Ehrgeiz
Carol Mike Werner
In einem Telefonat, sagt jemand zu mir: Ich bin eben ehrgeizig..... Schön. Was soll mir das sagen. Was habe ich schon für ehrgeizige Menschenkinder kennengelernt in meiner Laufbahn, Menschen, denen andere völligst egal sind, solange es ihnen gut geht. Menschen die nicht verstehen und nicht verstehen wollen.
Dies Wort klingt noch lange in meinem Kopf nach. Wenn ich mir das Wort betrachte, dann steckt für mich keine Zielstrebigkeit dahinter sondern der Geiz von Ehre. Irgendwie passt das doch. So viele gehen, um ihr Ziel zu erreichen über 'Leichen' und jedes Mittel ist recht.
Wenn ich jetzt diesen Satz höre und näher beleuchte, so ist ehrgeizig kein schönes Wort oder vielmehr Ehrgeiz kein wirklich gutes Attribut und nicht wirklich erstrebenswert.

Ehrgeiz ist letztlich ein deformierter Wille. Immer irgendwie pathologisch. *lächel*
Und manchmal denke ich, es ist die tödliche Krankheit unserer Gesellschaft: sie ist ehrgeizig.
@Zwischenweltler: Ich weiss nicht ob es wirklich Unvermögen gepaart mit Selbstdarstellung ist. Ich denke, dass es Gründe gibt, dass Menschen so nach vorne preschen wollen und dabei völligst ausser acht lassen, dass sie damit andere in den Abgrund reissen.
Es ist pathologisch. Ich denke, dass Ehrgeiz gepaart mit der häufiger auftretenden sozialen Inkompetenz eine ungute und brodelnde Mischung ist. Es macht mich ärgerlich zu sehen, wie Menschen oft nur sich selbst sehen und an sich selbst denken. Natürlich pauschalisiere ich hier nicht, aber es ist eine Entwicklung zu sehen, dass immer mehr Menschen mit Scheuklappen durch die Welt rennen. Das ist doch arm.
Sicherlich gibt es auch so etwas wie einen "gesunden Ehrgeiz", aber meisten mündet der doch irgendwie in einen Profilierungszwang. Der Narziss mit der "Nach mir die Sintflut"-Mentalität wird zum Stereotyp hierzulande.
Was ist daran arm? Es ist normal und es ist alles nicht neu. ein jeder der es moniert sollte sich gut überlegen, warum er das JETZT tut. Solange die Dinge laufen, interessiert es keine Sau, erst wenn man selber betroffen ist wird es plötzlich DAS Thema und die scheinbare Ungerechtigkeit die man vorher nicht sah, sehen wollte oder billigend in Kauf nahm ist dann schier unerträglich. Nein, es ist keine Entwicklung - es ist ein Naturgesetz.
Fragt euch nach euren Motiven, darin liegt die Lösung, denn ihr glaubt doch nicht, das ihr euch je wieder ereifert darüber, wenn eine akute Situation sich löst? *lächel*
Vielleicht bin ich einfach zu sehr Harmoniemensch, als dass ich da mitspielen möchte. Mein Motiv ist ein achtsames Miteinander und das beinhaltet auch Diskussionen, Auseinandersetzungen uvm, aber es ist der sorgsame Umgang miteinander und diesen Umgang werde ich immer suchen bzw bevorzugen. Sei es mit Narzisten oder mit welchem Menschen auch immer, da betrachte ich den Menschen an sich.
Ungerechtigkeit habe ich schon von Kindheitsbeinen verabscheut und wollte sogar eine ganze weile Richter werden, um 'Gerechtigkeit' zu sprechen, doch sind es die Gesetze die dazu auch nur in gewissem Rahmen Raum lassen und so liess ich es.
Wie auch immer, eine Tendenz zur sozialen Inkompetenz und zum an sich denken ist da, eine steigende Tendenz und das ist arm.
Ich bin mir durchaus bewußt, daß sich die Menschheit in der Phase der Selbstzerstörung befindet, dennoch gebe ich die Hoffnung nicht auf und stelle daher auch gerne mal einen Ehrgeizling oder einen ausgeflippten Narziß an die Wand. ;)
Ob das alleine reicht... keine Ahnung. Mein persönlicher Trost (auch wenn ich mich normalerweise nicht am Leid anderer weide): Der Fall der Ehrgeizlinge ist brutal. Was sie anderen abverlangen oder zumuten, fällt in geballter Form immer irgenwann auf sie zurück.
Es mag uns scheinen, das der eine oder andere aus größerer Höhe fällt und mehr Krach beim Aufschlag macht, aber das doch nur, weil er viel höher geflogen ist, wie diejenigen die neidvoll im Schatten selbiger über die Erdkruste kriechen und nicht wirklich verstehen, das sie sich letztlich damit trösten das sie nicht fallen können, weil sie ja niemals fliegen.
Die Krise ist im Sinne des Wortes "natürlichen" Ursprungs. Wir können niemanden bemühen, der unsere Schuld daran trägt. Es ist die Natur des Menschen, so zu sein und wer den Mut hat oder die Dummheit besitzt (wobei beides ja eins ist) sich im Spiegel zu betrachten, wird erkennen das ihn letzten endes gierige gelbe Augen anstarren über einem wölfischen Grinsen.
Wir sind was wir sind, weil wir leugnen was wir sind.
homo homini lupus est, non homo, quom qualis sit, non novit.
Und das wir selbst in diesem Falle das Gegenüber sind steht außer Frage. *lächel*
geballt? immer? zurück?
Da ist wohl eher der Wunsch Vater des Gedanken.
Die Idee, das Wort "Ehrgeiz" in sich zu zerlegen war eine klasse Idee. Plötzlich sieht's da nämlich anders aus.
Wieso aber nennt man z.B. Sportler ehrgeizig? Ihr Ziel ist es auf dem Treppchen ganz oben zu stehen. Dafür trainieren sie und kämpfen. Um Erster zu werden, müssen sie besser sein, als all die anderen.
Ist das nun Ehrgeiz oder verwenden wir dafür das falsche Wort?
Geiz ist im Ursprung abgeleitet vom Begriff Gier