Die letzte Nacht war wieder viel zu lang.
Viel zu lange habe ich über etwas nachdenken müssen, was ich nicht will, aber was ich wohl auf mich nehmen werden muß.
Ich weiß immernoch nicht wie ich mich fühlen soll deswegen - ist mir schlecht,oder fange ich wieder an zu resignieren ?
Nein !
Ich darf das nicht zulassen und ich werde es nicht zulassen !
Resignation ist der Tod jeder Hoffnung und die will ich nicht verlieren !
Die Einsicht, auf die ich so sehr gehofft hatte, ist leider ausgeblieben und somit wird auch die Entscheidung, auf die ich eigentlich gewartet habe, nicht kommen - nicht jetzt und nicht so, wie ich es eigentlich gehofft, gewollt, erwartet hatte.
Eine Entscheidung habe ich jetzt selbst zu treffen. Wohl ganz entgegen dem, was ich eigentlich möchte, was meine Gefühle mir sagen, was mein Herz mir sagt, werde ich eine Entscheidung treffen müssen, damit es mir möglich bleibt, meine Träume weiter zu verfolgen. Ob ich die Kraft dazu aufbringen kann, das so durchzuhalten und nicht aufzugeben - ich weiß es nicht.
Verdammt, warum ist das Leben nur so hart und vorallem das, was man am meissten will, am weitesten entfernt, auch wenn es fast zum Greifen nah erscheint. Warum müssen so viele Dinge immer so unheimlich kompliziert sein?
Warum machen Menschen sich das Leben immer selber so schwer - warum auch ich ?
Bergauf - naja - geht es bei mir gerade nun wirklich nicht, auch wenn ich es gehofft hatte, eher stehe ich an einem Hang und sehe wie sich irgendwo über mir eine Lawine zusammenbraut, doch ob sie an mir vorbeiziehen, oder mich mit sich reißen wird kann ich in keinster Weise abschätzen.
Erst wenn ich sehe, wo sie niedergehen wird, dann habe ich Gewissheit, aber bis zum Schluß werde ich nicht in der Lage sein, mich vor ihr in Sicherheit zu bringen - weder weiß ich wie, noch wohin. Die einzige Zuversicht, die ich noch habe, ist diese kleine Möglichkeit, daß sie einfach an mir vorbeirauscht und ich außer einem Wind nichts davon mitbekomme.
Warte ich auf diesen Wind? Will ich mich daran vielleicht sogar erfrischen? Ich habe keine Ahnung.
Nakt stehe ich einfach da und kann nur warten, was passieren wird.
Doch warum drängt sich jetzt auch ausgerechnet diese Metapher in meinen Kopf - ausgerechnet das Bild von einer Situation, von der ich nicht weiß, ob sie viellleicht der Grund dafür ist, daß ich einen meiner besten Freunde niemals wiedersehen werde?
Sie hat gar nichts mit meiner Entscheidung zu tun, aber sie beschreibt am besten, was ich fühle, was ich denke - Chris lass mich bitte nicht hier stehen und im schlimmsten Fall erfrieren,bevor sich diese Lawine löst.
Ich kann nicht anders, aber ich muß wissen, wie und wo sie niedergeht. Zugleich bin ich aber - jedenfalls im Moment - unfähig weiter aufzusteigen und sie selbst von oben auszulösen, von einem Punkt, an dem mir nichts passieren kann.
Es ist nicht so, daß ich den Pfad nicht sehe, er liegt direkt vor mir, doch weiß ich nicht, wie ich ihn beschreiten soll.
Alleine kann ich ihn nicht bezwingen, aber die Person, die mir dort hinauf helfen kann, sehe ich nicht. Ich ahne sie nur - mitten auf dem Eisfeld, das unweigerlich von dieser drohenden Gefahr überrollt wird, doch noch mehr rufen und schreien, würde wohl nur die Lawine vorzeitig auslösen, bevor sie dieses Feld endlich überquert hätte. Und nur sie alleine hat die Möglichkeit, mich von oben über diesen Pfad zu führen - Chris, bitte pass auf sie auf, daß ihr dort nichts zustößt, daß sie dieses Feld sicher und unbeschadet überqueren kann - auch wenn ich nicht weiß, in welche Richtung sie gehen wird!