Aus dem Leben eines Taugegarnichts

24.08.2008 um 20:20 Uhr

Segeltörn 2008 - Im Hafen von Lelystad

von: Centaurea   Kategorie: Forumssegeltörn 2008

Donnerstag, 26. Juli 2008 (2/2); Freitag, 27. Juli 2008

 

Dagegen

"Blööd!" - Wir sind dagegen.

Der Schmach nicht genug, soll jetzt auch noch das Deck geschrubbt werden. Angeblich müssten Schulklassen das jeden Tag machen, wir nur einmal in dieser Woche, und wir wären doch sehr privilegiert. Aber das erzählen sie doch jeder. Crew.

 

Deck schrubben

Deck schrubben.


Als man sich im Boden an Deck spiegeln kann, wird der Grill angeworfen und Salate aufgetragen. Ein Teil der Crew macht sich die paar Meter bis zur Arche oder zur Batavia auf und geht sozusagen fremd. Danach und davor widmen wir uns einem unserer Lieblingshobbys und posen auf der Plattform am Bug.

Centi und Milad am Bug

 

Auch ein großes Gruppenbild folgt, und das Gästebuch wird verziert.

 

Gruppenfoto

 

Beim Abwasch sind wir zu viert und intonieren erneut "Hoist the colours high" in einer schätzungsweise zwanzig minütigen Dauerschleife. Wahrscheinlich konnten sich die Fußballfans nebenan nur schwer zurückhalten, uns über Bord gehen zu lassen, und wir haben auch ein wenig ein schlechtes Gewissen, aber es war so schön meditativ. Ich trage währenddessen eine Klamotte, die am ehesten an Fräulein Rottenmeier erinnern mag und lebe mich in dieser Rolle schon viel zu bald ein. "Da hinten ist noch was dreckig. Das da ist noch nicht blankpoliert genug. Ist das etwa Alkohol?! Alkohol ist der Weg in die Hölle! ... Oh Gott, ich muss aus dieser Klamotte raus."
Werfe mich dann auch direkt nach dem Abwaschen wieder in die Schlampe, es folgen weitere Fotosessions. Jeder mit jedem, sozusagen. Im Sonnenuntergang. An dieser Stelle einfach mal wieder ein paar Bilder, es war stärker als ich:

 

Beri und Fox

"Siehst du die Wolke da hinten?" - Beri und Fox.


Vier Herren

Geballte Männlichkeit.


Fox und Sabine

In den Sonnenuntergang! Fox und Sabine.

Danach folgt das übliche gemütliche abendliche Abhängen. (Nicht zu vergleichen mit dem ganztägigen Abhängen. Weil ohne Sonne, dafür mit Alk. Also ich nicht.) Das Fußballspiel scheint relativ öde zu sein und die Mehrheit der Crew bleibt an Deck um die Raucherkiste herum. Die hatten wir "Dead Man's Chest" getauft und wollten eigentlich fünfzehn Leute draufstellen ("15 men on a dead man's chest - yohoho and a bottle of rum."), haben das letztendlich aber doch nicht umgesetzt. Jedenfalls raucht man in trauter Runde, die meisten Zigaretten, Gurthang Pfeife. Als Liebelein einen Zug aus selbiger nimmt, windet er sich kurz aber herzlich in einem halben Asthmaanfall und trägt ein charmantes "Godverdomme!" vor. Kihi!

Zum Schluss huldigen wir noch der Monsterpackung Kartoffelpüree, die uns am Leben erhalten hat: 119 Portionen! 

Milad - Kartoffelbrei

Milad wirbt im endlich fertig genähten Kleid für Kartoffelbrei.


Kartoffelbrei

Praise the Kartoffelbrei!

Wir hängen noch bis spät nachts beieinander, und ich habe etwa eine reichliche Stunde Schlaf abbekommen, als mein Wecker klingelt und ich wieder aufstehe. Draußen herrscht richtiges trübes Abschiedswetter Wir packen alle Sachen zusammen, verteilen die restlichen Lebensmittel und lassen das Frühstück ansonsten ausfallen. Der Bootsmann steht sogar noch zu dieser unpiratigen Zeit auf, um uns zu verabschieden, dann kommt auch schon der Bus, in den wir unsere Siebensachen verfrachten. Traurig winken wir im Nieselregen den Masten der schönen Soeverein zu, Metatron stößt seinen Kopf noch mal wehmütig an einer Kante im Bus, dann fahren wir los. Einige Crewmitglieder fahren dann später in Eigenregie zurück, die Wege der Busfahrer trennen sich dann so nach und nach in Willich. Milad bringe ich noch zum Bahnhof in Bonn, dann folgt ein langes, eintöniges Wochenende ohne Wellen - allerdings mit Wellengang, denn mein Wohnzimmer schwankt doch noch zwei Tage ziemlich nach - ohne Segel, ohne Vla, ohne Piratenklamotte, ohne Tanz, ohne todbringende Cocktails, ohne Sonnenuntergänge über dem Meer, ohne lurkende Urker, ohne Mastklettern, ohne Fox' Kaffee, ohne "hoist the colors", ohne Beamer und 18 Toiletten, ohne Reiher, ohne Sonnendeck, ohne Entenkücken, ohne das Sofa im Aufenthaltsraum, ohne Waschmaschinen nachahmende Bullaugen, ohne Piratenkinder, ohne Schoten, ohne Órin, ohne Nimiel, ohne Milad, ohne Beri, ohne Hoppi, ohne Alca, ohne Fox, ohne Udo, ohne Niniel, ohne Treofan, ohne Falathar, ohne Metatron, ohne Gurthang, ohne Eesti, ohne Caitlin, ohne Sabine, ohne Lixa, ohne Liebelein und ohne Schätzekin.

Centi im Sonnenuntergang



Und wenn sie nicht gestorben sind, so wollen sie auch heute noch zurück. Ich danke allen Beteiligten für sechs ausnahmslos geniale Tage, und allen Fotografen für ihre Fotos und Videos.

Zum Abschluss noch mal ein Rundgang durch das Schiff: Video.

 

Soeverein in Lelystad

 

24.08.2008 um 19:53 Uhr

Segeltörn 2008 - Von Hoorn nach Lelystad

von: Centaurea   Kategorie: Forumssegeltörn 2008

Donnerstag, 26. Juli 2008 (1/2)

Am nächsten Morgen verschwinden die anderen beiden Schiffe kurz nach dem Frühstück und auch wir legen bald darauf ab. Heute steht die letzte Fahrt für uns an, zurück in den Hafen von Lelystad, wo wir noch einmal übernachten werden, ehe es morgen Früh um sieben wieder mit dem Bus in Richtung Osten gehen wird. Wir sind dagegen, wollen lieber ewig weitersegeln bei Sonne, Wind und Vla. Dennoch beschließen wir, uns davon den Tag nicht verderben zu lassen und genießen ihn noch einmal in vollen Zügen.

Kapitaen Orin

Segel setzen! Kapitän Órin vor der niederländischen Flagge.


Das Segelsetzen geht uns immer leichter von der Hand, allmählich haben wir die Technik raus, mit der wir uns in die Seile stemmen müssen, um die widerspenstigen Segel zu bewegen. Dennoch muss der Bootsmann hier und da noch mit anpacken, was uns regelmäßig schlimmste Gewissensbisse beibringt. Liebelein hatte sich nämlich nur etwa zwei Wochen zuvor zwei Rippen gebrochen und eine dritte angebrochen. Wenn wir mitansehen müssen, wie er sich mit ungebrochener Motivation anstrengt, tut uns solidarisch auch alles weh. Dass wir übrigens besser an den Seilen ziehen können als noch zu Beginn unserer Reise, heißt noch lange nicht, dass wir auch auf Anhieb Bescheid wissen, wenn er einen von uns anweist, die Schoten nachzulassen. Wir verteilen uns inzwischen einfach strategisch auf die drei verschiedenen Möglichkeiten und warten, bis er dann einem von uns zunickt. 100-prozentige Trefferwahrscheinlichkeit. [Video. Sorry für den Rosa-Stich...]

Seile

Beri erscheint heute Morgen sehr verzögert an Deck, eine Weile hatte sie unter der sorgenden Aufsicht von Treofan mit einem Kater Kreislaufproblemen zu kämpfen.


Dieweilen tun unsere Näherinnen die letzten Stiche und flicken so die neue Piratenflagge zu Ende. Udo klettert bei voller Fahrt auf die oberste Plattform, und holt die alte Flagge ein. Unten wird in der Zwischenzeit die neue Flagge zum Hissen vorbereitet. Das Hissen selbst wird von einem kleinen Chor begleitet, der "Hoist the colours high" mehrstimmig zum Besten gibt. Hach. [Video ]

Hoist the colours high!

Yoho, haul together, hoist the colours high!


Die alte Flagge, die wir ja im Gegenzug erhalten, ist zwar schon ein bisschen ausgeblichen und daher eher lila, und auch nur noch zur Hälfte vorhanden, aber dennoch ein schönes Erinnerungsstück, auf dem wir alle unterschreiben, angefangen beim Bootsmann. Der laut eigenen Angaben gut mit uns "klaar" kam. Ich werde die Doppeldeutigkeit jetzt nicht erklären.

Flagge unterschreiben

Kam gut mit uns klaar: Liebelein beim Unterschreiben der Flagge.


Nimiel wird wiederholt von den Kindern des Skippers eingenommen und durch die Gegend gescheucht, sie hatte zuvor schon mehrmals Babysitter gespielt.

Rettungsring


Der Rest geht weiter zum größtenteils dem Nichtstun nach. Das Wetter ist heute aber auch wieder mal großartig, und wir haben uns noch mal alle in Klamotte geworfen. Das ist einfach ein ganz anderes Gefühl. Wobei ich dazu sagen muss, dass die Kopftücher nicht mal vordergründig aus ästethischen Gründen so beliebt waren, sondern einfach deswegen, weil es die ganze Zeit verdammt windig war, und das eigentlich die einzige Möglichkeit war, sich die Haare wirklich dauerhaft aus dem Gesicht zu halten.
Auf Órins Initiative hin erbetteln wir Beris Laptop, um uns einen Ausschnitt aus 'Fluch der Karibik 3' anzusehen. Den spielen wir dann daraufhin nach. [Video.] Sport an Bord.
Danach gehen wir wieder intensivem Entspannen und Nichtstun nach. Ich versuche noch einmal, ein paar Eindrücke vom generellen Flair an Bord einzufangen. [Video . Wir sind so. verdammt. relaxed.]

Sonnendeck Bug

Abhängen auf dem Sonnendeck am Bug.

Dennoch kommt allmählich der Hafen von Lelystad näher, ob wir wollen oder nicht. Das lässt sich spätestens dann nicht mehr ignorieren, als die Arche Noah, die ebenfalls an dieser kahlen Betonwand liegt, in Sicht kommt. Wir findens doof und wiederholen fortan unser Blöd-Zeremoniel von gestern. Zwischendurch überlegen wir auch, einfach auf die nächsten Anweisungen nicht zu hören, oder wahlweise das Schiff zu kapern. Wir würden einfach die Seile dingsen und den Motor anwerfen, und losfahren, sobald wir rausgefunden hätten, wo das Gas ist, und irgendwie würden wir auch schon noch herausfinden, was Schoten sind und was genau man damit macht. So schwer kann das doch nicht sein.
Aber wir sind zu nett für Meuterei und so legen wir allzu bald an.

Milad - Centi

Wir könnten einfach "Nö!" sagen...

23.08.2008 um 21:48 Uhr

Segeltörn 2008 - Hafen von Hoorn

von: Centaurea   Kategorie: Forumssegeltörn 2008

Mittwoch, 25. Juli 2008 (2/2)

 

Flagge

Nimiel, in die zu flickende Flagge gehüllt.

Nach einer Weile kommt ein weiteres größeres Segelschiff an, fährt direkt neben uns und macht an uns fest.
Mooooment! Dieser Hafen ist nicht groß genug für uns beide, Fremder, nimm deine Leinen von unserem Schiff und such dir einen eigenen Hafen! Wir sind angemessen empört. Noch mehr, als ein zweites Schiff am Ersten festmacht. Wer von diesen beiden - mit Schulklassen beladenen! - Schiffen an Land gehen will, muss unser Schiff - unsere schöne Soeverein! - einmal komplett überqueren. Unerhört! Wir weisen den Bootsmann echauffiert, später bettelnd, an wegzufahren, aber er ist der Meinung, das wäre normal so und er könne da jetzt auch nichts mehr machen.
Aber!
Fremde Menschen! Auf *unserem* Schiff! Schüler noch dazu! Ey! Menno!
Böse funkeln wir die fremden Nebenbuhler an. Órin sucht sich Sklaven aus.
"Blöd!", sagen wir, "blöööd!" Das sagen wir sehr oft in den kommenden Stunden. So ziemlich bei jeder Begegnung. Andere hätten "Hallo!" benutzt. Wir sagen "blöd!"
"Blöd!" (= "Hallo, wie geht's dir so?")
"Blöd." (= "Ganz gut, und selbst?")
"Blööhööd!" (= "Ich kann eigentlich nicht klagen, aber ich hatte doch gehofft, wir würden heute Abend diesen Platz für uns haben, und jetzt sind da diese beiden fremden Schiffe, mit Schülern, deutschen Schülern, an Bord, und die müssen wir jetzt noch bis morgen Früh ertragen.")
"Blöööööhöhööhöööd!" (= "Ja, da bin ich auch nich' so für.")

 

Sabine oben

Die Soeverein mit den beiden benachbarten Schiffen. Auf der obersten Plattform sitzt gerade Sabine.

Wider Erwarten benehmen sich die jungen Menschen allerdings wirklich zivilisiert. Sie kleckern nicht einzeln über unser Schiff, sondern sammeln sich und überqueren unser Deck dann in zügigem EntenGänsemarsch, leise und ohne sich übermäßig umzusehen. Wir lassen sie dabei aber auch nicht aus den Augen. "Fass bloß nicht mein Schiff an, wehe du fasst mein Schiff an - ey, hast du grad mein Schiff angefasst?! DEI MUDDA! zeter " denken wir allerdings nur.

Unbeeindruck von den neuen Zuschauern werfen wir uns wieder in Klamotte und gehen in vollem Umfang dem Tanzen und dem Posen nach. Dies ist schließlich der vorletzte Abend, an dem wir das tun können, auch wenn wir daran gar nicht denken wollen. Ob wir denn einen Film drehen würden, werden wir gefragt, wegen der Klamotten und dem Tanzen. Deeeh.

 

Tanzkreis

Unerschrockenes Tanzen.


Sabine erklimmt erneut einen Mast, diesmal sogar bis ganz oben. Respekt! Das ist wirklich, wirklich hoch.

Sabine

Unerschrockenes Mastklettern und -sitzen.

Später zieht sich dann eine Hälfte der Crew in den Aufenthaltsraum zurück. Fußball gucken. Halbfinale, hat man mir gesagt. Ich weiß nicht mal mehr, wer gespielt hat. Deutschland vermutlich. Wasauchimmer. Udo hat sich erneut Anerkennung verdient, indem er auf wundersame Weise ein weiteres Fass Bier besorgt hat. Das Bier aus Urk war nämlich schon wieder alle. Bei so wenigen Biertrinkern. Ich bin schon ein bisschen beeindruckt.

ie andere Hälfte belagert heute das Sonnendeck. Erstens ist es da etwas ruhiger und zweitens haben wir da mehr Sonne und mehr Überblick über den Hafen. Gemütlich sitzen wir bei Schokolade und Baileys beisammen. Ich lasse den Alkohol links liegen und halte mich heute Abend an Wasser.

 

Milad-Hoppi

  Drohendes Posieren: Milad und Hoppi.

Irgendwer schafft es, die M&Ms-Tüte umzuwerfen, woraufhin die bunten Schokodrops übers Deck kullern. Irgendwer fragt, ob die Dinger eigentlich auch im Wasser schwimmen. Ich sage, dass das einfach herauszufinden sei, und werfe ein Blaues in mein Wasserglas. Es sinkt. Tadaa. Außerdem greift die Kohlensäure irgendwie den bunten Zuckermantel an und bald darauf ist mein Mineralwasser blau. Cooool.

 

Nimiel-Centi

Einladendes Posieren: Nimiel und ich.

Ein weiteres Crewmitglied wirft trotzig ein M&M an Deck eines unserer Nachbarn. Ts, ts! Ich weise daraufhin, dass das gefährlich ist. Wenn jetzt jemand ankommt und auf diesem runden Ding ausrutscht! Dann muss er sich womöglich am Segel festhalten! Und dieses Segel würde unweigerlich herumschwenken, mit dem Unglücksraben, der sich mit strampelnden Beinen daran festhalten muss. Am Schluss des Halbkreises, den das Segel dann beschreiben würde, würde der Mensch dann gegen das Steuer prallen, wo er womöglich aus Versehen den Motor anlassen würde, wodurch das Schiff in Fahrt geraten würde. Da es aber auf einer Seite festgemacht ist, könnte es nicht normal geradeaus fahren und müsste stattdessen einen großen Halbkreis beschreiben, an dessen Ende das Rathaus stehen würde, das dadurch arg beschädigt werden würde. Und das wäre wirklich schade, denn das ist ein hübsches Gebäude.

Diese Erklärung leuchtet allgemein ein. Wir beschließen also, die gesamte Tüte M&Ms besser aufzuessen, um niederländische Rathäuser nicht weiter unnütz zu gefährden.
Ich bin derweilen ganz angetan von meinem blauen Mineralwasser und gehe an die Bar, leise schleichend, um die Fußballgucker nicht zu stören, und hole mir einen ganzen Turm Wassergläser. Wieder oben angekommen, fülle ich alle mit Mineralwasser und werfe in jedes Glas ein andersfarbiges M&M. Meine Gefährten begutachten meine Experimente etwas skeptisch. Pfah!
Ich bin jedenfalls total begeistert von den Farben und von dem Bodensatz, das sich dabei bildet, und über den der Rest der schokoladenummantelten Erdnuss rollt und den er dabei in Zeitlupentempo aufwirbelt. Es erinnert mich an alte DOS-Spiele und ich ahme entsprechende Geräusche nach.
Hoppi bittet mich inständig, doch endlich etwas zu trinken.



M-M

Initiative zur Rettung niederländischer Rathäuser.


Aber nein, Órins Cocktail hat meinen Alkoholbedarf für mindestens einen Monat gedeckt.
Zwischendurch erhalten wir wieder Besuch von den Fußballschauern. Beri hat erfolgreiche Angriffe auf das Bierfass gestartet. Bei dem Tempo schaffen sie das bis morgen ohne Probleme. Sie jammert, dass sie nicht weg will - wie wir alle - und freut sich - wie wir alle - dass Órin sich bereits hat breitschlagen lassen, diesen Törn für nächstes Jahr erneut zu organisieren.
An diesem Abend halten wir insgesamt länger aus. Die verbliebene Zeit an Bord muss vollständig ausgekostet werden.

23.08.2008 um 21:19 Uhr

Segeltörn 2008 - Von Volendam nach Hoorn

von: Centaurea   Kategorie: Forumssegeltörn 2008

Mittwoch, 25. Juli 2008 (1/2)

Als ich an diesem Morgen wach werde, glaube ich im ersten Moment, dass ich gar keinen so schlimmen Kater habe. Bis ich meinen Kopf ein Stück vom Kopfkissen hebe. Wir sind doch sicher nicht auf hoher See, oder? Ich bleibe eine Weile liegen, da geht's mir gut. Dem Magen gehts gut, eigentlich ist mir nur etwas komisch und ich habe diese leichten Kopfschmerzen, die sich auch nur dann melden, wenn ich mich bewege. Beschließe, einfach liegen zu bleiben.
Der Wecker klingelt. Ich lasse ihn kurz seinen Dienst tun, damit Nimiel wach wird, dann stelle ich das lärmende Teil schweigend aus. Nein, ich gedenke nicht, aufzustehen. Und wehe Nimiel sagt was. Oder fragt gar! Mir gehts gut. Ich will nur liegen bleiben, klar?!
Ich darf das, denn wir legen heute, wie ich weiß, später ab, das gibt mir noch mindestens zwei Stunden Zeit. Humaner Weise schweigt Nimiel tatsächlich und verlässt bald kommentarlos das Zimmer. Dankbar nehme ich mir eine Paracetamol und kippe einen halben Liter Wasser dazu, dann leg ich mich wieder hin. Eine Stunde später trinke ich einen weiteren halben Liter.

 

Hafen von Volendam

 

Halb elf beschließe ich, dass ich wieder aufstehen kann. Mir gehts besser, hier unten isses langweilig und ich vermisse meine Gefährten. Ich betrete das Deck - kann mal jemand die Sonne dimmen? - und stelle fest, dass ich bei weitem nicht die letzte bin, die aufsteht. Zum Frühstück nehme ich mir eine Schüssel Cornflakes. Die schmecken mir zwar sehr gut, aber ich verzichte trotzdem auf eine zweite Schüssel. Cornflakes sind einfach zu laut.
Nach dem Frühstück huldige ich noch einmal St. Paracetamol, dem Schutzheiligen der Órin-Cocktail-Trinker, danach bin ich für den Rest des Tages katerfrei und kann die Fahrt wie gehabt genießen, yay! Fröhlich
 

Schraeglage

Das ist nicht der Alkohol. Die Schräglage ist echt.

Das Wetter bleibt zunächst trüb und die gesamte Crew zunächst ungewandet. Wir hängen wieder irgendwo an Deck rum, drehen dabei den Soundtrack voll auf. Begleitet werden wir gelegentlich von kleineren Seegelbooten, die es fast zu genießen scheinen, neben uns herzusegeln. Hin und wieder schießen wir auf sie, aber das beeindruckt sie wohl nicht sonderlich.
Einer wirft uns gar vor, wir wären kein richtiges Segelschiff. Wir sind angemessen entrüstet. Órin: "Kein richtiges Segelschiff?! Wir haben 18 Toiletten! Dei Mudda!" Aber echt mal. Wir sind sowas von Segelschiff, mehr Segelschiff geht fast nicht. Und das müssen wir uns von einem Jogurtbecher wie dir nicht sagen lassen! Aufs Maul! Den waren wir aber auch bald los, und die restlichen Yachten waren um einiges respektvoller.

Angriff!


Milad und ich ergehen uns in gegenseitigem Stepunterricht, der Rest geht seinem gewohnten Zeitvertreib nach. Lesen, Sonnen, Abhängen.


Wir - die Crew - handeln mit dem Skipper einen Deal aus: Die haben da diese alte abgewetzte Piratenflagge auf dem Mast wehen und eine neue, aber zerrissene Piratenflagge auf Lager. Wenn wir die Neue flicken, bekommen wir die Alte geschenkt. Der Deal wird angenommen und Órin und Milad machen sich ans Nähen. Milad war ohnehin schon die meiste Zeit am Nähen, jetzt ist der Stoff eben nicht mehr geblümt sondern schwarz. Auch die niederländische Flagge, die am Heck so stimmungsvoll den Hintergrund für besonders heroische Poser-Fotos gab, braucht dringend eine Überholung, auch die wird also eingeholt und in die fleißigen Näherhände gelegt.

 

Naehkreis

Nähkreis.


Udo übernimmt immer mehr Aufgaben. Die Leinen hat er in professioneller Manier ohnehin schon die ganze Zeit mit fest- und losgemacht, jetzt kann er auch mal eben am Steuer übernehmen. Im Zuge dessen geraten wir - ob das jetzt die Schuld von Udo oder dem Wind ist, bleibt fraglich - windtechnisch in die falsche Richtung, was wir korrigieren müssen. Nur widerwillig erhebt sich die herumlungernde Crew mit einem vorwurfsvollen "Danke, Udo!" und sorgt dafür, dass die Segel wieder richtig ausgerichtet sind.

Udo

Danke, Udo!


Relativ früh kommen wir in Hoorn an. Ein sehr hübscher Hafen ist das, und wir werden von einer Meute Mini-Flausche-Entenkücken begrüßt, das Entzücken kennt keine Grenzen. Wir füttern sie mit Brotkrümeln, und beobachten hingerissen, wie die Kleinen versuchen, danach zu tauchen. Was ihnen nicht immer gelingt, denn da ist der Babyspeck im Weg, und wenn sie dann vergessen, Schwung zu holen, um unterzutauchen, kommt es schon mal vor, dass die kleinen Watschelfüßchen über Wasser sinnlos herumstrampeln, während das kleine Schnäbelchen eben keine Chance mehr hat, das Brot zu erreichen. Junge Frauen sind übrigens sehr ausdauernd, wenn es darum geht, Entenkücken anzusqueen. Später kommen noch Kücken von Bläßhühnern hinzu, die zwar, so die einhellige Meinung, hässlich sind, aber dennoch recht niedlich. Auch wenn sie irgendwann mit ihrem Gefiepe genervt haben.

Kuecken1

Kuecken2


Ein Teil der Crew macht sich auf in die Stadt, um zu fotografieren, zu shoppen oder sich einfach nur umzusehen. Hoppi kauft einen Flicken in Herzform, damit die Hose des Bootsmannes geflickt werden kann. Das Flicken übernimmt dann erneut Milad.
Forumsuser hinterlassen die meisten Orte aufgeräumter, sauberer und reparierter als sie sie aufgefunden haben. Is Tatsache.

Entspannt genießen wir die Sonne und die Aussicht auf den hübschen Hafen. Gegenüber ist eine ehemalige Haftanstalt (?). Fasziniert beobachte ich einen der entspanntesten Autofahrer, die ich wohl je gesehen habe: Er will auf das Gelände fahren und muss dafür ein Gatter öffnen. Er fährt durch das geöffnete Gatter durch und steigt dann aus, während sein Wagen im Schritttempo weiterfährt, auf dem Schotterweg, der zwei Meter neben dem Ufer verläuft. Der Fahrer trottet also gemächlich zum Gatter, schließt gründlich ab, trottet dann zurück zu seinem schon ein gutes Stück weitergefahrenen Auto, und steigt dann ohne jede Eile wieder ein. Ich bin begeistert.

10.08.2008 um 17:52 Uhr

Segeltörn 2008 - Im Hafen von Volendam

von: Centaurea   Kategorie: Forumssegeltörn 2008

Dienstag, 24. Juni 2008 (3/3)

Graureiher begrüßen uns, als wir in Volendam anlegen. Zwischen uns und Volendam liegen diverse Jogurtbecher, und wir fahren sicherheitshalber die Kanonen raus. Bereit sein ist alles. (Ich frage mich gerade, warum wir die Kanonen in Urk nicht draußen hatten. Wahrscheinlich, um nicht unnötigzu provozieren. Im Zweifelsfall wären wir ganz schnell gefechtsbereit gewesen, jawohl!) Nach dem Essen gibt es einen kurzen Stadtrundgang. Aber wirklich nur kurz, denn die Stadt der Ort ist nicht besonders groß. Und nicht schön genug, um mich länger von der Soeverein fern zu halten. Fox und Sabine machen wieder Poser-Fotos auf der Soeverein, und Fox legt sich nun so richtig ins Zeug. Hätte er ein freischwingendes Seil gefunden, hätte er da bestimmt noch eine Tarzan-Nummer abgezogen. Nicht, dass das nicht auch gut ausgesehen hätte.



Sabine und Fox

Sabine und Fox am Bug. Von oben sah es gar nicht so hoch aus...


Es gibt an diesem Abend ausnahmsweise mal kein Europameisterschaftsspiel. Diese haben viele Abende die Hälfte der Besatzung im Aufenthaltsraum verschwinden und den Beamer anbeten lassen. Der Rest hat währenddessen an Deck gefeiert und von den ab und an zur Raucherpause erscheinenden Fußballfans erfahren, welche Mannschaften beispielsweise überhaupt grad spielten und wie es stand.
Jedenfalls ist an diesem Abend nicht besonders viel los, und die Hälfte der Besatzung scheint sich eine geheimnisvolle Schlafkrankheit zugezogen zu haben und hat schon bis 22:00 das Deck verlassen. Ich nicht, denn ich habe ja den ganzen Tag über gedöst. Selbst der Bootsmann, der sonst immer bis zum Schluss mit ausgehalten hat, ist schon früh mit einem "Slaap lekker!" ins Bett gegangen. Ich beschließe, den Kummer über diesen schweren Schicksalsschlag in Alkohol zu ertränken. An der Bar sehe ich einen großen Kanister Rotwein stehen und schenke mir ein volles (Limo-)Glas ein. Erst dann koste ich, was eindeutig die falsche Reihenfolge ist. Denn das Zeug scheint eher dafür gedacht zu sein, es mit Salz, Zucker und Öl über den Salat zu kippen, statt dazu zu trinken. Ich schüttle mich herzlich und überlege, wie ich den Essig doch noch runterkriege. Im Kühlschrank steht eine Flasche süßesten Beerenlikörs und ich fülle das Glas damit gut auf. Noch ein bisschen Rohrzucker dazu und das Gesöff ist fast trinkbar. Als das leer ist, taucht Órin auf, die bis dahin wohl unter Deck gewesen ist, und sich nun meinem edlen Vorhaben aus den gleichen Gründen anschließt. Zusammen leeren wir eine Flasche Met. Ein harter Kern ist noch um uns versammelt und wir haben Spaß. Órin beschließt, Cocktails zu machen, was ich für eine großartige Idee halte. Nach meinen Wünschen gefragt, antworte ich: "Kein Eis, das verdünnt nur unnötig!"
Hätt' ich mal die Klappe gehalten. Das Gebräu, das sie mir gibt, schmeckt ausgezeichnet. Sie hat sogar einen Smoothie mit reingemixt. Nach zwei Schluck bin ich blau.

Centi: "Sagt mal, schaukelt das Schiff wirklich mehr als sonst oder bin ich das?"
Alca: "Schiff? Wir sind doch auf Radtour in Skandinavien!"

 

 

Fox am Zapfhahn

Fox am Zapfhahn auf dem Champagnerdeck. Wenn auch kein Fass angeschlossen war...

Órin und ich haben Spaß. Wir lachen über jeden dummen Witz und wir lachen über das Schwanken des Schiffes. Eigentlich, stellen wir dann fest, lachen wir über alles. Nach dieser Erkenntnis lachen wir darüber, dass wir über alles lachen.
In diese Heiterkeit platzt der Feueralarm.
Órin und ich halten kurz inne und prusten dann kichernd los. Kihi, Feueralarm.
Oivey.
Nun ja, aber unser Urteilsvermögen ist noch anwesend. Wir stellen beispielsweise fest, dass das Schiff nicht lichterloh brennt. Und wir erinnern uns, dass vor jeder Kabine an der Decke ein Lämpchen befestigt ist, das Auskunft darüber gibt, in welcher Kabine der Alarm ausgelöst worden ist. Ich begebe mich also mit nüchterneren Menschen unter Deck und schaue nach, ob der Alarm von einer der Kabinen ausgelöst worden ist. Fehlanzeige, immerhin. Der Skipper ist inzwischen hinzugekommen, nimmt unsere hilfreiche Information, dass bei den Kabinen alles in Ordnung ist, und hat schon mal den Maschinenraum in Verdacht.

 

Volendam abends

Am Abend in Volendam.

 

Dieweilen ist Nimiel in unserer Kabine vom Alarm geweckt worden und setzt sich vor Schreck auf. Was eine sehr schlechte Idee ist, wenn das Bett, das sehr niedrig über dem eigenen Kopfende angebracht ist, eine böse eckige Kante hat. Ich glaub, sie hat sich eine ziemliche Beule geholt. Sie erzählt uns dann später, dass sie in dem Moment unser Gelächter von draußen gehört und beschlossen hat, es könne ja so schlimm nicht sein, und deswegen könne sie ja liegen bleiben. Welch unvorsichtige Fehleinschätzung. Ich denke, Órin und ich hätten uns auch gepflegt weggeschmissen, wenn die Segel gebrannt hätten.

 

Soeverein mit Maria


Der Skipper hat jedenfalls kurz darauf den Alarm abgestellt und bestätigt einen halbwegs irrelevanten Defekt im Maschinenraum, raucht bei der Gelegenheit noch eine und geht dann wieder ins Bett. Órin und ich lachen.
Weitere Gefährten verabschieden sich ins Bett und endlich geht auch Órin schwankend nach unten. Ich habe nach über einer Stunde immer noch einiges von ihrem Giftcocktail im Glas und bleibe so mit Gurthang als harter Rest noch eine Weile an Deck, ehe ich das endlich leere Glas zur Bar bringe und mich in mein schwankendes Bett krieche.

 

06.08.2008 um 21:10 Uhr

Segeltörn 2008 - Von Urk nach Volendam

von: Centaurea   Kategorie: Forumssegeltörn 2008

Dienstag, 24. Juni 2008 (2/3)

Kreatives, einfach völlig entspanntes Abhängen. So lässt es sich leben. Blauer Himmel, plätschernde Wellen, geblähte Segel, gute Gesellschaft, beruhigendes Schaukeln. Großartig! Ab und an steht irgendwer auf und holt sich einen Kaffee oder Vla, oder man wechselt von den Bänken an den Bug. Oder auf die Tische. Oder aufs Champagnerdeck. Und dort hängt man dann weiter rum. Bei Wind und Sonne und Plätschern und Schwanken.

 

Panorama

 

Wer Klamotte dabei hat, ist inzwischen gewandet und posiert. Das bedingt sich einfach, völlig unwillkürlich. Auch einfach nur an der Reeling stehen hat dann einfach Stil, so isses.
Niniel und Fox haben sich ebenfalls in Klamotte geworfen und posieren jetzt besonders professionell. Da kann man als Normalsterblicher einfach nicht mithalten, daher lehnen wir uns zurück, genießen und fotografieren:

 

Fox und Niniel


Und in Klamotte werden die Segel eingeholt, denn wir passieren die Schleuse von Lelystad, und das geht mit Motorkraft deutlich besser. Außerdem wird extra für uns eine Brücke hochgeklappt, das ist schon ziemlich cool - soll aber noch überboten werden, bei weitem.


Fox



Denn nach der Schleuse sollen die Segel ja doch wieder runter. Bisher haben wir das Segel für Segel gemacht, und bei jedem Segel Meter für Meter. Das dauerte eine Weile und war nur mäßig beeindruckend. Jetzt, in Sichtweite von Hafenpersonal, diverser Touristen am Hafen von Lelystad, der dort nachgebauten Arche Noah und der völlig überbewerteten Batavia - immerhin hat die Soeverein nicht nur deutlich mehr Toiletten, sondern auch einen Beamer! - machen wir das anders, größer.

 

Hoppi-Niniel

Mit der wehenden Flagge posiert es sich noch mal so gut.


Ich zitiere Órin, die das Ganze liebevoll die Sackaufblasaktion nennt:
"Liebelein lotste uns in seiner anbetungswürdig autoritären Art an 2 Masten nebst Schoten und ließ uns unmittelbar nachdem die Schleusenbrücke geöffnet wurde 6 Segel gleichzeitg setzen. Fast jeder von uns hatte 3-4 Seile gleichzeitg zu bedienen." Ja, so war das.
Leider gibt es davon weder Bilder noch Videos, denn es mussten halt einfach alle anpacken. Damit hatten wir dann, erzählte uns der Bootsmann, die Zeit der Bundeswehrsoldaten, die diese Aktion vor uns auch schon mal gebracht haben (Aber nicht an einer derart coolen Stelle. Und in weniger coolen Klamotten. Wirke ich irgendwie besonders von uns eingenommen?), unterboten: 48 Sekunden statt einer Minute. Anschließend haben wir direkt die Kanonen wieder rausgefahren und auf der Höhe der Batavia abgefeuert.
Es gibt kein Harrrrr!, das groß genug wäre, das Harrrrr-Feeling dieses Moments auszudrücken. *aufdenBodenrotz* DEI MUDDA!

 

Hoppi - Entern

DEI MUDDA!


Der Skipper erzählte später stolz, dass der Hafenmeister ihn danach angerufen hätte, um zu erzählen, wie geil das ausgesehen hat.
Nachdem wir eine Weile über Bord gerotzt, uns im Schritt gekratzt und auf die Brust geschlagen haben und außerdem heiser vom herum-Harrrr!-en sind, gehen wir wieder zum kreativen Abhängen über. Diesmal deutlich grooviger.

 

abhaengen!

Ich mache es mir zunächst auf der großen Kiste ("...dead man's chest - yohoho and a bottle of Rum...") bequem, jedenfalls bis da das große vordere Segel (Dafür gibt es einen unglaublich tollen seemännischen Begriff. Den ich nicht kenne und zu faul nachzuschlagen bin.) die Sonne nimmt. Als ich den Bootsmann bitte, doch das Ding wieder einholen zu lassen, weil ich mich sonnen will, schüttelt der verständnislos den Kopf und geht einfach. Wasn?! Nachdem auch Nimiel mein Anliegen nicht nachvollziehen kann, verlasse ich empört die schattige Kiste. Auch die Besatzung des sonst so sonnigen Champagnerdecks ist Opfer der Schatten bringenden Segel geworden und verzieht sich mehrheitlich auf die Treppe, wo noch die Sonne scheint. Ich gehe auf das Sonnendeck vorn am Bug und mach es mir zwischen den aufgerollt herumliegenden Seilen bequem. Schaukelndes Schiff, plätschernde Wellen (Man kann das alles nicht oft genug erwähnen.), Wind und Sonne. Ultimative Entspannung.



Sonnentreppe

Sonnenanbeter in Not.

 

Zwischen den Kanonen und Bänken hat der Bootsmann in der Zwischenzeit einen Knotenworkshop ins Leben gerufen und die günstige Gelegenheit ergriffen, die Mädels zu fesseln. Hat man mir erzählt, ich hab ja selig vor mich hingedöst.

Die Zeit vergeht wie im Flug und schon bald holen wir die Segel wieder ein, um in Volendam anzulegen.

30.07.2008 um 21:58 Uhr

Segeltörn 2008 - Von Urk nach Volendam

von: Centaurea   Kategorie: Forumssegeltörn 2008

Dienstag, 24. Juni 2008 (1/3)

Als ich am nächsten Morgen den Aufenthaltsraum betrete, steht da ein mir fremder Mann herum. Ich verkneife mir mein "MORGEN IHR LUSCHEN!" und grüße stattdessen auf die leise und nette Tour. Der Mann schaut ernst und eine Spur indigniert drein und schweigt. Na schön, er spricht vermutlich meine Sprache nicht, aber erstens ist er hier auf meinem unserem Boot Schiff, und zweitens ist es quasi noch mitten in der Nacht. Ich frage mich kurz, warum man ihn nicht schon längst von Bord geschmissen hat, als mir seine Uniform auffällt. Ah, so ein Hafenaufsichtsdingsbumsmensch. Will den Skipper sprechen, erzählt man mir, und irgendwer würde schon irgendwen Verantwortlichen holen.
Ich drücke mich also freundlich und möglichst unauffällig an dem Urker vorbei, mach mir was zum Frühstück und gehe damit an Deck, wo andere das gleiche tun. Außer Metatron, der frühstückt nur Nikotin und Koffein. Neben uns auf der Promenade ziehen in malerischer Weise Urker vorbei und glotzen blöd. Wir glotzen zurück. Bin froh, dass ich was esse, sonst müsste ich jetzt wieder "My father was my uncle" singen. Irgendwer hat Postkarten von Urk gekauft. Da gab es so auf historisch getrimmte, wo eine dreiköpfige Familie in... rustikalen Trachten drauf zu sehen war. Und wir konnten es nicht in Worte fassen, aber irgendwie sahen die... komisch aus. Besonders die Frau. Irgendwie... bäuerlicher als normale Bäuerinnen. Irgendwie... männlicher... so im Gesicht. Genau genommen hatte sie das Gesicht von Christian Tramitz. Hm...

 

Champagnerdeck

Die Champagnerdeck-Sonnenanbeterfraktion: Sabina, Fox, Lixa und Beri. Niniel fehlt unentschuldigt.


Skeptisch beobachten wir, wie der Bootsmann, der inzwischen geweckt worden ist, mit dem Hafenmenschen in dem Gebäude gegenüber verschwindet. Wenn der in zwanzig Minuten nicht wieder draußen ist, bilden wir ein Sonderkommando und holen ihn da raus. Wir haben schließlich Säbel, Küchenmesser und Regenschirme. Und Foxens Kaffee. Wenn man zu dem "Fass!" sagt, kriegt der bestimmt Beine. Meine Herren, für das Zeug brauchte man auch einen Waffenschein. Ich dachte ja, Stinakaffee wäre nicht mehr steigerungsfähig, ich hatte mich geirrt. Ich sach' mal: In Kombination mit ner gescheiten Feder hätte man den gut als Eisengallustinte verkaufen können.
Aber ich schweife ab. (Was wohl eher dienlich ist, weil ich die Fotos gesichtet habe, die ich gern in diesem Eintrag unterbringen möchte. Und so ein gewisses Verhältnis von Bild und Text möchte man als engagierter Blogger ja doch einhalten.)

 

Milad

Milad in Klamotte am Bug.


Tatsächlich gibt die Hafenaufsicht Liebelein irgendwann wieder frei, und ich weiß bis heute nicht, was sie überhaupt von ihm wollten. Vielleicht fanden sie ja unser Boot Schiff zu dreckig, denn kurz darauf drückt er Nimiel und mir einen Schrubber in die Hand und zu dritt machen wir uns daran, von der Promenade aus den Schiffsrumpf zu putzen. Die Soeverein soll noch mehr strahlen.
Danach wird das Schiff mit der tatkräftigen Unterstützung von Udo losgemacht und der Motor wird gestartet. Worüber wir ganz froh sind. Denn so liebenswert schrullig zumindest mir dieser Ort erschienen ist - ein bisschen suspekt sah der Trupp von einem knappen Dutzend Urkern, der sich in der Nähe formiert hatte, schon aus. Órin freut sich ja über den vermeintlichen Mob, aber ich habe schon in der sechsten Klasse von Daniel Defoe gelernt, dass man sich mit Eingeborenen nicht anlegen sollte.

 

Schrubben

Aktion "Unser Schiff soll schöner werden"


Kaum sind wir aus dem Hafen raus, werden wieder Segel gesetzt. Also Schoten anziehen und rote, blaue und weiße Seile nachlassen. Welche Schoten? Órin denkt an Chili, ich an Erbsen. Es ist ja ein Jammer, aber wir haben's noch nicht ganz gerafft, wann wir welche Seile anziehen müssen und welche nachlassen. Da Liebelein aber irgendwie davon auszugehen scheint, dass wir das wüssten, werden seine Gesten dahingehend leider immer knapper. Letztendlich stellen wir uns mit einer Mischung aus Intuition und Lotteriespiel an eines der Seile und liegen immerhin in den meisten Fällen noch richtig.



Segel gesetzt

Bald darauf segeln wir und können uns so dem herrlich entspannenden Alltag widmen, in dem sich bereits eine gewisse Rollenverteilung herauskristallisiert hat: Sabina, Fox, Lixa, Niniel und Beri liegen beim Zapfhahn neben dem Champagnerdeck. Dort ist die meiste Sonne und die größte Ruhe, Liebelein kommt öfter vorbei, man hat einen guten Überblick über Schiff und Umgebung und die Liegestühle sind einfach bequem. Treofan und Aki fotografieren, Gurthang liest, Milad näht, der Rest betreibt intensives und kreatives Rumhängen. WüRa hat an diesem Tag die Nase von ihrem Mittelaltermarkthemd voll und säbelt die Ärmel ab. Das Ergebnis ist ziemlich cool. Treofan und Eesti stülpen sich die Ärmel über den Kopf. Warum werde ich wohl nie erfahren.

WueRa

Beri schert manchmal aus der Sonnenfraktion aus, steckt sich die Stöpsel ihres MP3-Players ins Ohr und macht dann allein Party.

Beri

 

Und so nach und nach begibt man sich wieder in die Klamotte.

24.07.2008 um 22:25 Uhr

Segeltörn 2008 - Urk - My father was my uncle, my uncle was my father...

von: Centaurea   Kategorie: Forumssegeltörn 2008

Montag, 23. Juni 2008 (3/3)

 

Hafen von Urk

Im Hafen von Urk, die Soeverein von hinten.


Milad ist wieder nach klettern zumute, also lassen wir den Bootsmann noch einmal die Gurte holen, denn diesmal soll es rauf ins Krähennest gehen, und in diese Höhe möchte man wirklich nicht ungesichert klettern. Allerdings lässt er uns da nicht gemeinsam hoch. Denn, so sein Argument, sollte irgendwas passieren, braucht er ja auch einen Gurt, um uns zu retten, und es gibt an Bord nur zwei. Das leuchtet uns ein.
Dennoch beschließen wir, es nicht darauf anzulegen, von ihm gerettet zu werden, auch wenn das sicher seinen Reiz gehabt hätte. Ich lasse Milad den Vortritt und beobachte sie eine Weile, dann macht sie es sich auf der Plattform gemütlich, während ich unten ein wenig herumschlendere. Als sie wieder herunterkommt, lege ich den Gurt an, soll ihn allerdings noch mal vom Bootsmann überprüfen lassen, ehe ich mich nach oben begebe. Das wiederum dauert eine Weile, denn in der Zwischenzeit hat der begonnen, sich von Nimiel massieren zu lassen, und ich will die beiden wahrlich nicht stören. Heh.

 

Bram wird massiert

Massagesalon Nimiel


Hinterher hab ich mir erzählen lassen, dass einer der lurkenden Urker gefragt hat, wieviel sowas denn kosten würde, woraufhin Liebelein den fiktiven Preis von 70 Euro genannt hat, den der Urker prompt bezahlt hätte, hätte Nimiel nicht empört abgewinkt.
("My father was my uncle...")

Urk - Wellen



Der Weg nach oben zum Krähennest wurde zu dem Zeitpunkt schwer, als das Netz etwa einen Meter unter der Plattform aufhörte. Dann musste man sich durch die Metallverstrebungen zwängen, auf den schrägen und rutschigen Dingern dann irgendwie genügend Halt finden, um sich aufzurichten und oben nach etwas zu greifen, woran man sich hochziehen konnte. Ich muss gestehen, dass meine Arme zu diesem Zeitpunkt gezittert haben, denn es war wirklich beeindruckend hoch, und auch wenn ich gesichert war, hatte ich doch wenig Ambitionen zu testen, wie es sich anfühlt, in dieser Höhe nach einem anderthalben Meter freiem Fall am Sicherheitsgurt etwa zwölf Meter (?) über dem Deck zu baumeln. Oben war es dann jedoch wirklich schön, wenn auch etwas zugig. Man hatte einen herrlichen Überblick über die Strandpromenade und die Dachterrasse des Restaurants gegenüber. Höher zu klettern habe ich mir allerdings doch verkniffen und auch so hatte ich wenig Ruhe, denn ich hatte schon Bammel vor dem Weg nach unten. Hätte ich gewusst, dass der sehr viel einfacher sein würde als der Aufstieg, wäre ich vielleicht doch noch länger oben geblieben, und hätte einen der schönsten und meistfotografierten Sonnenuntergänge des Törns aus dieser Höhe betrachtet.

 

Centi auf Mast


Wenn ich mich recht entsinne, war es der Mehrheit von uns dann auch zu kalt, um uns wieder in die Schlampenklamotten zu werfen, und so blieben wir in Zivil und ließen uns von Foxens Cocktails und Akis Baileys durchwärmen. Obwohl uns eigentlich die Urker Reaktion auf uns interessiert hätte. Einzig Niniel (= Melanie, nicht zu verwechseln mit Nimiel) legte die Klamotte an, aber sie sah man ohnehin selten in etwas anderem als ihren manigfaltigen und recht authentisch wirkenden stylischen Gewandungsdingen. In diesem Aufzug machte dann Fox von ihr Schlampenbilder unter einer Laterne vor dem Sonnenuntergang. Ich hab die Bilder leider noch nicht gesehen, aber das Making Of war schon mal großartig.

Cocktails

Cocktails für alle!
Man beachte auch das Restaurant gegenüber, das an diesem Abend direkte Aussicht auf unser Deck hatte.

Irgendwann geht man dann an solch gemütlichen Abenden die Lieder durch, die man so kennt, und Órin und Eesti kommen auf "Laudate omnis gentis", in dem ich freilich "Laudate omnis Centis" zu verstehen meine, woraufhin man mir ein solches huldvolles, wenn auch grammatisch falsches, Ständchen bringt. Harrr, ich gründe eine Religion!
Gegen Mitternacht wird dann noch Sabines Geburtstag gefeiert, ehe man erst wegen der Kälte von draußen nach drinnen und dann wegen der fortgeschrittenen Stunde in die Kabinen wechselt.

 

Sonnenuntergang


Ich konnte mich nicht für eins der beiden Fotos entscheiden...

 

Sonnenuntergang in Urk

 

24.07.2008 um 21:47 Uhr

Segeltörn 2008 - Urk - Wo Mama und Papa noch Bruder und Schwester sind.

von: Centaurea   Kategorie: Forumssegeltörn 2008

Montag, 23. Juni 2008 (2/3)

Kurz vor dem Hafen werden in bewährter Manier die Segel eingeholt und Milad und ich schauen uns die Arbeit aus sicherer Entfernung an. Der Motor wird gestartet und Liebelein weist uns an, von der Plattform zu kommen, weil wir bald anlegen. Wir lieben den Bootsmann, wenn er autoritär ist. Fröhlich

Unser Anlegeplatz befindet sich direkt an der Promenade von Urk, quasi der Vlaniermeile (sic.), wo abends anscheinend ganz Urk mit Fahrrad, Auto, Mofa oder zu Fuß vorbeizieht und uns begafft. Enormen Gaff-Faktor hatte auch das Restaurant gleich gegenüber. So gern wir verdrängen, dass es vor uns schon Menschen auf der Soeverein gegeben hat (wie wir auch verdrängen, dass es nach uns welche gibt), so sind wir doch ziemlich sicher, dass wir nicht die ersten Nicht-Urker sind, die diese Menschen, diese wunderbare große Familie (*grins*), zu Gesicht bekommen, und doch fühlen wir uns so begafft, als wäre das so.

Im Hafen von Urk

Im Hafen von Urk, zwischen Promenade und Wasser.


Doch nicht nur von den menschlichen Bewohnern der ehemaligen Insel werden wir begafft, auch die Spatzen finden uns wahnsinnig interessant. Wir sind leicht zu begeistern, und so squeen Hoppi und ich die niedlichen Federkügelchen an:

Wir: "Das Bauchi!" "Und so flauschig!" "Und die X-Beine!"
Órin: "Ihr redet grad hoffentlich nicht von einem Teilnehmer, oder?!"


Die waren aber auch niedlich, wie sie immer näher hüpften, auf den glatten Tischen dann schnell ins Rutschen kamen und dann mit den Flügelchen flatterten, um nicht vom Tisch zu fallen.

 

Spatzen füttern

 

Hoppi beim Füttern der Spatzen.

Skipper und Bootsmann verlassen uns für eine Weile, um Dinge mit der Hafenaufsicht zu klären. Welche auch immer das sein mochten. Nach dem, was sie uns über den Ort erzählt haben... Das war ohnehin nicht ganz produktiv gewesen. Hätten sie uns nicht gesagt, dass das hier mal eine Insel gewesen war und dass hier dementsprechend alle gleich aussehen, hätten wir das vielleicht nie bemerkt. So waren die Anzeichen natürlich offensichtlich, und immer, wenn irgendwie seltsam aussehende Urker an unserem Schiff vorbeischlenderten, hatte ich dieses dumme Lied im Kopf: "My father was my uncle, my uncle was my father..."
Das ist ne Weile ganz witzig. Jedenfalls so lange, wie man bedenkt, dass diese Leute vielleicht auch Englisch sprechen, und womöglich verstehen, was man da unwillkürlich vor sich hin singt, wenn man sie sieht. Naja, ich nehm mal an, ich war leise genug.

Irgendwann waren Schätzeken (Den Namen des Skippers konnten wir uns auch nicht von Anfang an merken.) und Liebelein aber wieder zurück, und letzterer zeigte dann unseren Biertrinkern, wo sie ihre Vorräte auffüllen konnten. Das 50-Liter-Fass, das eigentlich hätte für die ganze Reise reichen sollen, war zu diesem Zeitpunkt nämlich schon leer. Bei wie vielen Biertrinkern? Sechs? Respekt!
Womöglich rührte das von der interessanten Sitte der Anlegebierchen her. Stößchen!


Bier erlegt!

Liebelein, Metatron und Gurthang haben Bier erlegt!


Nach ihrer Rückkehr gehen wir jedenfalls dazu über, die Spatzen zu füttern, in dem Versuch, sie aus der Hand fressen zu lassen. Kartoffelchips. Und Liebelein und Hoppi ist das sogar gelungen, wenn ich mich recht entsinne.

23.07.2008 um 22:49 Uhr

Segeltörn 2008 - von Medemblik nach Urk

von: Centaurea   Kategorie: Forumssegeltörn 2008

Montag, 23. Juni 2008 (1/3)

Tag drei auf dem schönsten Schiff der Welt. Wir frühstücken so gegen neun wie immer. Die meisten sind zu dem Zeitpunkt da, andere tröpfeln dann später ein, spätestens wenn wir ablegen. Denn auf offener See sollte sich keiner von uns unter Deck aufhalten - sollten wir entgegen allen Wahrscheinlichkeiten nämlich doch sinken, wird es dort unten gefährlich. Aber an Deck war es ja auch eh schöner. Der Strom ist an diesem Morgen ausgefallen. Das sollte an Bord noch öfter passieren, denn der Generator macht's wohl nicht mehr lange. Meistens dauern diese Ausfälle nur ein paar Minuten, bis jemand Skipper oder Bootsmann (Liiiebelein!) Bescheid sagt, aber an diesem Morgen war halt außer uns niemand wach, und so haben wir den Kühlschrank eben mit Hilfe von sehr stylischen Kerzenständern geleert.

 

Medemblik


Wenn ich mich recht entsinne, und den Tag nicht verwechsle, hatte Órin an diesem Morgen die grandiose Idee (*hüstel*), die Forumscrew mit dem allseits beliebten Happy-Morning-Song zu wecken. Groß genug waren unsere Lautsprecherboxen ja. (Vorsicht, Ohrwurmgefahr!)

 

 

Aki - Mast

Aki tut alles für ein gutes Foto. Auch in schwindelerregende Höhen klettern.


An diesem Tag ist es schon merklich kühler, als wir ablegen, deswegen lassen die meisten ihre Gewandungen im Zimmer. Ich muss an dieser Stelle mal anmerken, dass es schon ziemlich praktisch ist, das Zimmer immer dabei zu haben, wenn man herumreist. Ich hatte beispielsweise zwei prall gefüllte Taschen dabei, eine für größtenteils Arbeitsklamotten und eine für Gewandungsteile, und ich hab mich tagsüber öfters umgezogen und kaum etwas unbenutzt zurückgenommen. (Und das waren dann mehrheitlich die praktischen Dinge; Man kann nämlich auch in "Gewandung" arbeiten, nech?) Wir waren auch froh, dass die Dreierkabinen nur mit höchstens zwei Leuten besetzt waren, denn ohne das freie Bett hätten wir beim besten Willen nicht gewusst, wohin wir die Taschen packen sollten, es war in diesen gemütlichen Zimmerchen nämlich überhaupt kein Platz dafür. (Aber 18 Toiletten!)

 

vom Mast aus


Weil's jedenfalls etwas frischer ist, verbringen dann die meisten Forumscrewler die meiste Zeit drinnen im Aufenthaltsraum. Milad näht weiter an ihrem Kleid, ohne Sonnenbrille diesmal, Aki liest Pratchett oder schaut sich Bilder auf seiner Kamera an, Gurthang liest Schiffs-Romane, Eesti macht irgendwas Hausaufgabenähnliches, Metatron wurde beim Rauchen in einer beeindruckend orangenen THW-Jacke gesehen und Fox klettert auf den Mast hoch. Immer mal wieder geht man übers Deck, schaut gen Horizont, begutachtet andere Schiffe, geht zum Bug, aufs Champagnerdeck und zu den Kanonen.

Ich habe den Tag trotz Kälte draußen verbracht und jemanden gesucht und in Nimiel gefunden, dem ich noch ein paar Tanzschritte beibringen konnte - ich bin so eine Tyrannin. Im Anschluss daran hat dann Milad jemanden gesucht und in mir gefunden, mit dem sie sich bei voller Fahrt auf die Plattform vorn am Bug setzen kann, freilich mit einem Sicherheitsgurt versehen. Dick eingepackt sitzen wir also dort vorn und schauen voraus aufs Meer, lassen uns den Wind um die Nase wehen und finden's nur toll. Hin und wieder wetten wir, dass wir eines der kleineren Schiffe rammen werden, aber sie drehen doch noch rechtzeitig ab. Mich friert ein bisschen, aber ich werde den Teufel tun und diese Plattform verlassen, ehe ich nicht muss! Vergnügt stimmen wir ein herzlich gegröltes "I am sailing" an und lassen die Beine baumeln. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich noch, die Plattform wäre knapp fünf Meter über der Wasseroberfläche und war ganz entspannt. In Wirklichkeit waren das wohl aber etwa 12 Meter, die bei einem eventuellen Fall ziemlich weh getan hätten, aber was man nicht weiß...

 

Centi und Milad am Bug


Ursprünglich wollten wir an diesem Tag wohl nach Texel. Für mich sind Namen ja Schall und Rauch, und so war mir das egal. Ich hab mir nur hinterher erzählen lassen, dass man wohl umdisponiert hat...

Skipper:"Texel ist jetzt blöd. Denn da ist eine Flotte *zeig* und dort auch *zeigzeig* und wenn wir dorthin fahren *zeigzeigzeig*..."
Órin "Können wir sie von da angreifen?"
Skipper: *grins*

 

rauben, plündern, brandschatzen

Falathar, Treofan, der Skipper und Órin planen.

Deswegen, und weil der Wind grad günstig war (Ist das nicht toll? Weil der Wind uns gerade in diese Richtung geweht hat!) hat man sich letztendlich für Urk entschieden.

"Der Wind hat gedreht. Wir könnten da nach Urk fahren. Da waren wir lange nicht. Mit Schulklassen fahren wir dort nicht mehr hin. Alles sehr gläubig. 21 Kirchen. Man sieht, dass es mal eine Insel war - sehen alle gleich aus. Aber sind reich. Millionäre. Denen gehört die größte Fischfangflotte der Welt. Und vor 2 Jahren haben die mal nen Türken, der es wagte, mit einer Einheimischen anzubändeln, mit 300 Mann aus dem Dorf getrieben..."
Reaktion des Forums "EIN MOB! Wir wollen auch einen Mob!" "Yeha - Rauben, Plündern, Brandschatzen!"
Skiper: :smirk:

[Zitiert nach Órin]


So segeln wir also gen Urk und folgen dem alten Ruf "Urk - come to where the Inzucht is."

 

[Ich nutze die Gelegenheit und erwähne, dass die Bilder nicht alle von mir sind, sondern größtenteils von Akildare, Wüstenratte, Nimiel und Treofan stammen.]

21.07.2008 um 20:35 Uhr

Segeltörn 2008 - von Enkuizen nach Medemblik

von: Centaurea   Kategorie: Forumssegeltörn 2008

Sonntag, 22. Juni 2008 (1/1)

Ich weiß wirklich nicht mehr, wohin wir am zweiten Tag segeln wollten. Tatsächlich hab ich mich während des Törns keinen Deut darum geschert, wie der jeweilige Hafen hieß, oft genug wusste ich es auch überhaupt nicht. (Urk ist eine Ausnahme, aber dazu kommen wir ja später.) Und ein (B)Log-Buch hab ich diesmal ja auch nicht geführt. Deswegen bin ich gerade recht froh, dass meine Mitsegler ihre Fotos größtenteils nach Tagen sortiert haben, denn auf diese Weise hab ich ein paar Anhaltspunkte, was an welchem Tag passiert ist und wo zum Geier wir denn überhaupt waren.

 

Segeln


Am zweiten Tag jedenfalls segelten wir letztendlich von Enkhuizen nach Medemblik. Ob wir das so vorgehabt hatten oder ob uns der Wind dann in diese Richtung geweht hat, weiß ich nicht mehr. Für das Frühstück entschieden wir, ein kleines Buffet im Aufenthaltsraum aufzubauen, Geschirr und Besteck aber in der Küche zu lassen. Ein ausgewogenes Verhältnis von Service und Selbstbedienung, wie das so im Allgemeinen an Bord üblich wurde. Das Frühstück selbst war recht reichhaltig und bestand aus Dingen wir Müsli, Cornflakes und Toastbrot mit Erdnussbutter, Nutella und Banane. Jedenfalls für mich; Andere streuten sich diese Schokostreusel aufs Toastbrot, auf deren Geschmack ich für meinen Teil nicht sonderlich gekommen bin.

 

Waschmaschine

Dies ist keine Waschmaschine, sondern das Bullauge in Nimiels und meinem Zimmer.


Kurz nach dem Frühstück wurde dann wieder der Motor angeworfen und wir legten ab, fuhren ein Stück aufs Meer hinaus und setzten dann die Segel. An diesem Tag schon ein bisschen weniger holprig als am Vortag und diesmal auch mit mehr Erfolg, denn der Wind war an diesem Tag wirklich beeindruckend. Beeindruckend schon für uns. Für die kleineren Yachten, vom Bootsmann liebevoll Jogurtbecher genannt, aber auch nicht ganz ohne. Irgendwo mitten auf dem Meer trieb beispielsweise so ein Bötchen, das Mastbruch erlitten hatte.

Windig!

Windig!


Es war dennoch recht viel los auf dem Meer, vermutlich wollten alle den Sonntag, das gute Wetter und den Wind ausnutzen, hätten aber zu einem Großteil besser zuhause bleiben sollen. Eines dieser Pornoboote kreuzte denn auch recht gefährlich unseren Weg, sein Mast hätte uns beinahe erwischt. (Sah zumindest für mich so aus.) Reaktion des Flachwasserseglers war dann, die schöne Soeverein zu beschimpfen, weil wir nicht ausgewichen sind. (WTF!) Der Möchtegernkapitän hat uns mit einem "Wir sehen uns im Hafen" gedroht und eine ich-schneid-dir-die-Kehle-durch-Bewegung gemacht. Als wären wir davon beeindruckt gewesen. Immerhin hatten wir achzehn Toiletten und einen Beamer! Und Attrappen-Kanonen und nicht zu vergessen die Piratenflagge. Wir hatten dann schon geplant, uns im Hafen piratenmäßig auszustaffieren und die Entermesser und Pistolen bereitzuhalten, aber der Depp kreuzte dann natürlich nicht mehr auf. Vielleicht ist er ja letztendlich doch gekentert, was ziemlich ungünstig für die Besatzung gewesen wäre, denn keiner von ihnen hat bei diesem Wind (Windstärke 8 mit 9er Böen) eine Schwimmweste getragen. Darwin lässt grüßen.

Dumpfbacke!

Depp.


Was sonst noch so geschah: Ich habe eine Hummel aus einem Spinnennetz am Bug gerettet, die uns dann den restlichen Tag begleitete, bis wir anlegten. Órin hat obskure Spielsachen ausgepackt und dann hat erst mal die Hälfte der Besatzung versucht, einen Ton aus der Peitsche rauszukriegen. Es ist übrigens keinem so recht gelungen.
Außerdem haben wir uns zum wiederholten Mal den Namen unseres Bootsmannes nicht merken können. Er war nun wirklich nicht kompliziert, aber die Aussprache war seltsam und es mangelte uns wohl an dem geschriebenen Wort, wir haben ihn daher kurzerhand in Liebelein umbenannt. Es sollte sich in Zukunft herausstellen, dass er auf diesen Namen dann auch weitaus besser hörte als auf seinen richtigen. Kähä.

 

An Deck

 

Nach dem Anlegen haben wir dann zur Abwechslung ein bisschen posiert und getanzt, im Gegensatz zu den Tagen, an denen wir getanzt und posiert haben. Nimiel hat mit mir noch mal den Säbeltanz wiederholt, in Ermangelung von tanzgeeigneten Säbeln mit bunten Regenschirmen, was immerhin eine Steigerung zu den Krücken darstellte, mit denen wir das das letzte Mal probiert hatten.
Außerdem hat es an dem Tag unseren Steg verbogen, weil sich das Schiff nach dem Festmachen doch mehr bewegt hat als berechnet. War schon beeindruckend zu sehen, wie es diese metallene Brücke langsam aber unaufhaltsam krummgebogen hat, bis wir sie endlich gerettet haben.

 

Nimiel mit Pistole

Hoppi mit Rum

 

 

 

 

 

 

*posier*

Allgemeines Posieren.

 

 

17.07.2008 um 21:34 Uhr

Segeltörn 2008 - Fahrt nach Enkhuizen

von: Centaurea   Kategorie: Forumssegeltörn 2008

Samstag, 21. Juni 2008 (2/2)

Der Motor wird also gestartet und wir legen ab. Was mich zunächst ein wenig irritiert hat. Denn ja, ich muss an dieser Stelle gestehen, dass ich naiv genug war, mir gar nicht zu überlegen, dass dieses Segelbootschiff einen Motor haben könnte, auch wenn das bei genauer Betrachtung natürlich völlig logisch ist. Eigentlich sogar zwei, denn der Generator, der das Schiff mit luxuriösem Strom versorgt, läuft ja auch immer.

Wir legen also ab und fangen an, uns einzurichten. Ich helfe, ein paar Einkäufe zu verstauen, viel gab es da aber nicht zu tun. Es gibt an Bord dieses Schiffes, wie sich noch herausstellen wird, immer Leute, die vor einem schon da sind und irgendwas helfen. Ich kann so nicht!) Die Lebensmittel sehen nicht nur lecker sondern auch noch gesund aus. Und die Leute, die das Schiff gerade verlassen haben, haben uns Grillreste dagelassen, die wir nun zwischen Tür und Angel auf ein paar Toastbrotscheiben verzehren. Andere essen probeweise schon mal etwas vom Vla. (Ich werde ja immer mit Steinen beworfen, wenn ich es mit "Tetrapackpudding" umschreibe, aber wenn man so will, könnte man es eigentlich schon so nenn.... binjaschonruhig.)

Was uns ein kleein wenig irritiert ist diese eine Schleuse, bei der relativ plötzlich unter der Wasserstraße eine Straße für Autos verläuft.

Schleuse

Ich krieg bei diesem Bild ja immer einen Knoten ins Hirn...


Dann sind wir auf dem Meer und tun eine Weile das, was wir in den nächsten Tagen immer tun, wenn wir auf See sind, nämlich alles und nichts. Genaueres vielleicht in einem späteren Eintrag. Fröhlich

Auf halber Strecke zwischen Lelystad und Enkhuizen bekommen wir vom Bootsmann - Neben dem Skipper der zweite Mann, den wir zum Schiff dazugemietet haben. Wie das wieder klingt. - eine Einweisung dazu, wie man Seile loszumachen und wieder festzumachen hat. Bald darauf wird dann der Motor abgeschaltet und er weist uns an, diese und jene Seile locker zu machen. Dort hinten will er so und so viele, da so und so viele und die dort möchten bitte ziehen und die hier vorn nachlassen. Wir stellen uns alle noch ein wenig linkisch dabei an, es geht ein wenig schleppend, aber bald darauf sind drei Segel gesetzt.


Seile dingsen!

Ich ergattere mir den entspannten Posten beim Nachlassen. Die Ziehenden sind schon weniger gut dran,
denn mangels Taktik hängen sie ziemlich in den Seilen. Wasn Wortwitz.

 

Wir könnten jetzt segeln.
Wenn Wind ginge.

Doch der Wind, den wir uns die ganze Zeit bisher um die Ohren haben wehen lassen, war ganz allein Fahrtwind. Und so liegen wir eine ganze Weile im Wasser, ohne dass sich etwas tut. Was freilich niemanden von uns stört, denn ob das Schiff fährt oder nicht tut der allgemeinen Entspannung und dem Flair keinen Abbruch.
Aber irgendwann wollen wir ja noch ankommen, also weist uns der Bootsmann an, die Segel wieder einzuholen, oder genauer gesagt schickt er wieder so und so viele zu diesen und jenen Seilen, um sie diesmal anzuziehen, während die anderen Seile losgelassen werden und danach bitte alles wieder festmachen. Der Bord-Alltag geht weiter und irgendwann kommen wir in Enkhuizen an. Wir machen einen kleinen Ausflug in das Städtchen und sind ob dessen Niedlichkeit entzückt und ausgesprochen angetan. Lange hält es uns dort allerdings nicht. Wir wollen zurück zum Boot Schiff, um unser Abendessen einzunehmen und uns dann in die Klamotte zu werfen.
Man läutet damit eine unserer Lieblingsbeschäftigungen ein: Das Posieren.

 

Posieren zu viert

 

Allein, zu zweit, zu mehreren, irgendwo an Deck oder auch gern auf der Plattform am Bug.

 

Posieren - Centi und Milad


Ich finde später sogar noch ein paar willige Mittänzerinnen, dann klingt der Abend gemütlich aus.

17.07.2008 um 19:00 Uhr

Segeltörn 2008 - Ankunft im Hafen von Lelystad

von: Centaurea   Kategorie: Forumssegeltörn 2008

Samstag, 21. Juni 2008 (1/2)

Meine erste Ankunft fand nach einer echt kurzen Nacht gegen 6:30 in der Tiefgarage statt, wo ich Bilbo anwies, nach Willich zum allgemeinen Treffpunkt zu fahren. Ich hab ihm den Atlas vor die Scheinwerfer gehalten und ihm erklärt, wo er hinmuss, dann hab ich mich dekorativ hinters Steuer gesetzt und gepennt. Ich wachte auf, als wir von der Autobahn runter waren und bin gleich mal am Treffpunkt vorbeigefahren, weil ich mir das alles größer vorgestellt hatte. Also ein Stück weitergefahren, bis sich die nächste Wendemöglichkeit auftat. Dort kam im Moment meines Einbiegens just Nimiel angelaufen, direkt auf meine Beifahrertür zu. "Jo, nur für dich bin ich hier hingefahren, steig ein!" Fröhlich

Zurück zum Treffpunkt, bekannte User geknuddelt, unbekannte begrüßt und darauf hingewiesen, dass ich mir ihre Namen nicht merken werde. Jedenfalls nicht sofort.
[Ich nehme das als Ankunft und als Anlass, in der Zeitform zu springen.]

Bald ist der Bus da und als letztes kommt Órin an, die einen ganzen Kofferraum voller Lebensmittel mitgebracht hat. Beeindruckender Anblick. User, Lebensmittel und Gepäck werden in den Bus geladen und man macht sich auf den Weg nach Lelystad. Wir sind knapp zwanzig Leute im Bus, es ist also mehr Platz als genug. Beri hat nen Laptop dabei und mein rechter Zeigefinger zuckt. Ich nutze die Zeit aber effektiv, um meine Bluse näherisch zu reparieren, was ich bis dahin nicht geschafft hatte. Erster Eindruck der Niederlande (Ich bin hier nur einmal vor Jahren durchgefahren, als ich mit der Schulklasse auf dem Weg nach London war, im Halbschlaf.) war ausgesprochen positiv. Ich mag die Art, wie sie ihre Häuser bauen (nicht die auf Rädern) und die Landschaft... okay, davon haben sie nicht viel, aber was sie davon haben, ist hübsch.

 

Galionsfigur

Die Galionsfigur.


Mit Nähen, Gesprächen und ein wenig Gesinge (Gegröle. Arrogant Worms.) vergeht die Fahrt unheimlich flott und bald sind wir in Lelystad, wo man Werbung für die Batavia macht. Pfft, Batavia. Der Busfahrer schmeißt uns raus und verschwindet, Teile von uns pilgern zum Boot Schiff, Hoppi und ich bewachen zunächst noch das Gepäck und kommen dann, als die Ablösung kommt, nach. Das Gepäck wird erst mal achtlos aufs Deck geschmissen und wir erkunden mit tellergroßen Augen das Schiff. Auf dem oberen Deck gibt es Liegestühle und einen Zapfhahn, auf dem unteren viele Bänke und Tische und Kanonen (auf dem zweiten Blick aus Holz, aber hey), eine Luke, insgesamt viel Holz und viele Seile - wir finden's saucool.

 

Das Deck wird erkundet

Allgemeines Deck-Erkunden.

Der Eindruck verstärkt sich drinnen noch, die Innenräume sind ein Traum. Eine Saloon-mäßige Bar mit Spiegel hinterm Thresen und vielen Kühlschränken drumrum, eine riesige usergerechte Küche mit allem, was man so braucht, ein toller riesiger Aufenthaltsraum mit einem gemütlichen Sofa und Fenstern (wir sind leicht zu begeistern, okay). Fünfzehn Kabinen für zwanzig Forumsuser - ausgezeichnet, so hat man in jedem Fall ein Bett frei, auf dem man Taschen und Sachen lagern kann, viel Platz ist darin nämlich nicht. Aber jede Kabine hat eine Dusche und eine Toilette und eine Luke. Insgesamt hat das Schiff 18 Toiletten. Achzehn! Und einen Beamer. Dieses Schiff ist großartig.

 

Sofa im Aufenthaltsraum

Das Sofa im Aufenthaltsraum. Ort der Begegnung, des Schlafes und der tiefsinngen Gespräche.


Stelle fest, dass ich oben schlafen werde (eine Pritsche, die quer über den beiden anderen Betten hängt) und keine Bettwäsche habe, aber darum kümmere ich mich später. Erst mal wieder hoch, der Skipper will seine Begrüßung und die allgemeinen Hinweise runterrattern. So sitzen denn bald zwanzig mir mehr oder weniger bekannte mehr-oder-weniger-Forumsuser da und lauschen gespannt den Unterweisungen des Skippers, die größtenteils aus hygiensichen Unterweisungen bestehen. Was in die Toilette darf und was nicht und wie lange man duschen darf, um den Wasservorrat nicht unnötig zu strapazieren. Außerdem dass man keine zwei Föhne auf einmal benutzen soll, weil das Stromnetzdings das nicht aushält, und dass Akkuladegeräte aber kein Problem sind und derlei eben.
Er erklärt uns auch, dass das Schiff Deckaufbauten von sieben Metern Höhe hat, während das Ijsselmeer zwei Meter fünfzig tief ist. Sollten wir also sinken, nehmen wir das Bierfass von der Bar unten und schließen es an den Zapfhahn oben an. Und dann machen wir Party, bis wir trockenen Fußes von der Seenotrettung evakuiert werden.

Zapfhahn

Der Zapfhahn auf dem Champagnerdeck.


Danach wird der Motor gestartet und wir legen ab.

17.07.2008 um 18:10 Uhr

Forumssegeltörn 2008

von: Centaurea   Kategorie: Forumssegeltörn 2008

Legolas Greenleaf long under tree
In joy thou hast lived, beware of the Sea!
If thou hearest the cry of the gull on the shore,
Thy heart shall then rest in the forest no more!
 

Soeverein in Volendam


User des Forums machten sich vom 21. bis 28. Juni in die Niederlande auf. Sie kaperten mieteten das schönste Schiff der Welt und stachen in See.


Und inzwischen fühle ich mich auch "angekommen" genug, um endlich darüber zu bloggen. Tagebuch habe ich diesmal keins geführt, daher sehe ich mal, was ich aus dem Gedächtnis zusammengezimmert bekomme, Konzept hab ich jedenfalls keins. Man lasse sich überraschen.