Nicht-Existenz
Musik: Thomas D. - Uns trennt das Leben
Jessica, ein Mädchen, das nie zu existieren schien.

Ein Mädchen verhungert mitten in Deutschland und niemand bemerkt etwas. Entsetzen löst dieser Fall der kleinen Jessica aus Hamburg aus. Nicht einmal die Nachbarn wussten, dass Jessica existierte.
Als die kleine Jessica gestern Morgen starb, war sie erst sieben Jahre alt. Sie war bereits tot, als der Notarzt sie untersuchte. Jessica war an Erbrochenem erstickt, das sie ausgewürgt hatte, weil ihr Magen und ihr Darm nach wochenlangem Hunger nicht mehr funktionierten. Als die Bestatter den kleinen Körper abholten, hatten sie nicht mehr viel zu tragen: Das Kind wog nur noch 9,5 Kilo, ihre Haut spannte sich über Gelenke und Knochen, der Bauch war vor Hunger bereits aufgebläht. In ihrer Not hatte das Mädchen sogar seine eigenen Haare gegessen.
Nach Angaben der Polizei hatten die Eltern das Fenster fest verschraubt und die Scheiben mit Folie verklebt, so dass kein Tageslicht in den Raum dringen konnte. Polizisten berichteten, die ganze Wohnung sei verdreckt und verwahrlost gewesen.
Jetzt wo Jessica nicht mehr lebt, spricht jeder über sie.
Es bleibt nur zu hoffen, dass diese Ignoranz verschwindet. Das Augenverschliessen, das Weghören, das Mundhalten....sich aus allem heraushalten. Dies geht uns alle an.
Mir ist es unverständlich nachzuvollziehen, was in solchen Eltern vorgeht. Warum bekommen solche Menschen immer wieder Kinder....Jessica das vierte Kind. Eines wurde zur Adoption freigegeben und zwei weitere Kinder der Frau leben beim Ex Mann. Andere Menschen, welche ihr Kind in Liebe aufwachsen lassen würden, können keine Kinder bekommen. Sinn sehe ich dahinter nicht. Nur, dass uns dies alle angeht.
