Auf vielen Wegen haben wir das Gefühl, im Dunkeln zu tappen. Was könnte da nützlicher sein, als ein helles, strahlendes Licht?
Und schon sind wir versucht, alles Mögliche in diese kleine Flamme hineinzuinterpretieren…
Steht sie da, um uns den richtigen Weg zu zeigen?
Erwarten uns dort Wärme und Geborgenheit?
Ist uns endlich das berühmte Licht an sich aufgegangen und wir stehen kurz vor der Erleuchtung?
Hinter mancher Flamme verbirgt sich tatsächlich ein wohlig flackerndes Feuer, an dem wir uns wärmen und mehr als eine Mahlzeit zubereiten können.
Andere wiederum erweisen sich als lustig umhertanzende Irrlichter, die mal hier und mal dort einfach aufleuchten und uns nichts weiter zeigen, als dass es viele Orte gibt, zu denen wir gehen können – manchmal, ohne jemals anzukommen.
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Das Licht der Sonne weist uns die Himmelsrichtung, das Licht der Sterne auch, wenn wir uns denn mit Sternbildern und ihren jahreszeitlichen Wandlungen auskennen.
In manchen Menschen meinen wir ein Licht zu erkennen, ein spezielles Funkeln und Strahlen, das sich aber häufig nur als kurzfristig loderndes Strohfeuer entpuppt und uns das Fehlen der beständigen Leuchtkraft der Liebe ganz besonders schmerzlich empfinden lässt.
Nicht immer ist es ein Zeichen von intensiver und beglückender Nähe, wenn die Funken sprühen. Erst wenn sie überspringen, kann sich etwas entzünden - und gerade das kann tiefe Wunden hinterlassen. Wir sind schon oft Feuer und Flamme gewesen und übrig geblieben ist davon nur ein Häufchen Asche, das wir auch noch mühselig vor unserer eigenen Tür wieder wegkehren mussten.
Auf der Suche nach dem Licht - beschreibt das den Zweck unserer langwierigen Anstrengungen und verzehrenden Sehnsüchte?
Saugen wir deshalb jede Geschichte in uns begierig auf, die von dem stets neu zu entfachenden Feuer der Liebe berichtet?
Das leuchtet allerdings nicht dauerhaft über Meilen hinweg, denn dieses Feuer ist lebendig, es türmt sich mal zu hohen Flammen auf und dann wieder glimmt es nur vor sich hin. Sein Geheimnis ist die Glut, diese Kraft, die es in sich trägt, um jede neue Nahrung zum Leuchten zu bringen; mit jedem Atemzug können wir ihr die nötige Luft zuführen, mit jedem Lächeln bringen wie sie auf Betriebstemperatur, jede Umarmung, die dem anderen gilt, brennt wie Zunder.
In den Augen können wir sie sehen, dort finden wir das ersehnte innige Strahlen, das nur von innen kommt, uns einen Blick in die Seele gestattet und dorthin leitet. Willkürlich hervorlocken können wir das nicht, jedes so tun als ob, entlarvt sich einfach mit der Zeit.
Liebe ist keine Zauberei und kein noch so ausgeklügelter Liebeszauber vermag sie zu erzeugen. Ihr spezielles Leuchten entsteht nur, wenn wir mit unserem Herzen im Einvernehmen sind, auf den Einklang unserer Seele hören und ihr nicht mehr nachlaufen, sondern bereit sind, sie vorbehaltlos in uns aufzunehmen und sie gleichzeitig mit vollen Händen wieder zu verschenken.
Dann bezaubert sie uns, mit all ihrer Kraft und Wärme – ein Licht, das die Dunkelheit durchdringt und ihr den Schrecken nimmt.