Clearyversum

27.07.2007 um 13:39 Uhr

Depressiv...

von: Cleardance   Kategorie: Was mich sonst noch bewegt...   Stichwörter: Depressiv, Einsam

Stimmung: irgendwie komisch

Heute ist irgendwie ein komischer Tag, ich weiß nicht was mit mir los ist. Ständig fühl ich mich so, als müsste ich heulen *seuftz* Versteh einer was das ist...

Doch vorweg etwas erfreuliches, meiner Tante geht es gut. Der Krebs hat nicht gestreut, sie braucht noch nicht einmal eine Chemo. Ich freu mich wahnsinnig für sie...

Tja, aber irgendwie ist heute doch der Wurm drin. Ich mache mir Sorgen um meine Eltern und auch um meinen Neffen. Es ist alles so verquer zur Zeit. Mein Neffe war anfang der Woche wieder zu meinen Eltern hoch gefahren. Am Mittwoch ist dann irgendwie da oben alles eskaliert. Er war am meckern, auch wegen seiner neuen Freundin, die irgendwie keiner so recht leiden mag, was einerseits daran liegt, dass sie kein Benehmen hat und andererseits daran, dass ich nichts mit ihr anfangen kann und auch nicht mag. Aber man kann sie sogar manchmal ignorieren. Was ich überwiegend getan habe. Wenn er sich gut mit ihr fühlt, so ist dies seine Entscheidung... Auch wenns schwer fällt das zu verstehen. Doch gut, sein Leben.  Dennoch ist wohl die Situation da oben gekippt und endete darin, dass meine Eltern beide aus dem Haus warfen. Ich kanns verstehen, denn wer mitten beim essen die Füße auf die Bank legt oder nie danke sagt oder gar Tschüss, der geht einem irgendwann einfach auf den Nerv. Besonders, wenn dann dauernd, auch in den unpassendsten Momenten gekichert oder gelacht wird.

Jetzt sorge ich mich halt um alle. Einerseits um meinem Neffen, den ich sehr mag und der mir natürlich am Herzen liegt. Der jetzt in einer schweren Situation steckt. Der aber auch keinen Schritt auf meine Eltern zu machen kann oder will...

Auf der anderen Seite meine Eltern, die eh nicht mehr die Jüngsten sind und alles andere als kerngesund. Mein Papa mit seinem kranken Herzen um den ich eh immer Angst habe. Meine Mama mit ihrer empfindsamen Seele, die richtig körperlich darunter leidet und gerade Gewicht verliert. Es sind jetzt 2 Tage her seit dem Tag und sie hat schon 600gr. abgenommen... 

Ich hoffe er wird den Schritt auf die Beiden zu wagen, denn nur so kann das geklärt werden. Das ist die Aufgabe der Jüngeren... Ich wünsche mir so sehr, dass bei ihm die Vernunft siegt. *seuftz* 

22.07.2007 um 15:34 Uhr

Zurück von meinen Eltern

von: Cleardance   Kategorie: Was mich sonst noch bewegt...   Stichwörter: Goldene, Hochzeit, Krebs, Urlaub

Stimmung: müde und etwas gestresst

Eigentlich sollte dies ein super schönes Fest für meine Eltern werden. Ihre Goldene Hochzeit.

Doch leider mussten sie den Termin verschieben (sprich die Feier), da meine Tante an Darmkrebs erkarnkt ist und operiert wurde in der Zeit und so keiner wirklich Freude an einer Feier gehabt hätte. Ich hoffe jetzt sehr, dass meine Tante Glück haben wird und der Befund für sie gut ausgehen wird. Sie haben sehr viel weg geschnitten und hoffentilch alles erwischen können.

Es war eine sehr traurige Zeit, allerdings tauchten dennoch immer wieder Gratulanten auf und so konnten die Beiden in Etappen doch ein wenig feiern.

Sehr schön fand ich den Besuch des Bürgermeisters, der eine sehr schöne Rede brachte, nur leider blieb diese ungehört, bis auf meine Eltern und mich... Aber schön war sie...

Wie ihr euch denken könnt, war der Urlaub dementsprechend anders als wir es erwartet hätten. Alle Vorbereitungen in Punkto Geschenke waren unnötig. Was ich persönlich sehr schade fand. Aber meine Tante geht definitiv vor.

Freitag haben wir sie dann auch noch im Krankenhaus besucht und da sah sie schon wieder etwas besser aus. Gut, ich hatte sie auch zuletzt kurz bevor sie ins Krankenhaus musste gesehen. Folglich ist es klar, dass sie besser aussieht. *freu*

Ich für meinen Teil bin jetzt etwas erschöpft, habe aber noch eine Woche zum entspannen und um zu überlegen, was ich den Kollegen auf der Arbeit erzählen möchte und was nicht. Sie werden bestimmt fragen was war und so weiter. Zum Glück hatte ich nicht vielen erzählt, dass wir auch noch schwanger waren. Da bleibt mir das wenigstens erspart... Aber zur Goldenen Hochzeit werden sie etwas wissen wollen, da ich ja erzählt hatte, dass es eine sehr große Feier werden sollte. 

So sehen wir mal wieder, das Leben geht sehr seltsame Wege und selten ist es nur positiv und wenn man glaubt, tiefer gehts nimmer, findet sich ein Weg, dass es noch heftiger werden kann. Jetzt bete ich für meine Tante, denn ich habe sie schon sehr sehr gern. Sie ist auch schließlich meine Patentante...  

06.07.2007 um 12:31 Uhr

Schon wieder Fehlgeburt...

Stimmung: unendlich traurig und wütend

Als ich bemerkte, dass ich wieder schwanger war, habe ich lange überlegt, ob ich hier davon schreiben soll. Ich wollte nichts beschreien. Meine Mens blieb seit dem 24.5. aus und ich war überglücklich, als wir gleich 2 positive Schwangerschaftstests in Händen halten durften. Ich fühlte mich gut, freute mich sogar über die Schwangerschaftssymptome wie Übelkeit und dass ich meine Cola nicht mehr mochte. Das war toll. Nicht ganz eine Woche nach dem letzten Schwangerschaftstest bekam ich eine leichte Schmierblutung. Mein nächster Arzttermin wäre genau eine Woche später gewesen. Ich bekam Angst. Rief bei meinem Frauenarzt an, dort war außer der Sprechstundenhilfe keiner mehr. Sie meinte ich solle doch ins Krankenhaus fahren. Gesagt getan, also fuhren wir quer durch die City um zur nächsten Notaufnahme zu kommen. Dort bekam ich nur eine Einweisung und gesagt, dass in der Klinik keine Zeit für mich wäre und ich in ein anderes Krankenhaus müsse. Gegenüber lag auch eins und dort wurde gleich angerufen. Sie würden mich auch dran nehmen. Also liefen wir rüber in die Notaufnahme. Da saß dann ein Scherzbold oder was weiß ich wofür der sich hielt. Ich sagte ihm, es wäre angerufen worden, dass ich kommen würde und er meinte nur, bei ihm nicht. Ich sagte ihm, ich weiß nicht bei wem, aber es wäre angerufen worden. Nach dem er mir nochmals erklärte, dass dies nicht bei ihm gewesen wäre und er mich dämlich angrinste, dachte ich mir, vergiss es, dumm bleibt dumm. Er meinte, dann setzen sie sich erst einmal hin, ich kümmer mich dann drum. Dort saßen wir wieder eine Ewigkeit, bis die Auskunft kam, wir sollten uns doch in der Gynäkologischen Apteilung melden. Wir also hoch gefahren und dem nächsten Drachen über den Weg gelaufen (ich vermute die Oberschwester). Ich fragte mit Tränen in den Augen nach dem Weg und die schaute mich total grimmig an, als ob ich das doch wissen müsste. Sie ließ sich dann doch herab, mir eine Auskunft zu erteilen und wir nahmen im Wartebereich platz. Es dauerte nun nochmals eine Stunde oder so, bis wir dran kamen und das nur, weil eine Patientin, die nach uns kam aber vor uns dran kommen sollte, nicht auffindbar war. Dort traf ich auf eine sehr nette junge Ärztin die mir freundilch zuhörte mich beruhigte und mich dann auch Untersuchte. Unser Krümel lag in der Gebährmutter und auch an einer guten Stelle. Daneben eine kleine funktionale Zyste, alles im grünen Bereich meinte sie und danach auch ihr Oberarzt. Allerdings meinten sie auch, sollte es zu einem Abgang kommen, müsste ich noch nicht einmal zu einer Ausschabung. Schon wieder hatte ich ein ziehen in der Brust, ich wollte den Krümel bekommen und nicht hören, dass wir ihn verlieren könnten. Die Ärztin tätschelte mein Bein und sagte, noch besteht Hoffnung.
Ich zog mich dann wieder an und wir fuhren nach Hause. Ich beschloss, mich die nächsten Tage zu schonen und dafür zu beten, dass nichts passiert mit unserem Krümelchen. So verbrachte ich mit Schmierblutungen und Bettruhe das Wochenende (Ach ja, das mit dem Krankenhaus war Donnerstags).

Montag kam dann der Schock, auf der Arbeit hatte ich mich schon krank gemeldet (allderdings nicht gesagt, was wirklich los war, denn es sollte noch keiner wissen). Auf der Toilette bekam ich Angst und Panik. Ich hatte soviel Blut am Klopapier. Ich rief meinen Mann, sprang noch schnell unter die Dusche und wir gingen sofort ohne vorher anzurufen zum Doc rüber. Mein Frauenarzt war noch nicht da, also musste ich zu seiner Kollegin. Wir mussten ewig warten (es waren ja noch andere Frauen vor uns dran, lauter glückliche Mamis mit dicken Babybäuchen), bevor wir zu ihr gerufen wurden. Kaum in Sprechzimmer angelangt, frage sie, was wir von ihr wollten, sie könne jetzt nichts machen und kann mich gerne wieder ins Krankenhaus einweisen. Was ich ihr erzählte interessierte sie nicht. Ich sagte ihr, dass ich gehofft hätte, dass sie einen Ultraschall machen könnte um nach zu sehen was los ist und dass ich auf keinen Fall wieder ins Krankenhaus gehen würde. Die Diskussion verlief hart und völlig unemotional von ihrer Seite aus. Sie sah schnell nach und meinte dann, da ist nichts mehr. Sie hatten einen Abort. Das zu hören war ein erneuter Schock, ich sagte ihr, dass ich vor etwas über 2 Jahren schon mal eine Fehlgeburt hatte und das ich nicht zur Ausschabung möchte. Sie lenkte ein und meinte, wenn es Ende der Woche noch schlimm bluten würde, sollte ich nochmal zu meinem Doc gehen. Ich fragte sie, was wir machen könnten, damit das nicht mehr passiert und meinte Scherzhaft, am besten gar keinen Sex mehr. Da brach das Eis und sie wurde etwas netter. Sie meinte, es könnte an einer genetischen Unverträglichkeit liegen und wir sollten doch mal mit unserem Arzt darüber reden. Und sie machte uns Hoffnung, erzählte, dass auch sie erst spät ihr erstes Kind bekommen hätte. 

Wir hatten eh für Donnerstag einen Termin bei meinem Frauenarzt und so ließen wir diesen stehen und gingen heim um zu trauern. Mein Mann musste leider danach zur Arbeit. Ich legte mich ins Bett und versuchte zu begreifen was geschehen war. Ich rief meine Mutter an und erzählte ihr alles. Sie entschied, dass nun auch mein Vater, den wir auf der Goldenen Hochzeit damit überraschen wollten, es wissen sollte. Für ihn war es ähnlich hart wie für uns.

Am Donnerstag war ich dann zur Kontrolle. Es ist alles ohne Probleme abgegangen (das klingt so schrecklich). Ich muss nicht mehr zur Ausschabung. Er meinte, dass wir jetzt die weiteren Untersuchungen machen, sobald ich den nächsten Zyklus habe. Dann bekomme ich Blut abgenommen und mein Mann muss in ein Humangenetisches Labor zur Untersuchung. Denn eine Kinderwunschbehandlung kommt für mich unter solchen Voraussetzungen nicht in Frage, denn es klappt ja, nur bleibt es nicht. Also muss es an etwas anderem liegen. Ich hoffe und bete jetzt, das wir etwas finden, was leicht zu behandeln ist und dass wir so nun doch noch zu unserem Wunschkind kommen. Da frage ich mich immer, wieso es Frauen vergönnt ist, ein kleines Wunder zu bekommen, wenn sie es aus dem Fenster werfen, misshandeln oder sogar töten. Ich kann das nicht begreifen. Wenn es da einen Schöpfer gibt, dann kann ich das noch weniger verstehen. Aber vielleicht denkt er, wenn es ihn gibt, diese Frauen haben solche kleinen Wunder dringend nötig und bietet ihnen damit eine Chance. Doch einige werfen sie dann lieber weg...

Ich glaube ich habe noch nicht so wirklich begriffen, was und da gerade geschehen ist und brauche noch etwas Zeit. Ich stehe noch unter Schock. Spätestens wenn wir bei unseren Eltern sind und vor der Rose stehen, die wir für unser Sternchen gepflanzt haben wird es mir bewußt werden, da bin ich mir sicher. Davor habe ich Angst, doch es ist wichtig. Wir haben diesmal noch nicht mal ein Ultraschallbild von unserem Krümel. Es ist so surreal... so unwirklich. Doch ich bin mir sicher, dass wir auch diesmal damit klar kommen werden und daran wachsen werden. Liebe übersteht alles...

Manchmal ist der Weg zum Glück sooo hart....