Internet und Irischer Abend
Was weiter geschah:
Ich war also den ganzen Donnerstag am Boden zerstört. Nicht nur weil
ich weder auf Arbeit noch zuhause ins Forum kam, sondern auch, weil ich
es wirklich, wirklich deprimierend fand (und noch finde), dass ich
meinen PC gerade mal gut genug kenne, um was kaputt zu machen, aber
nicht gut genug, um es auch wieder geradezubiegen.
Damit bin ich dann auch einem Großteil meiner Kollegen auf die Nerven
gefallen. "Wie gehts dir?" "Schrecklich. Ich hab meinen
Internetanschluss kaputt gemacht." Immerhin bot mir auf diese Weise ein
Kollege an, sich meinen Laptop (yay Laptop!) mal anzusehen, eine
Kollegin wollte mir zwei Adressen von Profis geben, die selbiges dann
entgeltlich machen könnten.
Immerhin.
Ich bin dann nach hause gefahren, natürlich nicht, ohne in einem
Internetcafé vorbeizuschauen (Bei einem Euro die Stunde kann man ja
nicht nein sagen.). Eine Stunde lang das Wichtigste der letzten 24
Stunden nachgelesen und dann nach hause gegangen und erst mal was
gegessen.
Dann doch noch mal an den PC gesetzt. Bevor ich das Teil meinem
Kollegen zur Ansicht gebe, möchte ich ja doch so ein paar Basics ein
letztes Mal überprüft haben.
1. Internetverbindung: Geht immer noch nicht. Fein.
2. Gerätemanager: Äh. Nanu?
Plötzlich stand da unter "Netzwerkadapter" ein gewisser USB-Adapter
(Wir erinnern uns: Ich empfange mein Internet über USB.), der da am
Mittwoch noch nicht gestanden hatte. Und siehe da: Er war deaktivert.
Es erübrigt sich zu erwähnen, dass der USB-Adapter, der da am Mittwoch
noch nicht gestanden hatte, am Mittwoch auch noch nicht als deaktiviert
angegeben war.
WTBö?!
Einer spontanen Eingebung gefolgt und das Teil einfach wieder
aktiviert. Neu starten, einwählen und siehe da - ich war wieder an die
normale Welt angeschlossen. Und es war großes Jubeln und Frohlocken im
Haus des Centi.
Das WTBö-Schild auf meiner Stirn prangt immer noch. Der Kommentar
meines Kollegen, als ich ihm die gute Nachricht verkündigt habe, war
auch ein "Computer halt".
Jedenfalls (Achtung, es folgt eine Meisterleistung an Überleitung!)
liegt noch meine ganze Wohnung voller Kabel, (potentieller Treiber-)CDs
und Providerunterlagen, die ich am Mittwoch aus irgendwelchen Schränken
gezerrt hatte. Donnerstag war ich ja mit Frohlocken beschäftigt gewesen
und gestern (Hier isse, die Überleitung, nur, damit sie auch ja keiner
verpasst:) war ich nämlich auf Satzvey, zum "Irischen Abend", wie sich
die Veranstaltung nannte.
Ich war da mit Sakura und traf dort auf Cirdan und Avaru und Cirdan hat
es sehr schön formuliert: Abend war, insofern stimmte die Ankündigung.
Der Eintritt kostete 25 Euro (so in etwa meine Telefonrechnung für
diese Hotline, die mir nicht weitergeholfen hatte...) und es fand auf
Burg Satzvey statt, die wirklich hübsch ist.
Es begann mit den Highland Valley Pipes & Drums. Einer - wie der
Name ja schon sagt - Band mit schottischen Dudelsäcken und Trommeln.
Aus den Niederlanden. Aber das war egal, sie waren gut und man hätte
den allermeisten die Schottigkeit durchaus abgekauft. Ich jedenfalls
bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie ein Stück aus "Aus der neuen Welt" von
Antonín Dvořák gespielt haben. Niederländische Schotten, die an einem
Irischen Abend ein Stück eines Tschechen über Amerika spielen.
Vermutlich waren die Kilts aus Taiwan, aber egal. Wie erwähnt, sie
waren gut.
Es folgten die Celtic Feet, eine Tanzgruppe aus Duisburg mit Klamotten
von H&M. Aber auch die waren gut. Das Grauen begann erst danach.
Da spielte nämlich eine Gruppe, deren Name ich mir gar nicht erst
versucht habe zu merken. Die beiden haben Violine und Gitarre zwar gut
beherrscht, aber die Stimme des Sängers (der mit dem Cowboyhut...) wäre
besser gewesen, wenn er nicht versucht hätte, sie irgendwie verwaschen
klingen zu lassen, und auch der Versuchung widerstanden hätte, eine Art
irischen Akzent einzubauen, der einem Deutschen nun einmal nicht
angeboren ist. Richtig gruslig aber erst die etwa viertelstündige
Balade über den Tod eines Wales, untermalt vom Violinengekratze, das
zugegebenermaßen nach Wal klang, aber ist es das, was man hören will,
wenn man auf einen Irischen Abend geht?
Allzu lange dauerte das aber nicht, denn danach verschlechterte sich
das Programm rapide und bleibend, denn die letzte anderthalbe Stunde
war einer Band beschieden, deren Name ich gar nicht wissen will.
Schlagzeug, Akkordeon, Banjo und zwei E-Gitarren. Ähm ja. Eine der
E-Gitarren gold glitzernd und von einem Mann in Leopardenweste
gespielt, die andere von einem mit Kopftuch und
Stars-and-Stripes-Shirt. Heidewitzka. Die Musik war mit viel Wohlwollen
als rockig zu bezeichnen. Zum Glück waren sie nicht allzu laut, so dass
wir uns in Ruhe unterhalten konnten, wodurch der Abend wirklich amüsant
wurde, auch wenn wir das natürlich auch für weniger als 25 Euro hätten
haben können.
Cirdan erzählte uns dann hinterher auch noch was von "lieblos belegten
Schwamm-Baguettes für 6,50 und die Tasse Stew für 7,50", wovon ich gar
nichts mitgekriegt hatte.
Mit den Klängen von Kate Rusby (Engländerin, aber immerhin gute Musik.)
nach hause gefahren und noch ein wenig die Weiten des Internets
genossen, das Fazit überlasse ich dem Leser.

goat...