Ganz langsam weicht sie, die Last der vergangenen Monate, der Aufgabenkatalog hat sich gelichtet, es war auch schon Zeit zum Durchatmen.
Noch ist das Schwingen der Waage zu spüren, es ist noch nicht alles in der Balance, aber es stabilisiert sich und es liegen keine Ungleichgewichte mehr auf den Waagschalen. Allmählich kehrt innere Normalität ein, ein Gleichmaß, das Kraft zum Durchstarten schafft; ein Blick auf das bisher Erreichte macht Mut, schenkt Zuversicht und Ruhe. Wie immer hinkte die innere Angleichung an die äußeren Umstände etwas hinterher, obwohl es hier nicht um Veränderungen, sondern um Verbesserungen ging – auch die Feinjustierung auf das Schöne braucht seine Zeit und ich bin dabei, das zu lernen und zu akzeptieren.
Die Entwicklungen machen es mir eigentlich leicht: Wir hatten nicht damit gerechnet, dass sich so schnell und eigentlich selbstverständlich eine neue berufliche Perspektive auftun könnte und schon recken Termine wieder begehrlich ihre Tentakel nach meinem Kalender und verlangen nach voller Aufmerksamkeit.
Hätte ich mich vor einigen Monaten still in eine Ecke zurückgezogen, um meinen Träumen und Gedanken freien Lauf zu lassen, dann hätte sich vor meinem geistigen Auge ein konkretes Bild aufgetan – und wahrscheinlich hätte mein Verstand, wie immer als unerbittlicher Zensor unterwegs – mal wieder die Realitätsprüfung angemahnt und auch das Ergebnis bereits messerscharf formuliert: Nichts als unrealistische und unrealisierbare Wunschvorstellungen hätte er gefunden; anscheinend, füge ich hinzu, denn was mir hier jetzt auf einem Silbertablett serviert wird, entspricht genau dem, wonach ich mich immer gesehnt habe.
Habe ich mich lange vor einem großen Tor befunden, das ich als unüberwindbar erlebt habe, steht mir jetzt genau dieser Weg dadurch offen und vor mir liegt eine Aussicht, die mich überwältigt!
Es war schwer, mir fiel es schwer, mich darauf einzulassen. Es war überhaupt nicht einfach, einfach darauf zu vertrauen, dass mein Herz den Weg kennt und ihn auch finden wird – und doch ist es die passende Beschreibung für all das, was inzwischen passiert ist. Fundamentaler kann man Leben wohl nicht verändern, im Privaten, beruflichen und räumlichen Bereich, alles zur gleich Zeit, das volle Programm auf einen Streich und daher ist es für mich kein Wunder, dass ich zurzeit viel Kraft und Energie benötige, um das wirklich fassen zu können.
Die Basis haben wir uns geschaffen und nun geht es von hier aus weiter, Schritt für Schritt, langsam aber stetig und mit dem nötigen Augenmaß, um das Gleichgewicht und die Stabilität nicht zu zerstören.