Geschriebene Gedanken

27.06.2007 um 13:38 Uhr

SturmWirbel

 

Hier tobt ein Sturm, der die Sonnenblumen platt auf den Rasen gelegt hat!

Gestern hat es unseren großen Kaktus erwischt und der ist immerhin mehr als mannshoch…

Alles Bewegliche steht eng an der Hausmauer, die Pflanzen biegen sich bedenklich, unsere Zitronenbäumchen kullerten samt Tontopf über die Terrasse.

Selbst bei geschlossenen Fenstern heult der Wind und man hat das Gefühl, man säße im Freien.

 

                                                                                          ©KlaguroDesign

 

Der Regen peitscht an die Scheiben und unsere Heizung läuft wieder, damit wir auf normale Arbeitstemperatur kommen.

 

Wo sind sie hin, die schönen, warmen Sommertage???

24.06.2007 um 13:28 Uhr

Geborgen

Wir waren gestern nicht allein

Inmitten der Gesellschaft

Fanden sich unsere Augen

Und verstanden sich blind

 

Wir lagen später Arm in Arm

Eng aneinander geschmiegt

Trafen sich unsere Seelen

Und ließen uns schweben

 

Wir küssten uns zärtlich danach

Schweigend war alles gesagt

Mit einem leisen Lächeln

Glitt ich sanft in den Schlaf

 

21.06.2007 um 13:44 Uhr

Ein schöner Tag...

 

 

...meine Welt stand keineswegs still, denn ich war mal wieder auf Achse.

Mein Terminkalender hielt folgendes Programm parat: 

Arbeitstreffen in einem kleinen Ort vor Hamburg, Beginn 9.00 Uhr, Anfahrtszeit 90 min, volles Programm bis 13.00 Uhr, dann eine kurze Mittagspause und danach ein Planungsgespräch über meine künftige neue Tätigkeit bis 16.30 Uhr – Rückfahrt nach Piepenholm, Abendessen und Vorbereitung auf die telefonische Beratung einer Klientin (voraussichtliche Dauer 90 min), angepeilter Feierabend 20.50 Uhr.

 

So sah gestern mein Tag aus - äußerlich zumindest; inhaltlich war er sehr ergiebig und was für mich noch viel wichtiger ist: Alles fand in einer Atmosphäre der ruhigen Konzentration auf die Arbeitsergebnisse statt. Da war ein Team von Menschen am Werk, die miteinander etwas erreichen wollen, sich gegenseitig freiwillig Raum zum Denken, Planen und Korrigieren gaben und die Loyalität nicht aus dem Fremdwörterlexikon kennen, sondern sie leben.

Mit einer Fülle von Einzelaufträgen sind die Angereisten wieder gen Heimat gedüst, der Gastgeber hatte gleich im Anschluss an unsere Sitzung weitere Termine und wir alle haben bis zum nächsten Mal jede Menge zu tun. In drei Wochen geht es bei uns in Piepenholm in die nächste Runde und bis dahin werden noch diverse Mails hin und her geschickt, Konzepte ergänzt und ausgebaut und Entwürfe verteilt werden müssen.

Solch eine Art von Arbeit ist für mich eine Befriedigung und Herausforderung zugleich, da macht mir der Einsatz richtig Spaß und schon während des Tuns verspüre ich eine Zufriedenheit, die ich in anderen Zusammenhängen, selbst bei vorzeigbaren und guten Ergebnissen, lange vermisst habe.

Am späten Abend gab es dann kein Bier zur Entspannung, sondern eine aufregende Reise in ein PC-Spiel, das jede Menge komlexer Rätsel für uns bereithielt und uns mit seiner spektakulären Grafik gefesselt hat.

 

Ein richtig schöner Tag!

 

18.06.2007 um 11:20 Uhr

Abschied

 

 

Wie so oft kommt es auf den Standpunkt an: Wenn eine Tür ins Schloss fällt, kann das Drama oder Aufbruch bedeuten. Eine Tür, die sich hinter uns schließt, eröffnet gleichzeitig neue Möglichkeiten – wenn sie uns vor der Nase zugeschlagen wird, dann müssen wir uns erstmal umdrehen, um wieder einen Weg vor uns zu sehen.

 

 

 

                                    ©KlaguroDesign

In jedem Fall hallt der laute Knall in uns nach und wir können ihn eigentlich gar nicht überhören. Selbst wenn wir sie vermeintlich selbst ganz leise zuziehen, das Schnappen des Schlosses ist wie ein Stich ins Herz und ohne den passenden Schlüssel in der Hand, gibt es (vorerst) kein Zurück.

 

Manchmal sind es nur Sekundenbruchteile, in denen wir deutlich empfinden, dass etwas zu Ende gegangen ist – manchmal begleitet uns dieser Abschiedsschmerz noch lange Zeit. Auch wenn wir versuchen, ihn von außen durch Aktionismus und Bewegung zu übertönen, tief in unseren Inneren schwingen traurige und melancholische Töne. Es ist nicht immer leicht, sie als melodisch einzuordnen, aber auch sie gehören zur Harmonie des Lebens.

Was wäre, wenn wirklich immer alles beim Alten bleiben würde?

Wir säßen wohl noch immer auf unserem Kinderdreirad und würden uns im Kreis drehen – und wenn es unseren Eltern auch so ergangen wäre, dann gäbe es uns heute gar nicht…

 

Leben ist Wandel und manche Tür, die wir selbst nie geschlossen hätten, erweist sich im Nachhinein als ein Tor, das uns erwachen und erwachsen werden lässt.

 

15.06.2007 um 17:24 Uhr

Unsere besonderen Kennzeichen

 

Was für ein Tag!

Bei strömendem Regen sind wir morgens in der Werkstatt angekommen, außer uns waren nicht nur der Chef, sondern auch das erwartete Ersatzteil da und so sind wir schleunigst mit dem anderen Wagen ins Stadtzentrum gedüst, um in der Fußgängerzone die Versicherungsdoppelkarte zu besorgen und danach erst das eine und dann das andere Auto umzumelden.

Die Dame von der Versicherung gehört nicht unbedingt zu den Frühaufstehern, sie war auch noch nicht wirklich ganz da, sondern nur körperlich anwesend und ihr PC lag noch gänzlich im Nachtschlaf. Dafür waren aber alle, die in der Umgebung der Kreisstadt wohnen und morgens nicht wirklich wissen, wozu dieser Tag gut sein soll, bereits vollzählig in der Zulassungsstelle versammelt – mit anderen Worten: Es war da proppenvoll! Außerdem haben auch öffentlich Bedienstete ein Anrecht auf Pausen und so bewegte sich eine geschlagene halbe Stunde gar nichts mehr auf der Anzeigentafel der Wartenummern.

Dafür war mein Auto inzwischen fertig; die Werkstatt klingelte verabredungsgemäß durch und verkündete die frohe Botschaft einer nagelneuen Abgasuntersuchung und, damit wir nicht im Freudentaumel versinken, fügte man noch hinzu, bei der Reparatur hätte sich ein kleines Problem ergeben, was wir nachher unbedingt besprechen sollten.

Nun hatte ich gestern schon gelernt, dass unproblematische Dinge sich auf ca. 400 € belaufen und konnte mir deshalb ausrechnen, was KLEINE Probleme kosten *stöhn*!

 

Da die Abfertigung immer noch ziemlich zähflüssig war, sind wir schon mal los und  haben die begehrte AU-Bescheinigung, den KFZ-Schein und die alten Kennzeichen meines Autos abgeholt – die Problembesprechung wurde auf später vertagt, unsere Vorfreude war kaum noch zu steigern und den bedenklichen Gesichtsausdruck des Monteurs verdrängten wir einfach *hüstel*.

Glück im Unglück, wir kamen im Amt gerade noch rechtzeitig an, um unsere vorher gezogene Wartenummer auf dem Display aufleuchten zu sehen und schnell in das entsprechende Zimmerchen schlüpfen zu können, bevor der nächste Gong ertönte, der uns erneut in die Warteschleife befördert hätte.

Jetzt hatten wir also erstmal Zeit , konnten gleich beide Ummeldungen in einem Rutsch erledigen und uns sogar noch besondere Kennzeichen aussuchen. Die alten werden zukünftig irgendwo unseren Keller schmücken und uns an diesen herrlichen Tag erinnern…

 

Nachdem mein Schatz die Neuerwerbungen, die auch nicht gerade preiswert waren, am Auto montiert hatte, ging es wieder zurück zur Werkstatt (Ihr erinnert euch? Das KLEINE Problem wartete da noch auf uns!).

 

Nun, dieses entzückende Problem war eine gelockerte Steuerkette, die den Mechaniker zu der Aussage veranlasste: „Ich würde mit dem Wagen ja nicht mehr fahren!“, so total beruhigt versuchten wir dann, den Pfad zwischen dem Notwendigen und dem Machbaren zu finden. Da ich am Wochenende noch Termine habe und das Auto DOCH fahrsicher ist, könnt ihr jetzt mal raten, wohin uns unser Weg in der nächsten Woche führt…

 

BINGO! Wir sehen uns in der Werkstatt wieder! Der Chef ist übrigens echt nett und hat sie auch noch alle.

 

SO, das war der zweite Teil und ich hoffe, er findet keine Fortsetzung dieser Art, denn wir und unsere Autos sind jetzt echt eingemeindet und ordnungsgemäß angemeldet.

14.06.2007 um 22:40 Uhr

IrrFahrt

 

 

 

Auch das Auto braucht eine neue Adresse und muss deshalb umgemeldet werden. Das geht natürlich nicht in Piepenholm, sondern nur in der nächsten Kreisstadt. Die Zulassungsstelle hat beängstigend frühe Öffnungszeiten und wir haben einen weiten Weg – also sind wir bei einem der ersten Hahnenschreie (man erinnert sich, dieser Vogel schreit hier häufiger) los und haben uns natürlich erstmal verfahren, denn was hier auf einem Stadtplan wie eine große Straße aussieht, ist nach unseren Berliner Verhältnissen n ur ein Katzensprung. Freundliche Fußgänger und Postboten haben uns den richtigen Weg gewiesen und so standen wir endlich vor der Dame am Schalter. Keine langen Warteschlangen, kein Gedränge, man hat hier Zeit und alles geht gemächlich und wieder ausnehmend freundlich zu.

Allerdings konnte man, bei aller Bürgernähe, ein Problem nicht ausräumen: Wir hatten keine ASU-Bescheinigung dabei. Auch längeres Nachdenken brachte mir keine Klarheit, wo dieser verflixte Zettel nach dem Umzug wohl abgeblieben sein könnte. Also, was tun? Eine neue ASU-Bescheinigung muss her, wir müssen eine Werkstatt finden, die diese Untersuchung von jetzt auf gleich erledigt und dann können wir mit der gezogenen Wartenummer wieder vorsprechen.

 

Gesagt getan, gleich zwei Querstraßen weiter war eine Autowerkstatt. Ja, selbstverständlich, man könnte diese Untersuchung gleich machen, erfuhren wir auf unsere Nachfrage – wir sahen uns beide an, das kannten wir aus Berlin auch nicht, da musste man sich immer anmelden und ewig warten. Der Monteur setzte sich ins Auto und kam umgehend wieder: Es täte ihm leid, erklärte er uns, aber im Wagen leuchte eine Motorkontrollleuchte und deshalb könne er gar nichts untersuchen, das müsse eine Vertragswerkstatt ausmessen und reparieren.

Ähm, ja und wo ist hier wohl die nächste Vertragswerkstatt???

Kein Problem, gar nicht weit weg! Also wieder ab ins Auto und mit dem kleinen Stadtplan auf dem Schoß den Weg ins Gewerbegebiet gesucht. Natürlich haben wir uns hoffnungslos verfahren und außerdem saß uns die Zeit im Nacken, denn eine Behörde, die früh öffnet, pflegt auch früh zu schließen (jedenfalls für das geschätzte Publikum).

Ein LKW-Fahrer auf einem Parkplatz nahm sich unserer an, lotste uns bis vor die Tür der gesuchten Spezialisten und wir erzählten dort unser Problem mit der Zulassungsstelle, der fehlenden ASU-Bescheinigung und der störenden Kontrollleuchte. Der Fehler wurde ausgemessen, analysiert und könnte dann gleich behoben werden, wenn…ja, wenn das benötigte Ersatzteil denn da gewesen wäre, aber das muss erst bestellt werden.

 

Das war vorerst das Ende der kleinen Unternehmung: Wir melden das Auto um!!!

Morgen, um halb acht, werden wir wieder vor dieser Werkstatttür stehen, hinter der dann hoffentlich das Teil, das die Leuchte endgültig zum Erlöschen bringt, eingebaut werden kann, damit wir dann die Bescheinigung haben, die wir der Zulassungsstelle vorlegen müssen, um neue Nummernschilder zu erhalten.

 

Unfreiwillige Fortsetzung folgt!

12.06.2007 um 16:08 Uhr

WegWeiser

Sie stehen überall auf unseren Lebenswegen, die Schilder, die auf unsere Sehnsucht verweisen. Wenn wir ganz genau hinschauen, dann können wir die Zeichen entziffern, die winzigen Buchstaben lesen und uns zusammenreimen, in welche Richtung sie uns führen wollen.

Oft genug haben wir sie schon ein um das andere Mal umrundet, ohne sie zu beachten. Wie ein merkwürdiger, unerklärlicher Sog zieht es uns trotzdem immer wieder an diese Plätze. Eine seltsame Scheu hält uns meistens davon ab, auch nur mit unseren Gedanken in die Richtung zu gehen, in die die lang ausgestreckten Arme der WegWeiser deuten. Sie scheinen auf bisher nicht betretenes Gelände zu zeigen, auf dem die Ziele unserer Sehnsucht verborgen sein könnten – aber der Weg dahin ist weit und unwegsam.

Dichte Hecken von Verpflichtung und Erwartung versperren uns den freien Blick in diese Weite und so ziehen wir weiter unsere Kreise im Gewohnten und Vertrauten. Manchmal, wenn wir die Muße haben, inne zu halten, auf einer kleinen Bank unter den mächtigen Stützpfeilern der Sehnsucht Rast machen und uns einfach mal unseren geheimsten Gefühlen hingeben, dann leuchtet uns aus der Ferne ein Licht entgegen. Wie Leuchttürme am Meer gibt es uns Orientierung und lässt uns gleichzeitig schmerzlich die Entfernung deutlich spüren, die uns noch von einem sicheren Hafen trennt.

Das sind die Momente, in denen wir wieder Weichen stellen für die nächste Zeit: Trauen wir uns, das leise Rufen unseres Herzens nicht durch lautes Wenn und Aber zu übertönen und ihm zu folgen? Versuchen wir es, vielleicht zum ersten Mal, nehmen unsere innere Stimme ernst und betrachten sie nicht nur als vorübergehende Stimmung?Oder drehen wir uns wieder um, verlassen diesen Ort, der uns so fremd erscheint, weil wir uns dort noch nie richtig umgesehen haben, und suchen einen nächsten Umweg?Es wären so viele Entscheidungen zu treffen, wenn wir uns aufmachen würden, das Ziel unserer Sehnsucht zu erreichen; es gäbe so viele Veränderungen, die uns Angst machen, weil wir sie nicht voraussehen und planen können. Ist es da nicht anscheinend viel nahe liegender, einfach wie bisher weiterzumachen? Wir kennen die Last, die dabei auf uns liegt, wir haben uns daran gewöhnt und sind auch daran gewachsen. Aber ist uns auch klar, dass auch das eine Entscheidung ist, die WIR treffen und die uns nicht zwangsläufig vorgegeben wird – von keinem Schicksal und von keinem Menschen? 

Wenn es Herzenswünsche sind, in denen sich unsere Sehnsucht offenbart, keine beliebigen Augenblicksaufwallungen, keine egoistischen Vorstellungen, wie es uns am besten gefallen und passen würde, sondern Wünsche, die tatsächlich von Herzen kommen, die uns das Leben unmittelbar spüren lassen, uns Kraft geben und nahezu unverrückbar zu uns gehören, dann sollten wir auf die Wegweiser achten, die uns immer wieder begegnen. Sie sind keine Irrlichter, die uns irgendwo hinlocken wollen, sie sind beschriftet, mit den geheimnisvollen Zeichen unserer Seele, ein Ausdruck dessen, was in uns steckt und unser Selbst, nicht unser Ego, zur Entfaltung bringt. 

Lohnt es nicht, ein wenig  darüber nachzudenken, sie zu verstehen und erst dann zu entscheiden, was wirklich zählt und wohin wir deshalb gehen wollen?

11.06.2007 um 11:40 Uhr

Italienische Verhältnisse

 

Nein, kein lautes Mama mia, kein wildes Gestikulieren, kein singender Tenor und keine Sehnsucht nach dem Gardasee bewirkte dieses Gefühl.

„Kennst du das Land, wo die Zitronen blühen?“, heißt das Lied, das den Vergleich auslöst und wer denkt da nicht an Italien?!

Aber auch im hohen Norden Deutschlands kann man sie finden und bewundern, die blühenden Zitrusbäumchen, die sogar schon Früchte tragen: Vor unserer Haustür stehen sie und sehen so aus, als ob sie sich da ganz und gar heimisch fühlen! Eine große Zitrone hat schon unseren Küchenzettel bereichert, selbst geerntet und verspeist, zwar nicht solo, aber als leckere Beigabe. Eine kleine Orange wird täglich ihrem Namen ähnlicher.

Was lag also näher, als den milden Sommerabend, der eher an August im Süden, als an Anfang Juni im Schleswig-Holsteinischen erinnert, mit einer Pizza zu krönen und bei einem Glas Rotwein den Ausflug in mediterranes Feeling zu genießen?

 

Wir hatten keine Blaue Grotte vor der Nase, aber einen herrlichen Tag, der mit einem  wundervollen und sehr späten Sonnenuntergang den Abend einläutete. Als es (endlich) dunkel genug war, dass man draußen das Kerzenlicht genießen konnte, war es auch schon Zeit zum Schlafen gehen.

 

Schöne Aussichten sind das, auf einen Sommer, der noch vor uns liegt!

08.06.2007 um 12:37 Uhr

Highlights!

 

Das Highlight des heutigen Tages vollzog sich in aller Stille: Es klingelte kein Wecker und ich konnte richtig ausschlafen…Boah, das war nötig nach vier voll gepackten Tagen, in denen ich nur dann mal allein war, wenn ich todmüde ins Bett gesunken bin, um mich sofort in Tiefschlaf fallen zu lassen.

Es waren Tage voller Nähe, voller Input, Lernen, Ausprobieren, Üben und weiter Lernen. Inzwischen ist die kleine Gruppe zu einem eingespielten und eingeschworenen Team geworden und hat sympathisch familiäre Züge angenommen. In der Abschlussrunde, die wir gestern im wohltuenden Schatten des Gartenhauses abgehalten haben, war spürbar, wie sehr uns alle diese intensiven Tage berührt hatten – der Abschied fiel schwer und wir haben uns alle vorgenommen, das Ende unserer gemeinsamen Arbeit im September nicht zu einem Ende dieser besonderen Beziehungen werden zu lassen.

 

Die vergangenen vier Tage leuchteten durch viele Highlights: Die wunderschöne, parkähnliche Umgebung, Spaziergänge an einem malerischen See, Abende mit Nachtigallgesang, Arbeits- und Privatgespräche, die von einer seltsam inspirierender Wärme bestimmt waren und viele, neue, wichtige und wertvolle Erkenntnisse und Erfahrungen vermittelt haben und eine Rundum-Verpflegung, die jede Mahlzeit zu einem gemeinsamen Vergnügen machte.

 

Dass ich mich bei der Hinfahrt hoffnungslos in Kiel verfranst habe und eine längliche Irrfahrt durch die Stadt meinen Zeitplan völlig durcheinander gebracht hat, war keine Katastrophe, der Bammel vor der Klausur legte sich schlagartig, als die Fragen auf dem Tisch lagen, denn selbst in dieser etwas angespannten Situation war die Freude über das Wiedersehen und die Neugier auf die nächsten Tage stärker als alle Aufregung.

 

Fazit: Es war eine rundherum schöne und sehr bereichernde Zeit, für die ich sehr dankbar bin!

03.06.2007 um 11:40 Uhr

Hüpfender Sonn(en)tag

 

Mal wieder ist das Koffer packen angesagt. Ab morgen geht es in Klausur und zum Auftakt wird auch gleich eine geschrieben. Das bedeutet, dass ich heute nicht allein auf meiner Bank im Garten sitzen kann, denn mich begleiten die Bücher, die Zettel und hoffentlich eine lernwillige Schar wissbegieriger Gedanken. Wiederholung wartet auf mich, Erholung wird das sicher nicht, aber Spaß macht es trotzdem und die schöne Umgebung verleiht auch dem ernsten Tun eine spielerische Leichtigkeit.

 

Bis demnächst also und drückt mir doch bitte die Daumen – Glück kann ich gut gebrauchen, den Wissensspeicher fülle ich sicherheitshalber schon mal voll auf.

02.06.2007 um 09:08 Uhr

Guten Morgen!

Guten Morgen!

 

Ein Frühstück auf der Terrasse, umgeben von üppig blühenden Blumen. Es sieht so aus, als sei es immer schon so gewesen und doch ist es noch keine fünf Monate her, dass unser Einzug hier stattgefunden hat. Es standen ein paar immergrüne Sträucher im Garten, er war also nicht ganz kahl, aber inzwischen stehen Lavendel, Akelei und Tagetes dazwischen; ein Rhododendron konkurriert mit den Farben der Bartnelken; noch duften die Maiglöcken und die Mittagsblumen leuchten der Sonne entgegen;  ein riesiger Margeritenstrauch verbreitet Sommerstimmung. Das Zwitschern der Vögel wird unterbrochen vom lauten Wiehern eines Pferdes und der Hahn kräht lauthals – was keineswegs auf die frühe Morgenstunde hinweist, er kräht, wann immer er Lust dazu hat.

 

In der Tujahecke tummelt sich ein Bienenvolk, unsere sprießenden Küchenkräuter werden von Hummeln umsummt, die danach in den riesigen Blüten der Hängefuchsien verschwinden.

 

Fast haben wir uns schon daran gewöhnt, dass der Storch über unser Haus fliegt, der im Nachbarort nistet, dass die Ringeltauben dauerhaft gurren und diverse Katzen unseren Garten besuchen. Das schmälert aber nicht den Genuss an der Natur pur direkt vor der Tür, im Gegenteil, für uns ist es ein Quell stets neuer Freude auf das Wachsen und Gedeihen und die Zeichen der Lebendigkeit, die wir hier so unmittelbar und ungestört erleben können.

 

Der Kaffee und der Kamillentee schmecken so besonders gut.