Clearyversum

01.02.2011 um 15:51 Uhr

Ich muss mal Staubwischen...

von: Cleardance   Kategorie: Das Leben danach

Wahnsinn, war ich so lange nicht mehr hier? Ich glaube ich sollte erst einmal etwas staubwischen. Ich habe euch ja ganz schön vernachlässigt. Es ist aber auch wirklich viel passiert. Im letzten Jahr waren wir viel bei meinen Eltern. Erst hatte mein Vater eine Lungenentzündung, dann ist bei meiner Mutter die Galle entfernt worden. Natürlich erst, nachdem diese gerissen war. 

Corvin hat die Zeit bei meinen Eltern sehr genossen und war gerne mit mir bei ihnen. Mein Mann musste meißt viel arbeiten, hat es aber soweit möglich eingerichetet, dass er auch einen Teil seiner Zeit mit uns verbracht hat. 

Ich glaube ich schaffe es nicht, das komplette Jahr hier aufzuarbeiten, doch lasst euch gesagt sein, es war sehr turbulent und am schlimmsten war für uns die Zeit vor Weihnachten bis heute. Mein Vater hat kurz vor Weihnachten die Diagnose bekommen, dass er Krebs durch Asbestose hat. Als er die Lungenentzündung hatte, konnte man es wohl schon auf dem CT erkennen, doch wohl nicht in der Klinik in der er war. Immer wenn er sagte, er hätte doch noch schmerzen, wurde gesagt, das wären Wundschmerzen. Nach vielen Behandlungen und Untersuchungen bei immer wieder anderen Ärzten hat er dann endlich eine genaue Untersuchung bekommen mit einer ziemlich erschütternden Diagnose. Mein Papa hat Krebs. Der Krebs hat die Lunge, den Brustraum, den Bauchraum, das Herz und noch vieles mehr befallen. Sein einer Arzt meinte, er würde da nix mehr machen, es blieben ihm noch 3 Monate und gut. Ich habe mich eingesetzt, dass er zu uns kommt und hier in einer renomierten Klinik behandelt wird. Heute hat er seine 3. Chemo bekommen. Jetzt müssen wir warten... Leider geht es ihm nicht wirklich gut, er kann kaum noch etwas essen, versucht sich aber mittlerweile dazu zu zwingen. Nährstoffe und Kalorien bekommt er über eine Infusion. Ebenso auch Flüssigkeit.Letzte Woche haben sie ihn Punktieren müssen und 1,2 Liter Wasser aus dem Bauch geholt. Ich weiß, es sieht nicht gut aus, doch wir (auch er) wollen nicht aufgeben. Und falls einer meint, klar immer die Raucher. Mein Vater hat 1972 mit meiner Geburt damit aufgehört. Allerdings hat er in einem Betrieb gearbeietet, in dem Asbest zum Arbeitsmaterial gehört und das Asbest ist daran schuld. Was uns am meisten ärgert ist, dass wenn der Arzt damals die CT Bilder besser angesehen hätte, er ihm das Leben hätte retten können. Jetzt spielen wir nur noch auf Zeit. Mein Sohn bekommt alles mit und ist oft dabei, wenn der Pflegedienst ihn an den Tropf hängt. Ich persönlich finde es wichtig, dass er es mitbekommt. Er soll so viel wie möglich noch mit ihm erleben und ihn erleben. Ich möchte ihn auch davon nicht fern halten, denn ich fand es immer sehr schwer, als ich ausgeschlossen wurde, als mein Opa ins Krankenhaus kam. Der Unterschied ist, mein Papa ist hier bei uns im Haus und wir können ihn jeden Tag sehen und müssen nicht in eine Sterilität des Krankenhauses gehen. Mein Sohn hat ein gutes Feingefühl und ist ruhiger als bei mir, wenn er zum Opa kommt. Er genießt aber diese Zeit die er mit ihm hat und mein Papa isst sogar etwas mehr, wenn der Kleine nur dabei ist. 

Wie es mir geht? Ich darf es mir nicht anmerken lassen, muss für alle stark sein. Für meinen Sohn, meinen Papa und noch viel mehr für meine Mama, die noch mehr als alle anderen darunter leidet. Ich habe Angst vor diesem Jahr, doch danach wird man nicht gefragt und so versuchen wir, jeden Tag intensiv mit ihm zu genießen. Auch wenn wir nicht so oft zu ihm runter gehen, damit er schlafen kann. Es reicht, wenn mein Sohn täglich 1/2 bis 1 Stunde bei ihm verbringen darf...

So, viel mehr gibt es aktuell nicht zu schreiben, denke ich. Ich hoffe ich werde hier noch gelesen und komme auch demnächst mal wieder dazu, neue Bilder zu posten. Ihr werdet euch wundern wie sehr sich der Kleine verändert hat. Ach ja, eine Sache noch, mein Sohn hat zum ersten Mal geküsst Fröhlich Ich finde das sowas von putzig...