wieder und wieder
Nacht für Nacht
kann ich nicht schlafen.
ich weiß nicht wohin mich das noch bringen wird, aber langsam fängt es an mir egal zu sein.
Mein Rücken macht mit mir eh schon lange, was er will, darauf achte ich schon gar nicht mehr.
Mein Kopf spinnt sich irgendwelche merkwürdigen Gebilde aus, die mich nicht in Ruhe lassen. Szenarien, wie sie wohl nicht sein werden, aber mir wieder und wieder eine Schauer durch die Knochen jagen.
Kann ich sie für heute Abend vielleicht hier zurücklassen ?
Ich war erst froh, Zeit zum Nachdenken zu haben, damit ich in mir aufräumen konnte, aber das habe ich geschafft. Die Vergangenheit ist überstanden, aber was nun kommt sind Zweifel über die Zukunft.
Das was sein wird, raubt mir jede Nacht den Schlaf - vielmehr das, was sein könnte.
Gedanken können sich so fürchterlich verselbständigen, ohne daß man auch nur im geringsten Einfluß darauf nehmen kann, in welche Richtung sie gehen werden.
Ich habe aufgehört, die Nächte zu zählen, in denen ich stundenlang wach im Bett gelegen habe und versucht habe, sie einfach beiseite zu schieben, um schlafen zu können.
Es bringt eh nichts - sie verfolgen mich bis in meine tiefsten Träume und alle beginnen und enden sie gleich - mit einem Bild, daß ich in einer Nacht gesehen habe, die nicht dafür bestimmt war, mir die Ablenkung zu bieten, die ich gesucht hatte.
Diese Nacht ist jetzt einige Monate her und dieses Bild geht mir einfach nicht aus dem Sinn - ich will auch nicht, daß es mich verläßt, aber warum fühle ich mich so erschlagen davon - so hilflos ?
Anfangs habe ich versucht, davor zu fliehen, aber es konnte von vorneherein nicht gut gehen. Viel zu einprägsam hat es sich in meinen Kopf und in mein Herz gebrannt und ich befürchte, daß beides daran irgendwann zu Grunde gehen wird.
Ich habe nicht vor, mich in Selbstmitleid zu ergehen - es gibt eh zu viele Männer, die das Tag ein Tag aus machen. Langsam bin ich stolz darauf, nicht so zu sein, wie die meisten anderen Männer, oder das Bild, welches von der Männerwelt vorherrscht.
Aber ist es genau aus diesem Grund, daß ich nicht zur Ruhe komme ?
Bin der Grund dafür ich selber ?
Hänge ich zu sehr diesem Bild nach, daß mir den Schlaf raubt, oder habe ich mich wirklich hoffnungslos darin verloren ?
Ich weiß, was es mir bedeutet, doch fehlen mir die passenden Worte, es auszudrücken - und gerade das läßt mir keine Ruhe.
Mir fehlen die richtigen Worte, um die richtigen Fragen zu stellen, mir die richtigen Antworten zu geben.
Der Dämon der Ratlosigkeit und des Zweifels wird mir wohl auch diese Nacht wieder keine Ruhe gönnen.
Warum kann er mir nicht einfach meinen Frieden lassen ?
Wenigstens daß ich schlafen kann !
