaschener Wäsche aus dem Keller kam, die Wäsche aufhing und dann in Richtung Balkontür schaute: Da schaute wer zurück!

Das war jedenfalls das Erste, was mein Stammhirn mir sagte, bevor dann auch meine restlichen Gehirnzellen aktiv wurden und das "Wer" als Taube identifizierten. Eine wunderwunderschöne Taube mit einem fast perfekt weißen Federkleid. Fast perfekt, weil da ein kleiner schwarzer Fleck am Flügel war.

Jetzt bin ich ein fantasyaffiner Mensch und bin außerdem mit dem Lied "kleine weiße Friedenstaube" aufgewachsen. Weiße Tauben sind für mich nur eine winzige Spur weniger magisch als Einhörner. Entsprechend hab ich doof geglotzt. Davon ging das Vieh aber nicht weg.

Dann ging ich näher und öffnete die Balkontür - davon ging das Vieh dann weg. Aber es "ging" eben, es flog nicht. Allmählich schwante (ahahaha) dann sogar mir, dass der kleine braune Fleck eventuell getrocknetes Blut sein könnte und die Taube vielleicht gar nicht deswegen nicht wegflog, weil sie meine magische Aura wahrnahm (war immer noch im Fantasy-Modus), oder besonders menschenbezogen war (kein Ring), sondern weil sie nicht *konnte*.

Wer weiß, dass ich schon als kleines Kind immer sämtliches Viehzeug gerettet hab - Fliegen vor der Klatsche, Käfer aus Regentonnen, Ameisen vor anderen depperten Kindern - kann sich vorstellen, dass sofort mein Beschützerinstinkt ansprang.

Als gute Forumsuserin postete ich natürlich auch erst panisch "OMGwassollichnurtun?!" im Forum und googelte dann den tierärztlichen Notdienst.
Dann legte ich mein Schlafzimmer auf der Suche nach einem großen Karton in Schutt. Ich hab etwa drei Dutzend kleiner Kartons ("Kann man ja immer mal brauchen" - Nein, kann man nicht.) aber keinen, der für eine Taube angemessen groß wäre.

Also die letzte Socke auf den Wäscheständer geworfen und den Wäschekorb mit Handtüchern ausgekleidet und die wunderwunderschöne weiße magische FriedensTaube reinverfrachtet. Ab ins Auto und zur Tierärztin.

Dort angekommen  konnte das Vieh plötzlich mit dem blutigen Flügel flattern - war also nichts gebrochen, hurra! Und die Tierärztin erklärte, die wunderwunderschöne weiße Taube würde schon wieder gesund werden.

Dann die Geldfrage geklärt.
"Zahl ich natürlich."
"Ich rechne das mal aus, das sind genau #(etwas weniger als gerade gesagt)."
"Ja, klar, zahl ich."
"Ich kann noch die eine Spritze rausrechnen, dann isses was günstiger. Wär das okay?"
(Hallo?)

Dann hat sie meine Telefonnummer bekommen und will mich anrufen, wenn sie die wunderwunderschöne weiße magische FriedensTaube wieder freilässt.

Zum Abschluss meinte die Ärztin noch: "Vielleicht kann sie ja dann auf Ihrer Hochzeit fliegen!"

Hab ihr eine reingehauen.

01.07.2012 um 20:54 Uhr

Sturm der roten Rosen


Einer der vielen Gründe für mein nicht-Posten in letzter Zeit (der Wichtigste wird wohl so ein allgemeines "Uff. Schreiben. Anstrengend. Guck mal, Sonne!" gewesen sein) ist wohl mein etwas zurückliegender Beziehungsstatuswechsel auf "it's complicated".

Meine Mutter, mütterlich besorgt, versucht nun, sich irgendwie reinzudenken und zu verstehen. Und hat mir jetzt stolz verkündet, dass sie es nun versteht.

"Ja, ich kenn das aus Sturm der Liebe!"
"Hu?"
"Ja, der Robert war unheimlich in die Eva verliebt. Aber [insert großes Drama]."
"Oha."
"[Folgt kurzer Abriss der Story. Ich erkenne tatsächlich Parallelen.] Aber dann ist [ein noch größeres Drama] passiert. So. Und was machst'n da?"
"Ogott. Selbstmord."
"Nein!"
"Heiraten?"
"Genau. Und jetzt leben die zusammen in Verona."
"Ich will aber gar nicht nach Verona."
"Musst du auch nicht! Die Eva ist nämlich kurz danach als 17-jährige in Rote Rosen aufgetaucht!"

Na dann.