Aus dem Leben eines Taugegarnichts

14.06.2007 um 00:05 Uhr

Samstag, 12.5.2007 - Abreise

von: Centaurea   Kategorie: Irland 2007

7:17
Überpünktlich ist das Auto beladen. Die Rückbank des Silberfischchens (so haben wir das kleine silberne Opelchen genannt) teilen Aki und ich uns mit zwei großen und zwei kleinen Rucksäcken. *quetsch*
Sagen tschüß zu Shannon - wieder mal Ebbe - Old School House und Labasheeda und machen uns zur 8-Uhr-Fähre auf, die uns über den Shannon und schnell in Richtung Flughafen Kerry bringen soll.

 

Shannon in Abschiedsstimmung
Shannon in Abschieds-Stimmung

 

7:50
Wir beobachten eine Weile die Fähre, die gerade angelegt hat. Nachdem alle Autos runter waren, hat sie einen Meter weit abgelegt, dann musste sie wieder anlegen, weil eine Deutsche vergessen hatte, die Fähre auch zu verlassen.
Jetzt sind sie dabei, die Fähre auf Hochglanz zu putzen. Einer mit dem Schrubber, einer mit dem Schlauch. Überlegen, ob wir ihnen Hilfe anbieten sollen.

7:55
Er spritzt echt seit 10 Minuten eine Stelle auf der Fähre ab. es gibt wie viele Fähren auf diesem Fluss?! Und wir erwischen die, deren Besatzung einen Putzfimmel hat! Jetzt machen sie auch noch die Aufbauten sauber!
[Die folgenden Zitate verdanken wir nur zum Teil meiner begrenzten Kugelschreiberschreibfähigkeit, sondern viel mehr der Tatsache, dass Nimiel ein knapp zehnminütiges Video gedreht hat. Ich lad es grad nicht hoch, weil halt.]
Nimiel: "Ich glaub, so wird der heute nicht mehr fertig."
Stina: "Jetzt zieht der noch den Schlauch noch ein bisschen weit, dass man auch nach vorne kommt. ... Das ist bestimmt die 7-Uhr-Fähre, und die brauchen so lange."
Nimiel: "Aber langsam arbeitet er sich nach vorne..."
Alle: "Sehr. Langsam."
Stina: "Jetzt kriegt er grad gesagt: Ey, mach doch mal ein bisschen ordentlicher, hier!
...
Da hinten warst du schon!
...
Aha, der Stau verlängert sich so langsam..."
Centi: "Die stehen bestimmt schon wieder für die 9-Uhr-Fähre."
Stina: "Das *ist* die 9-Uhr-Fähre, die 8-Uhr haben wir verpasst!
....
Deh. Juhungs. Ihr müsst um 9 Uhr wieder hier sein und den ganzen Scheiß noch mal machen, das wisst ihr schon, oder?"

Einer der beiden steht inzwischen dumm in der Gegend rum und begutachtet sein Werk. Fehlt noch die Flasche Whiskey in der Hand und das Bild wäre perfekt.

Und wieder die Aufbauten!

Stina: "Ich geh da jetzt gleich hin und erzähl dem was. Auf Gälisch, wenns sein muss! Dei' Mudder!
...
Komm, komm, noch ein paar Meter! ... Da hinten warst du schon... herrgottnochmal...
...
Da hinten wirds schon wieder trocken, da könnte man auch vielleicht noch mal drübergehen..."

Werden hibbelig, da ist so ein kleines Terminlein mit nem Flugzeug. Doof, dass wir für den Landweg 1,5 Stunden bräuchten statt 20 Minuten mit der Fähre. In der Theorie.
Die Scheiben beschlagen, wenn ich das Fenster zulasse, aber wenn ich es aufmache, regnet es rein.

Sie säubern immer noch. Wahrscheinlich haben sie dabei 99 Bottles of Beer on the Wall auf den Lippen.
Stina: "Der Captain hat gesagt, sie sollen das Lied singen, weil wenn sie das einmal durchgesungen haben, ist das Schiff sauber."
Centi: "Aber das war vorher auch schon sauber...." [Zumindest war es hinterher nicht sauberer als vorher. Sie haben halt das dreckige Shannon-Wasser mit dreckigem Shannon-Wasser weggemacht. Boah-ey.]

Stina: "Hömma, das is hier nich die Aida, wir wollen hier nicht zwei Wochen Urlaub machen, wir wollen einfach nur auf die andere Seite!
Junge [zu dem Auto hinter uns], mach den Motor aus. Das bringt nichts."

Was uns dann zu Anekdoten über aufgelöste Staus bei abgestelltem Motor bringt.

 

Faehre

 

8:13
In sieben Minuten wollten sie drüben sein. Wenn sie das jetzt aufholen wollen, müssen sie sich aber ganz schön ranhalten.
Centi: "Ich seh's schon kommen, dass sie tatsächlich die Zeit noch aufholen. So 8:19..."
Nimiel: "Legen sie den Turbo-Lader rein."
Centi: "So mit dem Bug drei Meter überm Wasser."

Allgemeines Gekicher.

Centi: "Das ist dieses hysterische Lachen, kurz bevor man durchdreht. Und sich eine Kettensäge nimmt und zwei gewisse Leute an Bord eines gewissen Schiffes in ihre Einzelteile zerlegt."
Stina: "Ei, dann musste aber noch mal das Deck schrubben."

...

Centi: "So, jetzt komm, die letzten Meter!"
Stina: "Nee, die Rampe is noch [zu säubern]."
Centi: "Sie haben sie auch noch nicht poliert. Und sie ist immer noch nass."
Stina: "Ja, erst mal trocknen lassen. In der Sonne. Weil da darf man nicht mit'm Föhn ran."
Centi: "Das wird sonst splissig..."
Hysterisches Lachen.
Stina: "Lass uns in die erste Reihe, hat sie gesagt, dann kommen wir als erste dran, hat sie gesagt! Aaah!"

8:15
Sie haben gerade das Wasser abgedreht und holen jetzt den Schlauch ein.
Centi: "Jetzt will ich aber Bleifuss sehen, Stina. Ich will dich mit 120 auf diese Fähre fahren sehen! Okay, die ist noch nass, das sollten wir vielleicht mit einplanen..." Obwohl das mit der Rampe fast einladend wäre.
Stina: "Jetzt wird noch der Schlauch aufgewickelt. Mit Liebe..."

Lautsprecherdurchsage. Wir sollen uns anstellen.
Stina: "Ihr Deppen! Was tun wir denn hier seit ner halben Stunde?!"

8:19
Wir legen ab. Laut Plan sollten wir in einer Minute drüben sein.
Wah! Da schwappt Wasser rein!
Naja, das haben wir aber auch schon schneller gesehen.

8:31
Wir legen an. Yay.
Wir sind in Kerry!


15:40
Zeit in Deutschland. Da sind wir nämlich gerade gelandet. Der Flug war nicht ganz so ruhig wie der Hinflug und hätte ich nicht die Augen geschlossen und diverse Gedichte und Dramenmonologe rezitiert, hätte ich bestimmt Angst gehabt. Es ging ziemlicher Wind und die Wolken haben auch für Turbulenzen gesorgt. [Wenn der Kapitän auch schon 20 Minuten vor der Landung ansagt, dass wir ziemlichen Wind aus verschiedenen Richtungen haben und die Landung etwas "holprig" wird...]

Jetzt sitzen wir - Nimiel, Stina und ich - im Shuttle ins Saarland und finden alles doof. Die unurigen Wälder, die grünen schaflosen Felder und die Abwesenheit des Atlantik. Außerdem fahren die hier alle auf der falschen Straßenseite. Geh mir doch wech.
Aber dafür werden wir heute Abend Mini-Miezis streicheln.

 

Mini-Miezis


[Mit Mini-Miezis begann der Reisebericht, mit Mini-Miezis soll er enden. Als wir wieder bei Stina ankamen waren sie nicht mehr zwei, sondern inzwischen schon vier Wochen alt und konnten schon so leidlich laufen. Video .]

 

12.06.2007 um 22:51 Uhr

Freitag, 11.5.2007 Drumcliff und Dysert O'Dea

von: Centaurea   Kategorie: Irland 2007

10:13
Und wir sitzen schon im Auto. Ich habe Nimiel respektvoll den Beifahrersitz überlassen. Es gießt in Strömen, ich hab heute drei dünne Pullover an und wir haben festgestellt, dass die Fenster im Haus nicht dicht sind. [Nimiel, hat das Adressbuch eigentlich bleibenden Schaden erlitten?] Sind gespannt, ob das Haus unter Wasser steht, wenn wir wiederkommen.

11:15
Drumcliff Burial Ground. Uralter, sehr großer Friedhof bei Ennis. Sehr malerisch, mit Efeu, Krypten, Round Tower [mein erster Round Tower, ich fands so toll], verfallener Kirche und vielen eingefallenen Gräbern. Wie wir das gewohnt sind, mangelt es an Wegen zwischen den Gräbern, dafür gibts viel Wiese, die dank des Regens klatschnass ist. Und irgendwo zwischen dem Cholera-Grab und dem Famine-Grab, wo zur 1840er Hungersnot über 2000 Leute begraben worden sind, sind meine Schuhe nass und es blubbert bei jedem Schritt.

12:00
Geben die Suche nach einem Castle in der Nähe wieder auf, wahrscheinlich wird das Teil nur in der Hauptsaison ausgefahren.
Wir fahren weiter und stehen überraschend vor einem Round Tower. Der auf dem Friedhof steht, den wir gerade verlassen haben. Nimiel wirkt hinter der Karte ein bisschen verkrampft.

Irischer Konjunktiv III: "Vielleicht wäre es diese Straße gewesen." Oder "Hier hätte ein Castle sein sollen."

Wir haben aber auch alle nach links gestarrt, weil es laut Karte da hätte sein sollen, wahrscheinlich ist in der Zeit eine ganze Reihe irischer Neuschwansteins vorbeigezogen. Oder die beiden Schutthaufen vor O'Malleys Haus waren früher mal Kirche und Castle und John O'Malley war der Meinung, er bräuchte den Platz.

Nimiel: "Ich trau mich gar nicht mehr, was zu sagen, aber..." Es folgt eine Wegbeschreibung, die nach jedem zweiten Wort ein "möglicherweise", ein "theoretisch" oder ein "laut Karte" enthält.

12:18
Haben Castle Nr. 1 noch einmal aufgegeben und finden statt des gesuchten Castles Nr. 2 das Mausoleum in Ruan, das eigentlich ganz woanders....
Nimiel: "Ach hier sind wir! .... Das war Absicht!"

 

Dromore Wood Nature Reserve

 

12:50
Dromore Wood Nature Reserve. Wir entdecken das Castle of Dromore [Ich lese gerade in meinem Liederbuch, dass das Castle of Dromore am Ring of Kerry liegt. Aber es ist die Ruine eines Castles am Dromore Wood Nature Reserve. Also ein Castle of Dromore. So.], von dem nur noch zwei Wände stehen, was aber genug war, um noch einen Folksong draus zu machen. [Und nächstes Mal recherchiere ich dann, bevor ich Behauptungen aufstelle. Ähem.] Sehr idyllischer See und wir nehmen den drei Kilometer langen Castle Trail durch den urigen, moosbewachsenen Laubwald. Meine Schuhe sind immer noch nass, dafür kommt die Sonne raus und die Temperatur steigt um einen Schal, den Mantel und einen Pullover. [Also das Zeuch hatte ich dann weniger an als vorher, ne?]
[Kurzer schweigender 180°-Schwenk am See. Video .]

14:30
Dysert O'Dea Castle, Clare Archaeology Centre. Normaler Weise kostets 4 Euro Eintritt, als 4er Gruppe zahlen wir netterdings nur 3,50. Interessante Vitrinen, wenn auch wenige, mit diversen Fundstücken aller Jahrhunderte und humorvoll geschriebene Schilder zur Info.
Für nur 2,50 bekommt Nimiel eine Karte aufgedrückt, die die einzelnen Punkte eines archäologischen Pfades aufzeigen.

15:30
Fahren den archäologischen Park ab. Round Tower, Friedhof, an dem es pünktlich wieder zu gießen beginnt, noch ein Friedhof.

 

Dysert O'Dea

 

16:04
Holy Well. Ein veralgter, ca. 2 mal 8 Meter großer gemauerter Weiher, dessen Wasser sehr süß schmecken und Augenkrankheiten heilen soll. [Ich würde die Brühe ja nicht mit Handschuhen anfassen, aber Glaube desinfiziert ja Wässer oder so.]

Nimiel: *in die Karte starr* "Und da vorn sollte dann...."
Stina: "...in Übereinstimmung mit der Prophezeiung..."

16:10
Die zwei Stone Forts sind nur per pedes zu erreichen. Angesichts der Tatsache, dass wir gegen die Strömung schwimmen müssten und der Himmel nicht so tut, als wolle er bald wieder aufreißen, und da wir heute Abend noch Reste essen und packen müssen, machen wir uns gen Labasheeda auf.

16:24
Der Regen hat aufgehört, der Himmel lockert auf und es wird merklich heller.

17:30
Ein letzter Einkauf im Super Valu in Kilrush. Ich kaufe Soda Bread und Cadbury's Schokolade, die möglicherweise noch ewig rumliegen wird [Habe bis heute nicht sehr viel davon gegessen, das ist wahr.], weil ich mich nicht traue, sie zu essen. [Oder weil ich zu beschäftigt bin.] Aber was sein muss, muss sein.

22:15
Der letzte Hamburger ist gegessen, das letzte Knoblauchbaguette, der letzte Salat ist gemacht. Esse die vorletzte Portion Salat, die letzte wird mein Frühstück morgen. Ranwen hatte mir ihre Alkoholvorräte überlassen. Mache mir mit Rum, diversen Dingen und viiiel Zucker einen Pseudo-Caipirinha und kippe dann den letzten Rum mit Grand Manier und Slivoviz (45%) - warum ich den dazugekippt habe, weiß ich auch nicht, wo er doch eh nicht alle geworden ist - zusammen. Das Ambrosia nehmen wir mit, andere Dinge überlassen wir der Vermieterin.

23:35
Das Zeuch schmeckt gut und ich werde das Glas noch eben austrinken, bevor ich ins Bett gehe, um morgen wieder ins wunderschöne Deutschland aufzubrechen.
Mehr. Will nicht.

10.06.2007 um 20:12 Uhr

Donnerstag, 10.5.2007 - Loop Head und die Pollock Holes

von: Centaurea   Kategorie: Irland 2007

19:00
Eher kam ich heute nicht zum Bloggen, weil ich die Einladung, heute Beifahrer zu machen, nicht abgelehnt habe. "Dann musst du aber auch die Karte lesen." "Ja, klar, kein Problem!" Ich bin ja alte Autofahrerin und so.
Allerdings in Deutschland. Ich vergaß.
Und diesen Urlaub saß ich die meiste Zeit hinten und hab es gar nicht verstanden, wie man sich totz Karte - trotz mehrerer Karten - nicht auf der Straße zurechtfinden kann.
Aber wir sind hier in Irland. Wenn hier in der Karte steht, dass St. Senan's Well genau an der linken Straßenseite liegen muss, dann kann er auch auf der rechten Seite sein, links irgendwo hinter zwei Hügeln oder auf einer anderen irischen Halbinsel. Oder vor 20 Jahren verschüttet worden. Ähnlich ist auch die Wahrscheinlichkeit, die kleine grau eingezeichnete Straße zu finden, die kurz hinter Kilmurry McMahon zu einem Castle führen müsste, eher gen Null tendierend. Auch mit fünf (!) Karten. Auch die Beschilderung ist noch lange kein Garant dafür, dass man an dem Ort, auf den der Pfeil weist, jemals wirklich ankommt. Vielleicht könnte man - mit etwas Glück - zufällig auf den richtigen Weg gelangen, wenn man einen Durchschnittswert aus den fünf Karten ermittelt und die Beschilderung einrechnet, aber an der Stelle wäre man schon längst an der entsprechenden Kreuzung vorbeigefahren, hätte einen Linienbus hinter sich und stände mitten in einer Kuhherde.

 

Pollock Holes
Pollock Holes mit Bank.

 

So gesehen bin ich also ganz stolz, Stina heute von Kilrush über Kilkee zu den Pollock Holes, über Ross nach Loop Head und zurück über Carrigaholt geführt zu haben. Auch wenn das eine kleine und wirklich ungewöhnlich gut ausgeschilderte Halbinsel ist.

Wer jedenfalls die Gelegenheit hat: HIN! Die Pollock Holes / West End / Kilkee vereinen so ziemlich alle genialen Eigenschaften von Dingle und den Cliffs of Moher. Das Landesinnere hat sanfte grüne Hügel, die sehr abrupt in frei zugänglichen Klippen enden, zwischen denen in verschiedenen Löchern das Wasser nur so brodelt. [Video von brodelndem Wasser.] Die Gischt hat mich und die Linse meines Fotoapparates voll erwischt [Video von erwischter Linse]. Sehr, sehr beeindruckend, wenn in der Nähe ständig Wasserfontänen hochspritzen. Und man hinterher erst merkt, wie der so sicher wirkende Absatz, auf dem man gerade saß, gefährlich vom Meer unterspült wird. [Video 1 und Video 2 von Absatz.] Iiiiep und so.

 

Insel mit Ruine
Insel mit Ruine

 

Die Bridges of Ross sind ebenfalls sehr beeindruckend, allerdings vom Meer aus, denn wenn man oben drauf steht, sieht man natürlich nichts von den charakteristischen Bögen in den Felsen, die den Klippen den Namen gegeben haben.

Zwischen Kilkee und Newtown sind wir auf einen Holy Well gestoßen, der in keiner unserer Karten eingezeichnet war. Ein Verbrechen, denn der war sehr hübsch und sicher alt. Irgendwann hat man um die Wassterstelle einen Wall gebaut und über der Pfütze einen kirchenförmigen Schrein gesetzt. [Und Traktorreifen als Blumenbeete angelegt.] Und das Ganze dann Maria gewidmet.
Während die groß und rot in der Karte eingezeichnete Little Ark of Kilbaha einfach eine Kirche war. Nicht größer als die von Labasheeda.

 

Loop Head
Loop Head mit Leuchtturm

Da wir gerade davon sprechen: Anschließend hatten wir noch Zeit, einmal gemächlich durch Labasheeda zu laufen. Laut Statistik von 1998 leben hier 73 Leute. In die National School gehen 50 Schüler, es gibt eine Polizeistation, die allerdings die meiste Zeit geschlossen ist, ein Laden und einen Landungssteg, in dessen Nähe zwei Boote und zwei Kanus liegen. Dafür kommen auf jeden Einwohner drei Hunde, die alle lieb und flauschig sind und drei Häuser, zwei davon Ruinen.

Wir haben bei unserem Spaziergang genau die Rush Hour erwischt, alle fünf Minuten kam da ein Auto vorbei, voll der Verkehr. Die Stadt ist wirklich idyllisch gelegen, nur grün rungsum und bei Flut mischt sich der Shannon mit dem Atlantik. Hachja. Ein paar mehr Bäume und wir könnten Freunde werden.

07.06.2007 um 23:51 Uhr

Mittwoch, 9.5.2007 - Shannon Airport und Quin

von: Centaurea   Kategorie: Irland 2007

[Ein weiteres fettiges Frühstück, auf dem Vianne Stina eine Hogfather-DVD als Dankeschön-Präsent überreicht und wir ihr entlocken, dass sie gestern Geburtstag hatte. Allgemeines Stirn-auf-Frühstückstisch-klatschen.]

11:00
Werden von Kosh, Vianne und Ranwen am Shannon Airport ausgeladen, wo wir uns ein kleineres Auto, einen Opel Corsa, mieten. Die Drei fahren weiter nach Dublin, wo sie das Auto abgeben und nach hause fliegen werden. [Und wir mussten ihnen versprechen, in diesem Urlaub keinen Spaß mehr zu haben. Das Wetter hat zumindest heute beschlossen, seinen Beitrag zu leisten.
Und auf dem Weg zum ersten Ziel stellen sich uns gefleckte Hindernisse in den Weg. Video. ]

 

Quin Friary

 

13:00
Quin Friary und St. Finghin's Church in Quin. Ich hab noch nie was davon gehört, aber das Gelände ist groß, mystisch (thanks to the Nieselregen) und die Ruine der Quin Friary zweistöckig. Auf dem oberen Stockwerk wächst Gras. Die Friary wird von einem kleinen, lieben und flauschigen Hund bewacht. der Ort wäre ideal für ein Vampire-RPG [Da waren finstere Räume, die man nur durch Löcher in den verschlossenen Türen anschauen konnten. Da lagen Särge drin.] und wir denken uns Gruselgeschichten über das dort beerdigte Adelsgeschlecht der McNamaras aus.
[Schweigender 360°-Schwenk: Video. ]

14:00
Knappogue Castle. Wir sparen uns die sieben Euro Eintritt, da wir wissen, dass deutsche Burgen einfach mehr hermachen. Außerdem hat es hier ein Dach, Glasfenster und kein Efeu im Schlafzimmer. Gähn.

14:30
Craggaunowen, bei Quin und Sixmilebridge. Auf dem Gelände befindet sich für 8,50 € u.a. eine spartanisch aber gerade deswegen charmant eingerichtete Burg, ein Pfahldorf (Crannog), ein Ringfort und die Brendan, das Schiff, mit dem Timothy Severin in den 70ern den Atlantik überquert hat [Was für eine Nussschale! Der Mann war doch ein Selbstmörder!], um zu beweisen, dass man auch im Jahr 1000 oder so Amerika entdeckt haben könnte.
Weiteren Hund gestreichelt.

 

Crannog

 

15:10
Es gießt wie aus Eimern, aber die Waldwege hier sind sehr idyllisch, grün und voller Farne und Moose. Direkt neben dem Weg, aber hinter einem Zaun, steht ein riesiges [lebendes] Wildschwein mit Flauscheohren, und ein Hinweisschild dazu schafft es irgendwie, die Kelten, Obelix und den Torc Waterfall bei Killarney damit in Verbindung zu bringen.

Ein letzter Lebensmitteleinkauf für 62 Euro, der für vier Leute bis Samstag reichen soll und - wie wir nach einer Inventur durch die Küchenregale feststellen - bis Montag reichen würde.
Schauen noch eben die Hogfather-DVD an. Wir haben einen DVD-Player, yoh!

04.06.2007 um 22:36 Uhr

Dienstag, 8.5.2007 - Bunratty

von: Centaurea   Kategorie: Irland 2007

Morgens beim Abräumen des wie immer reichlich gedeckten Frühstückstisches: Ich reiche Nimiel den in Alufolie eingewickelten Brennnessel-Knoblauch-Käse.
"Hier, tu den mal in den Kühlschrank."
"Was isn das?"
"Der Kühlschrank!"
Im Brustton der Überzeugung. Das sieht man doch. Und ich habs nicht mitgekriegt. Ich bin ja bekanntlich nicht so gut mit Worten. Nachdem Nimiel fünf Sekunden lang forschend mich und den Käse angesehen hat, fällt's mir dann doch auf. "Ähm. Der Käse. Ähem."

Heute ist jedenfalls Bunratty-Tag (neben dem Tag der Kapitulation, ich weiß. [und dem noch wichtigeren Tag des Geburtstages einer gewissen Frau, von dem ich aber erst einen Tag später erfahren habe. Deh. Deeeeh!]). [Gaanz kurzer Schwenk: Video.] Wir verbrachten den ganzen Tag im Castle (die deutschen sind größer, hrrr!) und im Folk Park, einem Freilichtmuseum, in dem sie alte irische Cottages aufgestellt haben. Überall brannten Torffeuer im Kamin, was gut so war, denn es war für meinen Geschmack zu kalt. Die Hüttchen waren reetgedeckt und es gab Schulen, Lädchen, Mühlen und so Kram. Im Biergarten des Tea Shops haben wir Spatzen gefüttert, dann haben wir uns in einem Cottage aufgewärmt, bevor wir zu Shoppingzwecken in die Woollen Mills sind. 150 Euro für einen Überwurf und 45 Euro für einen gestrickten Hut waren uns dann aber doch zu viel.

 

Bunratte Folk Park

 

[Geschrieben wurde dieser Teil im Auto, während wir auf den Beginn der Traditional Irish Night warteten. Tanz, Gesang und Essen, und alles irisch.
Am Eingang sammelte sich dann auch schon ein guter Trupp Leute an, denn noch ließen sie niemanden rein. Eine Gelegenheit, noch mal eben die Faszilitäten aufzusuchen. Stina aus der Reihe "Ich muss meine Sätze nicht. Ihr wisst ja, was ich.":]

"Wenn die *fuchtel*, während wir *fuchtel*, dann könnt ihr ja schon mal *fuchtel*!"
Eh klar.

19:30
Beginn der Irish Night im Bunratty Folk Park. Das Essen - Soda Bread mit Butter, Lachs (wahlweise Irish Stew) und Apfelkuchen - ist super und die Orga proffessionell. [Und der Wein reichlich, aber sauer. Naja, gibt ja Zucker.] Davon abgesehen sind die Tänzer und Musikanten einfach toll. Abwechselnd führen sie Soft Shoe, Hard Shoe, Gesang, Instrumentales oder Anekdötchen (alt, aber nett erzählt) auf und bedienen zwischendurch die Gäste. Brian, der einzige männliche Tänzer, etwa 18 und knuffig, wirft zwischen zwei Klicks die Beine in beängstigende Höhen. Die Kostüme ließen nur zwischendurch nach, als sie nach den nett aussehenden Bauernmädchen-lookalikes die tatsächlich so auf Wettkämpfen getragenen Weihnachtsbaumoutfits mit Glitter, schreienden Farben und irgendwie pappartigen Röckchen angezogen haben [Internet-Recherche sagt mir, dass so ein Kostüm zwischen 500 und 1000 Euro kostet.] Ürgs. Aber das kann den Genuss der Darbietungen an sich nicht trüben. Es fand dies alles in einer kleinen Scheune statt, so dass jeder genug sehen konnte und die Touri-Atmosphäre [Es gab Stellen, an denen man gemerkt hat, dass die Gäste größtenteils aus Übersee sind.] nicht allzu schlimm durchbricht. [Und das alles inklussive Essen und aller Getränke für 46 Euro.] Also wer die Gelegenheit hat: Hin!
[Videos: Hard Shoe 1, Hard Shoe 2, Soft Shoe und Soft Shoe im Weihnachtsbaumoutfit. Sorry für die teilweise schlechte Qualität, aber gerade bei den Weihnachtsbäumen hat meine Kamera nur noch unter fiesesten Drohungen gearbeitet.]

 

Tanzende Weihnachtsbäume

 

23:00
Schwärmen auf der Rückfahrt davon, wie hoch Brian seine Beine gekriegt hat und sind überhaupt begeistert und beflügelt. Möchte das auch können.

Schaffe es heute Abend tatsächlich noch, die letzten meiner 11 [elf! Das tu ich nie wieder!] Postkarten zu schreiben. Hoffe, dass sie ankommen, denn ich habe Hoppis Nachnamen falsch geschrieben, die Postleitzahl von Trier nicht zur Hand [und vergessen, dass Vala gar nicht mehr in Trier wohnt. Lalala...] und von der nächsten Userin zwar die korrekte Postleitzahl, dafür aber wiederum die Stadt nicht mehr.

Als ich fertig bin, finde ich ein Päckchen mit weiteren Postkarten, von denen ich eine dreifach gekauft habe, um sie zu verschicken.
Aaaaaahhh!

02.06.2007 um 20:03 Uhr

Montag, 7.5.2007 - Kilkee und die Cliffs of Moher

von: Centaurea   Kategorie: Irland 2007

9:55
Der Shannon ist wieder an Terrasse [fotografiert gekriegt hab ich aber immer nur bei Ebbe. Hng.]. Wir frühstücken leckere Dinge wie selbst gebackene [made by Ranwen] Apfel-Zimt-Muffins, Brennnessel-Knoblauch-Käse, quieke-süße Pop-Tarts, Soda-Buttermilk-Bread [Ich vermisse es.], Smoothie-Saft [Innocent. Laut Firma nur bestehend aus Früchten, den reinen Früchten und nichts als den Früchten. Das gibts mittlerweile auch in Deutschland, vor allem in Starbucks-Filialen. 250 Mililiter kosten 3 Euro, aber es ist wirklich lecker.], Käse-Toast, Nicht-die-Butter, die Butter-Butter [Ich muss hier doch ein paar Insider reinbringen.], Nicht-der-Käse [Schmelzkäse. Meine Gefährten haben es irgendwie als diskriminierend gegenüber echtem Käse gefunden, das Zeug Käse zu nennen.], Stina-Kaffee und Obst.
Heute stehen die Cliffs of Moher auf dem Plan, vorher müssen wir aber noch Brot holen. Es ist Bank holiday, da haben die Läden früher zu. [So gegen 18:00. Iiek und so.]

11:40
Kurzer Halt in Kilkee, wo der Atlantik mit hohen Brechern gegen schroffe Klippen brandet. Der Wind pustet mir fast meine Kontaktlinsen weg. Hinter uns spielen Hartgesottene seelenruhig Golf [Das können unmöglich normale Bälle gewesen sein!] auf grünem Feld, neben uns stehen die Reste eines Zeltes, das von seinen irren Bewohnern verlassen wurde. [Wer bitteschön zeltet denn um Himmels Willen direkt an ner hohen Klippe. Hallooo? Jemand zuhause??]

 

Cliffs of Moher
Cliffs of Moher

 

12:00
Dunmore Castle. Wobei wir nicht ganz einig sind, obs nicht doch nur ein alter Leuchtturm war. Mit Schießscharten. Ähem. [Hübsche Gegend, die ich aber irgendwie nur im Halbschlaf mitgekriegt hab. Wir standen aber auch immer was früh auf.]

12:30
Doonbeg, ein schöner Badestrand. Es ist irre windig und schweinekalt. Ranwen rennt mir hinterher und erzählt mir, dass sie gerade von Leuten aufgehalten wurde, die meine Kamera gefunden haben. Tatsächlich ist meine Kameratasche leer. Ibbs. Renne zu den netten Leuten und bedanke mich geschätzte fünfhundert Mal, während die nur abwinken, mir einen schönen Urlaub wünschen und gehen.
Sowas passiert auch nur mir. Andere hätten weniger Glück gehabt. Kähä.

16:00
Die Cliffs of Moher [Das wurde ja auch Zeit]. Auf die hatte ich mich eigentlich am wenigstens gefreut, weil sie auf Millionen von Postkarten zu sehen sind und wegen der vielen Touris und überhaupt und so.
Aber sie sind ja so geil, so wunderwunderschön! Also wer die Gelegenheit hat - nicht gerade in der Hauptsaison - unbedingt hin, in life ist das einfach viel beeindruckender als auf Bildern.
[Es war windig, wer hätte das gedacht. An der Atlantikküste, sowas. Hat mich zu einer kleinen Windstudie veranlasst.]

 

Cliffs of Moher

 

22:00
Waren wieder einkaufen - es vergeht kein Tag ohne - und haben wieder fettige Dinge in Fett angebraten und Fett drüber gestreut. Nudeln mit Speck, Ei und Käse. Mit Käse drüber. Dazu Knoblauchbutter mit einem Hauch Baguette drumrum. Und Salat, immerhin.

Ranwen flößt Vianne Irn-Bru ein. Das Gebräu sieht aus, als hätte man Rost in Wasser aufgelöst, was wohl stimmt, wenn ich "ammonium ferric citrate" richtig deute. Außerdem sind da Dinge drin wie E211, E110 und E124, womit Viannes Ambitionen zur Bio-Ernährung wohl um 20 Jahre zurückgeworfen werden. Und was wohl der Grund dafür war, dass sie zu tief in den Kühlschrank gegangen ist und sich beim Rausgehen an der Kante gestoßen hat. Und für ihren anschließenden mehrminütigen Kicheranfall.

0:00
Bin vor dem Torffeuer in der malerischen Kulisse des Shannon fast an Ranwens Drink erstickt [auf dem Bauch liegend mit einem Strohhalm alkoholische Dinge trinken, und währenddessen dann aufstehen und sprechen wollen, ist eine ziemlich blöde Idee] und hab schon wieder keine Postkarte geschrieben.

31.05.2007 um 21:50 Uhr

Sonntag, 6.5.2007 - Burren, Caherconnel, Poulnabrone Dolmen, Ailwee Cave

von: Centaurea   Kategorie: Irland 2007

9:00
Wir braten wieder fettige Dinge in Fett an - Schinkenspeck, baked beans und Rührei. Hrrrrr. Dazu gibts Cheddar-Toast, Pancakes mit Nicht-der-Ahornsirup und frisch gebackenen Apfel-Zimt-Muffins.

11:30
Caherconnel. Ein Steinfort wie Dun Angus. Es ist saukalt und regnet, aber wir ziehens durch und lesen sogar alle Infos durch. [Stina und ich machen abwechselnd den Touri-Führer. Video.] Da, wo die zwei Steine liegen, war ein Stall und da, wo die drei Steine sind, war ein Haus. Soso.

14:05
Poulnabrone Dolmen. Immer noch kalt, verregnet, windig und ungemütlich. Postkartenmotiv. Apropos Postkarten, die schlepp ich immer noch mit mir rum. Ein paar geschrieben und frankiert, andere ungeschrieben, aber der Urlaub geht ja noch ein Stück.

 

Pulnabrone Dolmen an Orchidee

 

14:30
Mein Kuli ist irgendwo im Auto veschollen und ich bin immer noch satt bis obenhin vom Frühstück.

14:40
Ailwee Cave. Eine Tropfsteinhöhle. Nimiel, Stina und ich beschließen, für sowas keine 12 Euro auszugeben [letztes Jahr hatten wir auch eine besucht, aber die deutschen Höhlen, die ich kenne, können da locker mithalten und kosten sehr viel weniger Eintritt. Geht hin und besucht die Marienglashöhle, husch!] und Kosh und Ranwen auch nicht. Aki und Vianne besuchen also die Höhle, Ranwen und Kosh erkunden den Mountain Trail und Stina, Nimiel und ich plündern den Farmshop. Nachdem wir wieder raus sind, probieren wir die gekauften Fudges - irgendwelches Gemisch aus Fett und Zucker - mit Vanille und Schokoladengeschmack, machen auf dem Absatz kehrt und sacken auch noch Peanut Butter Explosion und Irish Cream ein. Woah.

16:10
Treffen den Rest der Baggage wieder und alle schwärmen von ihren Touren, alle glücklich. Toll. Freude, Harmonie und so. Comtraya!

17:00
Diverse Fotostops am Atlantik. Das Wetter ist etwas freundlicher geworden, aber immer noch sehr windig. Schaue mir das Meer vom Auto aus an und esse dazu Cadbury's Crunchie. wenn sich Cadbury's in Deutschland niederlassen würde, würden spontan drei deutsche Schokofirmen pleite machen. Milka kann da aber sowas von einpacken.
[Allgemeine Fröhlichkeit beim Fahren entlang der Atlantikküste. Video .]

 

Atlantik - Symbolfoto
An einem späteren Tag bei Kilkee aufgenommen, aber Atlantik is Atlantik, gel?

 

17:30
Halten an einem weiteren Aussichtspunkt an. Während der Rest noch so ne Klippe erkundet, bleib ich im gemütlichen Schiff und beobachte ein paar Franzosen dabei, wie sie einer Dublinerin helfen, in ihr Auto einzubrechen, aus dem sie sich wohl ausgesperrt hat. Internationale Verständigung beim Friemeln von Metalldrähten in Autogummidichtungen. Meine Schrift ist mies, wenn das Auto durch Schlaglöcher fährt, aber gerade stelle ich fest, dass sie nicht viel besser ist, wenn das Auto steht...
Es ist schweinekalt und stürmt heftig, aber die Männer mühen sich echt weiter ab, um der Frau zu helfen (die übrigens hübsch ist. Ob das geholfen hat? [Bei Franzosen? Ach bitte.]) [Ich hätte ja gern geholfen, aber mir fehlt im Autoknacken doch ein bisschen die Routine.]

17:50
Als wir wegfahren, haben sie das Auto jedenfalls noch nicht auf. Ich drück die Daumen, das Wetter war echt nicht einladend.

17:55
Kommen nach Lisdoonvarna. Hier findet jährlich ein Heiratsmarkt irischer Männer statt und wir überlegen, ob wir nicht vielleicht hier bleiben sollen. Die Gegend ist auch hübsch, grüne sanfte Hügel mit dem Atlantik in der Nähe.

Es werden dann doch noch mal eben zwei Dinge gekauft, was bedeutet, dass wir etwa zwei Stunden zum, im und vom Supermarkt (der Dumble... äh Dunnes Store) unterwegs sind und einen Betrag ausgeben, für den ich mich zwei Wochen gut ernähren könnte.

Gehen nach dem Abendessen um 22:30 früh ins Bett.

30.05.2007 um 20:59 Uhr

Samstag, 5.5.2007 - Leaving of Spiddal, Ankunft am Shannon

von: Centaurea   Kategorie: Irland 2007

[Sorry für die lange Pause. Erst war da Pfingsten und dann war da die plötzliche Erkenntnis, dass ich für die Steuererklärung noch anderthalb Tage Zeit habe...]

9:15
Irgendwie haben wir's geschafft, alles rechtzeitig zu wecken, zu packen, zu putzen und aus dem Haus zu räumen. Kosh erweist sich als guter Autoinnenarchitekt und schafft es, alle Rucksäcke, Taschen, Vorräte und Forumsuser ins Auto zu stopfen.
Wir fahren jetzt zum Flughafen Shannon, um Nimiel und ihre beiden Rucksäcke auch mit einzusacken. Ich hab keine Ahnung, wie das hier auch noch reinpassen soll.

 

Yoho!

 

11:11
Stichproben-Kontrollen am Eingang zum Airport. Die gemütlich aussehenden irischen Polizisten fragen uns, ob wir wegfliegen. "No, we're just picking someone up." "Der Polizist wirft einen zweifelnden Blick in unser hoffnungslos überpacktes Auto. "But you have no room!"
Ah nee. Was er nicht sagt. Sie winken uns lachend weiter.

11:20
Am Flughafen sucht Vianne Wireless Lan, um berufliche Dinge zu überprüfen, Ranwen sitzt derweil mit der Gitarre im Auto und übt, Stina und Kosh suchen sich einen Platz am Internetterminal.

12:30
Ich hab mir noch eben ein Buch über "Wild Women" in der irischen Geschichte gekauft, dann begrüßen wir Nimiel, stopfen sie und ihr Gepäck ins Schiff und fahren gen Labasheeda.
[Mein Vorschlag, beim Ausfahren aus dem Flughafen die beiden Polizisten von vorhin anzuhupen, um ihnen zu sagen, dass wir es doch geschafft haben - Ha! - wird abgelehnt. Video hier. Und ja, mir ist die Kamera während der Aufzeichnung in den Kofferraum gefallen.]

13:45
Ankunft am Old Schoolhouse. Laufen eine Weile squeend und :manwen:d durchs Haus [Video hier .] und packen aus.
Das Haus ist groß, geil ausgestattet und liegt direkt an der Shannon-Mündung, daher haben wir den Atlantik direkt vor der Terrasse. In Labasheeda wohnen (Stand 1998) 73 Leute. Mit uns 80.

Zur Feier der Ankunft wollen wir die Waschmaschine ausprobieren. Die Bedienung der Maschine scheint auch recht logisch, allein wir kriegen sie nicht auf. Hier drücken, da drücken, zerren und klopfen - nix hilft. Letztendlich hält Nimiel ihr Ohr an die Maschine und dreht am Regulator, aber ihre Panzerknackerfähigkeiten versagen leider an der Maschine. [Ranwen hat sie später aufgekriegt. Mit der alten Weisheit: Wenn rohe Gewalt nicht hilft, versuche mehr rohe Gewalt.]

 

Aussicht vom Schoolhouse

 

15:30
Machen uns auf den Weg zu einem Supermarkt. Die Gegend - Clare - ist sehr grün, sehr grasig, sanfter noch als Kerry und Connemara.
Auf unserem A5-Einkaufszettel stehen aufgrund chronischer Insiderlastigkeit dieses Urlaubs jedesmal Sawyer und Brainbleach. [Wenn wir sonst beim Einkaufen schon nix zu lachen hatten. *an die Preise denk*]

15:55
Haben das größte Auto in der Gegend. Wenn uns ein Auto begegnet, weicht es aus. AufdenBodenrotz.

16:00
Haben uns verfahren, kehren um und fahren wieder durch Labasheeda. Ähm. Nette Stadt.

16:05
Auf den Weiden hier gibts weniger Schafe. Vermuten, dass die Schafe hier auf Dreh-Falltüren stehen. Auf der einen Seite Schaf, auf der anderen Wiese. Bei Bedarf - Touri-Alarm, vielleicht gibts ja Bewegungsmelder - werden die dann umgedreht. "Seamus, dreh mal die Schafe raus, 's sind wieder Touris da."

16:30
Haben die Super-Vala den Super-Valu in Kilrush gefunden und gehen einkaufen. Nur das Notwendigste. Für 180 Euro. Ibbs.

23.05.2007 um 22:41 Uhr

Freitag, 4.5.2007 - Cong und Irrfahrten

von: Centaurea   Kategorie: Irland 2007

13:00
Annaghdown Church. Friedhof, Kirchenruinen und Burgturm direkt am See. Ranwen bemerkt zurecht, dass man über irische Friedhöfe nicht gehen kann, ohne auf irgendjemanden draufzutreten. ["Eeentschuldigung, darf ich mal eben? Oh, das war Ihr Fuß? Entschuldigung... Darf ich... danke, tschuldigung, dürfte ich eben? Danke, das ist... wenn ich eben... Verzeihung..."] Die Notwendigkeit von Wegen zwischen den Gräbern sehen sie hier einfach nicht ein.
Es ist sauwarm und wir loben und preisen die Klimaanlage der M.S.Mathomhaus.

Annaghdown Church


14:07
Cadbury's hat eine neue Schokoladensorte. Double Chock. Schokolade mit Schokoladenfüllung. Jessas. Können wir bitte an der nächsten Tanke halten? Ich hätte gern zwei Kilo von dem Zeuch.

14:20
Ballywaygibbon. Da war ein braunes Schild [braune Schilder weisen auf Sehenswürdigkeiten hin], auf dem was mit Cairn stand, also sind wir in diese enge, einspurige Straße reingefharen, links und rechts jeweils 40 cm vom Seitenspiegel entfernt überwucherte Mauern, keine Ausweichmöglichkeiten, keine Einfahrt, kein Abzweig oder sowas. Nach über 500 m Fahrt stehen wir vor einem mit stabiler Ketter und Vorhängeschloss from hell gesicherten Tor, immerhin mit Aussicht auf ein verfallenes Haus.
Kosh steigt aus und lotst Vianne, die das Schlachtschiff jetzt die gesamte Strecke rückwärts wieder aus der schlauchförmigen Gasse rausmanövrieren muss.

Um 14:32 sind wir endlich wieder auf der regulären Straße. Der Pilot der RyanAir-Maschine hat bei der letzten schwierigen Landung in Hahn weniger Applaus gekriegt als unsere Steuerfrau und unser Navigator.

14:40
Da ist ein Stone Circle ausgeschildert, nach rechts, mit einem dieser braunen Schilder. Nur dass da auf den nächsten 2 Kilometern keine Straße ist, nur Einfahrten.
Kehren um und suchen die Straße noch zwei Mal ab.

15:00
Ha! Steinkreis gefunden! Das Schild meinte tatsächlich keine Straße, sondern die Weide, auf der der Steinkreis oben auf dem Hügel unter Bäumen versteckt lag. [Ein Verkehrsschild, das auf eine Wiese zeigt, ist halt auch irritierend.]

16:00
Convention diverser Ruinen an sonnigem Park in Cong. Gemütliches Pausieren, dann brechen wir auf, um eine Burgruine zu finden.

16:50
Ballinrobe. Hier wollten wir überhaupt nicht hin.

17:05
Sind wieder ein Stück zurückgefahren und kommen an eine Straße, die nach Ballinrobe führt. Dieselbe, auf der wir gerade waren. Fahren die Straße zurück.
[Videodokumentarisch festgehalten : Die Crew und die Karten, die Karten und die Crew, die Crew und die Karten, die Karten und die Crew. *sing*]

Ausgeschildert ist viel...


17:20
Haben aufgegeben und fahren heim, da wir morgen umziehen und noch packen und saubermachen müssen.
Auf der Rückfahrt kommen wir wieder an der Ausschilderung zum Cairn vorbei. Mein Vorschlag, es doch noch mal zu versuchen, wird kollektiv abgelehnt. Keine Risikobereitschaft, hier.

17:25
Für diese 2 Zeilen hab ich gerade fünf Minuten gebraucht! Im Auto bloggt sich's scheiße.
Uns kommen lauter 40-Tonner entgegen.
Stina: "Wäääh..." Vianne: "Wasn?!" "Nee, ich hab gegähnt, das war ausnahmsweise kein panischer Schrei in Todesangst."

20:00
Resteessen, Resteverbrennen, packen, gemütlich sein.

22.05.2007 um 23:00 Uhr

Donnerstag, 3.5.2007 - Aran Islands

von: Centaurea   Kategorie: Irland 2007

10:30
Wir haben es tatsächlich pünktlich geschafft und sitzen an Bord der Fähre. Es ist windstill und die Sonne blecht und es ist richtig gemütlich warm. Das Rettungsschlauchboot wurde übrigens in Eschershausen (Hessen) hergestellt und im Flyer, den sie uns für die Aran Islands in die Hand gedrückt haben, ist Werbung für den Sparmarkt.

11:00
Das Boot schaukelt gemütlich dahin und hat touristische Vertreter so ziemlich aller tourismusfähigen Länder an Bord - Deutschland, Kanada, Frankreich, Japan,... Wir überlegen, die Brücke zu entern und nach Kanada zu fahren.

13:00
Wir haben uns zwei Pferdekutschen gemietet und lassen uns zum Dun Anghus fahren. Steven, unser Kutscher, erzählt uns mit herrlich sanfter Stimme (und muskulösen, sonnenverbrannten Unterarmen) Interessantes über die Insel Inishmore. Dass es 900 Einwohner sind, die zur Saison täglich von tausend (2000?) Toruisten besucht werden, dass der Leuchtturm, den sie auf den Berg gesetzt haben, nie funktioniert hat, und dass das Pferd Jack heißt und gestern zu seinem 4. Geburtstag Möhrenkuchen gekriegt hat. [Das Pferd der zweiten Kutsche hieß ebenfalls Jack und es steht zu vermuten, dass es ebenfalls am Tag vorher Geburtstag gehabt hatte.]

Die Gegend ist [wiedermal] herrlich. Sehr, sehr steinig (die vielen Mauern haben sie hier weniger deswegen hingesetzt, weil sie sie brauchten, sondern eher um die Steine loszuwerden), aber trotzdem recht grün.
Es gibt Orchideen, Fasane, Rotkelchen, Kuckücken, man kann über das sehr blaue Meer von hier bis nach Galway sehen und am Strand tummeln sich viele Robben.

 

Dun Aengus
Ranwen auf den Klippen 85 m über dem Meer. Hinter dem Fotografen sieht man Dun Aengus nicht.
Bessere Fotos von Dun Aengus gibt es, wenn man nach "dun aonghasa" Bilder-googelt.

Im Fort Dun Aonghasa / Dún Aengus angekommen staunen wir nicht schlecht, dass die Klippen hier so gar nicht abgesperrt sind und man sich oben an den Rand legen und in den 85 Meter tiefen Abgrund schauen darf. [Video davon gibts hier. ]
[Tun dies eine Weile und lassen uns dann wieder zurück an den Strand fahren. Mit 20 Euro pro Person ist man für die Strecke hin und zurück dabei, inklussive einer recht langen Kutschfahrt, Fotostops und verschiedenen Geschichten und Seemannsgarn. Laut dem Kutscher, der Ranwen, Kosh und mich befördert hat, stürzen beispielsweise hin und wieder Leute von den Klippen des Forts, während Stinas, Akis und Viannes Kutscher behauptete, da wäre noch nie was passiert.
Wenn man noch viel Geld übrig hat, kann man sich natürlich auch einen original Aran Sweater kaufen, oder sonst irgendwelche Kleidung aus Wolle, am Strand sind genug derartiger Läden und Souvenirshops. Wir haben davon abgesehen wegen teuer.]

15:00
Stina will unbedingt wieder an den Strand und ins Wasser. Mir lebt da ja irgendwie zu viel Zeuch drin...

 

Strand von Inishmore

 

...Aber ich hab mich überreden lassen und bin ein paar Meter in das erstaunlich klare und warme Wasser gewatet. Für meinen Geschmack leben da ja immer noch zu viele Dinge drin und ich habe unter jedem Sandkorn eine Killerschnappmuschel mit acht giftigen Tentakeln vermutet.
Die Haut spannt ein wenig, weil heute morgen bei der Entscheidung "Puder oder Sonnencreme" natürlich nicht der Sonnenschutz gewonnen hat, aber ich hab immerhin eine Schirmmütze dabei.
[Die Flut hat uns ein wenig überrascht, und plötzlich unser Gepäck bedroht, das wir doch eigentlich weit genug vom Wasser entfernt abgeladen hatten. Videodokumentarisch festgehalten hier.]

17:00
Ziehen uns für die Rückfahrt unter Deck zurück, schauen ein paar Videos auf den Kameras an und veratmen den überschüssigen Sauerstoff.
Inishmore würde sicher auch für mehr als einen Tag lohnen, es gibt genug B&Bs und um von Ort zu Ort zu kommen, kann man neben Pferdekutschen auch Fahrräder und Taxis mieten.

20:50
Habe mich beim Kochen verbrannt, Vianne rennt wegen akuten Sonnenbrandes mit Jogurt im Gesicht rum. Aber das Essen war gut (Spagetti mit Blattspinat, Brokoli und 4-Käse-Sauce, gebratenen Schinken mit Barbecue-Sauce und bunter Salat mit Honig-Senf-Dressing - yess!).

Schaffe es tatsächlich, ein paar Postkarten zu schreiben. Ranwen beendet den Abend mit leckeren Mixgetränken und isländischen Liedern. [Mit Gitarrenbegleitung. Neben dem Spirituosenregal haben sie auch noch einen Instrumentenladen dabei.]

17.05.2007 um 21:26 Uhr

Mittwoch, 2.5.2007 - Coole Park, Athenry und versteckte Sehenswürdigkeiten

von: Centaurea   Kategorie: Irland 2007

11:25
Haben festgestellt, dass die Aran Islands autofrei sind [laut meinem Reiseführer gibt es ein Auto auf der Insel, das die Kinder zur Schule fährt. Freilich ist der veraltet und es gibt sehr viel mehr Autos, die Touristen zu Sehenswürdigkeiten fahren, aber die Fähre auf die Inseln sind keine Autofähren], weswegen wir mit der angepeilten 13-Uhr-Fähre zu wenig Zeit hätten, um die Insel bis zur letzten Rückfähre um 17:00 zu erkunden. Deswegen nehmen wir morgen die 10:30er und fahren heute gen Gort.

12:35
Yeats Tower. In der Nähe von... einem Ort... äh... Stina? "Im Zweifelsfall was mit vielen Gs, Hs und Ns. Und Apostrophen." Vianne? "Ballaba." Kein N, kein G, kein H. Naja, fast.
Yeats ist jedenfalls nicht da und der Tower macht erst im Juni wieder auf, aber die Gegend ist wie immer idyllisch mit einem Fluss mit Fischen und vielen Laubbäumen.

13:15
Coole Park bei Gort. Wir spazieren eine Weile durch den moosigen, efeuigen Laubwald und picknicken dann in der Sonne an dem recht wenig Wasser führenden See. [Dabei haben wir einen Schwan beobachtet, der mühsam versucht hat, sich seinen Weg durch ein sicher viel zu flaches Rinnsaal im Seeschlamm zu bahnen. Meter für Meter hat er sich vorgekämpft und wir haben uns köstlich amüsiert bei der Vorstellung, wie er uns mit einem Auge beobachtet und sich anstrengt, sich möglichst würdevoll durch den Tümpel zu schieben. "Königlich. Muss königlich aussehen. Ächz. Ah, Mist, sie schauen her, muss noch königlicher aussehen. Verdammter Schlamm. Schieb. Ächz. Das ist Absicht! Das mach ich immer so! Königlich..."]

15:30
Irgendwo bei Portumna war ein Wedge Tomb ausgeschildert, der bezeichnete Feldweg führte allerdings nur durch ein paar Hügel auf eine andere Straße. Das 4000 Jahre alte Grab kann wohl kaum besser vor Plünderern geschützt sein als durch irische Wegweiser, die darauf hinweisen. Wahrscheinlich ist es nur deswegen so alt geworden. Geben auf.

16:00
Sonnige Zwischenstops am kurzen... nee, umgekehrt, egal. Lough Rea jedenfalls, nicht zu verwechseln mit Lough Ree, oh, Lough Ree, where the three counties meet. [Davon gibts aber glaub ich auch zwei.]

17:00
Stopp am Turoe Stone, um den sie eine Petfarm, gebaut haben, einen Streichelzoo, mit Lämmlein und Eseln und Ponys, für den Erwachsene allerdings 6 und Kinder 12 (!!) Euro Eintritt zahlen. Um den Stein selbst [man kann dahin, ohne Eintritt zahlen zu müssen] haben sie eine kleine Hütte gebaut, so dass zwar die Verzierungen darauf vom Wetter verschont bleiben, dass Fotografieren aber auch nicht viel Sinn macht. [Echt, da steht irgendwo mitten auf der Wiese eine Gartenlaube und wenn man reingeht, ist da nur der betonierte Fußboden und der tausende von Jahren alte Stein in der Mitte. Erhaltungstechnisch sicher sinnvoll, aber doch irgendwie auch surreal.]

17:20
Auf der Suche nach Castle Nr. 317. Stina mit dem symbolträchtigen Satz "Eigentlich müssten wir längst da sein *in die Karte starr*" Geben auch das auf.

 

Athenry Priory

 

17:30
Athenry Castle [Nr, 318] macht just in dem Moment zu, an dem wir ankommen und für die Athenry Priory gegenüber muss man den Schlüssel von irgendeiner Kirche in der Stadt holen. Aber von außen ist sie hübsch...

18:00
Verlassen die Stadt wieder mit der M.S. Mathomhaus, vorbei an besonders schönen Wiesen mit hübschen Bäumen und schlechten Straßen. Ich kann so nicht bloggen! [Die Schrift ist echt mies...]

18:29
Seit Galway Ortseingang haben wir 6 (!) Roundabouts [Kreisverkehre. Auch Kreischverkehr genannt, weil viele zweispurig sind und natürlich linksrum gehen] passiert. Aufrund akuten Verfahrens in der Stadt wiederholten sich dann manche.

 

Atlantik

 

Kurzer Stopp am Strand bei Spiddal

23:00
Heute sind sie alle noch eher ins Bett als sonst, denn wenn wir morgen die Fähre um 10:30 kriegen wollen, müssen wir gegen 9:00 hier weg, ergo gegen 7:30 aufstehen. Iiieks.
Zum Abendessen gabs heute richtigen irischen Räucherlachs [aus Ballyconeely, wo wir gestern waren. Und es war geräuchter mit Honigzeuch dabei, geil]. Ich hätte jetzt ne halbe Stunde Zeit, endlich mal ein paar Postkarten zu schreiben, was ich bisher nicht geschafft habe, denn die letzten Tage waren wir einfach zu spät da und ich zu müde. Jetzt bin ich unkreativ und lege den Postkartenstapel nach einer Viertelstunde völlig unbeschriftet zurück. Dafür sitze ich jetzt am Kaminfeuer und blogge bei Vollmond mit dem MP3-Player im Ohr. Hachja.

16.05.2007 um 20:09 Uhr

Dienstag, 1.5.2007 - Connemara

von: Centaurea   Kategorie: Irland 2007

13:00
Tag der Arbeit und wir sind in gemütlichem Tempo auf dem Weg zum Connemara Nationalpark. Blauer Himmel und Sonenschein. T-Shirt-Wetter, Castle hier, Kirche da. [Wir sammeln wie immer alles auf, was so am Weg liegt, ich hab hier bei weitem nicht jedes Gebäude erwähnt.]

Aughnanure Castle, das aufgrund seiner Unaussprechlichkeit von Vianne kurzerhand zum Alnatura-Castle umbenannt wird. Sie wollen 2,90 € Eintritt, aber da das der kulturellen Erhaltung dient, der wirtschaftlichen Entwicklung und Blah, zahlen wir und schauen uns auf dem Gelände und im Turm um. [Die Burg ist karg aber nett ausgestattet und mit einigen Informationstafeln versehen. Durchaus sehenswert.]

 

Lough Corrib

13:45
Lough Corrib
Auf der Suche nach der idealen Fotoperspektive [s.o.] räume ich einen Kanister beiseite und schaffe es irgendwie, Fotoapparat, Hand und Pullover mit Dieselöl zu beschmieren. [Irgendwie? Ich lag halt. Auf dem Klecks.] Ich hasse es, wenn ich sowas tue. Peele meine Hand mit Sand, säubere mit Ranwens Desinfektionsmittel nach, säubere den Fotoapparat mit Papiertaschentüchern und kremple den Ärmel hoch. [Das Zeug ist ganz eklig, man beschmiert sich ständig neu damit, kriegt es kaum irgendwo ab.] Heut Abend wird gewaschen. Irgendwo dort draußen auf dem Wasser ist mit Inchiquin ein tolles Folk-Stück. [Ein Instrumentales Stück mit dem Namen "Lord Inchiquin".]

14:05
Weiter gen Connemara gibts größere Hügel (also über 300 Meter hoch. Für die Gegend ist das viel.) Viele Postkartenmotive. Seen mit baumbewachsenen Inselchen. Hübsche, freundliche Gegend, die seltsamerweise viel weniger bewohnt ist als die Gegend am Sonntag.

 

Connemara

 

14:25
Fotostop Nr. 237. Beim Versuch, Ranwen aus dem Bild zu springen, renne ich genau den Schachtelhalm um, den sie gerade fotografieren wollte. Mache heute aber auch alles kaputt. Stina drängt zum Aufbruch, weil sie noch an den Atlantik will. [Unser Cottage stand etwa 500 Meter davon entfernt, aber das ist was anderes.] Ich nicht. Habe Angst, den heute auch kaputt zu machen. Witzeln gemeinschaftlich, dass ich wohl eine Muschel umdrehen und dabei den Abfluss finden würde. Ein saugendes Geräusch später wäre Irland keine Insel mehr (und ich könnte mit dem Auto statt mit dem Flugzeug hin. Hm...) und Millionen von Iren würden sich wundern, während meine Leute nur stumm mit einem "nicht schon wieder"-Blick den Kopf schütteln würden.
Steige wieder ein und beschließe, heute einfach auf der Rückbank sitzen zu bleiben.

14:55
Kleine weiße Pferde, von denen ich annehme, dass es Connemaras sind - in Connemara. Toll. Rohan-Thema und Cadbury's Schokolade. Hach.

16:30
Nach Erkundung des Musik- und Souvenirladens von Roundstone an der Dog's Bay (Postkartenmotiv) vorbei. Grüne Wiesen, Felsen, weißer Atlantikstrand. Vianne hat einen Riegel irischer Schokolade mit Karamel-Knuspergedöns-Füllung ausgegeben. Allgemeines Geseufze im Auto. Kosh: "Willst du noch ein Stück?" Stina: "Nee, dann wirds ja multipel."
[Sie meinte die Kalorien, liebe Kinder.]

Atlantikküste


17:00
Halten an einem Atlantikstrand irgendwo bei Ballyconeely an und waten ein bisschen durch das Wasser und den weißen Sand. [An den Strand hat es eine Monsterkrabbe gespült, die so groß war wie mein Unterarm. Größer. Pfuibah.] Auf einer grünen Weide nebenan grasen drei wunderschöne weiße Connemaras, von denen Ranwen eines herbeipfeifen kann. Es ist ein sehr, sehr hübsches elegantes Tier und bleibt so stehen, dass ihm der Wind anbetungswürdig durch die Mähne fährt. Wir bleiben eine Weile anbetend stehen und fahren gegen 18:00 weiter gen Cliffden. Sind immer noch sehr weit vom Connemara Nationalpark entfernt, wo wir doch eigentlich hinwollten. Und heute wieder zurück...

19:00
Nach einem weiteren Fotostop in bergiger Gegend halten wir kurz am Connemara Nationalpark an. [Oder am dazugehörigen Eingang. Rezeption. Visitor's Centre. Irgendsowas. Das war allerdings geschlossen.] Dann fahren wir weiter. Es ist spät und ich bin wohl nicht die einzige, die visuellen Overload erlitten hat. Außerdem könnte ich umfallen und sofort einschlafen. Visueller und oxygener Overload, sozusagen.

19:32
Kein Wunder, dass ich so müde bin. Ständig hüpfen irgendwo Schafe neben der und über die Straße. Einundzwanzig, zweiundzwanzig, ZZZzzzzzzzzz.....

Vianne scheint ein Buch zu planen, ich schnappe nur den Titel "Die unglaubliche Wolligkeit des Schafs" auf. Stina und ich thiien kurz unterhalb des Ultraschallbereiches, wenn Lämmlein die Straße vor uns kreuzen. Dann räuspern wir uns und murren einige Oktaven tiefer mit rauer Stimme über das blöde Wollviehzeug. Kähä.

20:40
Kommen nach Galway rein und sind wieder mal froh, dass die Supermärkte hier so spät schließen. Kosh rammt wiederholt den Bordstein. [Folgende Episode ist nicht witzig, ich wurde nur von meinen Mitfahrern genötigt, sie aufzuschreiben. Ich war müde. Und überhaupt. Deh.]
Ranwen: "Sachma, fängst du jetzt ein Verhältnis mit dem Bordstein an?" Irgendso ein Centi von der Rückbank: "Wieso? Weil er ihn ständig bummst?" Stellen fest, dass wir beim letzten Einkauf schon wieder das Brainbleach vergessen haben. Hnng.

Weil er nach dem vielen Autofahren, Ein- und Aussteigen und durch-den-Wind-Spazieren völlig aufgedröselt ist, mach ich den geflochtenen Zopf auf und begebe mich im Supermarkt auf die Suche nach einem Anti-Flecken-Mittel gegen das Öl in meinem Lieblingspullover. Eine Frau in hübschem Rock biegt um die Ecke, sieht mich kurz an und meint aufrichtig: "Your hair is beautiful."
Sammle meine Kinnlade vom Boden auf und kratze meinen Wortschatz zu einem verdatterten "Thank you!" zusammen, dann ist sie schon wieder hinter der nächsten Ecke verschwunden. Danach werde ich so rot wie die Sonne, die gerade untergeht. Ibbs.

[Da wir heute kochunlustig sind, gibts nur sechs verschiedene Pizzas, davon waren aber immerhin die meisten (5?) Bio.]

23:00
Nach dem Abendessen hat sich das Haus innerhalb von Minuten zur Ruhe begeben. Ich bin die letzte, die noch rumsitzt, weil ich die Haarkur noch einwirken lassen und ausspülen muss. Für morgen haben wir die Aran Islands geplant.

15.05.2007 um 17:55 Uhr

Montag, 30.4.2007 - Claregalway, Tuam und Ross Friary

von: Centaurea   Kategorie: Irland 2007

13:40
Claregalway Abbey. Eine Franziskaner-Kirche und wie sich das gehört ohne Dach und mit schönem Friedhof drumrum. Wir blenden per selektiver Wahrnehmung die Plastikblumen auf den Gräbern aus. Hohe gotische [/neogotische/gotisch aussehende] Fenster, Efeu, Bäume und Inschriften in Englisch, Irisch und Latein, ein hübscher hoher Turm, auf den man mangels Treppe oder Aufzug leider nicht hochkonnte.

 

Claregalway

 

14:00
Auf einer breiten Straße (jede Seite hat eine Spur für sich) gehts weiter nach Norden. Links und rechts ziehen sich ebene weite grüne Wiesen dahin, gelegentlich von Steinmauern, Baumgrüppchen und Ruinen unterbrochen. Naja und ein paar bewohnte Häuser. Für die Menge an Wiese sehr wenige Schafe und Rinder. Aber da, wo Schafe sind, sie hier auch immer Lämmchen. Thii!

14:10
Die Sonne kommt raus, damit wurden wir in letzter Zeit ja nicht gerade verwöhnt. Das Gras ist gleich doppelt so grün.

14:15
Tuam. Noch so'n Folksong [Naja, die Stadt wird in "Rocky Road to Dublin" mal erwähnt...]. Zwei große Kirchen, die noch ein Dach haben. Find ich jetzt nicht so attraktiv und mein Vorschlag zur Verschönerung der Kirche wurde leider abgelehnt. Hmpf. Wir besichtigen die City, als die Schulen gerade aus sind und lauter Mädels in kurzen Röcken durch die Gegend laufen. Ich hätt mich ja geweigert, solche Schuluniformen zu tragen, aber ich hab mich ja auch in der 3. Klasse geweigert, in den Nadelarbeitsunterricht zu gehen. In KFZ-Mechaniker-AGs wär ich gegangen. Aber sowas gabs ja nicht.

[Übrigens hab ich mich in einer der beiden Kirchen total über die Friedenstauben gefreut, die irgendwelche Kinder dort auf Papier gemalt hatten. Bis Stina mir gesagt hat, dass das Darstellungen des heiligen Geistes sind. Deh.]

16:15
Weiter gehts gen Ross Friary. Ausgesprochen hübsche Gegend, ganz leichte, sanfe Hügel, sehr grün, hier wirkt alles sehr viel einladender als in dem steinigen Gebiet gestern.
Auch die Temperatur ist inzwischen von Pullover+Schal+Jacke auf T-Shirt gestiegen.

16:53
Stina und Vianne fachsimpeln über Straßen. Dies hier sei eine Breitbandstraße, während das gestern eher 56k-Wege gewesen seien.
Nerds.

 

Ross Friary

 

17:10
Haben Ross Friary erreicht und erkundet und sitzen jetzt im Sonnenschein im Gras vor den verfallenen Mauern der Abtei. Aussicht auf die grünen Hügel mit Schafen und Rindern, ein Wässerlein in der Nähe. Ranwen gibt mit der Flöte und isländischen Liedern wieder die Bardin und sorgt damit fürs Ambiente.
[Wir bleiben dort eine ganze Weile schwelgend sitzen, ehe wir die Heimreise antreten und nach einem erneuten Einkauf und Abendessen wieder vorm Kamin landen.]

22:12
Stina: "Es ist Vollmond?! *rausrenn*"
Rest: *verwirrt hinterher starr*
Vianne: "Was tut sie? Tanzt sie jetzt nackt um die Wäschespinne?"
[Man muss wohl dazu wissen, dass Ranwen und Stina an dem Tag von einem Film erzählt haben, in dem nackte junge Frauen über ein Lagerfeuer gesprungen sind. Nee, das machts jetzt grad irgendwie nicht besser, glaub ich. Ich hab ihn nicht gesehen! *sich verteidig*]

Der Abend klingt ebenfalls bei Lagerfeuer und Ranwens Cocktails aus.

14.05.2007 um 19:23 Uhr

Sonntag, 29.04.2007 - Galway und die Gorumna Islands

von: Centaurea   Kategorie: Irland 2007

7:30
Das Haus ist ziemlich hellhörig, die Türen haben klappernde Klinken, die Wände sind aus Papier. [Außerdem hat die Klospülung noch zehn Minuten nach Betätigung Geräusche von sich gegeben.]

[Nach dem Frühstück gab es einen kurzen Spaziergang am Strand von Galway und einen kurzen Rundgang durch Salthill. Wir haben unseren zukünftigen Stamm-Supermarkt entdeckt, den Joyce, der 365 Tage im Jahr auf hat und viel Bio-Krams verkauft. Wir haben für 164 Euro eingekauft. Einhundertvierundsechzig. Nicht, dass wir mit dem Kram lange hingekommen wären, am nächsten Tag waren wir wieder einkaufen. Es ging zwar durch sieben, aber einhundertvierundsechzig! Bei den Preisen muss man aber auch wirklich schwer schlucken, durch die Reihe weg ist dort so ziemlich alles mehr als doppelt so teuer wie hier.
Nachdem wir das Zeug ins Spiddal ausgepackt hatten, sind wir wieder ins Auto gestiegen und die Küste entlang gen Westen gefahren, bis auf die Gorumna-Inseln.]

17:10
"Ham die'n Arsch offen?! Ich fahr hier doch nicht 80!" Vianne zweifelt ein wenig an der Kompetenz derjenigen, die hier die Schilder aufgestellt haben.

Connemara. Hier ist gar nix. Nicht mal Landschaft. Es hat was von den Totensümpfen. Sumpf, Moos, Flechten, Felsen. Nix. E bissl Wasser. Meine Schuhe sind, btw. nicht wasserdicht. Hnng. Ranwen legt den Gollum's Song ein. Passt total. "You are lost, you can never go home." Iiieks!

 

Connemara


17:30
Und just als das Rohan-Thema einsetzt, kommen wir wieder an die Küste. Aaawww.

17:34
Musikalisch sind wir jetzt in Moria. Not helping, weil wir wieder in der Mondlandschaft des Landesinneren sind.
Hier sind übrigens die Gaeltacht. [Die beginnen wohl kurz westlich von Galway.]Jedes einzelne Schild hier ist ausschließlich Gaelisch. Nur die Erfahrung sagt uns, dass dieses Schild "Fahr langsam" heißt. [Bei den längeren Schildern, auf denen teilweise ganze Romane standen, waren wir uns weniger sicher, ob das jetzt einfach nur bedeutet, dass da vorn eine Baustelle ist, dass das B&B zu unserer Linken besonders tolle Baked Beans macht, oder ob die Straße 20 m vor uns an einer Klippe endet.]
Fahren auf die Mini[Mini-Miezis!]-Insel Lettermore Island, auf die eine seehr enge lange Brücke führt, auf der uns natürlich zwei Autos entgegenkommen, die unserem Schlachtschiff an Größe nicht weit nachstehen.
Aber links ist Meer, rechts ist Meer, sehr beeindruckend. Das Rohan-Thema, wie bestellt. Auf dieser engen, langen Brücke darf man 80 fahren. Vianne fährt 60, für den Fall, dass sie uns finden: Wir sind unschuldig.

"We've got rocks and rocks and rocks and rocks and rocks and rocks and rocks and rocks,
And rocks and rocks and rocks and rocks and rocks and rocks and rocks and rocks
And water!"
Sehr steinige Gegend. Gras zwischen den Steinen. Küste links, mehr Steine rechts und links und vorn und hinten und überall. Vianne verflucht jedes einzelne Auto, das uns entgegenkommt. So kenn ich sie gar nicht.

 

 

Gorumna Islands

 

18:13
Aussteigen für Foto-Session. Vianne verfüttert meine letzten beiden Sandwiches an einen Boxerhund. (Vianne: "Ein schöner, aber viel zu dünn.").
Meine Hand stinkt nach Hund. [Da waren zwei und natürlich konnte ich mich nicht zurückhalten, sie zu streicheln.] Ich könnte sie im Meer waschen, aber das ist das einzige, das hier noch mehr stinkt. Ürgs.
"Warum soll ich die children minden?! Die können doch über die Mauer hüpfen!" Ich kann Viannes dezentes Zweifeln verstehen, denn die Straße ist an der Stelle noch etwa 1,9 m breit. Wir wundern uns nicht über die Religiösität der Iren.
"Bist du sicher?" "Ja." "Aber da ist doch Grün in der Mitte!!" [Es war tatsächlich eine richtige Straße und keine Einfahrt in ein Gemüsebeet.]
Viele Ruinen, viele Hügel. Viiiiiele Steine.
Stina: "Hier wohnen echt Leute! Aber... warum?!"

 

Gorumn Islands

 

19:irgendwas
Auf unserem Weg zurück durch die steinige Pampa - etwa tausend auszuweichenden Autos und ebensovielen Flüchen Viannes später - stoßen wir auf einen Radiosender [Also Gebäude und Sendemast desselben]. Raidio na Gaeltachta. WTF! Mitten im Nirgendwo. Kein Handyempfang. Wenn man hier irgendwo mit dem Auto liegenbleibt, kann man keine Hilfe holen, aber gälisches Radio hören. Yay-ho.

21:35
Wir haben die Fahrt überlebt und gut gegessen, wir ziehen uns mit der Erdbeerbowle, die Kosh und Ranwen mitgebracht haben - die beiden haben ein halbes Spirituosenregal ins Flugzeug gekarrt. ohne über die 15 kg zu kommen - RESPEKT! - ans Kaminfeuer zurück.
Ich habe Feuer gemacht! AufdenBodenrotzundimSchrittkratz. Harrr!

0:02
...Wobei ich heute die einzige zu sein scheine, die gut und gern noch 1-2 h machen könnte. Die einzigen beiden, auf die ich mich sonst in der Sache verlassen kann, sind von Erkältung (*Schutzzeichenmach*) bezwungen worden. Hüte noch ein bisschen das Feuer (und die Erdbeerbowle) und mache mich dann auch ins Bett.

13.05.2007 um 20:44 Uhr

Samstag, 28.4.2007 - Flug und Ankunft

von: Centaurea   Kategorie: Irland 2007

[Ihr kennt das Spiel: Ich schleppte ein Blogotizbuch und einen Kugelschreiber über eine der britischen Inseln und tippe nun dies Geschreibsel in heimischen Gefilden ab. Gegenwärtige unqualifizierte Randkommentare von mir in eckigen Klammern.]

11:21
Auf geht's. Ich hab mich also tatsächlich wieder in einen Flieger gesetzt, auch wenn ich mich im Vorfeld merfach dafür verflucht habe. Ich hätt ja auch nen Tag auf ne Burg fahren können, anstatt mich schon wieder in so ein tonnenschweres Monstrum zu setzen. Oder ich hätte mich bei Stina einquartieren können. Sie hat Mini-Miezis, wie bei ihr regelmäßig nachzulesen ist. Gaaaaanz kleine. So minimiezimauz klein. [Das klingt jetzt doof, aber das sind sie wirklich.] So winzig, dass man in ihrere Gegenwart nicht lauter als im Flüsterton sprechen mag. Win-zig. 14 Tage alt. Ist es nicht eine Schande, dass ich lieber mein Leben in dieser überdimensionalen Blechbüchse riskieree, als 14 Tage lang Mini-Miezis anzuthiien? Noch zwei Tage und Lily hätte mich wahrscheinlich als eines der Ihren akzeptiert. [Noch cooler wäre es natürlich, als eine der Iren akzeptiert zu werden. Ahahaha. Ähem.]
Seufz. Aber gut. Wir - Stina und ich - haben beschlossen, diese beiden Flüge zu überstehen. Für die Miezis. Unser Kampfschrei. Für die Miezis. Mini-Miezis mit winzigen Flauscheöhrchen, schwarzen Schwänzlein und klitzekleinen rosa Zünglein.
Ähm.
Ja.
Ich fliege übrigens nach Irland, erwähnte ich das? Nein?
Okay, Irland also.
Der Flieger geht von Hahn nach Dublin, dort mieten wir ein Schlachtschiff von Auto und fahren an mindestens 7 irischen Folksongs vorbei gen Galway. RyanAir fliegt nämlich von Hahn aus Shannon nicht mehr an, außerdem haben sie die Gepäckgrenzen empfindlich runtergedreht (15 kg!), aber sie werden uns sicher befördern, daher mögen wir RyanAir. In der Nähe von Galway, in Spiddal, haben wir - Stina, Aki, Ranwen, Kosh, Vianne und 's Centi - ein Cottage gemietet. Nachdem wir eine Woche die Gegend erkundet haben, verlassen wir Galway, holen Nimiel vom Flughafen Shannon ab und fahren nach Clare, Ennis, genau Labasheeda. Am Mittwoch darauf lassen uns dann Vianne, Ranwen und Kosh zu viert zurück und fliegen heim, wir folgen am Samstag darauf.
Vianne hat übrigens einen Laptop dabei und wenn ich nur den USB-Stick [Ich muss meine Sätze gar nicht zuende. Ihr wisst ja, was ich.], dann könnte ich mir das Kuli-Geschreibe sparen. Autsch. Krampf.

Das mit den Uhrzeiten könnte dieses Jahr abenteuerlich werden, weil doch das Armband meiner digitalen Uhr kaputt ist, und ich sie daher zuhause gelassen habe.

Da schreib ich schon Romane und wir sind noch nicht mal da, aber das lenkt vom Flug ab. Wobei ich dieses Jahr merklich ruhiger bin, was irgendwie nicht nur an dem Mini(Mini-Miez!)-Fläschlein Kräuter[likör] liegen kann. Außerdem haben wirs wieder mit Visualisierung versucht. "Wir sitzen in einem Bus. Nur ein Bus. Ein ganz normaler Bus." "Ein Bus, der mit 500 km/h 10 km über dem Erdboden..." Stina muss aber auch immer alles kaputt machen.

Ich hab dieses Jahr sogar eine F5-Taste dabei und müsste daher nicht mal mehr überall welche hinmalen, aber ich hab ohnehin vor kurzem meinen Lieblings-RPG-Char getötet, daher hab ich grad das Gefühl, selbst auf Internet ein paar Tage verzichten zu können. Na, wir werden sehen.


11:55
Ich muss mir, wenn wir da sind, ne Uhr kaufen, ich kann doch nicht immer Vianne fragen. [Das Problem löste sich im Nachhinein dadurch, dass unsere Mietwagen mit digitalen Uhren ausgestattet waren, yay-ho!]
Angeblich landen wir in 15 Minuten, ich pack schon mal das Büchlein weg und ess noch was.

 

Schlachtschiff an Landschaft

Das Schlachtschiff in der Landschaft von Connemara. Allerdings erst am 29.4.

 

17:46, Ortszeit
Wir sind kurz vor Galway und da wir doch nicht durch Oranmore fahren, waren es doch nur sechs Folksongs. Ich hab sonst richtig geschätzt, yay! Dank grandios nicht vorhandener Beschilderung an zwei Sehenswürdigkeiten vorbeigefahren [also ohne sie zu sehen], sogar Clonmacnoise, aber davon gibts ja überall genug Bilder.

Unser Van, das Schlachtschiff, wir haben ihn M.S. (Monsterschiff) Mathomhaus genannt, ist riesig und beeindruckend, aber hinsichtlich der hinteren Plätze völlig fehlkonstruiert, man sieht da nämlich gar nichts. Fliegende Wechsel und Ringtausch sind also angesagt. Während man normale Autos immerhin ab 25 fahren darf, muss man für das Monster 30 sein. [Weswegen Stina das Schiff doch nicht steuern durfte und sich total gefreut hat, auch noch mal für etwas zu jung zu sein.]
Puh, im Auto schreibt sichs richtig schlecht.

Ein kleiner Tante-Emma-Laden am Straßenrand hatte Cadbury's, ich hab sie so vermisst, und Soda Bread. Is' toll hier.

Ich hab so den Eindruck, dass wir heute alle nicht alt werden. Hängt alles ein bisschen durch, sogar ich hab im Flugzeug ja schon mehr gedöst als gezittert, obwohl ich die Nacht wie ein Stein geschlafen habe.
Feierabendverkehr in Galway, es staut. Auf den ersten Eindruck ist Galway deutlich weniger niedlich, schrullig und liebenswert als Killarney, aber wir geben der Stadt noch ne Chance.
...
Uuuuh, Seefahrer! =)

21:00
In Spiddal einkaufen gewesen und am Meeresstrand den Sonnenuntergang angeschmachtet. Zu doof, dass der Strand im Süden einer Landzunge liegt und die Sonne daher überm Land untergeht, statt überm Meer.

 

Sonnenuntergang bei Spiddal

 

Torffeuer im Kamin entzündet und festgestellt, dass Grillanzünder toll ist. Warum hab ich mich letztes Jahr mit Pappe abgemüht?!

Der erste Laib Soda Bread ging zum Abendessen komplett drauf, was vor allem deswegen bemerkenswert ist, weil das Abendessen eigentlich schon aus Spaghetti mit Tomatensoße bestand. Zu sechs isst man halt mehr.


Die gesamte Crew ist dann auch früh ins Bett gegangen.