nicht streichel, nicht füttern - vorsicht bissig !

30.12.2005 um 11:26 Uhr

Was ist nur mit meinem Kopf los ?

von: Dackel

Gestern war es mal wieder soweit !

Eine Aneinanderreihung von Informationen die ich nicht verstanden habe, sondern nur deuten konnte, deren Hintergründe mir nicht wirklich erschlossen sind, haben mein Kartenhaus wieder einstürzen lassen.

Bin ich im Moment einfach zu sensibel, zusehr geneigt, alles misszuverstehen, oder ist mein Verstand so sehr geschwächt, durch diese verdammten Dinger, die mir mein Arzt aufoktruiert hat ?

Meine Welt stand Kopf und es war wieder alles einfach nur zuviel.

Ich verstehe mich selber schon die meiste Zeit nicht, wie kann ich da erwarten, daß mich andere verstehen ?

Die wenigen unbeeinflußten Momente, die meinem Kopf gegönnt sind, verbrauche ich allein schon zum Aufarbeiten dessen, was mich in den vielen Stunden, die ich nicht aufnahmefähig bin, überrennt.

Doch zum Glück habe ich endlich Freund, die mit mir, mit meiner Situation umgehen können, die mich teilweise besser verstehen, als ich mich im Moment selber, die mir Rückhalt geben und Rat und mir helfen, zu verstehen.

Freunde, die mir den Kopf wieder gerade rücken und die mich davon abbringen, mich hängen zu lassen.

Diese Menschen, die ich Freunde nennen darf, sind mir so wichtig geworden und beeinflussen mein Leben so stark, im positiven Sinne, daß ich weiß, mit ihnen an meiner Seite kann ich alle Situationen überstehen.

Sie geben mir Kraft, Liebe und Verständnis,

alles, was ich Jahre nicht hatte

und dafür bin ich jedem einzelnen sehr dankbar !

 

Und einem ganz besonderen Menschen möchte ich an dieser Stelle noch eines sagen:

Ay meine Blume, ich danke Dir dafür, daß Du mir in der letzten Zeit eine so gute Freundin geworden bist und mit mir deine Sorgen und dein Glück teilst.

Ich hoffe, Dir immer ein so guter Freund sein zu können, wie Du es für mich bist und für Dich und deinen kleinen Ömmel da zu sein, wenn ihr mich braucht !

Denn ihr bedeutet mir beide sehr viel, auch wenn dein Kleiner das noch nicht verstehen kann, aber ich hoffe, daß er mich als Lieben "Onkel" und Freund kennen und schätzen lernen wird und ich ihn mit aufwachsen sehen kann.

 

29.12.2005 um 15:18 Uhr

Stolz

von: Dackel

Stolz ist schon so ne komische Sache, eigentlich sollte er uns stark machen und für viele Dinge unempfänglich, besser gesagt, uns eine Art Schutzwall geben, damit wir nicht alles an uns heranlassen.
Schön wenn er stark genug ist.
Doch wenn er einmal gebrochen wurde und man ihn fast ganz verloren hatte, ist es verdammt schwer, ihn wieder so stark zu bekommen, daß er einen schützt, wovor auch immer.
Solange er noch nicht wieder stark genug ist, bleibt man anfällig für die kleinste Kleinigkeit und das Gegenüber kann meistens nicht einmal etwas dafür. Es mag auch Leute geben, die in solchen Situationen von gekträngtem Stolz, oder gekränkter Eitelkeit reden, ich aber sage, der eigene Stolz ist in solch einem Fall einfach noch nicht stark genug, um so manches zu schlucken.
Es kommt zu viel durch und legt sich sofort auf die Stimmung.
Ein Kleiner Auslöser hat sofort eine riesen Wirkung, denn da ist kein Puffer dazwischen, der es aufhält, oder abschwächt.

Den Stolz anderer Menschen zu achten und zu Respektieren ist eine gute Sache - ich bemühe mich immer den Stolz anderer Menschen zu achte.
Doch wann lerne ich endlich, meinen Stolz wieder so stark zu bekommen, daß er mir diesen Schutz gibt und Halt ?

29.12.2005 um 14:38 Uhr

Ich muß endlich aufräumen - mein Leben sortieren

von: Dackel

Es ist noch gar nicht so lange her, daß ich eine Begegnung hatte, die mein Leben komplett auf den Kopf gestellt hat.

Ich habe einen Menschen kennengelernt, der mich durch sein bloßes erscheinen in meinem Leben dazu gebracht hat, dieses endlich aufzuräumen und zu sortieren.

Ich weiß nicht warum, aber kaum daß ich diesen Menschen gesehen und kennengelernt habe, fing es an, ganz von selbst.

Es war die reinste Hölle, alles wieder zu durchleben, wieder zu erleben. Es hat mich Wochen an Zeit und Jahre meines Lebens gekostet, das alles aufzuarbeiten, was ich vergessen wollte.

Bis ich endlich den Punkt gefunden hatte, an dem ich vernünftig beginnen konnte, an dem ich einen Schnitt machen konnte, um mein Leben aufzuarbeiten, verging die Zeit rasend schnell, ohne daß ich auch nur im geringsten zu einem entsprechenden Punkt kam, geschweige denn zu einem Ergebnis.

Ich habe gegraben, versucht meine Gedanken in eine sinvolle Reihenfolge zu bringen, bis es mir endlich gelang.

Mit Erschrecken habe ich dann gemerkt, daß es Wochen waren, die an mir vorbeigezogen sind, ohne daß ich es wirklich wahr genommen habe.

Ich habe Freunde vernachlässigt in dieser Zeit, ich habe meine Arbeit nur noch leidlich ausgeführt, immer am Rande des Ausreichenden und weit unter meinen Möglichkeiten.

Ich habe mich eingekapselt, so sehr, daß es kaum jemandem gelang, zu mir durchzudringen. Nur zwei mittlerweile sehr gute Freunde haben es geschafft, mich dazu zu bewegen, sie ins Vertrauen zu ziehen und ich bin froh, daß es ihnen gelungen ist.

Ich war oft an einem Punkt in der letzten Zeit, an dem ich einfach nicht mehr konnte, nicht mehr wollte. Ich fühlte mich hilflos, kraftlos, alleine. Ich war kurz davor allem einfach ein Ende zu setzen, endgültig. Keine Schmerzen mehr, kein Leid mehr, keine Vergangenheit mehr !

Ich war gerade 10, als ich meinen Vater verlor und habe es erst Jahre später wirklich verstanden, genau in der Zeit, die für einen heranwachsenden Menschen wohl die schwerste und veränderungsreichste ist. Der Körper reift schneller als der Geist, wenigstens bei uns männlichen Geschöpfen. Das Interesse am anderen Geschlecht wird zu einem leichtsinnigen Spiel, das die eigenen Gefühle durcheinanderwirbelt und Rücksicht auf die Gefühle des anderen kaum zuläßt.

Wichtig sind die eigenen Bedürfnisse und Abwechslung !

Jedenfalls sehe ich es heute so, wenn ich an die Zeit zurückdenke, in der ich zum Mann wurde.

Im Gegensatz zu den meisten Jungs in meinem alter, war ich aber eher derjenige, der Versucht hat die Frau, die aus dem Mädchen wurde, zu verstehen, aber ich konnte es nicht.

Ich war selber gerade dabei, den frühen Tod meines Vaters zu verdrängen und habe sie - meine erste Freundin, aber nicht meine erste große Liebe - gebraucht, um viele meiner Gedanken aus meinem Kopf zu fegen. Ich habe sie, zwar unwissentlich, aber konsequent, dazu benutzt, mich abzulenken und meinen Spaß zu haben. Heute frage ich mich, war es wirklich alles Spaß ?

Ich war ja ach so verständnisvoll, als sie mit mir Schluß gemacht hat, um mit einem meiner wenigen Schulfreunde, die ich hatte, eine neue Bezihung einzugehen.

Es hat Jahre gedauert. bevor ich mich wieder auf eine Beziehung eingelassen habe !

Mit 20 habe ich mich von einer Beziehung in die nächste gestürzt, ganze drei an der Zahl und ich habe mich jedesmal darin verrannt, nur um bitter enttäuscht zu werden. Sozusagen habe ich aus Frust eine neue angefangen, denn mein Bedürfnis nach Liebe und Zuwendung war enorm, doch konnte mir keine dieser Frauen das geben, was ich suchte.

Sie haben mich betrogen, belogen und sogar geschlagen und ich habe es über mich ergehen lassen, bis ich es nicht mehr ausgehalten habe.

Ungewöhnlich für einen Mann ? - Ja ! Ich war eine Memme !

 

Dann habe ich meine spätere Ehefrau kennengelernt und sie war so anders, als die wenigen Frauen, die ich bis dahn kennengelernt hatte. Sie hat mir das gegeben, was ich brauchte, Liebe, Halt, Führung.

Ich war noch so unbedarft im Leben, daß ich mich voll und ganz nach ihr gerichtet habe, sie war mein Wegweiser.

Wir hatten natürlich auch unsere schönen Jahre und wir haben uns mal geliebt, doch kaum daß wir verheiratet waren, wurde alles plötzlich ganz anders.

Ihre Dominanz wurde bedrückend und jeder bisherige Rat glich nun mehr einem Befehl. Sie gab mir keine Liebe sondern nur das Gefühl gebraucht und später benutzt zu werden. Ich habe versucht mich dagegen zu wehren, zumal ich auch reifer geworden war, aber ich war nicht reif und nicht stark genug, mich gegen sie zu behaupten.

Und für Jahre hat sie meinen Willen und meinen Stolz gebrochen !

Ich habe mich lange Zeit in mein Leben gefügt, wie sich ein Schaf in sein Schicksl ergibt, wenn es zur Schlachtbank geführt wird.

Ohne Hoffnung, aber mit viel Wehmut,

bis ich endlich stark genug war, aus diesem Leben auszubrechen und neu anzufangen.

 

Was ich nun lernen mußte, war auf eigenen Füßen zu stehen und meinen Stolz und mein Ego wiederzufinden.

Und dann habe ich diese Frau getroffen, die ich schon aus meiner Jugend flüchtig kannte und die alles in sich vereint zu habe schien, was ich in einer Frau suchte. Sie war so perfekt und ich war nicht wirklich bereit, mein Leben alleine zu verbringen - ich brauchte sie .

Was ich dieser Frau angetan habe, habe ich bereits erzählt und ich möchte mich ungerne wiederholen.

Ich habe lange Zeit genug damit zu tun gehabt, mir deswegen selber Vorwürfe zu machen, denn ich möchte diesen Schmerz nicht noch einmal verursachen, geschweige denn erleben.

 

Und zu allem Überfluss habe ich seit 4 monaten wieder gesundheitliche Problem. Ob resultierend aus der letztjährigen OP konnte mir bis jetzt noch kein Arzt sagen.Mal sehen, wie lange das noch so weitergeht.

 

Dieser Mensch, der mich dazu gebracht hat, dies alles zu sortieren und aufzuarbeiten, hat mir auch, ohne daß er es weiß, geholfen, meine Fehler einzusehen und zu lernen, damit zu leben.

Langsam komme ich davon ab, mir wegen meiner Vergangenheit Vorwürfe zu machen und die Schuld immer bei mir zu suchen.

Aber nur langsam.

Mein Ego habe ich noch nicht wirklich wiedergefunden und mein Stolz ist noch so zerbrechlich und empfindsam, wie ein neugeborenes Kind.

Ich lerne langsam, aber stetig, was es bedeutet, auf eigenen Beinen zu stehe und mein Leben selbst zu bestimmen und dafür die Verantwortung zu tragen.

Ich kann nur hoffen, daß mir dieser Mensch, so wie er durch sein Auftauchen in mir dies alles ausgelöst hat, mir auch durch seine Anwesenheit in meinem Leben die Kraft und das Durchhaltevermögen gibt, alles wiederzufinden und zu lernen, was ich im Laufe meines Lebens verloren habe.

Ich hoffe, er wird mich lange Zeit als Weggefährte begleiten und mir zur Seite stehen, wann immer ich ihn brauche und noch mehr.

 

Auch wenn du es nicht ahnst, ich Danke Dir dafür, daß du mir gezeigt und auch geholfen hast, mein Leben zu ordenen und mich wiederzufinden - bis jetzt wenigstens ansatzweise.

29.12.2005 um 12:30 Uhr

Freundschaft

von: Dackel

Auch dazu habe ich sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht in diesem verruchten Jahr 2005.

Ich bin sehr froh darüber alte Freunde wiedergefunden und neue dazugewonnen zu haben, denn eine Zeitlang hatte ich das Gefühl völlig alleine da zu stehen.

Ich bin sehr glücklich darüber, daß dem nicht mehr so ist.

Doch über all dieser Freude schwebt immer das Schwert des Damokles !

Das habe ich leider wieder erfahren müssen dieses Jahr.

Einer meiner besten Freunde und einer der wenigen, die mir die ganze Zeit treu geblieben waren, weilt nicht mehr unter uns.

Seit einem halben Jahr vermisse ich ihn und der Schmerz über seinen Verlust läßt mir keine Ruhe.

Daß ich damit nicht alleine stehe, gibt mir einen kleinen, aber unzureichenden Trost - wie schlimm muß es dann erst für seine Frau sein ?

Ich bin nur heilfroh, daß sein Sohn noch zu jung ist, um das alles mitzubekommen.

Ich versuche so gut es geht, für die Familie meines Freundes da zu sein, aber ich kann es nicht immer.

Ich weiß nicht wie oft mir das noch passieren muß, daß ich einen Freund verliere - ich weiß nur, es ist mir schon zu oft wiederfahren und jeder Verlust bringt immer wieder die vorangegangen mit sich.

Es wird von Mal zu Mal schlimmer, denn jeder einzelne von meinen Freunden war etwas besonderes, doch den geballten Schmerz über all dieser unnötigen Tode zu überstehen und zu verarbeiten erfordert verdammt viel Kraft, eine Kraft, von der ich nicht weiß, wie lange ich sie noch haben werde.

Dieses Jahr hätte ich es nicht geschafft, wenn da nicht noch Freunde gewesen wären, die mir von ihrer Kraft gegeben haben, überschwänglich viel, doch gerade genug für mich, daß ich Halt und Stütze für meine beste Freundin sein konnte, die ihrem Mann so tapfer lebe wohl gesagt hat.

Dieser Schatten wird noch lange auf meinem Herzen liegen und immer dann, wenn ich es am wenigsten erwarte, wird er über mich kommen, denn dieser Mensch war, auch wenn es ihm vielleicht nicht bewußt gewesen ist, etwas sehr besonderes für mich.

 

Chris, ich hoffe es geht Dir gut, wo immer du jetzt auch bist !

Pass auf uns auf und halte deine Hand über uns von deinem Berg, auf dem Du geblieben bist !

29.12.2005 um 04:12 Uhr

Hier beginnt sie nun, meine Abrechnung mit dem Jahr 2005

von: Dackel

2005 war ein fantastisches Jahr - nur nicht für mich !

Als Invalide in das Jahr gegangen und als Invalide dieses Jahr wieder verlassen, so schließt sich der Kreis !

Aber nicht, daß die gesundheitlichen Problemchen nicht auch reichen würden, nein, die seelischen machen es noch besser !

Aber ich will versuchen, eine chronologische Reihenfolge hier reinzubringen.

Wie gesagt, ich bin als Invalide in dieses Jahr gegangen.

Ok, das war halb so wild, nach einer recht gut überstandenen OP im Dezember 2004 habe ich mich zum Jahresanfang recht schnell und gut erholt, was ich auch eigentlich nicht anders von mir kenne.

Zu diesem Zeitpunkt befand ich mich auch augenscheinlich in einer glücklichen Beziehung, die mir nicht nur bei meiner körperlichen Genesung, sondern vorallem bei der Verdrängung eines früheren Lebens geholfen hat.

Zu lange habe ich mich in diesem früheren Leben bestimmen und leiten lassen und war abhängig von einem  Menschen, von dem ich dachte, daß ich ihn liebe und wieder geliebt werde.

Anfangs waren es schöne Jahre und ich brauchte auch in gewisser Weise eine führende Hand, denn ich war noch recht unbescholten, was das wirkliche Leben anging - ich war jung verspielt und erst noch auf dem Weg, erwachsen zu werden. Doch habe ich im Verlauf dieser Beziehung gelernt, was es heißt Verantwortung zu tragen, nicht zuletzt auch durch meine beruflichen Anforderungen. Ich wurde praktisch dazu genötigt, zu reifen, vernünftiger zu werden und Verantwortung zu übernehem, aber für andere und weniger für mich. Also habe ich auch versucht diese Verantwortung mit in mein Privatleben zu übernehmen, denn ich dachte irgendwann, ich sei stark genug, auch dort diese Authorität durchzusetzen, die ich im Beruf an den Tag legen mußte. Doch bin ich trotz wiederholter Versuche immerwieder gescheitert, da meine "bessere Hälfte" einfach zu stark und zu dominant war, als daß ich gegen sie hätte aufbegehren können. Also habe ich resigniert, was mein erster großer Fehler war, wie sich später herausgestellt hat.

Jahre danach als mir diese Beziehung schon lange nichts mehr bedeutet hat und ich eigentlich nur noch mit diesem Menschen zusammenlebte, weil ich es nicht anders gewohnt war, wurde mir bewußt, wie lange ich schon keine Gefühle mehr für meine Partnerin hatte - keine Liebe, kein Haß - nicht einmal Zu- oder Abneigung konnte ich empfinden. Da war nichts !

Im Laufe der Jahre voller Schikane, Dominanz und Passivität hatte ich gegenüber diesem Menschen jegliches Gefühl verloren.

Für mich gab es nur eine logische Konsequenz - Trennung.

Ich fühlte mich reif und stark genug, ihr gegenüberzutreten um ihr meine Entschluß mitzuteilen und ich war es auch. Daß es zu spät war, diese Beziehung mit allen Mitteln zu retten, lag an der Jahrelangen Ignoranz, mit der erst sie mich und dann wir uns behandelt hatten.

Dann stand ich auf einmal völlig auf eigenen Beinen, zum ersten Mal in meinem Leben, war da niemand, der mir etwas vorschrieb, der mir in mein Leben reinredete und ich habe es genossen.

Doch nur etwa 2 Monate später traf ich eine Frau, die ich schon als Mädchen gekannt hatte und in mir wurde plötzlich wieder eine Sehnsucht wach, die ich eigentlich zu verdrängen gesucht hatte.

Ich wollte wieder einen Menschen an meiner Seite haben !

Ich wollte wieder begehrt und geliebt werden !

Ich wollte jemanden haben, der mich umsorgt und mich führt !

Und ich bekam diesen Menschen.

Doch ich bekam mehr, als ich erwartet hatte. Diese Frau hatte soviel Liebe und Wärme und soviel Zutrauen in mich und in eine gemeinsame Zukunft, daß es mich einengte. Ich merkte es nicht, im Gegenteil, ich glaubte mich bereit, endlich eine Familie mit Haus und Garten gründen zukönnen, mit allem, was dazu gehört, doch dann kam das Jahr 2005

und es hat mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt !

Erst merkte ich es als eine Art geistiges Unwohlsein und war mir nicht sicher, woran es liegen mochte, doch mit der Zeit wurde es stärker. Von Woche zu Woche wurde mir bewußter, daß ich nicht bereit dazu war, eine solche Bindung einzugehen, ich war nicht reif genug, meine Gefühle für Sie waren nicht stark genug.

Ich hatte gehofft, sie wirklich zu lieben, aber mir wurde bewußt, daß dem nicht so war.

Und je mehr ich das erkannte, desto mehr wurde mir bewußt, was ich tat und was ich lieber lassen sollte.

Egal wie ich mich entscheiden würde, es konnte nur so enden, daß ich sie verletzte, die Frage war nur, wie ist es schlimmer?

Wochen habe ich mich mit dieser Frage umhergequält und damit schon diese Beziehung belastet; ich hatte Angst vor einer Entscheidung, vor meiner eigenen Courage.

Doch es wäre ihr gegenüber nicht fair gewesen, diese Beziehung weiterzuführen, denn ich habe sie nicht so geliebt, wie ein Mann eine Frau lieben sollte und ich wollte ihr nicht die Chance nehmen, den Mann für´s Leben doch noch zu finden.

Also mußte ich diesen Menschen, der mir doch sehr viel bedeutet hat, so bitter entäuschen und verletzen.

ich weiß nicht, ob sie es mir irgendwann verzeihen kann, verdient habe ich es bestimmt nicht, denn ich habe mich keinen Deut besser verhalten, als es mir jahrelang vorgelebt worden ist,ein Leben, aus dem ich ausgebrochen bin.

 

Es tat mir unendlich weh, ihr das anzutun, aber ich kann nur erahnen, welchen Schmerz ich ihr zugefügt haben muß, denn sie dachte, in mir den richtigen gefunden zu haben. Den Menschen, mit dem sie alt und glücklich werden könnte, vielleicht auch dessen Kinder sie haben wollte.

All das habe ich ihr zerstört, wie ein Kartenhaus, daß man einfach umpustet - ich kann nur hoffen, daß sie es mir vielleicht irgendwann verzeiht. Verdient habe ich es nicht !

Ich muß MEIN Leben leben, ich muß lernen, wer ICH bin, denn ich habe mich in den Jahren zuvor verloren, von dem Zeitpunkt an, da ich resigniert hatte, habe ich meinen Stolz, mein Ego, meine Selbstachtung verloren.

Das wiederzufinden kostet mich Kraft und Zeit und wohl auch ihre Freundschaft, die mir immernoch etwas bedeuten würde, könnte sie sie mir geben, aber nur als Freund, denn mehr kann ich ihr nicht bieten, das habe ich erkannt.

 

Es tut mir leid