Man, was war ich aufgeregt vor Donnerstag - Einladung zur Geburtstagsfeier meiner Freundin mit ihrer ganzen Familie.
Zum Teil kannte ich ja schon die Geschwister und ihrer Mutter war ich auch kein unbekanntes Gesicht, aber gesehen hatten wir uns erst einmal. Ich war schon sehr gespannt, wie ich wohl aufgenommen und mit welchen Blicken ich gemustert würde, denn bekanntlich sind Eltern ja sehr kritisch den Freunden ihrer Töchter gegenüber eingestellt.
Ich hatte extra alles gut vorbereitet, um bloß pünktlich zu sein und wollte noch eine Kuchen mitbringen - natürlich selbstgemacht und keine Backmischung !!! - den ich auch prompt zweimal machen konnte, da mir beim ersten der halbe Boden weggebrochen war. Das war das erste was schief gehen konnte und womit ich am allerwenigsten gerechnet hatte, den mittlerweile behersche ich Kunst des Backens recht gut und hatte damit eigentlich noch nie Probleme. Also, wo bekommt man dann an einem Feirtag auf die schnelle noch Zutaten für einen neuen Kuchen her, wenn der Schrank nur noch das nötigste her gibt ?
Zu meinem Glück habe ich in meiner Nähe ein recht gut sortierte Tankstelle, die mir in diesem Fall zwar nicht das Leben, aber doch das Gewissen gerettet hat.
Den Kuchen hatte ich also noch rechtzeitig fertig, auch wenn er innen noch warm war, als er auf den Tisch kam - ich muß sagen, so schmeckt er auch gleich nochmal so gut, denn das hatte ich vorher noch nicht ausprobiert.
Ein sehr guter Freund wollte am Freitag in den Urlaub fahren und hatte noch Sachen bei mir liegen, die er vorher unbedingt abholen wollte - er war dann auch um 15 Uhr bei mir und um halb 4 war ich eingeladen. ZU Fuß wäre es ein Weg von ca 15 Minuten gewesen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln sogar etwas länger. Zu meinem Glück hat mein Freund mich dann mit Sack und Pack noch zu der Feier gefahren und so kam ich doch eine viertel Stunde zu früh an.
Womit ich eigentlich gar nicht gerechnet hatte, die Familie meinert Freundin übrigens auch nicht, der "unliebsame" Teil der Verwandschaft war auch noch da. Hatten sie sich doch tatsächlich mal auf eine Tasse Kaffee einladen lassen, als nur kurz das Geschenk abzugeben und gleich wieder zu verschwinden.
Ich wurde von allen Seiten sehr freundlich, aber zum Teil reserviert begrüßt. Ich hatte auch den Eindruck, dass die momentane Stimmung nicht unbedingt die beste war, konnte aber nicht genau sagen, weshalb. An mir hat es nicht gelegen, wie ich im Verlauf des Nachmittags und des Abends merken konnte.
Der schönste Moment für mich war der, als Sandra ihr geschenk auspackte und es ihr zu erst die Sprache verschlug. Blickte sie doch, nachdem sie das Papier von dem Bilderrahmen entfernt hatte, in ihr eigenes Gesicht. Ich habe seit Ewigkeiten nicht mehr selbst gezeichnet und erst zu Beginn des Jahres wieder damit angefangen - ich glaube, mit einem Portrait aus meiner Feder hatte sie wohl am aller wenigsten gerechnet.
Anfangs etwas zögerlich, kam ich im Laufe des Nachmittags doch immer häufiger mit den Eltern ins Gespräch und wir haben uns sehr lange und recht ausgiebig über alles möglich unterhalten. dabei haben sie auch nicht versucht, mich auszufragen, um alles mögliche von mir und über mich zu erfahren, was mir aber auch erst im nachhinein bewußt geworden ist. Je weiter der Abend voran schritt, desto lockerer wurde auch diese erste Begegnung und auch der Umgang miteinander und es war mir keineswegs unangenehm, dass ich mich erst gegen 23 Uhr als letzter Gast verabschiedet habe.
Freitag holte ich dann von Sandra einige Sachen ab, weil wir am Wochenende zu einem Geburtstag eingeladen waren, wo wir auch übernachten sollten - ganz romantisch mit Zelt und sternenklarer Nacht.
Es schien, als sei es völlig normal, dass ich im Haus ein und aus gehe - kein Hauch davon, dass ich erst eine Tag zuvor der Familie vorgestellt wurde.
Abends bin ich noch mit zur Zeugnisverleihung von Sandras Schwester gegangenund hatte auch dort den Eindruck, als wäre es selbstverständlich.
Der Samstag begann dann etwas stressig, denn wir hatten versprochen, einer Freundin beim Umzug zu helfen - raus aus der Großstadt auf´s Land. Wieder Erwarten ging dieser Umzug ausnahmsweise mal gut von der Hand. Es waren ausreichend Helfer und Wagen da, so dass der ganze Umzug schneller vollzogen war, als ich gedacht hatte. Meistens passiert ja doch irgendetwas unvorhergesehenes, was den ganzen Zeitplan durcheinander wirft. Diesmal waren wir sogar schneller, als ich gedacht hatte.
Am Frühen Abend sind Sandra und ich dann also zu dem Geburtstag gefahren. Dank der Wegbeschreibung haben wir es auch auf Anhieb gefunden udn waren nur eine gute Stunde unterwegs.
Als wir ankamen, wurde auch sofort der Grill angeheizt und hätten wir nicht zwischendurch das Zelt aufgebaut, hätten wir es hinterher wohl nicht mehr gekonnt
! Es war ein sehr feucht fröhlicher Abend mit Lagerfeuer, Guitarre und unseren Grillfleisch und Alkohol geschwängerten Stimmen.
Nur gut, dass wir in einer alten Jagdhütte mitten im Wald gefeiert habe und der einzige Nachbar dabei gesessen hat.
Am nächsten Morgen gab es erst ein ausgedehntes Frühstück, was beinahe übergangslos wieder in die nächste Grillorgie überging - ich komme mir vor, als hätte ich alleine in diesen zwei Tagen 5 Kilo zu genommen
.
Doch der schönste Abschluß dieses Wochenendes war die Einladung von Sandras Eltern, uns noch mit ihnen in den Garten zu setzen und gemütlich etwas zu trinken, als ich Sandra abends nach Hause gebracht hatte. Leider konnte ich dieser Einladeng nicht so ausgedehnt nachkommen, wie ich es gerne getan hätte, denn der Wagen mußte noch getankt und wieder abgegeben werden.
Aber ich habe das Gefühl, dass es nicht die letzte Einladung dieser Art war, denn Sandras Eltern haben mich sehr freundlich empfangen und mir das Gefühl gegeben, willkommen zu sein.
Lange habe ich es vermieden, Personen überhaupt namentlich zu erwähnen, doch ist Sandra für mich der wichtigste Mensch in meinem Leben und der Grund, warum es bei mir endlich wieder bergauf geht.
Und nicht zuletzt dafür liebe ich Dich