Geschriebene Gedanken

28.07.2007 um 17:30 Uhr

Zwischen Himmel und Erde

 

 

 

  

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  Zwischen Gedankenflügen

  Und geerdetem Sein

  Zwischen Besonderem

  Und Banalem

  Zwischen den Zeilen

  Und gesprochenem Wort:

 

  In deinen Blicken

  Und Taten

  Deinem Verstehen

  Und deinem Verständnis

  Fühle ich mich getragen

  Und geborgen

 

  Auf eigenen Füßen stehend

  Aufrecht und sicher wie nie zuvor

  Mit Himmel und Erde

  Im Einklang

  Im Aufbruch

  Angekommen

21.07.2007 um 12:02 Uhr

Paradoxe Jahreszeiten

 

Nein, es sind nicht die erstaunlichen Wetterkapriolen, die mich darauf bringen. Es ist meine Lebenssituation und die damit verbundenen Entwicklungen und Veränderungen.

Das Frühjahr stand nicht im Zeichen des Aufbruchs, allenfalls war es bestimmt vom Nestbau, nach dem doch recht umfangreichen Umzug, es galt der Konsolidierung und hatte ein Fundament zum Ziel. Der Sommer, der eigentlich der Entfaltung und dem Wachstum gilt, ist jetzt für mich die Zeit der Vorbereitung, des Ausprobierens, der Konzeptentwicklung und der Eingewöhnung.

Im Herbst wird keine Ernte eingefahren, sondern da geht es richtig los, da startet das erste Schulungsmodul, das ich selbst gestalte und parallel dazu beginnen weitere Fortbildungen. Das wird wieder die Zeit des Reisens für mich sein, vielleicht ein bisschen wie die Zugvögel, viel unterwegs und doch nicht ruhelos, ein Balanceakt, den ich spannend finde.

Der Winter, die eigentliche Ruhezeit, die Phase des äußeren Stillstands, die der Vorbereitung auf den Neubeginn dient, wird für mich die intensivste Arbeitszeit sein. Gerade da ist dann alles im Fluss und hoffentlich auch einiges in trockenen Tüchern, weil man schon Ergebnisse und Verläufe einschätzen kann.

Meine innere Uhr tickt zurzeit also ganz anders als die Natur.

Ganz bewusst kann ich das wahrnehmen, wenn ich in unserem Garten bin, faulenzend, arbeitend oder mit dem Pflanzen, Gießen und Pflegen beschäftigt, was für mich in den Bereich Hobby gehört. Da kann man an den Uhren drehen, wie man will, sie haben ihren eigenen Rhythmus.

Und was wie ein Widerspruch klingt, nämlich die geschilderte JaheszeitVerschiebung, erweist sich oft genug als Chance auf vielschichtgen EinKlang, wenn ich spüre, dass von den unabänderlichen ZeitAbläufen eine Kraft ausstrahlt, die mich erreicht und mir Ruhe und Beständigkeit vermittelt.

12.07.2007 um 14:44 Uhr

Alles im Fluss

 

Sieht es nicht leicht und mühelos aus, wenn er so dahin gleitet? Er findet seinen Weg durch Berg und Tal, verbreitert sich, wo Platz ist und bündelt seine Kraft, wenn es mal eng wird.

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Was da im Untergrund tatsächlich vor sich geht, sehen wir meist nicht.

Erst wenn das Flussbett ausgetrocknet ist, wird für uns sichtbar, was er so alles bewegt und transportiert; jede Menge Gesteinsbrocken und Pflanzenteile, die aus ganz anderen Gegenden stammen, können wir dann still liegen sehen.

Der Sand, der ihn färbt und manchmal undurchsichtig und trübe erscheinen lässt, kommt der wirklich nur als Körnchen in seinen Lauf mit hinein?  Wir kennen die geschliffenen Steine, die so sanft in der Hand liegen, weil sie durch das Wasser verändert wurden.

Geht man zurück an die Quelle, dann ist seine spätere Größe kaum vorstellbar; das Wasser ist klar und kalt und plätschert dort doch nur.

Aber es überbrückt Höhenunterschiede, indem es sich einfach fallen lässt, es verbindet sich mit anderen Rinnsalen und erweitert dadurch seine Kraft.

Es vereinzelt sich in speziellen Landschaften, macht sie damit urbar und drückt ihnen seinen speziellen Stempel auf.

Aufgestaut stellt es seine ganze Energie zur Schau, es ist nur durch hohe Mauern zu bändigen und der Eindruck eines Stausees ist beeindruckend und trügerisch zugleich.

Genügt doch ein kleiner AbFluss und alles, was Stillstand bedeutet, findet ein jähes Ende.

Mitreißend ist auf Wassermassen bezogen nicht nur positiv zu verstehen. Jedes Hochwasser und seine Folgen sind ein Beleg dafür – aber auch (oder gerade das?) spricht für eine ihm innewohnende eigene Energie, die sich durch Wünsche und Erwartungen anderer keine unüberwindlichen Grenzen setzen lässt.

 

Vielleicht ist die Faszination und auch die Ruhe, die wir an Flusslandschaften in ihrer unterschiedlichen Ausgestaltung empfinden, auch durch diese „fließende“ und überaus „flüssige“ aber verdeckte Botschaft zu erklären?

07.07.2007 um 16:09 Uhr

Leuchtendes Licht

Auf vielen Wegen haben wir das Gefühl, im Dunkeln zu tappen. Was könnte da nützlicher sein, als ein helles, strahlendes Licht?

Und schon sind wir versucht, alles Mögliche in diese kleine Flamme hineinzuinterpretieren…

Steht sie da, um uns den richtigen Weg zu zeigen?

Erwarten uns dort Wärme und Geborgenheit?

Ist uns endlich das berühmte Licht an sich aufgegangen und wir stehen kurz vor der Erleuchtung?

 

Hinter mancher Flamme verbirgt sich tatsächlich ein wohlig flackerndes Feuer, an dem wir uns wärmen und mehr als eine Mahlzeit zubereiten können.

Andere wiederum erweisen sich als lustig umhertanzende Irrlichter, die mal hier und mal dort einfach aufleuchten und uns nichts weiter zeigen, als dass es viele Orte gibt, zu denen wir gehen können – manchmal, ohne jemals anzukommen. 

 

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Das Licht der Sonne weist uns die Himmelsrichtung, das Licht der Sterne auch, wenn wir uns denn mit Sternbildern und ihren jahreszeitlichen Wandlungen auskennen.

In manchen Menschen meinen wir ein Licht zu erkennen, ein spezielles Funkeln und Strahlen, das sich aber häufig nur als kurzfristig loderndes Strohfeuer entpuppt und uns das Fehlen der beständigen Leuchtkraft der Liebe ganz besonders schmerzlich empfinden lässt.

Nicht immer ist es ein Zeichen von intensiver und beglückender Nähe, wenn die Funken sprühen. Erst wenn sie überspringen, kann sich etwas entzünden - und gerade das kann tiefe Wunden hinterlassen. Wir sind schon oft Feuer und Flamme gewesen und übrig geblieben ist davon nur ein Häufchen Asche, das wir auch noch mühselig vor unserer eigenen Tür wieder wegkehren mussten.

 

Auf der Suche nach dem Licht -  beschreibt das den Zweck unserer langwierigen Anstrengungen und verzehrenden Sehnsüchte?

 

Saugen wir deshalb jede Geschichte in uns begierig auf, die von dem stets neu zu entfachenden Feuer der Liebe berichtet?

 

Das leuchtet allerdings nicht dauerhaft über Meilen hinweg, denn dieses Feuer ist lebendig, es türmt sich mal zu hohen Flammen auf und dann wieder glimmt es nur vor sich hin. Sein Geheimnis ist die Glut, diese Kraft, die es in sich trägt, um jede neue Nahrung zum Leuchten zu bringen; mit jedem Atemzug können wir ihr die nötige Luft zuführen, mit jedem Lächeln bringen wie sie auf Betriebstemperatur, jede Umarmung, die dem anderen gilt, brennt wie Zunder.

 

In den Augen können wir sie sehen, dort finden wir das ersehnte innige Strahlen, das nur von innen kommt, uns einen Blick in die Seele gestattet und dorthin leitet. Willkürlich hervorlocken können wir das nicht, jedes so tun als ob, entlarvt sich einfach mit der Zeit.

Liebe ist keine Zauberei und kein noch so ausgeklügelter Liebeszauber vermag sie zu erzeugen. Ihr spezielles Leuchten entsteht nur, wenn wir mit unserem Herzen im Einvernehmen sind, auf den Einklang unserer Seele hören und ihr nicht mehr nachlaufen, sondern bereit sind, sie vorbehaltlos in uns aufzunehmen und sie gleichzeitig mit vollen Händen wieder zu verschenken.

 

Dann bezaubert sie uns, mit all ihrer Kraft und Wärme – ein Licht, das die Dunkelheit durchdringt und ihr den Schrecken nimmt.

 

 

04.07.2007 um 21:26 Uhr

BegleitUmstände

 

Wir sammeln sie ein ganzes Leben lang, bienenfleißig legen wir uns eine umfangreiche Sammlung davon an – und kommen oft doch nicht dazu, sie auszuwerten und zu sortieren: Erfahrungen.

 

Sie begegnen uns auf Schritt und Tritt, wir könnten ihnen gar nicht ausweichen, auch wenn wir es wollten. Aber erst das Betrachten und Erkennen macht aus ihnen das, was wirklich zählt: ErKenntnisse.

 

ErKenntnisse sind tatsächlich Freunde fürs Leben! Die Verbindung zu ihnen ist unlösbar, weder durch Zeit noch Entfernung zu erschüttern, sind sie ein stetiger Quell, den wir zum Sprudeln bringen können, wenn wir uns danach auf die Suche begeben. Sie sind ein bisschen wie das märchenhafte Wasser des Lebens; sie enthalten die lebensnotwendigen Essenzen in Tröpfchenform und sind nicht einfach, unkompliziert oder gefahrlos im Supermarkt oder auf der Lebensbörse zu erwerben.

Sie sind kostbar und wir bezahlen sie mit Tränen, Herzeleid, Trauer, Glück und Zuversicht, die stabile und konvertierbare Währung der Erfahrungen.

 

Wir tragen sie bei uns wie Schlüsselbund und Handy und genau wie diese, suchen wir manchmal krampfhaft in unseren unübersichtlichen Taschen danach, wenn wir sie nicht sofort zu fassen kriegen. Dabei können wir ganz sicher sein, dass sie da sind und uns auch zur Verfügung stehen, wenn wir sie brauchen – allerdings sollten wir dann auch genau wissen, wie sie aussehen und wie sie sich anfühlen, das erleichtert das Wühlen danach ungemein. Es ist überaus beruhigend zu wissen, dass sie griffbereit sind und es belastet uns auch gar nicht, sie überallhin mitzunehmen; so schwerwiegend sie auch inhaltlich sein mögen, sie haben kein Gewicht, das man physikalisch messen könnte.  

 

Nicht jede Erfahrung können wir unbeschwert machen, sie lasten manchmal ziemlich schwer auf unserer Seele; die ErKenntnis daraus zu gewinnen ist ein langwieriges Verfahren, aber die reine Quintessenz daraus ist überaus übersichtlich und fast schwerelos. Der Umgang damit ist nicht immer mühelos, er kann äußerst beschwerlich sein, aber er ist heilsam und ermöglicht uns weiteren Zugewinn, wenn wir unsere Erfahrungen nicht verdrängen und unsere ErKenntnisse nicht leichtfertig ver(sch)wenden.

 

Etwas benötigen wir allerdings dazu, womit wir angeblich immer geizen und was wir doch oft genug so großzügig verschleudern: Zeit – denn das Verarbeiten des Erlebten und das Nachdenken über das Erfahrene ist ohne sie nicht möglich…

01.07.2007 um 13:31 Uhr

Ungewohnte Freiheiten

 

 

Jahrzehntelang musste ich mir über Tagesabläufe keine Gedanken machen – meistens war noch viel zu tun, aber der Tag war alle und ich auch.

Hin und wieder konnte ich über die Prioritäten entscheiden und auch mal etwas planen. Die schönsten Pläne zerplatzten oft, wenn die Kinder krank wurden oder mal wieder das Programm für 48 Stunden unbedingt in einen Tag passen musste.

Jetzt sieht das ein bisschen anders aus.

Auch das ist eine neue Erfahrung für mich und ich muss erst lernen, für mich den richtigen Rhythmus zu finden. Dazu gehört auch die Erkenntnis, dass es sich nicht um so eine Art Urlaubstage handelt, die gnadenlos ihr Ende finden, wenn der Dienst wieder beginnt, sondern dass ich wirklich einfach entscheiden kann, darf (und muss), was ich tue und lasse.

Ja, ich kann jetzt auch nachts arbeiten, weil ich morgens nicht mehr früh raus muss.

Ja, ich kann auch mal alles liegen lassen, weil schönes Wetter ist und ich mich im Garten sonnen möchte.

Ja, ich kann jetzt meinen Haushalt dann erledigen, wenn ich Lust darauf habe und nicht nur, weil bloß am Wochenende dafür Zeit bleibt.

 

Lauter kleine Freuden!

 

Trotzdem gewöhnungsbedürftig…