Aus dem Leben eines Taugegarnichts

19.08.2006 um 17:41 Uhr

Internet und Irischer Abend

Was weiter geschah:

Ich war also den ganzen Donnerstag am Boden zerstört. Nicht nur weil ich weder auf Arbeit noch zuhause ins Forum kam, sondern auch, weil ich es wirklich, wirklich deprimierend fand (und noch finde), dass ich meinen PC gerade mal gut genug kenne, um was kaputt zu machen, aber nicht gut genug, um es auch wieder geradezubiegen.

Damit bin ich dann auch einem Großteil meiner Kollegen auf die Nerven gefallen. "Wie gehts dir?" "Schrecklich. Ich hab meinen Internetanschluss kaputt gemacht." Immerhin bot mir auf diese Weise ein Kollege an, sich meinen Laptop (yay Laptop!) mal anzusehen, eine Kollegin wollte mir zwei Adressen von Profis geben, die selbiges dann entgeltlich machen könnten.
Immerhin.

Ich bin dann nach hause gefahren, natürlich nicht, ohne in einem Internetcafé vorbeizuschauen (Bei einem Euro die Stunde kann man ja nicht nein sagen.). Eine Stunde lang das Wichtigste der letzten 24 Stunden nachgelesen und dann nach hause gegangen und erst mal was gegessen.
Dann doch noch mal an den PC gesetzt. Bevor ich das Teil meinem Kollegen zur Ansicht gebe, möchte ich ja doch so ein paar Basics ein letztes Mal überprüft haben.
1. Internetverbindung: Geht immer noch nicht. Fein.
2. Gerätemanager: Äh. Nanu?
Plötzlich stand da unter "Netzwerkadapter" ein gewisser USB-Adapter (Wir erinnern uns: Ich empfange mein Internet über USB.), der da am Mittwoch noch nicht gestanden hatte. Und siehe da: Er war deaktivert. Es erübrigt sich zu erwähnen, dass der USB-Adapter, der da am Mittwoch noch nicht gestanden hatte, am Mittwoch auch noch nicht als deaktiviert angegeben war.
WTBö?!
Einer spontanen Eingebung gefolgt und das Teil einfach wieder aktiviert. Neu starten, einwählen und siehe da - ich war wieder an die normale Welt angeschlossen. Und es war großes Jubeln und Frohlocken im Haus des Centi.
Das WTBö-Schild auf meiner Stirn prangt immer noch. Der Kommentar meines Kollegen, als ich ihm die gute Nachricht verkündigt habe, war auch ein "Computer halt".

Jedenfalls (Achtung, es folgt eine Meisterleistung an Überleitung!) liegt noch meine ganze Wohnung voller Kabel, (potentieller Treiber-)CDs und Providerunterlagen, die ich am Mittwoch aus irgendwelchen Schränken gezerrt hatte. Donnerstag war ich ja mit Frohlocken beschäftigt gewesen und gestern (Hier isse, die Überleitung, nur, damit sie auch ja keiner verpasst:) war ich nämlich auf Satzvey, zum "Irischen Abend", wie sich die Veranstaltung nannte.

Ich war da mit Sakura und traf dort auf Cirdan und Avaru und Cirdan hat es sehr schön formuliert: Abend war, insofern stimmte die Ankündigung. Der Eintritt kostete 25 Euro (so in etwa meine Telefonrechnung für diese Hotline, die mir nicht weitergeholfen hatte...) und es fand auf Burg Satzvey statt, die wirklich hübsch ist.
Es begann mit den Highland Valley Pipes & Drums. Einer - wie der Name ja schon sagt - Band mit schottischen Dudelsäcken und Trommeln. Aus den Niederlanden. Aber das war egal, sie waren gut und man hätte den allermeisten die Schottigkeit durchaus abgekauft. Ich jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie ein Stück aus "Aus der neuen Welt" von Antonín Dvořák gespielt haben. Niederländische Schotten, die an einem Irischen Abend ein Stück eines Tschechen über Amerika spielen. Vermutlich waren die Kilts aus Taiwan, aber egal. Wie erwähnt, sie waren gut.
Es folgten die Celtic Feet, eine Tanzgruppe aus Duisburg mit Klamotten von H&M. Aber auch die waren gut. Das Grauen begann erst danach.
Da spielte nämlich eine Gruppe, deren Name ich mir gar nicht erst versucht habe zu merken. Die beiden haben Violine und Gitarre zwar gut beherrscht, aber die Stimme des Sängers (der mit dem Cowboyhut...) wäre besser gewesen, wenn er nicht versucht hätte, sie irgendwie verwaschen klingen zu lassen, und auch der Versuchung widerstanden hätte, eine Art irischen Akzent einzubauen, der einem Deutschen nun einmal nicht angeboren ist. Richtig gruslig aber erst die etwa viertelstündige Balade über den Tod eines Wales, untermalt vom Violinengekratze, das zugegebenermaßen nach Wal klang, aber ist es das, was man hören will, wenn man auf einen Irischen Abend geht?


Allzu lange dauerte das aber nicht, denn danach verschlechterte sich das Programm rapide und bleibend, denn die letzte anderthalbe Stunde war einer Band beschieden, deren Name ich gar nicht wissen will. Schlagzeug, Akkordeon, Banjo und zwei E-Gitarren. Ähm ja. Eine der E-Gitarren gold glitzernd und von einem Mann in Leopardenweste gespielt, die andere von einem mit Kopftuch und Stars-and-Stripes-Shirt. Heidewitzka. Die Musik war mit viel Wohlwollen als rockig zu bezeichnen. Zum Glück waren sie nicht allzu laut, so dass wir uns in Ruhe unterhalten konnten, wodurch der Abend wirklich amüsant wurde, auch wenn wir das natürlich auch für weniger als 25 Euro hätten haben können.
Cirdan erzählte uns dann hinterher auch noch was von "lieblos belegten Schwamm-Baguettes für 6,50 und die Tasse Stew für 7,50", wovon ich gar nichts mitgekriegt hatte.


Mit den Klängen von Kate Rusby (Engländerin, aber immerhin gute Musik.) nach hause gefahren und noch ein wenig die Weiten des Internets genossen, das Fazit überlasse ich dem Leser.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenNimiel schreibt am 19.08.2006 um 21:39 Uhr:Hey, die letzen Bands waren sicher echte Iren, die nur in der "Weitergabekette" alter Traditionen ganz hinten standen (hinter der Ziege). Schon mal stille Post gespielt? Da kann nix bei rüber kommen!...from father to son, from mother to daughter, from uncle to
    goat...
  2. zitierenDoubtfool schreibt am 22.08.2006 um 12:40 Uhr:Fazit: Du hättest dir die Bandnamen merken sollen, denn dann wären wir wenigstens gewarnt.

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