nicht streichel, nicht füttern - vorsicht bissig !

31.01.2006 um 08:47 Uhr

Alptraum

von: Dackel

Heute morgen hatte ich einen Kopf, wie ein Rathaus, als ich aufegwacht bin.

Die ganze Nacht über bin ich wieder wach geworden - 5,6,7 Mal - ich habe es nicht mehr zählen können. Aber es war anders diesmal.

An die Träume erinnere ich mich nur schemenhaft, aber sie waren heute Nacht der Grund, daß ich ständig aus dem Schlaf hochgeschreckt bin. Kaum daß ich die Augen wieder zubekommen habe, kamen sie zurück - Alpträume !

Ich hatte schon seit einer halben Ewigkeit keine mehr und heute dafür so geballt ?!

Ich weiß nicht, wie lange ich jetzt schon hier am Rechner sitze und einfach nur versuche, diese Schatten der Nacht abzuschütteln, aber sie lassen mich nicht los. Ich habe jegliches Raum- und Zeitgefühl verloren, selbst das Ziffernblatt auf meiner Uhr ist im Moment völlig nichtssagend.

Ich weiß nur, mir bleibt nicht mehr viel Zeit, denn ich muß gleich zu einem Termin, der mir, was meinen Rücken betrifft, heute nicht viel bringen wird, aber den ich nicht ausfallen lassen kann.

Das Schreiben, dieses Konzentrieren auf jede Bewegung meiner Finger, hilft mir heute, ein Bischen der letzten Nacht zurückzulassen und das Zittern aus meinen Gliedern zu bekommen. Habe schon endlos scheinende Augenblicke hier gesessen, bevor ich überhaupt die Tastatur anfassen konnte, aber jetzt geht es. Jedoch, es fällt mir heute extrem schwer, meinen Kopf auf das zu  richten, was ich eigentlich machen möchte. Irgendwann in den frühen Morgenstunden habe ich mich hier hingesetzt und schreibe seitdem an diesem Text, aber es fällt mir schwer, mich frei zu machen und nur hierauf zu konzentrieren, aber es muss sein.

Und jetzt schreit mich gerade mein Wecker an und sagt, daß es Zeit ist, aufzustehen, mich fertig zu machen und zum Arzt zu gehen.

Dann werd ich das jetzt auch mal tun - die frische Luft auf dem Weg dahin wird mir hoffentlich gut tun.

 

31.01.2006 um 00:53 Uhr

wieder eine lange Nacht

von: Dackel

Musik: Stille

Das wird wieder eine sehr lange Nacht.

Eigentlich bin ich hundemüde, finde dennoch keinen Schlaf.

Die gut 21 Stunden, die ich nun auf den Beinen bin, bringen mir auch nicht das, was ich brauche. Ganz im Gegenteil - von einer Nacht zur anderen steigert sich mein Schlafdefizit nur noch weiter und die Zeit, die ich wirklich die Augen zubekomme, wird immer kürzer.

Als Kind hatte ich Angst vor der Dunkelheit, aber mitlerweile sehne ich mich danach - sie macht alles so unwirklich, aber Ruhe bringt sie mir leider auch nicht. Wenigstens kann ich stundenlang einfach in sie hineinstarren, ohne daß sie mir etwas zeigt, was ich nicht sehen will. Diese Zeit mitten in der Nacht, diese endlosen Augenblicke der absoluten Stille, sie lassen mich zwar nicht schlafen, aber sie geben mir die Gelegenheit, die letzten Gedanken, die mich plagen, zu sortieren.

Gedanken ?!

Hirngespinste aus den Tiefen meiner Wünsche und Ängste, gepaart mit Erlebnissen meiner Vrgangenheit, an die ich von Zeit zu Zeit leider immer wieder erinnert werde. Ich hatte gehofft, diese Erfahrungen hinter mir lassen zu können, aber ich erlebe sie erneut - anders, intensiver, denn diesmal meine ich zu wissen, was um mich herum passiert - oder ist das auch wieder nur ein Hirngespinst ?

Ich weiß langsam nicht mehr, was ich noch glauben soll, was ich noch glauben kann, von dem, was mein Kopf sich ausmalt. Ich weiß nur,das was ich einmal überstanden habe, will ich nicht ein zweites Mal erleben müssen, denn ich habe zu viel Zeit gebraucht, damit fertig zu werden - und damals war ich stärker, wenn auch unbedarfter und deswegen vielleicht auch anfälliger.

Heute weiß ich, was ich will, aber ob ich immer all das bekomme, was ich möchte, ist eine dieser Fragen, die ich mir selbst nicht beantworten kann.

Eigentlich war ich noch nie einer dieser "glücklichen" Menschen, die immer bekommen, was sie wollen - ganz im Gegenteil. Für alles was ich erreicht habe, mußte ich immer schwer kämpfen, oder Kompromisse eingehen, die mir schwer fielen.

Selten genug habe ich das bekommen, von dem ich geträumt habe. Doch selbst, wenn mir langsam die Kraft ausgeht, für meine Ziele zu kämpfen, ich gebe noch nicht auf - und zu Kompromissen bin ich nicht mehr bereit - ich bin zu viele eingegangen, von denen ich im Nachhinein gar nichts hatte.

Mir hat mal jemand gesagt, ich solle endlich etwas egoistischer werden - eigentlich war das nie meine Art, doch jetzt muß ich es sein, damit ich ichselbst bleiben kann, damit ich mich nicht noch einmal verliere - und viel fehlt nicht mehr.

Auch wenn mir diese Zeilen ebenfalls nicht den ersehnten Schlaf bringen werden, so helfen sie mir doch, mich zu sortieren, meine Gedanken zu ordnen

und vorallem, sie für mich selbst immerwieder greifbar zuhaben, wenn ich sie brauche, wenn ich mich selber wieder daran ermahnen muß, endlich ich selbst zu sein und zu bleiben !