nicht streichel, nicht füttern - vorsicht bissig !

26.01.2006 um 13:51 Uhr

Geduld ist eine Tugend

von: Dackel

Ein altes Sprichwort unserer Ahnen.

Doch was nutz einem die größte Tugend, wenn sie einen zermürbt, wenn der Verstand macht was er will und einem nur unsinnige Gedanken gewährt, wenn das Herz langsam in der Brust zu zerbrechen scheint, Stück um Stück ?

Die letzte Nacht habe ich kein Auge zubekommen und ich habe mich danach gesehnt, daß der Grund dafür die Schmerzen wären, die mich seit Monaten plagen.

Aber nein, der Grund war wieder mal der Kopf, er läßt sich nicht abschalten und auch nicht betäuben. Ich bin es leid, mit ständig anderen Methoden zu versuchen, ihn ruhig zu stellen, soll er doch machen was er will - irgendwann wird der Körper sein Recht fordern und vielleicht kann ich dann endlich mal wieder schlafen ? Bis dahin werde ich diese Gedanken nicht los, die seit Wochen immer nur um das eine kreisen, wann darf ich endlich wieder glücklich sein, einen anderen Menschen glücklich machen, für ihn da sein und dadurch selber ein erfülltes Leben führen.

Nach alledem, was in der Vergangenen Zeit passiert ist, wollte ich es erst gar nicht, wollte mein Leben für mich alleine haben, unabhängig sein. Doch je klarer ich sehe und je mehr ich mir selbst wieder bewußt werde, desto mehr wünsche, nein sehne ich mich danach, für einen anderen, einen bestimmten Menschen die wichtigste Person in seinem Leben zu sein und diesen Menschen einfach nur glücklich zu machen.

Doch warum ist das so schwer ?

Es gibt Momente, wenige, in denen ich das Gefühl habe, es könnte tatsächlich so weit sein, aber nach jedem dieser Augenblicke falle ich nur wieder umso tiefer in meine Zweifel und Ängste zurück, diesen Menschen nicht so zu berühren, wie ich es mir innigst wünsche.

Ich weiß um einiges, was meinem Wunsch noch im Wege steht, aber wissen heißt nicht gleich verstehen.

Habe ich eines Verstanden, drängen sich mir darauf gleich neu Fragen und Zweifel auf. Versuche ich eine dieser Fragen zu lüften, führt dies nur dazu, daß ich das Gefühl bekomme, zu aufdringlich, zu ungeduldig zusein und damit alles nur zu erschweren.

Das bereitet mir Kopfschmerzen, doch viel schlimmer ist die Furcht vor dieser Ungewissheit. Sie ist spürbar, nahezu greifbar. Sie umschlingt mein Herz mit einer eisigen Hand, die mir die Kälte bis in alle Glieder treibt. Ich sitze hier dick angezogen in meiner stark beheizten Wohnung und ich friere. 

Der Schnee, der draußen vor dem Fenster liegt, er kann nicht kälter sein.