Geschriebene Gedanken

24.04.2007 um 12:17 Uhr

GeburtstagsMarathon

 

Bei uns jagen sich die besagten Tage zurzeit: Am Samstag hatte mein Kind Geburtstag – und Mama stand als Überraschungsgast vor der Tür - heute hat mein Schatz seinen Ehrentag und genau in einer Woche ist nicht nur Feiertag, sondern auch mein Geburtstag. Meine Mutter und meine Töchter machen sich am Samstag auf nach Piepenholm, um uns zu besuchen, mit mir am Dienstag zu feiern und unser neues Umfeld zu besichtigen. Es sind freudige Ereignisse, die einen gewissen Stress mit sich bringen, der aber ausgesprochen wohltuend ist und begeistert aufgenommen wird.

Mich führte mein Weg am Wochenende mal wieder nach Berlin und das Erstaunen meiner Tochter kannte kaum Grenzen, als ich (zumindest von ihr) völlig unerwartet direkt auf der Schwelle stand. Tja, damit hatte sie nicht gerechnet und alle anderen hatten wirklich absolut dicht gehalten und nichts verraten. Morgens habe ich sie noch in aller Frühe angerufen, weil sie mit der Familie zum Frühstücken verabredet war und los musste, habe ihr gratuliert und einen schönen Tag gewünscht und nachmittags konnte ich sie dann richtig umarmen und mein Geschenk persönlich abliefern.

Heute Nachmittag kommt lieber Besuch und seit Stunden schrillt hier bei uns dauernd das Telefon, mein Schatz hat ein ganz rotes Ohr, vom langen Glückwünsche entgegennehmen *lach*.

Ich muss mich jetzt sputen, denn nach einem langen, ausgiebigen Frühstück zu zweit habe ich noch einiges vorzubereiten für später. Euch allen einen schönen Tag, wir feiern einfach durch…

19.04.2007 um 12:48 Uhr

FrageStellungen

Er fühlte, dass ihm etwas fehlte, er dachte darüber nach, was es wohl sei, wie und wo er es finden könnte und was er selbst dafür tun könnte, diesen Zustand zu verbessern.

Musste er nicht erst ein ganz klares Ziel haben, damit er loslegen konnte?

Musste er nicht erst ganz deutlich wissen und beschreiben können, was ihm missfiel und was er vermisste?

Wie sollte er die Umstände und die Menschen, die ihn belasteten, ändern oder vermeiden?

Musste er nicht lernen, mehr auszuhalten und zu erdulden und sich abzufinden?

Musste er sich einfach so von seinen Ansprüchen verabschieden, obwohl das überhaupt nicht einfach ist?

Wer konnte ihm verbindlich sagen, ob seine Vorstellungen überhaupt gerechtfertigt und realistisch waren?

All diese Gedanken und Fragen bewegte er in seinem Kopf und manchmal hatte er das Gefühl, darin zu ertrinken und wie in einem Strudel immer weiter von dem fortgezogen zu werden, was er eigentlich wollte.

Hatte er sich allein durch diese Überlegungen zu weit hinausgewagt und drohte bereits von der einlaufenden Flut der neuen Ideen verschlungen zu werden?

 

Wie so oft waren es einzelne Worte, an denen er hängen blieb und die ein Eigenleben in seinen Gedanken zu führen begannen. Sich abfinden – was heißt das eigentlich? Eine Abfindung ist ein Ausgleich, wer sie zahlt, bekommt etwas dafür, wer sie erhält, verzichtet auf etwas.

War er der Empfänger der Abfindungsleistung und verabschiedete sich dadurch von Dingen, von denen er noch nichts wusste und die er gar nicht übersehen konnte?

Oder zahlte er selbst einen Preis, um mit etwas abschließen zu können, was sich ihm noch gar nicht erschlossen hatte?

 

Er hatte Vorstellungen von seiner Zukunft und wenn er darüber sprach, dann wurde er mit Fragen bombardiert, die er alle nicht beantworten konnte. Lag das an seinem Unvermögen, konnten andere klar beschreiben und erklären, was sich wie entwickeln würde, wenn sie sich nur selbst „richtig“ verhielten?

Woher kam der Glaube, der ihm stets wie ein ungeschriebenes Gesetz präsentiert wurde, dass er sich anzupassen habe – obwohl ihm niemand schlüssig erklären konnte, an was und an wen?

 

War es nicht seine Aufgabe, für sich einen Weg zu finden, der es ermöglichte, alle seine vorhandenen Fähigkeiten einzubringen, sie weiter zu entwickeln und neue dazuzulernen?

 

Warum erwartete man von ihm, dass er einfach dem folgte, was man ihm vorlebte?

 

Wie glücklich waren die Menschen, die ihm gegenüber stets den Eindruck erweckten, bereits den Stein der Weisen gefunden zu haben und auf alle Fragen immer eine Antwort zu wissen?

Wie zufrieden waren die, die nach den von ihnen als zwingend beschriebenen Maßstäben lebten?

 

Er stieß auf Unverständnis, wenn er danach fragte. Er blickte in leere Gesichter – selbst der Gedanke, sich selbst die Frage nach dem eigenen Glück und der Zufriedenheit zu stellen, wenn man denn nach den Vorstellungen lebte, die man als allein selig machend beschrieb und verkündete, wurde brüsk zurückgewiesen. Das Leben sei schließlich kein Ponyhof, hieß es oftmals lapidar und es ginge um ganz andere Dinge im Leben, ließ man ihn wissen.

 

Um welche Dinge? Was war dieser Sinn und das Ziel? Konnte es denn sein, dass es wirklich nur darum ging, möglichst viele Dinge zu erwerben, Geld zu haben und sich dafür einer Maschinerie zu unterwerfen, aus der man eigentlich am liebsten ausbrechen würde, das aber nicht kann oder darf? Welche Bilanz zogen die Leute unter ihr Leben? Ließ sich Gewinn wirklich nur in klingender Münze messen?

Was war der Wert eines sonnigen Tages, eines Kinderlachens, eines liebenvollen Blicks, einer zärtlichen Umarmung? War das alles nur eine Zugabe, etwas, was in den Freizeitbereich gehörte um zum Auftanken gut war?

 

Er hatte einmal gelernt, dass es zum Erwachsensein gehöre, Verantwortung über sein Leben zu übernehmen, sich um andere zu kümmern und für sie zu sorgen.

Um sich herum erlebte er allzu oft  nur spitze Ellenbogen, Menschen, denen ihre Mitmenschen herzlich gleichgültig waren und die ihre Fragen und Zweifel als kindische Entgleisungen, idealistische Träumereien und egoistische Rückzugsbestrebungen bewerteten.

 

Die Reaktionen verwirrten ihn, das Unverständnis offen darüber nachzudenken, seine Bedenken ernst zu nehmen und sich mit ihnen auch auseinander zu setzen, verletzte und enttäuschte ihn – und trotzdem hörte er nicht auf, zu überlegen und auch darüber zu sprechen. Er hatte das Gefühl, auf einem richtigen Weg zu sein, die Widerstände, die ihre Äußerungen hervorriefen bestärkten ihn noch in dieser Ansicht, denn er hatte den Eindruck, dass die Menschen in seinem Umfeld etwas verteidigten, wovon sie nicht wirklich überzeugt waren – er vermisste an ihnen die ruhige Gelassenheit, die Menschen eigen ist, die sich einer Sache ganz sicher sind. 

16.04.2007 um 14:29 Uhr

Einfach selig!

Voller Vorfreude bin ich am Freitag zu einer Tagung gefahren. Bei strahlendem Sonnenschein leuchteten die aufblühenden Rapsfelder, der Verkehr war flüssig und dementsprechend kam ich entspannt und zügig voran. Ich hatte den Abend noch für mich, konnte ein spitzenmäßiges Abendessen genießen und am Samstag erfreut mit all denen Wiedersehen feiern, die ich schon kannte und gespannt eine Handvoll mir bis dahin unbekannter Menschen kennen lernen. Lag es wirklich nur an meiner ausgeglichenen Stimmung und an dem wundervollen Wetter, dass sich, trotz intensiver Arbeit, die Harmonie fast mit den Fingern greifen ließ?

Es wurden Konzepte entworfen, Pläne erstellt und Aufgaben verteilt – zum Gelingen dieses Tages haben alle beigetragen, niemand musste zum Mitmachen erst ermuntert werden, die Gedanken konnten frei geäußert werden, die kontroversen Meinungen wurden klar und freundlich ausgetauscht und am Abend hatten wir Ergebnisse vorzuweisen, die sich sehen lassen konnten und die wirklich auch umsetzbar sind – kein wolkiges Geschwafel über hochfliegende Ziele und auch kein pedantisches Klein-Klein, eine wohl abgestimmte Mischung aus Vision und Realismus, eine sinnvolle Arbeitsteilung, die Schritt für Schritt zu einer Entwicklung führen kann, die jeder von uns allein nicht bewerkstelligen könnte, die wir aber zusammen nicht nur bewältigen, sondern auch noch ausbauen können. SO habe ich mir gemeinsames Arbeiten immer vorgestellt, aber bisher leider selten erlebt.  

Am Abend sind wir noch gemeinsam durch Lüneburg gebummelt, haben die Wärme des Tages noch lange auf der Terrasse eines Lokals genießen können und sind danach wohl alle hoch zufrieden und dann auch müde ins Bett gefallen.

Sonntag habe ich mir den Spaß erlaubt, auf fast leeren Autobahnen, mein Auto mal auszufahren und war dann so früh zu Hause, dass mein Liebster ganz überrascht war. Wir hatten beide viel zu erzählen, über die beiden letzten Tage, über dies und das und urplötzlich war es nachts um Drei. Wir haben damit den statistischen Durchschnittspaaren, die nur sechs Minuten am Tag miteinander reden, mal wieder jede Menge Redezeit gestohlen und werden sicher nicht daran arbeiten, das durch unser Schweigen wieder auszugleichen!

Ein altes Lied von Daliah Lavi, das ich auf der Rückfahrt im Auto gehört habe, hat sich, mit einer Zeile, wie ein bohrender Ohrwurm in meinem Hirn festgesaugt: Man nennt es Liebe, man nennt es Glücklichsein!!!

13.04.2007 um 14:27 Uhr

Schon wieder auf dem Sprung - in aller Seelenruhe

 

In meinem ganzen Leben war ich noch nicht soviel unterwegs wie in den letzten Monaten. Galt ich früher durchaus als sesshaft, habe ich das Gefühl, ich bin jetzt ständig auf Achse, obwohl ich doch so genau wie niemals zuvor spüre, wohin ich gehöre.

Aus meinem wunderschönen Ort des Friedens und der Geborgenheit ziehe ich, aus beruflichen Gründen, dauernd munter durch die Lande und erlebe jetzt etwas, wovon ich immer nur geträumt und wonach ich mich gesehnt habe:

Tagesabläufe, die nicht wie in der Schulzeit vom Läuten der Glocke bestimmt werden, keine, manchmal sinnentleerten, Präsenzzeiten mehr, sondern erforderliche geistige und körperliche Anwesenheit und dazwischen Arbeitsphasen, die ich selbst gestalten kann.  Die Stunden, die ich hier auf der faulen Haut gelegen habe, kann ich an meinen Fingern ablesen und doch fühle ich mich so frei und unbelastet, wie nur in wenigen Lebenssituationen bisher.

Es ist nicht das kindliche „Ich mache, was ich will!“, es ist die Tatsache, dass ich endlich all das, was ich tue, aus Überzeugung und von ganzem Herzen mache.

Das schöne Wetter ist wie ein leckeres Sahnehäubchen auf diesem wohlschmeckenden Apfelkuchen, kein bitterer Nachgeschmack, kein Herunterspülen von unangenehmen Begleiterscheinungen, einfach nur Wonne!

Das absolute Highlight an der ganzen Sache ist, dass ich mit dem Mann meines Herzens auch noch so hervorragend zusammenarbeiten kann! Aus unserer stimmigen Gemeinsamkeit erwächst eine Kraft und Kreativität, die mich manchmal wirklich sprachlos innehalten lässt, damit ich den Zauber dieser Augenblicke auch vollständig aufsaugen kann. Ich spüre seine Unterstützung und Begleitung auch dann, wenn wir nicht zusammen sind – ich weiß mich in seinem Herzen und kann mich, auch in Gedanken, in seinen Augen spiegeln und darin finden: Was für ein wohliges Gefühl!

 

Und jetzt packe ich mal wieder mein Köfferchen und sause los, zu einem spannenden Meeting, auf das ich mich sehr freue.

12.04.2007 um 11:44 Uhr

Nur eine AnMerkung?

Merkwürdig, mit diesem Wort bezeichnen wir gern all das, was uns fremd und eigenartig, kurios und seltsam erscheint.

Der Sprachgebrauch erscheint mir keinesfalls zufällig, umschreibt er doch präzise, was unsere Sinne und unser Verstand in diesen Situationen und beim Umgang mit Menschen, die wir meist spontan so einordnen, nicht wahrhaben wollen: Unsere AufMERKsamkeit ist hier gefordert, ein wachsames AugenMERK ist darauf gerichtet, wir haben die Chance, etwas zu beMERKEN und es uns gegebenenfalls zu MERKEN.

Wie so oft, verschwindet das, was wir nicht sofort und unmittelbar verstehen und zuordnen können, wieder in der Erinnerung und gerät vorerst ins Vergessen.

Erstaunlich, wie oft wir später einen roten Faden finden, ohne je nach ihm bewußt gesucht zu haben, der uns genau zu diesen, vor langer Zeit erlebten und gespürten MERK-WÜRDIGkeiten führt, die wir damals oft keines Blickes gewürdigt haben!

Für mich ist das Grund genug, das nicht nur mit einer BeMERKUNG abzutun, auch wenn ich noch nicht weiß und daher nicht erklären kann, was daran so beMERKENswert ist, wenn mir etwas Fremdes oder Unbekanntes, Unbegreifliches oder Seltsames begegnet – es macht sich nicht einfach nur so beMERKbar…ich merke inzwischen auf und merke mehr und mehr, wie wichtig das für mich ist.

 

04.04.2007 um 15:44 Uhr

Die Sonne ist da!

Falls jetzt alle denken, ich hätte wohl bisher das schöne Frühlingswetter verschlafen, dem ist nicht so, denn es ist nicht DIE Sonne, die ich meine, sondern MEINE Sonne!!!

 

Die Sonne ist seit ewigen Zeiten der gegenseitige Spitzname zwischen meiner Freundin und mir und ich erinnere mich nicht mal mehr, wie es dazu gekommen ist, aber der Name ist schon fast sprichwörtlich und auch unser jeweiliges Umfeld hat sich daran gewöhnt und benutzt, meist lächelnd, diese Bezeichnung. Es ist meine BESTE Freundin; die beste Freundin einer Frau ist eine ganz spezielle Sache und bei uns handelt es sich wohl auch um eine spezielle Freundschaft, sind wir doch gemeinsam schon durch Dick und Dünn gegangen, haben Höhen und Tiefen erlebt und bewältigt und konnten uns auch aus der Entfernung immer blind aufeinander verlassen.  Nun ist sie also für ein paar Tage bei uns zu Besuch und unsere gemeinsame Freude kannte kaum Grenzen, als wir uns am Samstag auf dem Bahnsteig um den Hals gefallen sind und die Tränchen flossen – da wir beide kein Make-up tragen, konnten wir das mit Fassung ertragen und uns ganz diesem Glücksgefühl überlassen.

 

Mein Schatz und meine Sonne verstehen sich wie zwei alte Latschen - was haben wir in den vergangenen Tagen schon zusammen gelacht und geredet!!!

Und noch liegen einige gemeinsame Tage vor uns, die wir zusammen genießen und gestalten und die für uns wie ein Geschenk sind, denn natürlich ist es etwas ganz anderes, ob man sich mal für ein paar Stunden trifft oder mehr als eine ganze Woche beieinander sein kann.

 

Unsere Beziehung erinnert mich immer an den Umgang meiner beiden Töchter, die sehr innig und herzlich miteinander sind und sehr aneinander hängen. Wir haben beide keine Geschwister und haben an der anderen so etwas wie eine Schwester gefunden, kurz, wir sind ein Herz und eine Seele, obwohl wir in vielen Dingen eine andere Sicht auf das Leben haben und auch anders mit ihnen umgehen – für uns beide ist diese Unterschiedlichkeit eine Bereicherung und die tragende Kraft unserer Freundschaft sind nicht die Jahre, sondern die tief empfundene Vertrautheit und der gegenseitige Wunsch nach Verstehen und Verständnis. Unser Vertrauen zueinander ist groß genug, um sich jederzeit offen die Meinung zu sagen, ohne dabei jemals ein böses Wort zu verlieren – wir haben uns tatsächlich noch nie gestritten, obwohl wir als Paar schon längst die Silberhochzeit hinter uns hätten und wir wahrhaftig nicht nur sonnige Zeiten erlebt haben.

 

Es ist einfach wundervoll, sie jetzt hier zu wissen und die gewachsene Nähe, Wärme und Zuneigung zu spüren, die groß genug ist, unser Trio wohlig einzuhüllen.

MEINE Sonne leuchtet hier auf eine ganz besondere Weise und ich bin darüber einfach glücklich!!!