Dakinis Welt

31.07.2008 um 08:09 Uhr

Paul ist hier...

von: Dakini

Da mein vorheriger Beitrag leider nicht in den aktuellen Weblogs erscheint, noch ein kleiner Nachtrag. Es wäre zu Schade, wenn man Paul nicht kennenlernen würde.

Liebe Grüsse

Daki

31.07.2008 um 07:26 Uhr

Paul, wer ist eigentlich Paul?

von: Dakini

Musik: Nessun Dorma

Cooper Ed - Sonnenuntergang am See
Ed Cooper - Sonnenuntergang am See

... diese Frage stelle ich mir schon so lange, wer dieser Paul ist. Jahrelang schon. Und dann kommt da ein Mobiltelefonverkäufer aus Südwales, stellt sich auf eine Talentwettbewerbbühne, wird zunächst belächelt und fängt an zu singen. Bombastisch. Immer und immer wieder kann ich mir Nessun Dorma anhören und jedes Mal trage ich ein Hühnerkostüm und Tränen der Überwältigung treibt es in die Augen. Paul, Hut ab.

 http://www.youtube.com/watch?v=1k08yxu57NA

Paul verkörpert noch so viel mehr. Von einer ganz günstigen Aufnahme der Oper La Boheme, war er fasziniert und von der Stimme José Carreras. Seine Leidenschaft beginnt zu wachsen. Er übt und gewinnt einen Talentwettbewerb. Dies Geld investiert er in Gesangsstunden an Opernschulen im Norden Italiens und wird sogar zur Meisterklasse angesehener Schulen zugelassen. Er singt immer wieder kostenlos auf Bühnen.

Schicksalsschläge und finanzielle Probleme lassen seinen Traum ruhen. Zumindest die Ausführung ruht. Er arbeitet im Supermarkt und danach bei einem Mobiltelefonanbieter. Dann die Talentshow in England, zu vergleichen mit das Supertalent in Deutschland. Ein Mann, schüchtern, unscheinbar stellt sich auf die Bühne. Die Jury belächelt ihn, Zuschauer ebenfalls. Als er dann noch sagt, er singt Oper, kann die Häme kaum versteckt werden. Die Musik beginnt zu spielen und Paul beginnt 'zu leben'. Seine Stimme berührt. Das Publikum, die Jury - Gesichtszüge entgleisen und ordnen sich dann in Überwältigung ein. Niemand hält es mehr auf den Stühlen. Paul you did it.

Du zeigst, dass Träume die wir haben real sind, Realität werden können. Du bist zu einem Symbol geworden, dass wir an der Verwirklichung unserer Träume festhalten, sie vorantreiben und wenn Zeiten kommen, die eine 'Pause' verlangen, so lassen wir auch das zu, weil es nicht bedeutet, dass der Traum nicht mehr existiert.

Du bist auch ein Symbol dafür, dass nicht Äusserlichkeiten einen Menschen ausmachen, sondern dass was er ausstrahlt, was er macht, wie er wirkt.

Ich bin berüht.

 

18.07.2008 um 10:24 Uhr

Feuchtgebiete

von: Dakini

Pilon Michel - Carousel
Michel Pilon - Carousel

Da gibt es Gebiete in uns die, wenn verschlossen, geschützt im Dunkeln ruhen, doch immer wieder präsent sind - unsere Feuchtgebiete, die so viel Verzückung verschaffen und dennoch wieder hinter vorgehaltener Hand zu Tabuthemen werden.

Auch hier Diversität pur, vorhandene Gebiete in den unterschiedlichsten Erscheinungsformen, von rasiert bis unrasiert von mit Piercings durchstochen, mit Tattoos verziert, mit Intimperücken versehen... Ja die lieben Japaner. Sie mögen diese Intimperücken aus Echthaar in allen Farben, gelockt, glatt, starr, mit den irrwitzigsten Mustern.

Für manch einen das vordere Himmelreich, das hintere Tabu, aber psssst woher kommt dieses Tabu? Selbst wenn nicht offen darüber gesprochen wird, so bedienen Serien wie Sex and the City das Thema, dass natürlich gar niiiiieeeeemand sieht und auch die Einschaltquoten natürlich ganz weit unten rangieren. Ganz zu schweigen von den Jahreszeitenangepassten Headlines in Frauen und Herrenzeitschriften, die natürlich auch niemand kauft. Was mir ja einen besonderen Spass bereitet ist das Kaufen von nicht für Frau geschriebene Lektüre. Ja die Männerzeitschriften mit den heissen Tipps was Frauen wollen. Nichts anderes ist es was in Frauenzeitschriften steht, die zwar immer offener, aber dennoch gaaaanz heimlich süffisante Worte in den Mund nehmen und alles aufsaugen, als seien die Worte am nächsten Tage nicht mehr vorhanden.

Wir haben unsere eigenen Sümpfe der Leidenschaft und Verzückung und benötigen fast immer erst eine Tabubefreiung, bevor wir lustvoll geniessen können, ob Selbstgenuss, Zweisam- und was auch immer für ein Genuss. Sümpfe natürlich gemeint als Feuchtgebiet und nicht als negativ behafteter Begriff.

Zu gerne würde ich einen Tag lang am Flughafen Koffer durchleuchten, um zu sehen welch spannenden Dinge Menschen mit sich herumtragen, heimlich natürlich.

Und Gedanken im Strassencafe lesen wäre auch noch ein Wunsch. Da lesen Menschen Bücher, deren Anregung kaum zu übertreffen ist, die schon den Gedanken daran die Feuchtgebiete zum Hochwassergebiet erklären, die heimlich kleine Tode sterben und sich dann noch einen Kaffee bestellen. Andere die Vorübergehende beobachten und sich hier die wildesten Phantasien ausmalen.

Charlotte Roche brachte ihre Debütliteratur Feuchtgebiete auf den Markt, wirklich sehr bildlich und tabulos beschrieben. Ganz klar sehr kontrovers diskutierbar. Das Buch einfach lesen und sich bei den einzelnen Benennungen selbst fragen, was macht dies mit mir. Wie wirken die Worte auf mich und wenn da eine Hemmung ist sich zu fragen, warum dies so ist.

Feuchtgebiete sind herrlich und wir können so richtig dankbar sein, diese Quellen in uns zu haben - mit oder ohne Tabu.

17.07.2008 um 11:15 Uhr

Diversität

von: Dakini

  

Ong Diana - Partymenschen
Ong Diana - Partymenschen

Des Morgens sitze ich am Flughafen und beobachte Menschenströme. Triebig hetzen, schreiten, springen, schleichen Menschen umher. Mit langen, kurzen, o- und x-Beinen, Plattfüssen, offenen, zuhenen Schuhen, aufgestylt, heruntergekommen, gekämmt, explodiert, mit glatten, krausen, blond, schwarz, braunen und grauen Haaren. Mit Hund in der Tasche, Kind hinterherschleifend, fast von Stöckelschuhen fallend, mit Trolley, Tasche, Rucksack, Koffer, Handtaschen, mit Essen in der Hand, heissem Kaffee im Becher, gut duftend, übelst riechend, mit Parfum benebelt, schrill, bunt, trist, fad, alternativ, punkig, business like aufgestylte dass kein Haar auch nur ansatzweise in die falsche Richtung fällt. Weinende Verabschiedungsszenen, freudige Willkommenstiraden, Bändchen, Blumen, in Plastik gepackte Flüssigkeitsbehälter mit 100ml maximal, mit dem Schielen der Menschen drum herum, um einen Blick zu erhaschen, was da wohl drinne ist. Auf Laufbändern stehende Rentner, im Gegenverkehr rennende Kinder, Nörgelnde, Handyhaltende, laut Lachende, Amüsierte, in Glasräumeverbannte Raucher, welche schon vom inhalieren den Genuss ganzer Stangen verabreicht bekommen, Putzende, Verkaufende, Reisende, Überprüfende, sich willig Abtastende..... oder auch unwillig....in Gruppen Reisende Japaner, unbegleitete Minderjährige, Behinderte, Grosse, Kleine, Dicke, Dünne, Helle, Dunkle, Braungebrannt oder Blass.

Diversität pur. Nachdem ich diese Ströme auf mich habe einfliessen lassen überlege ich mir, was wohl hinter all diesen Menschen steckt. Ihnen ansehen was dahintersteckt, dass basiert auf Vermutungen. Wer von diesen Menschen ist Verbrecher, Geistlicher, Unterdrückter, Kranker, Jubelnder, Perverser, Glücklicher, Geniessender, Stolzer, Gelehrter, Verwehrter, Vertriebener, Adliger, Arbeitsloser, Reicher, Armer, Exzessiver, Frigider, Philosophierender...

Die Vielfalt übertrifft sich selbst. Und da stellt sich für mich die Frage, wie es dann kommt, dass die Einen denken sie seien Besser als die Anderen, eine gewisse Vorgabe setzen wollen wie Dinge zu handhaben sind, damit es in die Norm passt. Norm, ist Norm positiv? Norm ist eingefahren, wohl auch ordnend, aber dennoch eingefahren. Mag ich denn nur Eier wenn sie 5 cm hoch und 3 cm breit sind? Nein ich liebe auch die Scheppen. Ist von der Norm abweichend nicht normaler und vielmehr interessanter?

Diversität, ist das nicht gigantisch?

14.07.2008 um 20:15 Uhr

Das Rädchen

von: Dakini

 Kamp Eric - Grosses Zahnrad ueber kleineren

Großes Zahnrad über kleineren

Ein gut geöltes Rädchen dreht gar munter seine Runden,

Tag ein, Tag aus und es dreht sich immer weiter.

Das Rädchen rennt, das Öl es schwindet und dennoch läuft es rund und klar.

Bis das es keinen Halt mehr findet und einen kleinen Zahn verlor.

Es liegt am Rand ne stete Weile bis es ergriffen wird und fror,

und man es immer wieder fragte, warum es einen Zahn verlor.

Gedreht, gewendet, verschoben und poliert ging das Rädchen auf die Reise,

bis es trotz abgebrochnem Zahne ein neues Plätzlein fand

am anderen Maschinenrand.

by Daki

 

14.07.2008 um 07:23 Uhr

Immer vorwärts Schritt um Schritt...

von: Dakini

 

Anonymous  - Wolken bei Sonnenuntergang
Anonymos - Wolken bei Sonnenuntergang

Da gibt es Zeiten, in welchen ich vor Phantasie und Kreativität nur so aus mir herausfliesse und alles sofort in Worte verpacken kann oder es auch zu viele Ideen auf einmal sind, dass sie Schritt für Schritt nach aussen dringen. Und dann gibt es Zeiten... da fehlen mir einfach die Worte, dass zu beschreiben was alles auf einmal in die Gedankenwelt hineinkommt.

Dies Jahr ist wirklich ein Jahr im Auge des Wirbelsturms. Das Entschleunigen hat sich mein Körper selbst genommen und ich war eine ganze Zeit dabei zu realisieren, was da eigentlich passiert. Ich selbst glaube, dass wenn all das was gerade auf mich einwirkt von der Arbeitsseite her neu gestaltet ist, dass dies einfach ein schnelleres Vorankommen in Richtung Wunscherreichung ist. Am Ende werde ich lächeln und mich darüber freuen, dass es so gekommen ist..... und jetzt muss ich sehen wie ich das beste aus der Situation mache.

Es gibt da scheinbar lapidare Fragen mit welchen ich mich eingehend befasst habe.... Wer bin ich? Was will ich? Was sind meine Wünsche? Ja klar, wer bin ich? Das ist doch einfach..... Nein nicht wirklich. Zumindest hatte ich die Zeit mich damit auseinanderzusetzen, alles in Frage zu stellen, was mein Leben betrifft und mir über einiges klar zu werden. Besonders wärmend ist für mich die Erfahrung wunderbare Freunde zu haben, die mein Leben bereichern. So unterschiedlich jede einzelne Freundschaft auch ist, so wichtig sind mir diese Freundschaften auch. Damit meine ich nicht Bekannte oder so, sondern mir wirklich nahe Menschen.

Wohlan, ich blicke nach vorne und bin in diese Sauseschrittmaschine eingestiegen, die mich mitriss. Jeden Tag kommen neue 'Hiobsbotschaften' und neue Möglichkeiten. Schlussendlich bin ich schon jetzt darauf gespannt wie sich die Dinge fügen in den nächsten Wochen. Leicht ist es nicht und auch die Tränen lass ich einfach raus, damit sie keinen Stein auf der Seele lassen. Es ist interessant zu beobachten wie gehandelt wird und zu ergründen warum dies passiert. Es lässt mich besser verstehen.

Immer vorwärts Schritt um Schritt, es gibt kein Weg zurück.....

So gehe ich mit einem Lächeln in den Tag.