Clearyversum

27.07.2011 um 18:59 Uhr

Wie sagt man...

von: Cleardance   Kategorie: Das Leben danach   Stichwörter: Opa, Oma, Krebs, Krankheit, Corvin

Stimmung: traurig

...einem wichtigen Menschen, was er einem bedeutet? Wie sagt man, ich liebe dich? Wie sagt man all die Dinge die doch so wichtig sind? Warum kann ich das nicht, obwohl ich es so gerne sagen würde? Warum bin ich so unfähig meine Gefühle zum Ausdruck zu bringen?

Ich weiß warum, weil ich das Gefühl habe, wenn ich es sage, klingt es so als würde ich Abschied nehmen und dazu bin ich definitiv nicht bereit. Nein, ich gebe nicht auf, daran zu glauben, dass mein Papa das schafft. Ich will, dass er wieder gesund wird und diesen schlimmen Kampf für sich gewinnt. Es geht nicht anders. Er ist doch einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben. Er hat mich gemacht, zusammen mit meiner Mama...

Ich war immer ein Papa Kind. Ich war so froh, einen so tollen Papa zu haben. Ich war Stolz auf ihn, bin es noch heute. Mein Papa ist ein guter Mensch und ich frage mich, warum so viele gute Menschen, solche Lasten aufgehalst bekommen. Meine Eltern haben mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Er ist so wichtig in meinem Leben. Ich kann mich immer auf ihn verlassen. Doch heute, von der Krankheit gezeichnet... Das tut einfach weh, aber ich glaube an ihn, ich glaube an seinen Kampfgeist und ich glaube, dass wenn wir nur stark genug glauben, wir alles erreichen können. Wir schaffen es, dass er diese gemeine Krankheit in ihre Schranken verweist. 

Ich hoffe so sehr, dass mein Sohn ihm den Willen und die Hoffnung gibt, das alles schaffen zu können. Ich hoffe so sehr, dass er wirklich will und dass wir eine Hilfe für ihn sind. Wir sind eine Familie und Familie ist wirklich wichtig. Wir halten zusammen. Egal wieviel Streit wir manchmal haben, es ist wichtig, dass wir dennoch in Notzeiten füreinander da sind und Berge versetzen, wenn es sein muss. Wir schaffen alles. Also, Krebs, zieh dich warm an, du hast es mit dieser Familie zu tun und du hast keine Chance, wir glauben nicht an dich, warum solltest du dann an dich glauben? VERSCHWINDE und lass deine Geisel frei. Wir geben nicht auf, wir nicht. Wir sind eine Familie, Papas und Mamas Familie... 

Mein Papa hat so viel in seinem Leben gewagt und hat so viel erlebt, er ist Krank, weil seine Arbeit ihn Krank gemacht hat. Nicht weil er Jahre gesoffen hat, oder gar geraucht... NEIN!!! Mein Vater ist Krank, weil es damals keinen guten Schutz gab und man zu wenig über Asbest wusste. Heute, dürfte das nicht mehr passieren. Doch heute ist nicht damals und so können wir nicht mehr ändern, was ist. Wir müssen damit leben. 

Ich möchte ihn so gerne in den Arm nehmen (was nicht geht, weil es ihn schmerzt). Möchte ihm sagen, wie wichtig er für mich ist. Was er für mich ist. Wie sehr ich ihn Liebe. Komisch, dass wir das unseren Eltern nicht sagen können. Oder bin ich nur Unfähig, meine Gefühle zu zeigen? Habe ich Angst ihn traurig zu machen. Ich hoffe sehr, dass er stolz auf mich ist. Vor ein paar Jahren, da hatten wir Streit. Das war vor der Geburt meines Sohnes, das sagte er zu mir, in einer hitzigen Diskussion, ich wäre der größte Versager der Familie. Das tat weh und es tut immer noch weh... Aber vielleicht hat er auch recht, ich habe mein Studium abgebrochen. Ok, ich habe auch eine kleine Familie gegründet und bin wohl ne ganz gute Mutter (zumindest sagt meine Mama das immer). Aber leider habe ich keine Arbeit. Ist auch schwer, wenn ein Kind noch nicht im Kindergarten ist und dann nur bis 12 Uhr betreut ist. Aber egal, wir kommen auch so um die Runden, ohne etwas von unserem Staat zu fordern. Eigentlich haben wir es doch geschafft. Ich hoffe er ist stolz auf sein Nesthäkchen und ist mir nicht böse, dass ich meine große Chance, mein Studium einfach abgebrochen habe. Sonst habe ich mich immer durchgebissen, doch das ging einfach nicht. Leider... Heute würde ich gerne wieder stuideren, doch dafür ist es heute zu spät und zu teuer. Wäre ja ein zweites Studium... 

Ich sage jetzt einfach nochmal was mich wichtig ist:

PAPA, ICH LIEBE DICH! DANKE, für mein Leben. DANKE, dass du mich zu der gemacht hast, die ich bin. DANKE, für alles. DANKE...

 

03.07.2011 um 22:37 Uhr

Wie die Zeit vergeht...

von: Cleardance   Kategorie: Kindergartenkind Corvin   Stichwörter: Corvin, Kindergarten, Abenteuer, Opa, Oma, Papa, Mama

Stimmung: aufgeregt

Mensch, wie doch die Zeit vergeht. Es ist nun schon wieder einige Monate her, seit ich hier Staub gewischt habe. Mein Papa kämpft immer noch sehr tapfer gegen seine Erkrankung und ich bin froh, dass er nicht aufgibt. Vielleicht spendet ihm auch unser kleiner Sonnenschein ein wenig Kraft. Ja, unser kleiner Sonnenschein... Mensch wenn ich mir vorstelle, wie lange es her ist, seit ich hier über meine Schwangerschaft geschrieben habe. Könnt ihr euch vorstellen, dass es nun bald 3 Jahre sind, seit er hier ist? Ich frage mich immer wieder, wo doch die Zeit geblieben ist. Er ist schon langsam ein richtig großer Junge. Er ist wissbegierig und interessiert an allem. Er ist selbstbewußt und stark. Ich muss das schreiben, ich bin seine Mutter. Aber es ist auch einfach wahr uns so schreibe ich es hier auf, damit es jeder lesen kann. Ich liebe mein Kind und bin froh und stolz, dass ich ihn haben darf und er sich so gut entwickelt.

Morgen ist es nun so weit, Corvin hat seinen ersten Schnuppertag im Kindergarten. Erst einmal hatte ich es im Februar kaum für möglich gehalten, dass wir überhaupt einen Platz bekommen würden. Doch nach einer Mail und vielen Wegen, haben wir es geschafft, wir haben einen Kindergartenplatz. Vorerst nur einen Halbtagsplatz, aber das ist besser als nichts... Zumal er sich wirklich dort wohl zu fühlen scheint. Wir waren schon mal dort, mit allen anderen Eltern, deren Kinder jetzt auch in den Kindergarten kommen werden. Es hat gut getan, zu erleben, wie sehr er dort erwünscht ist und er sich wohl fühlt. Die Leiterin war total begeistert von ihm, stellte ihn vor uns sagte dazu, er ist völlig Problemlos. Ist schön, mal so etwas zu hören. Ganz begeistert war sie, als sie unserem Sohn einen Apfel angeboten hatte und er zu ihr sagte: Nein, danke!... Da kam sie zu mir und sagte. Ihr Kind hat gerade Nein, danke zu mir gesagt, das habe ich noch nie erlebt. Ich halte das für völlig normal, dass man sich so benimmt. Scheint aber nicht in Mode zu sein... Dann ging er wohl in der Spielküche spielen und da hat er dann die Teller "gespült und wieder eingeräumt. Auch darüber war sie hin und weg. Ja, Erzieherinnen sind auch sehr leicht zu beeindrucken und es freut mich, dass sie ihn so sehr mögen... 

Wie dem auch sei, morgen ist sein erster Schnuppertag und ich bin schon sehr gespannt, wie es werden wird und wie er sich benehmen wird. Ich hoffe, er wird auch weiterhin so fröhlich, selbstständig und lieb sein, wie schon beim letzten mal. Doch ich lasse mich gerne überraschen. Werden eh nur ein bis zwei Stunden sein. 

Vielleicht finde ich ja nun öfter Zeit euch über seine Abenteuer im Kindergarten und darum herum zu schreiben... Wir werden sehen... 

Natürlich freue ich mich wie immer über eure Kommentare...