nicht streichel, nicht füttern - vorsicht bissig !

16.12.2006 um 08:45 Uhr

jedes Jahr am 16. Dezember

von: Dackel

Stimmung: verpennt, leicht melancholisch, aber auch leicht aufgeregt(vor Vorfreude)

Jedes Jahr am 16. Dezember...

hat eine meiner Schwestern Geburtstag. Wäre sie nicht 5 Jahre älter als ich könte man uns glatt für Zwillinge halten, so ähnlich wie wir uns sehen. Sogar das Muttermal im Gesicht sitz auf dem gleichen Fleck *g*

Sogar unsere eigene Mutter hatte es zeitweilig schwer, uns auseinander zu halten, wenn sie uns von hinten gesehen hatte - ok, damals hatte ich noch extrem lange Haare - eigentlich sogar längere als meine Schwester, bis bei mir das Kreuz und bei meiner Schwester ein anderes Körperteil *unverschämtgrins* etwas mehr in die Breite gegangen ist.

Als ich heute morgen nach einer sehr merkwürdigen Nacht durch eine Türklingel hier im Haus geweckt worden bin - ich dachte sogar erst es wäre meine und bin im Tran, so wie ich gerade aus dem Bett gekrochen kam, an die Tür gegangen, um festzustellen, dass da niemand war - mußte ich sofort an zwei Menschen denken: die erste Person war, wie jeden morgen, der mir liebste Mensch auf Erden un dals zweites meine Schwester.

Wie viele Jahre haben wir zusammen schon Geburtstag gefeiert, wie viele Jahre habe ich sie morgens mit irgendeinem Blödsinn geweckt, oder direkt nach dem Aufstehen gefoppt. Lustig, woran man denken muß/kann, wenn man selber noch total verpennt ist.Fröhlich

Warum ich dabei aber ein leicht melancholisches Schwingen in meiner Stimmung habe, lässt sich schnell erklären: meien Schwester Birgit war diejenige meiner Familie, mit der ich die meiste Zeit zusammen verbracht hatte, siewar diejenige, die mir das meiste im Haushalt und über das Leben beigebracht hatte und so eine Art zweite Mutter war, da meine Mutter als alleinerziehende auch vollzeit berufstätig war. Damals sah ich sie aber eher als so eine Art Fräulein Rottmeyer (alle die noch die alten Heidi-Filme kennen, wissen wer gemeint istFröhlich ). Doch irgendwann habenwir dann unsere eigenen Wege eingeschlagen, was völlig nornal ist, aber immer sehr engen Kontakt gehalten. Sie war auch diejenige, die mir immer - und als einzige wirklich immer - ihre Meinung gesagt hat, ohne mir etwas schön zu reden, aber auch ohne mich persönlich anzugreifen. Sie war schon immer in der Lage, meine Gefühle zu durchschauen, meine Gedanken zu verstehenund bei dem was ich erzählte auch zwischen den Zeilen zu lesen. Oft hat sie mich blind verstanden - wie Zwillinge eben. Doch dann habe ich irgendwann den Kontakt zu ihr abgebrochen, weil meine Ex-Frau sie nicht leiden konnte, nicht darauf klar kam, von meiner Schwester genauso offen die Meinung gesagt zu bekommen. Fünf Jahre habe ich daraufhin mit meiner Schwester nicht gesprochen udn ihr nicht zum Geburtstag gratuliert - fünf verlorene Jahre, wie ich heute finde. Doch vor drei Jahren habe ich dann diesen Bann gebrochen und sie und ihren Mann zu meinem 30. Geburtstag einegladen und seither ist sie wieder genauso wichtig für mich, wie früher.

Jetzt ist sie dieses Jahr nach Bayern gezogen, ca 800 Kilometer weit weg von ihrer alten Heimat - von mir. Dieses Jahr wird sie ihren Geburtstag nur mit ihrer eigenen Familie, ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn feiern und ich würde sie so gerne an diesem, an ihrem Tag mal in den Arm nehmen und ihr sagen, wie gern ich sie doch habe. Jetzt war sie auch die letzten drei Wochen zu Besuch bei meiner Mutter und ich habe es lediglich zwei Mal geschafft, sie zu sehen. Ich vermisse sie !

Bleibt mir halt nur, gleich, wenn sie ausgeschlafen und gefrühstückt haben, das Telefon zu greifen und in Bayern anzurufen und ihr wenigstens so zum Geburtstag zu gratulieren.

Aber darauf freue ich mich schon, mal wieder ihre Stimme zu hören, im Hintergrund den Kleinen, wie er neugierig fragt, wer da am Telefon ist und unbedingt mal das Telefon haben möchte (mit seine zweieinhalb Jahren) und meinen Schwager, wie er aus dem Hintegrund wieder irgendwelche "dummen" Kommentare beizutragen hat, die aber eher lieb gemeint als gehässig sind.

Und hoffentlich schaffe ich es im nächsten Jahr, mir auch endlich mal anzusehen, wie sie sich dort im Süden Deutschlands so eingelbt haben.

Dieses Jahr wird der 16. Dezember aber auch für mich ein besonderer Tag, denn heute soll ich - zwei wochen eher als geplant - endlich meinen Wagen bekommen. Nach über 15 Jahren ohne eigenes Auto ist das, als bekäme ich ein Stück mehr Unabhängigkeit. Ich freu mich schon die ganze Woche über wie ein kleines Kind auf diesen Tag und kann es eigentlich kaum erwaten, dass es ein Uhr wird und ich den Wagen vor der Tür stehen habe. Ich hab mich auch schon um alles gekümmert, damit ich das Auto so schnell wie möglich nächste Woche ummelden kann und dann sagen kann : MEINS

Aber bis dahin werde ich mir jetzt erstmal das Telefon schnappen und einem ganz lieben Menschen zum Geburtstag gratulieren Fröhlich