Clearyversum

28.12.2005 um 14:21 Uhr

Mir gehts wieder besser und ich hibbel jetzt wieder...

Stimmung: optimistisch - entspannt

Ich möchte ja nicht nur negatives schreiben und ich möchte mich erst einmal ganz doll für die lieben Worte von Zingana bedanken. Klar, weiß ich logisch vom Kopf her, dass dies keine Strafe ist, dennoch kommt das Unterbewußtsein dann immer mal dazwischen und brüllt, das ist deine Strafe, weil du es vielleicht verdient hast.

Jetzt habe ich mich aber wieder gefangen und blicke Hoffnungsvoll in die Zukunft. Das neue Jahr steht nun bald wieder vor der Tür und ich habe da gestern etwas gesehen, dass die Chinesen sagen, das neue Jahr steht im Zeichen des roten Feuerhundes (hoffe ich habe es richtig gemerkt) Das wäre doch ein gutes Jahr für ein Kind.
Ich hibbel auch schon wieder und hoffe dass es bald klappt und wir mit einem Kind gemeinsam in die Zukunft gehen dürfen.

Vielleicht klappt es ja auch schon mit einem positiven Schwangerschaftstest im neuen Jahr (Januar?) Das wäre wundervoll und ein sehr guter Start ins neue Jahr...

17.12.2005 um 23:30 Uhr

Heute gehts mir schlecht...

Stimmung: depressiv-wund-kaputt-einsam

Ich bin heute allein daheim. Mein Mann ist auf einer Weihnachtsfeier. Seit heute morgen ist irgendwie der Wurm drin. Ich liege im Bett und weine vor mich hin. Ich frage mich mal wieder, warum ist alles so wie es ist? Warum mussten wir diese Erfahrung machen? Was hat das für einen Sinn? Worin liegt dieser Sinn? Ich würde so gerne verstehen, warum es Menschen gibt, die sich nie Gedanken über eine gute Schwangerschaft machen, rauch und saufen und dennoch ein gesundes tolles Kind bekommen. Ich würde es einfach nur gerne verstehen. Klar, ich bin ein wenig Eifersüchtig, doch ich wünsche diesen Menschen genauso Freude an ihren Kindern... Dennoch verstehe ich diese Form von Gerechtigkeit nicht. Ich habe viel erlebt, bin durch sehr viele tiefs gegangen und habe gelitten, bis ich meinen Mann traf, ich dachte nur läge die schwerste Zeit hinter mir. Doch ich habe mich getäuscht. Ich befinde mich gerade darin und heute schwimmt mir meine ganze Kraft und Stärke davon. Alles in mir fühlt sich Wund und leer an und wenn ich das Foto (Ultraschallbild) von unserem Zwerg sehe (wieso haben wir ihm nie einen Namen gegeben?) dann schmerzt es. Ich hardere mit Gott und suche den Sinn dieser Prüfung. Ich bin immer versucht ein guter Mensch zu sein. Ich weiß ich bin jähzornig und manchmal bei Diskussionen ungerecht, doch ich bemühe mich ein besserer Mensch zu werden. Gut, das fällt mir manchmal schwer, wenn ich in die Stadt gehe und zu viele Menschen genau wie ich unterwegs sind. Da kann ich selten entspannt bleiben. Doch ich bemühe mich. Habe ich deshalb diese Prüfung verdient? Warum zeigt mir keiner den Weg? Wo ist der Hinweis den ich suche? Man sagt doch, alles im Leben hat einen Sinn. Wo ist der für dies hier? Ich habe Angst, je stärker der Wunsch wird, ein Kind zu bekommen, umso schlechter stehen unsere Chancen. Ich kann es jedoch nicht unterdrücken und verzweifle langsam daran. Ich zerbreche innerlich. Ich hoffe mein Mann versteht mich etwas, doch meißt zeige ich ihm meinen Schmerz schon nicht mehr. Er empfindet einfach anders, da kann ich nicht verlangen, dass er begreift, was in mir vor geht.
Stückchen bei Stückchen versuche ich mein Herz zu reparieren, doch wenn dann so Tage wie der heutige kommen, dann weiß ich nicht mehr wo hin. Dann würde ich gerne schreien und weinen und wüten. Doch was bringt das?
Gestern habe ich erneut jemanden erklären müssen, dass wir unseren Zwerg verloren haben. Ich kann mit den Reaktionen der Menschen nicht umgehen. Ich weiß nicht, was ich sagen soll, wenn mir jemand sein Mitleid bekundet. Ich weiß es nicht. Es fällt mir so schwer, darauf zu antworten. Denn sie verstehn nicht, was in mir los ist und ich versuche es mit einem lächeln zu überspielen. Meine Unsicherheit zu übergehen. Meine Trauer in mir zu verschließen. Sage dann so etwas, wie wer weiß wofür das gut war... oder sonst irgend einen dummen Spruch. Schlimm ist es, wenn ich mir dann selbst zu höre. Da erschrecke ich über mich, doch das ist meine Unsicherheit. Bloß keine Schwäche zeigen. Ich muss doch stark sein.

VERDAMMT ICH KANN NICHT MEHR STARK SEIN...
VERDAMMT ES TUT NUN EINMAL WEH...
VERDAMMT ICH ZERBRECHE, WARUM SIEHT DAS DENN KEINER?
WARUM IST DENN NIEMAND HEUTE DA, DER MICH IN DEN ARM NIMMT.
WARUM FÜHLE ICH MICH SO ALLEIN?
WOFÜR WERDE ICH BESTRAFT?

24.11.2005 um 16:22 Uhr

Das Leben geht weiter...

Stimmung: neuer Mut

Als erstes möchte ich allen, die mir so liebe Worte haben zukommen lassen, Danke sagen. Es hat mich getröstet. Auch wenn der Verlußt immer noch spürbar ist. Dennoch, das Leben bleibt nicht stehen und es wird weiter gehen. Es wird nicht nur, sondern es macht es.

Ich ertappe mich noch immer, dabei, dass ich wütend bin. Wütend auf alles und jeden. Jedoch am meißten auf Menschen, die nicht verstehen können, welch großes Glück sie haben, ein Kind bekommen zu haben. Die Rauchen und Alkohol zu sich nehmen, obwohl sie Schwanger sind und nicht abschätzen können, wie sehr das ihrem Kind schadet. Manchmal finde ich es ungerecht, dass ... Doch auch diese Gefühle sind ungerecht. Dennoch freue ich mich mit den Menschen, die dennoch ein gesundes und glückliches Baby in ihren Armen halten dürfen.

Wir haben uns entschieden, es wieder zu versuchen. Die Wartezeit war gut und wichtig, denn so konnten wir uns klar werden, was geschehen ist und dass wir nichts hätten anders machen können um dies zu verhindern.
Wir könnten jetzt vor lauter Angst, es könne noch einmal geschehen, es nie wieder versuchen, doch wir wollen mutig voran schreiten und es probieren und riskieren. Ist das Leben denn nicht auch Risiko?
Wir wollen dieses Risiko gerne in Kauf nehmen, denn für uns gibt es nichts schöneres als ein Kind.

Wir wollen in diesem Jahr, das Kinderzimmer noch fertig gestalten. Die letzten Monate fand ich dafür keine Kraft. Doch ich würde dies gerne noch beenden. Es ist für mich auch so eine Art neue Hoffnung die sich mit der Gestaltung und Formung des kleinen Reichs aufbaut.

Vielleicht stellt sich auch noch heraus, dass unser Frauenarzt ein Hellseher ist und wir das Glück haben, zu Weihnachten einen positiven Schwangerschaftstest zu bekommen. Mehr würden wir uns überhaupt nicht zu wünschen wagen.
Dennoch, möchte ich mir keinen Stress machen, denn dann klappt das nie. Ich denke es wird klappen, wenn die Zeit reif ist und wenn der Moment der Richtige ist.

Klar werde ich hier auch weiterhin alles Kund tun, was passiert, auch wenn es vielleicht mal etwas ruhiger sein wird

Schließlich habe ich auch noch meinen Job, der Spass macht, da ich mit netten Menschen zusammen bin und ein paar meiner Kollegen wissen bescheid und das ist ein gutes Gefühl. Auch wenn ich Anfangs Angst hatte, es zu erzählen. Da wir aber oft von Kindern reden, dachte ich sollten sie es auch wissen, besonders, wenn ich melancholisch werde.
Jetzt fühle ich mich noch wohler, denn nun werde ich besser verstanden. Das war ein wichtiger Schritt für mich...

Ich wünsche allen, die Ähnliches erfahren mussten, die Kraft weiter zu gehen und nicht stehen zu bleiben. Geht nach dem, was euch eure Gefühle raten und lasst euch niemals sagen, das war noch kein Leben, also was soll die Trauer. Ich denke jeder sollte damit umgehen, so wie es für ihn richtig ist. Egal was andere sagen oder schreiben...

26.09.2005 um 16:52 Uhr

Wir haben jetzt ein Sternchen...

Stimmung: unendlich traurig

Leider haben wir vor ca. 2 Wochen erfahren, dass unser Zwerg sich nicht weiter entwickelt hat. Diese Nachricht war ein Schock für uns. Ich hatte Blutungen bekommen und bin deshalb zum Arzt. Als dieser auch auf die dritte Nachfrage, ob denn alles OK sei nicht reagierte, ahnte ich schon nichts gutes. Nicht jede Blutung bedeutet etwas schlimmes, meine Mutter hatte während ihrer Schwangerschaft mit mir auch Blutungen gehabt. Doch bei uns sollte dies nichts Gutes bedeuten.

Mein Arzt sagte mir, dass nichts in Ordnung sei und ich mein Kind verlieren werde. Das war ein Schock. Ich lief nach Hause und konnte die Tränen nicht mehr beim mir halten, wusste nicht, was ich tun sollte. Mir ging es nur noch schlecht. Wie konnte das Kind, welches ist schon so sehr liebte, einfach nicht leben? Wieso, war es einfach gegangen und warum hatte ich das nicht einmal bemerkt. Ich habe ihm Lieder vorgesungen, mit ihm Musik gehört und war so glücklich. Jetzt war dies alles mit einem Mal zu Ende. Ich klammerte ich an meinen Bauch, legte mich daheim hin, rief meinen Mann an, brachte nur hervor, dass unser Kind tot ist und ich ihn brauchte. Ich war nicht mehr klar.

Mir tat alles so weh. Ich weinte und fragte mich, ob der Zwerg es noch spüren konnte, schließlich war er ja noch in mir. Der Arzt meinte, ich würde ihn wohl von selbst verlieren, sollte jedoch am Donnerstag darauf dennoch vorbei kommen, da würde er noch einmal schauen. Ich fühlte mich so leer. Doch ich begann zu begreifen, dass es vielleicht auch das Beste für unser Sternchen war.

Die darauf folgenden Tage, nahm ich Abschied. Ich hatte die Nachricht am Montag bekommen und konnte mich so, darauf vorbereiten, was mich Donnerstag erwarten würde. Es gab keine weiteren Blutungen und auch sonst war alles so wie vorher. Ich sagte meinem Kind in der Zeit noch oft, wie sehr ich es liebte und dass wir uns eines Tages wieder sehen werden. Eines Tages würden wir uns kennenlernen. Das hoffe ich sehr. Diese Vorstellung gibt mir auch ein wenig Kraft, das alles zu begreifen.

Der Donnerstag kam und ich ging mit meinem Mann zum Termin. Leider hatte sich der Doc beim Ultraschall nicht geirtt. Ich wäre in der 12 Woche, doch mein Kind war in der 5-6 Woche einfach stehen geblieben. Es hatte nie einen Herzschlag (für mich wird es dennoch immer unser Kind sein, egal, wie andere Menschen dies definieren.) es hatte nie eine Chance. Ich bat noch um ein Foto (Foto wird noch folgen) von unserem Sternchen, damit wir etwas von ihm hatten. Sonst hätte ich das Gefühl, alles war nur ein schöner Traum mit grausigem Ende... Beim Arzt bekam ich noch gesagt, dass eine Ausschabung nicht mehr zu umgehen war, da sonst Gefahr auch für mich bestünde. Also, entschied ich mich dafür. Ich machte einen Termin in einer Klinik. Das Ganze sollte dann auch schon am Montag-Dienstag drauf statt finden.

Montags war ich dann im Krankenhaus und bekam meine Aufklärung und was noch so nötig war, denn eine Ausschabung wird in Vollnarkose vorgenommen. Ich war froh, als ich endlich wieder gehen konnte und alle Formalitäten hinter mir lagen. Dennoch hatte ich große Angst und dies war auch noch die letzte Nacht mit meinem Zwerg in mir...

Am Dienstag ging ich zögerlich ins Krankenhaus und wartete auf meinen OP Termin. Gegen Mittags bekam ich dann meine Tablette und die nötigen Spritzen und schon ging alles los. Ein wenig war ich erleichtert und traurig zu gleich. Doch die Vernunft sagte mir immer und immer wieder, es geht nicht anders. Die OP verlief gut und ich war auch sehr schnell wieder wach. Gegen abends durfte ich dann die Klinik verlassen und mich zu Hause erholen. Zwei Tage danach sind wir zu meinen Eltern gefahren und dort bin ich jetzt noch immer. Ich versuche mich zu erholen und Hoffnung zu schöpfen, für eine neue Schwangerschaft. Doch vorher möchte ich meinem KInd lebe wohl gesagt haben und es wirklich verarbeitet haben. Ein weiteres Kind soll nicht in solch einem Schatten leben müssen...

Wir haben letzten Freitag eine kleine weiße Rose gekauft und eine Kopie des Ultraschallfotos darunter begraben. Dies war für mich ein wichtiger Schritt auf dem Weg der Verarbeitung. Ich hoffe die Rose wird blühen und gedeihen und mich immer an unser kleines Sternchen erinnern. Manch einer mag denken, dass dies alles total dumm ist und sentimentaler Blödsinn, da es nie einen Herzschlag hatte, doch für mich ist es wie ein bisschen Heilung. Ich denke für mich ist dieser Weg der richtige. Ich blute nun auch nicht mehr und weiß, es ist so wie es ist und ich kann es nicht ändern.

Oft haben wir auch darüber gesprochen, warum dies so ist und mussten feststellen, dass es vielen Frauen so geht. Es ist erschreckend wie viele solch ein Schicksal erleiden müssen. Dennoch schöpfe ich auch aus deren Geschichten Hoffnung, denn viele von ihnen haben heute gesunde Kinder. Vielleicht war es für unser Sternchen besser so, denn wer weiß, welche Krankheit es hatte. Dennoch wird es immer ein Teil von uns sein und wir werden daran denken, wie lieb wir es hatten...

Wir haben jetzt ein Sternchen...

21.08.2005 um 16:10 Uhr

Schwanger und was daraus folgt...

Stimmung: glücklich

Unsere Hochzeitsreise liegt ja nun schon eine Weile hinter uns und der Alltag mit all seinem Stress hat uns wieder eingeholt. Dennoch sind auch ein paar sehr freudige Dinge geschehen. Früher als bisher erwartet, bin ich jetzt Schwanger geworden. Wir freuen uns sehr darüber, auch wenn es noch sehr früh ist (vom Stadium her). Wir wollten ja ein Kind und dachten, viele müssen ganz lange üben um eines zu bekommen und wir sollten ja dann mal anfangen. Gesagt getan und gleich im ersten Zyklus hat es geklappt. Damit hätten wir beide nicht gerechnet.
Ich sehe das mit einem sehr stolzen und einem etwas ängstlichen Auge.
Das was mich Stolz macht ist, dass wir nun endlich einen kleinen Zwerg bekommen werden und wir uns beide darüber so sehr freuen können.
Was mich Ängstlich macht, nun ja, ich habe erst seit dem 01.08. einen Job (auf 400 Euronen Basis) bekommen und fürchte nun, diesen zu verlieren. Doch als ich unterschrieb, waren wir uns nicht sicher, dass es schon geklappt haben könnte. Jetzt wissen wir es, doch ich möchte noch bis zur 12 Woche warten, bevor ich es auf der Arbeit sage, denn bis dahin steht ja alles noch auf wackeligen Beinen, doch ich hoffe sehr, dass alles so bleibt wie es ist. Selbst, wenn ich dafür meine Arbeit aufgeben müsste, denn ich muss gestehen, ein Kind ist mir wichtiger als ein Mini-Job.
Vielleicht sehen andere dies anders. Für mich ist eine gute Schwangerschaft und die Erziehung meines Kindes wichtiger wie alles andere. Selbst, wenn wir dann nicht klotzen können, sondern kleckern müssten. Unserem Zwerg wird es dennoch an nichts mangeln und schon gar nicht an unserer Liebe.

Heute nun haben wir angefangen, das Kinderzimmer (ehemals unser Partyzimmer) zu streichen. Wir wollen eine freundliche Farbe haben, die Einladend ist und zum träumen einlädt. Ich werde dann noch ein paar Kleinigkeiten an die Wände malen, bin mir nur noch nicht sicher was.

In zwei Wochen oder so, bekommen wir noch einen rießigen Schrank, wo nicht nur die Kleidung (welche wir von der Tochter meines Bruders geerbt haben) untergebracht sein wird. Den werde ich allerdings auch noch bemalen müssen. Momentan ist er so dunkel.

Drückt uns die Daumen, dass wir ein Traumzimmer gestaltet bekommen werden...