Aus dem Leben eines Taugegarnichts

11.08.2009 um 10:04 Uhr

Das Autoradio-hoffentlich-happy-end

Weil in den Kommentaren darnach gefragt wurde: Das alte Autoradio funktioniert durchaus anstandslos. So etwa zwanzig Minuten lang. Was dann ein Problem ist, wenn die CD so problematische Dinge wie Ordner enthält, dann dauert's schon mal 15 Minuten, bis er sie fertig gelesen hat und spielen kann.
Und weil mir generell zwanzig Minuten Musik im Auto nicht reichen und er auch immer öfter schon eher anfängt rumzuzicken, war ich von heimischen Gefilden aus mit Vater-von-Centi am Wochenende in Korl-Morx-Stodt und habe mir einen Ersatz besorgt.
Beim Ausbau des alten Dings hat Vater-von-Centi dann auch mal einen Blick unter das Isoband, mit dem die Drähte da umwickelt waren, geworfen. Ich hatte mich das ja nicht getraut. Klar hatte ich alle Sicherungen rausgenommen und es hätte eigentlich nichts passieren können. Aber freiliegende Drähte lösen bei mir einen dauerhaften nicht-rangreifen-Reflex aus. Naja, da lag jedenfalls dann das Problem, denn einer der Drähte war irgendwann aus seiner Halterung gerutscht. Das alte Radio war davon nicht beeindruckt gewesen, die neuen hatten wohl aber beschlossen, genau diesen Draht zu brauchen.

Das neue Radio ist jedenfalls ganz shiny und mit diskretem Display und intuitivier Bedienung und USB-Anschluss und Ordner-Shuffle-Funktion und all diesen Dingen, die ich wollte und toll finde.

Jetzt kann ich auch endlich die Hörbuch-Abteilung der Stadtbibliothek voll auskosten.
In diesem Zusammenhang: Heinrich Heine funktioniert nicht als Hörbuch. Reine Verschwendung. Für Heine braucht man mehr Zeit und Aufmerksamkeit. Nathan der Weise funktioniert hingegen ganz grandios, beim Lesen allein war mir nie aufgefallen, wie witzig der ist. Und die Wanderhure verspricht jetzt schon, eines der schlechtesten Bücher aller Zeiten zu werden. Und folgt damit Wolfgang Hohlbeins "Ich bin der Sturm" sehr dicht, aber was hatte ich auch erwartet. Nick Hornbys "How to be good" ist überraschend witzig, leider hab ich nur den letzten Satz nicht verstanden, wodurch das Buch im Nachhinein irgendwie verliert. Dann wären da noch die populärphilosophischen Schinken von Richard David Precht ("Wer bin ich - und wenn ja, wie viele?") und Wilhelm Schmid ("Glück: Alles, was Sie darüber wissen müssen, und warum es nicht das Wichtigste im Leben ist"), die hören sich hingegen von vorn bis hinten auch ganz ausgezeichnet.
Bibliotheken sind ja so praktisch.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenVianne schreibt am 11.08.2009 um 11:39 Uhr:Ohhhgottja! Die Wanderhure. Erinnerungen bobbeln an die Oberfläche meines Geistes.

    *zuck*
  2. zitierenMeta schreibt am 11.08.2009 um 20:53 Uhr:USB-Stick. *juhu* Ich hab mir jetzt so ein Kasettendings gekauft um meinen iPod anzuschließen und es ist herrlich. *g*
  3. zitierenGEF schreibt am 17.08.2009 um 21:01 Uhr:Da ich noch kein Hörbuch (außer HP) gehört habe, beglückwünsche ich dich lieber zu dem neuen "Radio"

    Und mal wieder das Wort Korl-Morx-Stodt zu lesen, zaubert mir ein verträumtes Grinsen ins Gesicht.

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