Chronik eines Abschiedes

16.08.2008 um 22:36 Uhr

Akzeptiert

Liebste Freundin,

es ist vollbracht. Ich bin aus einem Alptraum aufgewacht. Ich habe die finstere Nacht hinter mir gelassen, die so zäh und klebrig wie eine zermürbende Krankheit war und ich mich unter unsäglichen, inneren Schmerzen gekrümmt habe. Ich hatte mich verirrt und war wie in einem Dickicht orientierungslos, bewegungsunfähig gefangen. Und jetzt auf einmal hat sich alles gelichtet. Die Gedanken sind wieder klar und ich bin frei.

Eine Bekanntschaft im Internet hat mir, ohne es zu wollen, den Blick geöffnet. Und alles, was so undurchdringbar und unverständlich war, liegt klar und offen auf der Hand.

Fakt ist, dort geht es in erster Linie um sex. Erfahrungen, den Kick. Das ist offensichtlich ein ungeschriebenes, aber bekanntes Gesetzt. Ja, nur ich träume durch die Gegend, versperre den Blick und will das offensichtliche Leben dort nicht wahrhaben. Ich will dort nach meinen Gesetzmäßigkeiten leben, die aber dort nicht gelten. Und nicht nur dort nicht ...

ER und ich, wir sind zusammengekommen und haben nach verschiedenen Gesetzmäßigkeiten gelebt und gehandelt. Er war bei den ersten Abenden völlig aus dem Tritt, als ich mich nicht mit Alkohol zudröhnte. Jetzt ist mir auch klar warum. Er lebt in einer Welt aus Aktionismus. Und genauso sieht die "Entspannung" aus: Alkohol, Sex, Drugs and Rock'n Roll. Oberfläche und alles nur für den KICK. Und ich dagegen ... nun ja ...

Alles, nun wirklich alles, was mir total wehgetan hat, rührt aus diesem sich in unterschiedlich bewegten Welten her. (Wobei ... in seiner Rubrik stand Partnerschaft ... höhö ... worin denn? In den Exsessen? ... wahrscheinlich. Denn eine andere Welt kennt er ja garnicht ... egal). Und ich hatte es gespürt. Ich meine irgendetwas hat sich ja in mir deutlich gewehrt. Siehe den ersten Blog in dieser Rubrik ...  Merke: Partnerschaft ist scheinbar ein weit dehnbarer Begriff.

Es ist ein Fehler zu glauben, dass in unterschiedlichen Welten von beiden Seiten das bestreben ist, sich auf einer Mitte anzunähern. Bei IHM und mir war es leider nicht so ... Tja, wie auch. Wenn man in unterschiedlichen Booten sitzt ist es mit dem Rudern im gleichen Takt nicht so wirklich machbar ...

So, und nun kann ich aufhören zu warten. Ich kann aufhören mich mit jeder Erinnerung unter Schmerzen zu krümmen, weil mir Details jetzt erst ins Auge springen. Ich kann aufhören, das unmögliche zu hoffen.

Ich kann abschließen und wieder leben. Wie immer das auch aussehen mag. Mir ist noch nicht klar, wieweit ich mich in den bestehenden Gesetzmäßigkeiten einfügen kann, die so garnicht meine Welt sind. Aber ich habe nun angemesseneres Rüstzeug. Und irgendwie wird es damit schon gehen.

Jetzt gilt es nur noch zu klären, warum ich die Schuld auf mich ziehe, wenn es im zwischenmenschlichen Bereich nicht klappt. Warum ich keinen natürlichen Schutzmechanismus habe.

01.08.2008 um 21:11 Uhr

Eine kleine Geschichte ...

 

zum Nachdenken. Lest sie und entscheidet dann selbst ...

Wie der Titel des Blogs schon deutlich zum Ausdruck bringt geht es um Trennung oder den Versuch einer solchen. 

Ich bin mit jemandem seit einigen Wochen zusammen, der mich nicht spüren läßt, dass er mich wirklich mag. Er ist in seinem Verhalten das beste Beispiel für einen Mann, vor dem dich jeder Ratgeber händeringend warnt. Deine Familie und Freunde schütteln nur noch den Kopf, wenn du etwas aus dem Nähkästchen plauderst. Niemand versteht, warum du das "Spiel" noch am Leben erhälst. Warum du nicht Nägel mit Köpfen machst und diesen Energie- und Herzräuber hemmungslos vor die Türe setzt.

Er zeichnet sich durch Unzuverlässigkeit und Unverbindlichkeit aus. Wir sehen uns nur am Wochenende, wenn überhaupt. Und wenn wir uns sehen, dann max. 5-6 Stunden oder über Nacht. Er hat andere Verabredungen, anderes zu erledigen oder was auch immer.

Nie eine SMS, die sagt, dass er dich vermißt oder dass es schön war dich getroffen zu haben. Oder ähnliches.

Du schreibst ihm nette Worte und bekommst darauf keine Antwort. Oder auf einen geschriebenen "Kuss" als Antwort ein: "dito" ...

Du weißt nie, wann er sich meldet. Du weißt nie, ob abgesprochen Verabredungen eingehalten werden.

Drauf angesprochen hat er immer eine passende Antwort. Oder er macht einen neuen "Kampfplatz" auf, der mit der Ursprungssituation nichts zu tun hat.

Aber irgendwie kommt er immer wieder damit durch.

Du weißt nie, ob du wirklich die einzige Frau bist, oder ob er noch andere "am Leben" hält. Er war vorher kein Kind von Traurigkeit. Gut, dass muß nun nichts heißen, aber sein Verhalten läßt wirklich die wildesten Phantasien aufkommen. Und dich läßt er ja nun nicht wirklich spüren, dass er sich mit dir wohlfühlt.

Am vergangenen Samstag war eine "Konfliktsituation". Du bist schon morgens mit dem Gefühl gegangen, er schiebt dich ungeduldig aus dem Haus. Auf einer SMS hat er dazu nichts gesagt. (Wie immer)

Du kommst abends von der Arbeit wieder und siehst, dass er sich kaum eine Stunde später auf der Partnerbörse, wo ihr euch auch kennengelernt habt, "rumgetrieben" hat. Ok, das muß ja so noch nichts heißen. Aber mit der Kombination von keiner weiteren Verabredung am WE mit der Online-Kombination UND dem am Morgen aus dem Haus schieben ... fühlt sich das beschissen ungut an.

Gut, dein Maß war voll und du hast im gesimst, warum er sich immer noch auf den Online-Partnerbörsen rumtreibt. Glücklich und zufrieden scheint er ja mit dem, was er hat nicht zu sein. Seine Reaktion war: "Wenn du alles ins negative ziehen willst. Weiter so!"

Du sagst ihm, er solle es dir erklären. Und dass du es durchaus für legitim empfindest wissen zu wollen, wie stabil das Fundament des Vertrauenes ist. Und ob er mit dir in dieser Beziehung (gemeint war Treue) gleich tickt.

Reaktion: KEINE

Das war Samstagabend.

Dienstagmittag fragst du ihn per SMS, wie es ihm mit seiner Erkältung ergeht. (Wage Hoffnung war, seine "Sprachlosigkeit" liegt darin begründet, dass er flach liegt ...

Abends bekommst du eine provozierende Antwort, die besagt, dass es ihn wundert, dass es dich noch interessiert ... (??????????????? häh ?????)

Langes Geblubbel hin und her: Er dachte ich hätte "Schlußgemacht". Bla Bla hin, Bla Bla her ... Er war dann wohl beruhigt, nachdem du deine Achillesferse beim online-sein zugegeben hast. Er hat sogar "geschluckt" das eine helfende, reichende Hand mit Verständnis gut getan hätte. Vorher allerdings noch gesagt, wenn du selber im Netz sei, stehe es dir ja wohl nicht zu mit Steinen zu werfen ... (du hattest allerdings irgenwann zufällig gesehen , dass er dort weiterhin noch fröhlich online ist) ...

Lange Rede kurzer Sinn, sein Vorschlag, es sei ja noch nicht alles verloren, und "lass uns das beste draus machen".

Du gehst drauf ein, denn Du willst ihn nicht verlieren. (Warum auch immer nicht...) Und sagst auch nichts mehr dazu, dass er die Frage, warum er sich dort, online aufhält, elegant, mit seinem von Zaun gebrochenen Streit, umgangen.

Reaktionen auf deine gefühlsmässigen Worte kamen natürlich nicht ... Keine gute Nacht, kein schlaf gut, kein guten Morgen ... nada.

Was kam, war die Frage am Mittwoch, ob du mit ihm am We wegfahren wollen würdest.

Klar willst du. Verabredung getroffen. Alles im Lot.

Und weiterhin: Funkstille.

Und du kommst ins Überlegen. Und da ist sie die Erkenntnis: SO fühlt sich Liebhaben NICHT an. Schreibst ihm, dass sich Liehaben so nicht anfühlt. Du keine Erfüllung an einer sexuellen Beziehung findest. Du gerne an seiner Seite bleiben möchtest, aber dein Weg hier endet. Schickst ihm einen letzten Kuss und machst Schluß.

Er fragt noch, was passiert sei. Aber, was sollst du noch sagen? Immer hast du sein Unwohlsein angesprochen und es wurde nicht draufeingegangen. Also, was sollen noch weiter Worte von deiner Seite.

Du bist in den Tag gegangen, mit dem Gefühl du schaffst es und dein Leben läuft nun ohne ihn weiter.

Dann bekommst du eine SMS. Erst hast du es nicht gerafft, weil da standen Worte, die du so von ihm nie gehört oder gelesen hast. Du windest dich vor Schmerz. Und dann kommt die Erkenntnis: Er hat dir eine SMS von dir geschickt, die eindeutig nicht mit dem konform läuft, was das Schlußmachen erklärt.

Hm, er sagt nicht, ich vermisse dich oder ich kann und will dich nicht gehen lassen. Er macht es auf Umwegen.

Ihr kommt ins "Gespräch" und du spürst große Unsicherheit im Umgang mit dir. Und fühlst dich mitveranwortlich. Zum ersten Mal findet ein Austausch zwischen euch statt. Und es entsteht Nähe.

Aus dieser Nähe heraus, kommt ihr wieder zusammen. Neben der morgigen Verabredung trefft ihr schon eine zusätzliche für kommende Woche.

Du bist so erleichtert. Du fühlst dich doch wichtiger, als du gedacht hattest: er hat dich nicht gehen lassen.

Nur, er ändert sich sonst weiter nicht. Er läßt dich prompt wieder im "Gespräch" hängen, als die Frage offen daliegt: nimmst du mich denn wieder zurück?

Tja, diese Frage bleibt unbeantwortet. Aber ist sie unbeantwortet? Spricht er in Taten? Oder läßt er sich schon jetzt vorsorglich nicht dazu ein, etwas zu sagen, worauf man ihn "festnageln" kann/ könnte?

Egal!!!

Du bist tief in dich gegangen und dir die Frage gestellt: Ist er wirklich der Mann meiner Zukunft?

NEIN!

Und damit verliert es an Bedeutung, was du für ihn bist. Übrig bleibt der nackte Sachverhalt: ein Miteinander, das sich von Tag zu Tag, Woche zu Woche hangelt. Ohne Verbindlichkeiten, nur aus dem Moment heraus. Etwas Freizeitgestaltung mit Lustbefriedung. Ein stilles Übereinkommen. Keine Fragen, wie es dir geht, wohin du gehst, was du machst, was du fühlst.

Hat das nicht auch etwas von Erleichterung? Du hast sonst selber keine Erwartungen zu erfüllen. Du lebst zwar nicht deinen Traum, aber damit ist er ja nicht begraben. Du vertreibst dir deine Zeit, bis zu der Begegnung, die dich wertschätzt. Warum sich also das Leben selber schwer machen?

Hat das Ganze nicht etwas von gewonnener Leichtigkeit?  

Und vielleicht wächst ja noch etwas zwischen euch, was dich dann doch erfüllt? Wer weiß?

Nur, sollte das Ganze noch "Chronik eines Abschiedes" heißen?

Was für dich bisher der Abschied war, ist die Chronik eines "Miteinanders" oder so.

So, dann gehe einmal das neue "Lebensgefühl" erproben. Immerhin stehst du nun an der Schwelle einer "neuen Lebensform".

 

20.07.2008 um 17:18 Uhr

Kraft des Herzmagneten

 

 

Ich ziehe eine Liebe und Partnerschaft in mein Leben, die mir ein Wohlgefühl von Leichtigkeit geben; ein wärmendes Gefühl von innerer Nähe, Verbundenheit, Vertrautheit.

Jemanden, der Distanzen und Hindernisse überwindet, meine innere und äußere Nähe sucht. Ein inniges Verbundenheitsgefühl vermittelt.

Jemanden, der Teil von mir und meinem Leben ist.

Jemanden, der mich zu einem wichtigen Teil von seinem Leben macht: rational, emotinal und seelisch.

Jemanden, der mich so liebt, dass er das Gefühl hat, sein Herz müsse vor Freude, Glück und Verbundenheit schier bersten.

Jemanden, der jede Sekunde sucht, plant und nutzt, um mit mir zusammen zu sein.

Jemanden, der die ganze Welt: Freunde, Familie, und andere Außenstehende wissen läßt, dass es mich gibt und welches Glück ihn mit mir verbindet.

Jemanden, der mich liebevoll berührt, anblickt.

Jemanden, der bei allen Planungen, die er trifft, mich als wichtigen Bestandteil, zur Vollendung, als eines Ganzen mit einbezieht.

Jemanden, der glücklich ist, mich gefunden zu haben.

Jemanden, dem der Gedanke unerträglich ist, mich verlieren zu können.

Jemanden, der bei all seinen Handlungen, Gedanken und Entscheidungen uns immer als WIR begreift.

Jemanden, der bereit ist "Freiheiten" aufzugeben, weil er im Zusammensein mit mir mehr gewinnt, als er aufgeben oder verlieren könnte.

Jemanden, der mich auch im Alltag als Mittelpunkt begreift und mir viel Raum zugesteht.

Jemandem, dem etwas fehlt, wenn er nichts von mir hört oder weiß, wie es mir geht.

Jemanden, der mich spüren und wissen läßt: ich bin für ihn die Welt, das Universum.

Jemanden, der mich liebt, achtet, begehrt.

Jemanden für den jede Sekunde mit mir, wie das Entdecken eines kostbaren Schatzes ist.

Jemanden, der sein Leben, Liebe mit mir teilt, der mit mir die Welt aus den Angeln hebt.

 

20.07.2008 um 13:30 Uhr

Wünsche

- ich möchte nur noch Menschen anziehen, die mir mit Wohlwollen und Wertschätzung begegnen.

- ich möchte nur noch Menschen meine Liebe schenken, die mir ihrerseits mit Liebe begegnen.

- ich möchte nur noch Tränen der Freude weinen müssen.

- ich möchte den Begriff Schmerz nur noch als eine verblassende Erinnerung gewußt wissen.

- ich möchte Lachen, als einen Quell der Freude erleben und nicht mehr als Tarnung von tiefster Verzweiflung.

- ich möchte nur noch Wege gehen, die mich zu einem Ziel und nicht in die Irre führen.

- ich möchte nicht mehr stillhalten und mich abwenden, wenn man mir wehtut.

- ich möchte nie mehr austesten müssen, wieviel Schmerz und Leid ich noch ertragen kann.

- ich möchte schon in der Gegenwart auf fruchtbarem Boden säen, um in der Zukunft reichhaltig zu ernten.

- ich möchte lächelnd in den Spiegel sehen und ein tiefes Glücksempfinden verspüren.

- ich möchte meine Wünsche bei jedem meiner Schritte als Wegweiser in Erinnerung behalten.

- ich möchte ein eingebautes Alarmsystem, was mir anzeigt, wenn ich den Weg meiner Wünsche verlasse.

- ich möchte den Glauben behalten, dass meine Wünsche erfüllbar sind.

16.07.2008 um 17:59 Uhr

Entwurf 1

Stimmung: Wer fröhlich seine Glatze föhnt, der hat sich mit dem Schicksal versöhnt ...

 

Mein lieber Freund,

Du hast dich bei mir/ mit mir nicht glücklich gefühlt.

Ich danke Dir dafür, dass du die Stärke und Weisheit hattest, uns einen längern Leidensweg zu ersparen.

Dir: mit jemandem zu verweilen, wo Du dich nicht angekommen fühltest.

Mir: in dem Du mir erspartest um ein Ziel zu kämpfen, welches ich nie erreichen konnte und werde.

So haben wir nun beide die Möglichkeit wieder nach vorne zu schauen.

Reiche mir noch einmal in Gedanken Deine Hand, damit ich sie liebevoll küssen kann und dir dabei in die Augen schaue.

In inniger Verbundenheit

Deine Freundin