zum Nachdenken. Lest sie und entscheidet dann selbst ...
Wie der Titel des Blogs schon deutlich zum Ausdruck bringt geht es um Trennung oder den Versuch einer solchen.
Ich bin mit jemandem seit einigen Wochen zusammen, der mich nicht spüren läßt, dass er mich wirklich mag. Er ist in seinem Verhalten das beste Beispiel für einen Mann, vor dem dich jeder Ratgeber händeringend warnt. Deine Familie und Freunde schütteln nur noch den Kopf, wenn du etwas aus dem Nähkästchen plauderst. Niemand versteht, warum du das "Spiel" noch am Leben erhälst. Warum du nicht Nägel mit Köpfen machst und diesen Energie- und Herzräuber hemmungslos vor die Türe setzt.
Er zeichnet sich durch Unzuverlässigkeit und Unverbindlichkeit aus. Wir sehen uns nur am Wochenende, wenn überhaupt. Und wenn wir uns sehen, dann max. 5-6 Stunden oder über Nacht. Er hat andere Verabredungen, anderes zu erledigen oder was auch immer.
Nie eine SMS, die sagt, dass er dich vermißt oder dass es schön war dich getroffen zu haben. Oder ähnliches.
Du schreibst ihm nette Worte und bekommst darauf keine Antwort. Oder auf einen geschriebenen "Kuss" als Antwort ein: "dito" ...
Du weißt nie, wann er sich meldet. Du weißt nie, ob abgesprochen Verabredungen eingehalten werden.
Drauf angesprochen hat er immer eine passende Antwort. Oder er macht einen neuen "Kampfplatz" auf, der mit der Ursprungssituation nichts zu tun hat.
Aber irgendwie kommt er immer wieder damit durch.
Du weißt nie, ob du wirklich die einzige Frau bist, oder ob er noch andere "am Leben" hält. Er war vorher kein Kind von Traurigkeit. Gut, dass muß nun nichts heißen, aber sein Verhalten läßt wirklich die wildesten Phantasien aufkommen. Und dich läßt er ja nun nicht wirklich spüren, dass er sich mit dir wohlfühlt.
Am vergangenen Samstag war eine "Konfliktsituation". Du bist schon morgens mit dem Gefühl gegangen, er schiebt dich ungeduldig aus dem Haus. Auf einer SMS hat er dazu nichts gesagt. (Wie immer)
Du kommst abends von der Arbeit wieder und siehst, dass er sich kaum eine Stunde später auf der Partnerbörse, wo ihr euch auch kennengelernt habt, "rumgetrieben" hat. Ok, das muß ja so noch nichts heißen. Aber mit der Kombination von keiner weiteren Verabredung am WE mit der Online-Kombination UND dem am Morgen aus dem Haus schieben ... fühlt sich das beschissen ungut an.
Gut, dein Maß war voll und du hast im gesimst, warum er sich immer noch auf den Online-Partnerbörsen rumtreibt. Glücklich und zufrieden scheint er ja mit dem, was er hat nicht zu sein. Seine Reaktion war: "Wenn du alles ins negative ziehen willst. Weiter so!"
Du sagst ihm, er solle es dir erklären. Und dass du es durchaus für legitim empfindest wissen zu wollen, wie stabil das Fundament des Vertrauenes ist. Und ob er mit dir in dieser Beziehung (gemeint war Treue) gleich tickt.
Reaktion: KEINE
Das war Samstagabend.
Dienstagmittag fragst du ihn per SMS, wie es ihm mit seiner Erkältung ergeht. (Wage Hoffnung war, seine "Sprachlosigkeit" liegt darin begründet, dass er flach liegt ...
Abends bekommst du eine provozierende Antwort, die besagt, dass es ihn wundert, dass es dich noch interessiert ... (??????????????? häh ?????)
Langes Geblubbel hin und her: Er dachte ich hätte "Schlußgemacht". Bla Bla hin, Bla Bla her ... Er war dann wohl beruhigt, nachdem du deine Achillesferse beim online-sein zugegeben hast. Er hat sogar "geschluckt" das eine helfende, reichende Hand mit Verständnis gut getan hätte. Vorher allerdings noch gesagt, wenn du selber im Netz sei, stehe es dir ja wohl nicht zu mit Steinen zu werfen ... (du hattest allerdings irgenwann zufällig gesehen , dass er dort weiterhin noch fröhlich online ist) ...
Lange Rede kurzer Sinn, sein Vorschlag, es sei ja noch nicht alles verloren, und "lass uns das beste draus machen".
Du gehst drauf ein, denn Du willst ihn nicht verlieren. (Warum auch immer nicht...) Und sagst auch nichts mehr dazu, dass er die Frage, warum er sich dort, online aufhält, elegant, mit seinem von Zaun gebrochenen Streit, umgangen.
Reaktionen auf deine gefühlsmässigen Worte kamen natürlich nicht ... Keine gute Nacht, kein schlaf gut, kein guten Morgen ... nada.
Was kam, war die Frage am Mittwoch, ob du mit ihm am We wegfahren wollen würdest.
Klar willst du. Verabredung getroffen. Alles im Lot.
Und weiterhin: Funkstille.
Und du kommst ins Überlegen. Und da ist sie die Erkenntnis: SO fühlt sich Liebhaben NICHT an. Schreibst ihm, dass sich Liehaben so nicht anfühlt. Du keine Erfüllung an einer sexuellen Beziehung findest. Du gerne an seiner Seite bleiben möchtest, aber dein Weg hier endet. Schickst ihm einen letzten Kuss und machst Schluß.
Er fragt noch, was passiert sei. Aber, was sollst du noch sagen? Immer hast du sein Unwohlsein angesprochen und es wurde nicht draufeingegangen. Also, was sollen noch weiter Worte von deiner Seite.
Du bist in den Tag gegangen, mit dem Gefühl du schaffst es und dein Leben läuft nun ohne ihn weiter.
Dann bekommst du eine SMS. Erst hast du es nicht gerafft, weil da standen Worte, die du so von ihm nie gehört oder gelesen hast. Du windest dich vor Schmerz. Und dann kommt die Erkenntnis: Er hat dir eine SMS von dir geschickt, die eindeutig nicht mit dem konform läuft, was das Schlußmachen erklärt.
Hm, er sagt nicht, ich vermisse dich oder ich kann und will dich nicht gehen lassen. Er macht es auf Umwegen.
Ihr kommt ins "Gespräch" und du spürst große Unsicherheit im Umgang mit dir. Und fühlst dich mitveranwortlich. Zum ersten Mal findet ein Austausch zwischen euch statt. Und es entsteht Nähe.
Aus dieser Nähe heraus, kommt ihr wieder zusammen. Neben der morgigen Verabredung trefft ihr schon eine zusätzliche für kommende Woche.
Du bist so erleichtert. Du fühlst dich doch wichtiger, als du gedacht hattest: er hat dich nicht gehen lassen.
Nur, er ändert sich sonst weiter nicht. Er läßt dich prompt wieder im "Gespräch" hängen, als die Frage offen daliegt: nimmst du mich denn wieder zurück?
Tja, diese Frage bleibt unbeantwortet. Aber ist sie unbeantwortet? Spricht er in Taten? Oder läßt er sich schon jetzt vorsorglich nicht dazu ein, etwas zu sagen, worauf man ihn "festnageln" kann/ könnte?
Egal!!!
Du bist tief in dich gegangen und dir die Frage gestellt: Ist er wirklich der Mann meiner Zukunft?
NEIN!
Und damit verliert es an Bedeutung, was du für ihn bist. Übrig bleibt der nackte Sachverhalt: ein Miteinander, das sich von Tag zu Tag, Woche zu Woche hangelt. Ohne Verbindlichkeiten, nur aus dem Moment heraus. Etwas Freizeitgestaltung mit Lustbefriedung. Ein stilles Übereinkommen. Keine Fragen, wie es dir geht, wohin du gehst, was du machst, was du fühlst.
Hat das nicht auch etwas von Erleichterung? Du hast sonst selber keine Erwartungen zu erfüllen. Du lebst zwar nicht deinen Traum, aber damit ist er ja nicht begraben. Du vertreibst dir deine Zeit, bis zu der Begegnung, die dich wertschätzt. Warum sich also das Leben selber schwer machen?
Hat das Ganze nicht etwas von gewonnener Leichtigkeit?
Und vielleicht wächst ja noch etwas zwischen euch, was dich dann doch erfüllt? Wer weiß?
Nur, sollte das Ganze noch "Chronik eines Abschiedes" heißen?
Was für dich bisher der Abschied war, ist die Chronik eines "Miteinanders" oder so.
So, dann gehe einmal das neue "Lebensgefühl" erproben. Immerhin stehst du nun an der Schwelle einer "neuen Lebensform".