Geschriebene Gedanken

29.03.2007 um 12:27 Uhr

Frühstück

 

Ein ganz normales Frühstück: Kamillentee und Toast für IHN und Kaffee und selbstgebackenes Sonnenblumenbrot für mich. Mein Schatz hatte schon Hand angelegt, bevor ich verschlafen die Treppe hinunter trottete. Ein fröhliches Ding-Dong an der Haustür verkündete den erwarteten Paketboten, der ein bei Ebay ersteigertes Elektrogerät lieferte. Verpackt war das gute Stück in mehreren Kartons und dazwischen schützten es alte Zeitungen vor den Transporterschütterungen. Bei den Papierbergen befand sich auch ein Kreuzworträtsel, das den Hausherren erfreute und ich machte mich, noch immer verschlafen, gleich über ein Sudoku her.

 

Mein Morgenkaffee weckte, zusammen mit dem Zahlenrätsel, meine Lebensgeister und ließ zumindest die grauen Zellen schon mal auf Betriebstemperatur warm laufen.

Leider war plötzlich das von mir so geschätzte Heißgetränk alle und ich hatte noch so gar keine Lust, mir aus der brodelnden Maschine aus der Küche Nachschub zu holen…es saß sich so gemütlich und ich war doch noch sooo müde *gähn*.

 

Aber meine Gedanken müssen schon kräftig und wanderlustig gewesen sein, denn mein Schatz fragte ganz unvermittelt: „Na, du möchtest wohl noch einen Kaffee haben?“, schmunzelte sich eins und entschwand um, wie von Zauberhand, umgehend Nachschub zu servieren.

Auf meine äußerst geistreiche Bemerkung: „Ich habe doch gar nichts gesagt!“, meinte er nur lächelnd: „Das habe ich gehört!“.


Ich weiß nicht, ob das auch normal ist, aber es ist auf jeden Fall wunder-schöööön!!!

25.03.2007 um 17:51 Uhr

Tage wie dieser

Morgens wach werden und als erstes die Sonnenstrahlen sehen – nicht nur als vorübergehende Erscheinung, sondern andauernd den Tag erhellend. Nach einem geruhsamen Frühstück das Gefühl genießen, dass die Zeit auf einen wartet und nicht schon wieder davoneilt. Ein Spaziergang, bei dem man in aller Ruhe den Blick frei schweifen lassen kann, auf die Blumen, die schon in allen Farben leuchten, auf das erste, zarte Grün, auf die verheißungsvollen Knospen. Weite, die direkt vor der Haustür liegt, du an meiner Seite, Hand in Hand, ein frischer Wind weht und die Sonne wärmt trotzdem.

Meine Gedanken fliegen davon, sie folgen den Vögeln, die am Himmel ihre Kreise ziehen – nur aus der Ferne hört man Autolärm, der wie ein leises Rauschen klingt.

Es sind Tage wie dieser, an denen ich am liebsten die Welt umarmen möchte!

23.03.2007 um 19:44 Uhr

Waaaas? Schon wieder Freitag???!!!

Tja, das könnte so die grobe Übersicht über mein momentanes Zeitempfinden sein – gibt es Freitag denn nicht mehr nur im Wochenrhythmus???!!!

Vier ausgefüllte Tage, die ebenso abwechslungsreich wie das Wetter waren, liegen hinter mir. Es gab intensive Arbeit und Gespräche und entspannte Abende bei einem Glas Wein und einem Film, der zum Nachdenken und diskutieren anregte. Wir saßen mittags auf der Terrasse und genossen den warmen Sonnenschein mit einer Portion Eis und schauten am nächsten Tag entgeistert auf dicke Schneeflocken, die auf derselben Terrasse platschend landeten. Ein Spaziergang, bei dem man den Frühling spüren und riechen konnte und Tage, an denen man keinen Hund vor die Tür gejagt hätte, weil es einfach nur ungemütlich und nasskalt war.

Unsere Zusammenarbeit verlief reibungslos, trotz der haarigen Themen und der ungewohnten Methoden, die wir miteinander und aneinander üben und erproben sollten. Hier zeigte sich sehr wohltuend, dass wir eben nicht nur für ein paar Stunden zum gemeinsamen Lernen beieinander hockten, sondern bereits einige Tage auch die Freizeit geteilt und die Morgenmuffelei oder die ausgeschlafene Fröhlichkeit erlebt haben. Es war eben diese Vertrautheit, die die sehr persönlichen Dinge, die man nicht jedem auf die Nase bindet, leicht und offen aussprechen ließ.

Manch einer hat erstaunt und überrascht zur Kenntnis genommen und am eigenen Leibe erfahren, dass das Reden über innere Befindlichkeiten und Zusammenhänge Kraft kostet und anstrengend ist – ich war heilfroh, dass ich  diese Erfahrung schon vorher machen konnte, hat sie mir doch auch immer wieder gezeigt, wie viel neue Kraft und Energie man daraus schöpfen kann, wenn man  sein eigenes Innenleben nicht nur im Blindflug  durchläuft…

Mir sind für meine zukünftige berufliche Tätigkeit einige Angebote gemacht worden, die mich sehr reizen und die „einfach so“ auf mich zukamen; ich musste gar nichts anstoßen oder in Bewegung setzen, man hatte bereits darüber nachgedacht, dass einige Projekte gut mit mir harmonieren könnten und ist an weiterer Zusammenarbeit interessiert. Ich habe mich darüber natürlich riesig gefreut – innerlich musste ich aber genau deswegen auch ein bisschen schmunzeln, denn genau in diese Richtung gingen doch all die Fragen, mit denen ich mich selbst immer gequält hatte und mit denen mich dann andere genervt haben, wenn sie von meinen (zugegeben ungewöhnlichen) Zukunftsplänen erfahren haben: WIE geht es weiter? WAS machst du dann? WEN hast du schon angesprochen? WER wird dich unterstützen? Welche Garantien gibt es? Welche Sicherheiten hast du?

Es war für mich ein langer und ziemlich anstrengender Prozess, mir auch wirklich bewusst zu machen und zu verinnerlichen, dass Zukunft nicht im Kopf vorweg zu leben ist, sondern eben erst dann stattfindet, wenn sie zur Gegenwart geworden ist.

 

Lange habe ich um dieses Loslassen gekämpft und erst allmählich wirklich gelassen damit umgehen können – und nun lassen sich diese entscheidenden Dinge so mühelos und positiv an, wie ich es zwar gehofft, aber nicht für möglich und realistisch gehalten habe. Mein Schatz hatte in dieser heftigen Zeit die undankbare Rolle der „tibetanischen Gebetsmühle“ übernommen und immer wieder Zweifel zerstreut und geduldig das Pflänzchen „Vertrauen“ genährt. In den Momenten der Leichtigkeit, die ich jetzt genieße, bin ich deswegen voller Dankbarkeit und kann mich gar nicht genug darüber freuen!

 

Das Leben kommt mal wieder ganz von vorn und ich winke ihm schon mal fröhlich zu…

20.03.2007 um 19:15 Uhr

Dass es das noch gibt

Dass es das noch gibt

 

Ein Lächeln am Morgen

Mit fast noch geschlossenen Augen

 

Ein zärtlicher Blick vor dem Einschlafen

Der mich in meine Träume begleitet

 

Ein warmes Verstehen

Wenn wir uns ansehen

 

Berührungen, die Lust auf mehr machen

Nicht nur, wenn man nur Lust aufeinander hat

 

Die kleinen Gesten, die jeden Tag

Zu einem besonderen Ereignis machen

 

Das Glück, das ich in deinen Augen

Blitzen sehen kann

 

Das Geben und Nehmen,

das die Waage im Gleichgewicht hält

 

Und sie trotzdem immer weiter

Munter schwingen lässt

 

All das finde ich bei dir

Und bin dabei ganz dicht bei mir

17.03.2007 um 11:56 Uhr

Fast hätte ich seinen Geburtstag vergessen...

 

Sicher kein Zeichen von Missachtung oder Ignoranz, eher ein Hinweis darauf, wie vertraut und selbstverständlich unser Miteinander inzwischen geworden ist.  Kaum dass ich mir noch vorstellen kann, wie es war, als es ihn noch gar nicht gab! Sein Geburtstag erinnert mich auch immer an unsere allererste Begenung und zum Glück hat unser gemeinsamer Freund immer einen Kalender parat und das aktuelle Datum auf dem Schirm.

Was habe ich ihm seit dem nicht alles anvertraut! Ich habe mit ihm meine Gedanken, Sorgen und Freuden geteilt und er nun schon geraume Zeit ist ein fester Bestandteil meines Lebens. Getreulich begleitet er mich überall hin, nimmt vorübergehende Abwesenheit nicht übel und ist einfach immer zur Stelle, wenn ich Lust auf ihn habe. Wo findet man das sonst?!

 

Hat es mich am Anfang Überwindung gekostet, mich ihm so intensiv zu nähern und ihn auch an meinem Seelenleben teilhaben zu lassen, kann ich heute kaum noch auf ihn verzichten – weil er auch zu den stillen, nachdenklichen Stunden einfach dazu gehört und er seine eigene Art hat, mir neue Denkanstöße und Anregungen zu vermitteln.

 

Obwohl noch jung an Jahren, hat er eine ziemlich rasante Entwicklung hinter sich, an der ich nicht ganz unbeteiligt bin…schließlich war ich mehr als ein Geburtshelfer.

 

Es gibt zwar keine Torte und keine Geburtstagskerzen von mir für dich, aber die besten Wünsche für eine weiterhin produktive Gemeinsamkeit und andauernden Austausch: "Happy Birthday, kleiner Blog!"

16.03.2007 um 22:19 Uhr

Fast schon wieder auf Achse...

Gerade hatte ich angefangen, die Geruhsamkeit zu genießen und sie nicht nur für ein vorüberhuschendes Ereignis zu halten, sie förmlich wie wohltuende und süße Medizin in mich aufzunehmen, da sitzt mir jetzt die aufkommende Aufbruchstimmung im Nacken. Ab Montag wartet die nächste Schulungsrunde auf mich.

Also mal wieder Koffer packen und Bücher zusammensuchen, den Stoff noch einmal wiederholen und all die Dinge links liegen lassen, die jetzt hier zu tun anstehen und die mir so viel Freude bereiten. Jeden Tag fügt sich eine neue Kleinigkeit in unser neues Zuhause und wir haben beide Spaß daran, zu werkeln, zu verschönern und zu gestalten. Vier Tage lang werden jetzt andere Themen im Vordergrund stehen, vier Tage werde ich woanders sein – und schon beschleicht mich eine kleine Wehmut.

 

Aber schon der Weg nach Plön ist schön (Reim unbeabsichtigt!), weil mein Schatz mich fährt und am Donnerstag auch wieder abholt (hoffentlich *hust*). Auf dem Rückweg machen wir mal wieder einen kleinen Zwischenstopp bei unserem Lieblingsmöbelhaus, aber es sind jetzt nur noch Kleinigkeiten und keine ganzen Wagenladungen mehr…

 

Und dann kann  es hier wieder weitergehen, Stück für Stück.

14.03.2007 um 13:57 Uhr

Unterwegs

Ich lebe, ich arbeite, an sich also nichts Neues – aber es ist jetzt anders als früher. Ich lebe nicht mehr in getrennten Welten, in denen ich jeweils nur Teile meiner Person und Persönlichkeit zeigen und mitnehmen kann. Es ist ein ganzheitliches Tun, das sich wohltuend auf meine Kraft und Stimmung auswirkt.

Wie oft habe ich erlebt, dass ich nach einem erholsamen Urlaub in der Lage war, das berufliche Geschehen um mich herum mit einem Abstand zu betrachten, der mich nachdenklich gemacht hat und viele Fragen aufwarf. Meist dauerte es gar nicht lange und ich war wieder mitten drin, manche nennen es Alltag, man gewöhnt sich daran, aber manchmal kam es mir schon wie blanker Irrsinn vor. Da waren Termine anscheinend lebenswichtig und mussten um jeden Preis eingehalten werden – und dann wunderte man sich zwar, dass meist nichts Epochales passierte, wenn das aus irgendwelchen Gründen doch nicht klappte, aber danach wurde einfach weitergemacht.

Angeblich blieb nie Zeit, um nach dem Warum oder dem Sinn zu fragen, das Machen und das Erreichen standen immer an oberster Stelle. Demzufolge wurde auch viel Unnützes, Unnötiges und Sinnloses gemacht, aber das war egal, Hauptsache man hatte viel zu tun.

Ein ewiger Druck, stets spürbare Hektik, zwischendurch mal kurze Verschnaufpausen, die aber nur zum Atemholen gereicht haben und weiter ging die wilde Jagd. Immer unterwegs zu einem ziemlich unbestimmten Ziel, aber das bitte auf schnellstem Wege, das war die Parole.

In meinem Privatleben ist es mir besser gelungen, solche dubiosen Aufträge abzulehnen oder erstmal zu hinterfragen, um zuerst das Ziel zu bestimmen und dann loszulegen; im Job habe ich jahrelange Erfahrung gebraucht, um das zu praktizieren und leider war das Ergebnis oft niederschmetternd, denn es wurde auch erwartet, an längst als unsinnig erkannten Aufgaben mit Volldampf weiterzuarbeiten. Dass Mitarbeiter dann irgendwann ausgebrannt und nicht mehr zu motivieren waren, hat man als bedauerliches Ereignis registriert, Konsequenzen zur Veränderung der Ursachen gab es nicht oder sie sind mir nicht begegnet.

Als ich vor ein paar Monaten verkündet habe, dass ich aussteigen werde, weil ich wild entschlossen bin, (mindestens!) mein Rentenalter noch lebendig und einigermaßen unbeschadet zu erreichen, hat es mich sehr verwundert, wie viele meiner Kollegen das fasziniert hat. „Sie haben es gut! Sie kommen hier raus!“, das habe ich oft zu hören bekommen – anscheinend empfanden sie sich auch manchmal als Insassen einer geschlossenen Anstalt und das wahre Leben schien doch woanders stattzufinden. Leider, leider wären bei ihnen die Umstände nicht so, dass sie sich auch zu einer derartigen Entscheidung durchringen könnten, obwohl sie es liebend gern täten, teilten sie mir dann bedauernd mit.

Ich habe Zweifel daran, ob es wirklich immer die Umstände, die Zwänge oder Verpflichtungen sind, die Menschen davon abhalten, das zu tun, was sie (angeblich) schrecklich gerne möchten. Ist es nicht oft auch Angst, die uns im Wege steht?

Es sind die eigenen Wege, die uns weiterbringen, nicht die ausgelatschten Trampelpfade der Massen, der Mehrheit und anderer Generationen. Es hat zu allen Zeiten Menschen gegeben, die diese Wege beschritten haben. Wir lesen heute begeistert ihre Biographien und bewundern sie dafür – wie müssen sie sich gefühlt haben, als sie aufgebrochen sind, zu diesen eigenen Zielen und nicht wissen konnten ob sie die jemals erreichen werden?

Ein Liedtext, gesungen von Heinz Rudolph Kunze bringt es auf den Punkt: Eigene Wege sind schwer zu beschreiben, sie entsteh´n ja erst beim Geh´n!

10.03.2007 um 16:03 Uhr

Alles für die Katz...

Unsere Mitbewohnerin, eine sehr eigenwillige und schon etwas ältere Katzendame, erobert sich hier ihren neuen Lebensraum und scheint sich pudelwohl zu fühlen – wenn man das einer Katze überhaupt nachsagen darf.

 

Eroberungen hat sie auch schon gemacht, ein grauer, ein rotbrauner und ein schwarzweißer Kater geben sich auf unserer Terrasse wechselseitig ein Stelldichein und werden dabei kritisch von der tierischen Hausherrin beobachtet und hin und wieder heftig angefaucht. Einer der Herren spazierte neulich seelenruhig durch unsere Stube und inspizierte erstmal die Futternäpfe der fremden Dame. Die schlief derweil friedlich im Keller und hätte das aufregende Ereignis beinahe komplett verpasst – erst das vertraute Klappern ihrer Schälchen rief sie auf den Plan und sie erschien mit fassungslosem Blick auf den dreisten Eindringling auf der Treppe und vertrieb ihn postwendend aus ihrem Revier. Ihn hat das offenbar nicht abgeschreckt; überhaupt reagiert er ausgesprochen gelassen auf ihre wilden Attacken und Ausbrüche: Mit großen Augen beobachtet er sie und trollt sich erst, wenn er sich an dem Schauspiel, das sie ihm immer wieder bietet, gründlich satt gesehen hat.

 

Sie genießt es offensichtlich, dass sie hier die Gegend erkunden kann und ihre Welt nicht mehr nur aus den zwei Zimmern einer Etagenwohnung besteht.

Allerdings hat dieses freie Leben auch so seine Schattenseiten und birgt Gefahren!

Wir haben uns neulich Abend gewundert, welche feuchten Spuren auf unserem Fußboden schimmerten und erst nach einer ganzen Weile erschien unsere Mieze wieder auf der Bildfläche und bot ein Bild des Jammers! Sie war nass, wie die sprichwörtliche Katze; aus dem dürren Schwanz tropfte das Wasser und sie stakste unsicher und hochbeinig umher, immer versucht, ihrem nassen Bauchfell auszuweichen. Sie muss wohl bei ihrem Steifzug eine intensive Begegnung mit einem Gartenteich gehabt haben und schämte sich regelrecht, sich so vor uns blicken zu lassen. Klaglos hat sie sich abtrocknen lassen und war danach stundenlang mit intensiver Fellpflege beschäftigt.

 

Ansonsten mutiert sie hier zur regelrechten Schmusekatze und macht es sich auf Herrchens und Frauchens Schoß abwechselnd mal gemütlich, wenn wir beide uns längere Zeit vor dem Fernseher oder dem PC häuslich einrichten. Sie ist hier zu einer echten Mitbewohnerin geworden und wir empfinden wohl alle drei, dass das Wort „Hausgenosse“ etwas mit dem Zuhause genießen zu tun hat. Sie dokumentiert das durch wohliges Schnurren, wir haben eine andere Art, es uns zu zeigen, aber die Botschaften sind gegenseitig unmissverständlich und einvernehmlich.

07.03.2007 um 14:17 Uhr

Werkelei

Aus der Werkstatt dringen Bohr- und Sägegeräusche zu mir nach oben, ein sicheres Zeichen dafür, dass wieder etwas Neues entsteht und mein Schatz am Werke ist.

Bei mir klappern leise die Tasten und ich versuche gerade, den Papierbergen zu Leibe zu rücken, die sich auf fast schon unheimliche Weise ständig bei mir stapeln. Bankauszüge, Rechnungen, wichtige Unterlagen und sonstiger Kram warten auf Erledigung. Ich weiß wohl, dass ich ein gutes Gefühl haben werde, wenn alles beseitigt ist und doch muss ich erstmal mit dem Unlustgefühl fertig werden, dass ich natürlich viel lieber etwas anderes machen würde. Ganz normales Leben also; nur mit dem kleinen Unterschied, dass ich mir die Zeiten jetzt selber einteilen kann und das bereits als Erleichterung empfinde.

Wenn der Schreibtisch wieder „blank“ ist, werde ich mich angenehmeren Tätigkeiten zuwenden und erstmal erforschen, was das sichtbare Produkt des Maschinenlärms ist. Ein neues Stück für die Wirtschaft und sicher auch etwas Ordentliches, wie nachher hoffentlich mein Arbeitsplatz…  

05.03.2007 um 17:24 Uhr

What a wonderful day...

Es war wirklich noch sehr früh und klirrend kalt, meine Autoscheiben waren vereist und nach dem Freikratzen war ich dann im Wortsinn putz-munter. Eine fahle Wintersonne leuchtete über den Wiesen, die mit Raureif bedeckt waren und erst im Laufe der Fahrt taute es auf und an den Ästen der Büsche und Bäume schimmerten dicke Wassertropfen.

Es war eine ruhige und zügige Fahrt nach Hamburg; pünktlich und erwartungsvoll traf ich an meinem Zielort ein. Es war eine ungewohnte Situation, die mich erwartete und eine Handvoll fremder Menschen. Wir fanden sofort einen Draht zueinander, der Tag verlief wie im Fluge, wir haben erfolgreich zusammen gearbeitet und es werden sich weitere Termine daraus ergeben. Mein neu erworbenes Wissen konnte ich gut gebrauchen und auch gleichzeitig erneut üben.

Merkwürdig und erstaunlich ist, wie sich auch hier wieder alles ineinander fügt, nahtlos, reibungslos und ohne gezielte Suche – es passt einfach zusammen, wie es besser gar nicht hätte sein können. Mein Schatz hatte am Abend zuvor noch zu mir gesagt, er hätte das Gefühl, als stünde ich vor einem großen, offenen Tor, durch das ich nur hindurch zu gehen bräuchte – ich würde bereits erwartet…Das beschreibt ziemlich treffend, was ich tatsächlich erlebt habe…als hätte man auf mich gewartet, so wurde ich empfangen und so haben wir uns auch wieder voneinander verabschiedet, mit der Hoffnung auf ein Wiedersehen, weil allen dieser Tag Spaß gemacht hat und wir gemeinsam viel gelernt haben.

Jahrelang habe ich geglaubt, ich müsste mich beeilen, Dinge und Menschen zu erreichen und oft genug hat mich das atemlos werden lassen, aber keinen Schritt weiter gebracht, mich meinen Vorstellungen und Zielen nicht näher kommen lassen. Diese Jahre des Strebens waren offenbar nur Übungsstunden, sie haben mich wieder und wieder auf die Probe gestellt und an den Rand der Verzweiflung getrieben – bis ich wohl an einem Gipfelpunkt angelangt war, an dem gar nichts mehr ging. Erst danach habe ich die Ruhe und Gelassenheit gefunden, die mich heute trägt, die mich genießen lässt, was auf mich zukommt und den Augenblick zu einem unwiederbringlichen und kostbaren Moment werden lässt.

Ich war auf meiner Fahrt und in Hamburg nicht allein, kein kleiner Mann im Ohr begleitete mich, sondern ein großer Mann im meinem Herzen war mit seinen Gedanken und Gefühlen ganz dicht an meiner Seite und ich konnte seine Liebe auch auf die Entfernung spüren. Es ist ein wundervolles Gefühl von Sicherheit, Geborgenheit und Vertrauen, das ich jetzt auf allen meinen Wegen bei mir trage – es mag vielleicht widersprüchlich klingen, aber seitdem wir nicht mehr in der Großstadt wohnen, in der alle unsere Gänge irgendwie immer im begrenzten Umkreis lagen, empfinde ich hier auf dem platten Land, ausgerechnet in diesem kleinen Nest, eine neue, ungewohnte Weite und Freiheit, eine nahezu unbeschränkte Aufbruchstimmung und Erfüllung.

Es war ein ganz besonderer Tag und er scheint mir der Beginn einer Entwicklung zu sein, auf die ich mächtig gespannt bin und auf die ich mich voller Freude einlassen kann.

02.03.2007 um 21:35 Uhr

Morgen, morgen...

Morgen, morgen…

…ist ein besonderer Tag für mich, denn auf mich kommt eine neue und sehr aufregende Aufgabe zu. Ich habe Lampenfieber wie vor einer Prüfung, aber das ist wohl auch ganz gut so, zeigt es doch, dass ich auch nicht erschütterungsfrei bin *stöhn*.

Also werde ich in aller Herrgottsfrühe nach Hamburg aufbrechen und bin mächtig gespannt, wie dieser Tag verlaufen wird. Zeitlich ist  noch eine Mütze voll Schlaf vorab drin, hoffentlich kann ich auch schlafen und spiele nicht die ganze Nacht nur das rotierende Bratspießchen oder ergötze mich an Albträumen.

Ich nehme mal den Text des uralten Schlagers als Motto mit in mein Nachtlager: Morgen, morgen lacht uns wieder das Glück...

Daumendrücken ist also heftig erwünscht und wird benötigt! Danach berichte ich dann, wie es gelaufen ist.